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Der Wanderzirkus, die Forelle und das Kamel

KurzgeschichteFantasy / P12 / Gen
Kaffeetrinken
13.12.2015
13.12.2015
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Der Wanderzirkus, die Forelle und das Kamel

Auf Borcan, einen mittelgroßen Planeten im unermesslichen Universum, gastierte ein kleiner Wanderzirkus.
Der Direktor war ein sehr dünner, blauer Mann von etwa 2,40m Größe vom Planeten Mersass
auf dem alle Bewohner dünn, gross und blau waren , auch die Frauen.
Seit dem Kontakt mit der menschlichen Rasse hatten sie Kaffee kennengelernt den sie nun literweise tranken, so auch unser Zirkusdirektor.
Im Moment saß er mit einen großen Becher Kaffee an seinen Schreibtisch und war in Tarifverhandlungen mit Garz, einen Trulianer, der ein Kamel trainierte das Flicflac, eine Rolle schlagen und Mundharmonica spielen konnte.
,, Ich finde, du verdienst genug,“ sprach der Direktor und nahm einen großen Schluck
dampfenden Kaffee.
,, Das finde ich nicht“ entgegnete der Trulianer und wackelte mit seinen großen Ohren
,, die kleine Prinzessin mit ihrer blöden Forelle verdient viel mehr !``
,, So viel mehr ist es auch nicht ´´ der Direktor saugte an seiner Tasse ,, und außerdem hinkt
der Vergleich . Die Prinzessin braucht nur eine Kiste zum wohnen und nicht wie du einen
ganzen Wagen und der Forelle langt ein mittelgroßes Aquarium , dein Kamel dagegen braucht
einen Stall. Mehr Gage gibt es nicht !!“
Der Mann von Truli knurrte, rieb sich seine auch nicht gerade kleine Nase und stapfte hinaus.
Der Direktor schenkte sich einen neuen Kaffee ein und lehnte sich behaglich zurück.
Er nahm einen riesengroßen Schluck als es klopfte.
,,Kann man denn nicht mal in Ruhe einen Kaffee trinken `` schnaubte er ,, Herein !``
Ein kräftiger mittelgroßer Mensch trat ein.
,, Einen schönen guten Morgen `` sagte  der.
,,Was kann ich für sie tun ?`` fragte der blaue Mann.
,, Ich suche einen Job .`` entgegnete der Mann ,, mein Name ist Brauner und ich kann ein wenig zaubern und habe das hier .´´ Er griff in seine Hosentasche und holte drei Steine hervor.
Der Direktor sprang auf und schloss alle Rolläden vor seinen drei Fenstern.
,,Sind sie wahnsinnig .´´ stöhnte er und verschüttete fast seinen Kaffee ,, wenn das jemand sieht !´´
Die drei Steine waren Trommid , ein kostbarer Rohstoff, den es im Universum nur auf Borcan gab.
Er gab allen Raumschiffen ihren Antrieb , war fast unbezahlbar und wurde von den
Borcanern strengstens bewacht . Sein Diebstahl kam Frevel gleich und man kam nicht unter
lebenslänglich in den Minen von Borcan davon.
Als im vorigen Jahrhundert die Groraner, ein räuberisches , grausames Volk  den Planeten
Borcan kapern wollte um die Trommidförderrung an sich zu reißen stand das ganze Universum den Borcanern bei und die Groraner wurden verjagt.
Dies geschah damals nicht ganz selbstlos, denn mit Borcan konnte man verhandeln, mit Groran aber nicht.
Der Mensch schnippte mit den Fingern und an der Flamme die zwischen Zeigefinger und Daumen flackerte zündete er sich gelassen eine Zigarette an.
,, Keine Angst,´´ sagte er ,, Vergessen sie nicht, ich bin ein Zauberer .´´
,,Zauberer oder nicht , vergessen sie nicht, wir sind auf Borcan , noch nie hat auch nur ein Gramm Trommid diesen Planeten auf illegale Weise verlassen.´´
,,Es gibt immer ein erstes Mal ,´´ sagte der Mann und blies den Rauch aus,
,,wenn wir halbe halbe machen und ich mit Ihnen zusammen diesen Planeten verlassen kann
sind wir fein raus.´´
,,Wie soll das gehen ,´´ der Direktor verschluckte sich fast an seinen Kaffee , ´´viele haben es versucht, aber alle sind in den Minen gelandet !´´
,, Sie konnten auch alle nicht so gut zaubern wie ich ,´´ der Mensch wirkte sehr gelassen ,, ich mache die Steine unsichtbar.´´
Dem Dirktor stand der Schweiss, blauer natürlich, auf seinen hohen Stirn was aber nicht von den Unmengen Kaffe kam und auch nicht von der Hitze sondern von der gefährlichen Situation.
Sein sonst recht dunkles Blau war ziemlich hell, fast wässrig er war kurz vor einen Kollaps.
Schnell schenkte er sich einen neuen Becher ein und trank ihn auf ex.
Allmählich war er wieder schön blau im kräftigen Ton.
Die finanzielle Lage seines Unternehmens war nicht sehr rosig, die ständige Pendellei zwischen den Planeten war nicht billig, die Vorstellungen oft nur mäßig besucht und er war auch ziemlich ausgebrannt zumal ja auch der immense Kaffeeverbrauch ganz schön ins Geld ging. Nicht immer war der Nachschub problemlos zu organisieren.
Er sehnte sich sehr nach Mersass und seinen blauen Leuten.
,,Okay ,´´ sagte er zu dem Zauberer ,.. zeigen sie mal, was sie könnnen.´´


Kapitel 2

In der Manege probte die Prinzessin mit ihrer Forelle.
Die Prinzessin war sehr klein, etwa 80 cm und sehr sehr niedlich. Sie hatte blondes Haar, sehr feine Gesichtszüge und eine recht kleine , feine Nase. Was ein wenig störte waren ihre Hände, die einen Tick zu groß erschienen. Alles in allem sah man aber, das sie eine Prinzessin war, denn sie strahlte es auch aus.
Ihre Forelle war ihr ein und alles. Sie war fast so lang wie ihre Chefin groß war.
Auf  Strahleschön, ihren Heimatplaneten , hatten die Bewohner und die Forellen ein beinahe inniges Verhältnis. Nie wäre es den Strahleschönern in den Sinn gekommen, die Fische zu essen, wo sie sich doch ausnahmslos vegetarisch ernährten.
Die Forelle konnte wunderschön singen. Sie sang mit so einer Stimme, das das Publikum auf egal welchen Planeten gar nicht mehr hören oder sehen wollte. Alle hatten immer Tränen in den Augen sofern sie dazu fähig waren.
Der dünne blaue Zirkusdirektor und der Zauberer kamen ins Zelt.
,Prinzessin ,´´sagte der Direktor und nahm einen Schluck aus seinen Warmhaltebecher , ,, dies ist Mr. Brauner, er ist Zauberer und unser neuer Kollege.´´
,,Sehr angenehm ,´´ piepste das kleine Mädchen und reichte Brauner ihre etwas zu große
Hand .´´ Ich freue mich , sie kennen zu lernen .´´
..Mich freuds ebenso .´´ Brauner lächelte ,, Welch ein schöner Fisch .´´
,, Nicht nur das, sondern auch mein Freund .´´
Es sah irgendwie so aus, als würde die Forelle den Zauberer zublintzeln.
Der Direktor und Brauner gingen aus dem Zelt und weiter zum Wagen von Garz, dem Trulianer.
Da schönes Wetter war, probte der mit seinen Kamel draußen in Freien.
,, Hi Garz,´´ sprach der blaue Mann und nahm einen großen Schluck Kaffee ,, Darf ich dir
Brauner, den neuen Kollegen vorstellen. Er ist ein Zauberer .´´
Garz schüttelte sich.
Die Trulianer sind nicht sehr groß, dafür aber unglaublich breit mit sehr kurzen Beinen und einen sagenhaft großen Kopf. Dies drängte den Schluss auf das hier eine Menge Intelligenz im Spiel ist. Das aber war jedenfalls im Bezug auf Garz nicht der Fall.
Man durfte ihn aber trotzdem nicht unterschätzen.
,, Ich war der Meinung,´´ sagte er , ,, wir hätten nicht genug Geld, stellen aber neue Leute ein.´´
Er warf  Brauner einen schrägen Blick aus seinen dunklen , senkrecht stehenden Augen zu.
,, Nichts für ungut.´´
Damit drehte er sich um und befasste sich wieder mit seinen Kamel.
Die Kamele auf Truli hatten drei Höcker , einen langen, behaarten Schwanz und riesige Ohren.
Ihre Beine waren wie bei den recht humanuiden Bewohnern von Truli auch sehr kurz ,so das sich die Ohren des Tieres ungefähr auf Kopfhöhe mit seinen Trainer befanden.
Der Trulianer rief alleo und das Kamel schlug zwei perfekte Flicflacs.
Danach grunzte der vierschrötige Mann und das Tier machte eine Rolle vorwärts.
Der Mann von Truli zog eine Mundharmonika aus der Tasche und steckte sie dem Kamel ins Maul. Sofort fing das Tier an das Lied vom Hamburger Veermaster zu spielen.
Das klang sehr schön und auf einmal fing die Forelle im Zelt an , dazu zu singen.
,,Ick hepp mol nen Hamburger Veermaster sehn, tomeihode , tomeihode.´´
Der Trulianer regte sich auf.
Die Wesen dieses Planeten waren die einzigen im Universum, die bei dem Forellengesang nicht gerührt waren.
,, Ich will nicht ,´´ brummte er ,,,dass das Schuppenviech meine Nummer stört !´´
,, Meine Forelle reagiert aber sofort auf schöne Musik .´´ klang das Stimmchen der Prinzessin aus dem Zelt.
,, Noch einmal und ich brat sie mir zu Mittag ,´´ gröhlte Garz.
Aus dem Zelt hörte man leises Schluchzen.
,, Leute ,vertragt euch ,´´ ordnete der Direktor an und schüttete einen großen Schluck Kaffee in sich hinein.


Kapitel 3

Am Abend war Vorstellung.
Das Zelt war nahezu ausverkauft. Man musste auf jeden Planeten den anatomischen
Eigenheiten der jeweiligen Gastgeberrasse Tribut zollen und die Sitzgelegenheiten den
Zuschauern anpassen.
Auch hier hatte der dünne, blaue Direktor einen örtlichen Eventausrichter mit der Errichtung der Tribünen beauftragt.
Die einzelnen Sitze waren wannenförmig weil die Bewohner Borcans sich fortbewegten ähnlich Robben auf der Erde.
Den Anfang machten die vier Clowns vom Planeten Massolda. Sie tollten umher machten Tricks und andere Späße was mit ihren fast runden Körpern witzig aussah.
Das Publikum bellte und pfiff vor Begeisterung.
Danach kam die Prinzessin mit der Forelle und diese sang so wunderschön, das nicht nur die
Borcianer hin und weg waren. Dies lag nicht nur am Forellengesang sondern auch die zierliche Prinzessen war für die eher plumpen Zuschauer eine Attraktion.
Nach ihr hatte Brauner seinen ersten Auftritt.
Allein die Tatsache, dass hier auf diesen Planeten so gut wie nie Menschen zu sehen waren,
verschaffte ihn schon einen Bonus.
Und dann konnte er auch noch so zauberhaft zaubern, wie man es nicht nur hier noch nie gesehen hatte. Also war sein Auftritt ein voller Erfolg und auch der blaue Mann mit seinen Kaffeebecher hinterm Vorhang war sehr zufrieden.
Als dann der Honturische Dompteur mit seinen fünf riesigen Raubtieren und nicht zuletzt
Garz mit dem Kamel kamen und die Clowns die Vorstellung abschlossen war die Sache sehr erfolgreich zu Ende gegangen und die Zuschauer robbten begeistert nach Hause.
Der dünne blaue Direktor nahm einen Schluck Kaffee und wenn da nicht das Trommid gewesen wäre was ihm doch sehr auf den Magen drückte hätte er dieses alles ein wenig ruhiger betrachten können.
Kapitel 4


In dieser Nacht, einer Nacht die wie alle Nächte auf Borcan etwa vierundzwanzig Stunden dauerte, saßen der dünne, blaue Direktor , Brauner und die Prinzessin im Wagen des
Zirkuschefs.
Morgen sollte es weitergehen nach Hamsten, der Hauptstadt Borcans , wo es einen Raumflughafen gab von dem man mit dem ganzen Tross auf einen Raumfrachter der
Surbaner nach Hellimraum , einen Planeten sehr friedlicher Bewohner ,
starten wollte. Dieser Flug würde etwa zwei Wochen dauern.
Der Direktor nahm einen Schluck Kaffee, räusperte sich und sagte in Richtung Brauner
:,, Wie deichseln wir es ?´´
Sie waren zu dem Entschluss gekommen, die Prinzessin mit einzuweihen.
Der Wert dieser drei Steine hätte zehn verschiedene Lebensformen bis ans Ende
sozusagen steinreich gemacht.
,, Meine Idee wäre, ich kann das Trommid für etwa zwanzig Minuten verschwinden , ich meine unsichtbar werden lassen ,´´ sprach Brauner.
,, Das wird nicht viel nützen .´´ Der blaue Mann brütete über seinen dampfenden Becher.
,,Die Borcaner haben Ortungsgeräte , um den Schmuggel zu unterbinden .´´
Die Prinzessin meldete sich: ,, Orten die Geräte die Steine auch unter Wasser ?´´
,, Das weiss ich auch nicht .´´ Der Direktor nahm einen tiefen Schluck.
Brauner strich sich durchs Haar ,, Lassen wir es darauf ankommen , oder pfeiffen wir auf die Steine ?´´
,,Ich denke mal.´´sagte die Prinzessin :,, Wenn der Zauberer sie unsichtbar macht und wir es in der vorgegebenen Zeit schaffen , können sie ja orten was sie wollen.´´
,,So oder so, die Sache ist sehr gefährlich !´´ Der Zauberer war sich gar nicht mehr so sicher.
,,Aber, wir riskieren es ,´´ beschloss der dünne blaue Mann von Mersass  und besiegelte den
Plan mit einen besonders großen Schluck Kaffee.


Kapitel 5


Am nächsten morgen ging es los.
Der Zirkus wurde in Containern verpackt und auf Schwebeplattformen verladen.
Im Grunde war die Verpackung von den Artisten und ihren Nummern nicht sonderlich schwer,
wären da nicht der Honturische Dopteur mit seinen fünf monsterhaften Raubtieren.
Diese konnten nicht zusammen eingesperrt werden, da sie sich gegenseitig zerfleischt hätten.
Einzig die Autorität ihres Meisters verhinderte, dass sie es während der Vorstellung taten.
So aber war ihre reisebereitmachung eine logistische Meisterleistung ersten Ranges.
Die Prinzessin fuhr mit der Forelle in einen eigenen Container , der mit einen Frischwassertank bestückt war.
Frischwasser hatte auch der Direktor damit er immer frischen Kaffee kochen konnte.
Brauner reiste bei ihm mit.
Die Fahrt nach Hamsten dauerte etwa zwei Stunden.
Je mehr die Plattfomen sich den Raumflughafen näherten, desto größer wurde die Anspannung.
,, Mein Gott, hoffentlich geht’s gut,´´ stöhnte der Zauberer.
,, Ich weiss nicht, warum ich mich auf einen solchen Wahnsinn einlasse,´´ sagte der dünne ,blaue Mann und nahm einen mundvoll Kaffee.
,, Doch weil es sich sehr lohnt ,´´ entgegnete Brauner.
Sie erreichten den Raumhafen und standen kurz vor der Kontrolle.
,, Jetzt gilts ,´´ sprach der Zauberer entschlossen und begab sich zur Prinzessen.
Dort legte er die drei Steine zu der Forelle ins Wasser und murmelte einen Zauberspruch.
Augenblicklich verschwand das Trommid und nur die Steine, die sowieso im Becken waren ,
konnte man noch sehen.
,, Jetzt läuft die Zeit ,´´ sagte Brauner zu der etwas blassen Prinzessin.
,, Wird schon schief gehen,´´ piepste die und fuhr sich mit ihrer etwas zu großen Hand durchs Haar.
Die Kontrolle der Borcaner zog sich quälend lange hin.
Als der Container der Prinzessin an der Reihe war, hielten sie, der dünne blaue Mann mit den Kaffeebecher und der Zauberer den Atem an.  
Der
Nichts geschah.
Der Raumfrachter der Surbaner war riesig. Ihre Quartiere angenehm ausgestattet, was auf Frachtern nicht immer der Fall war.
Die Prinzessin hatte das Aquarium mit der Forelle mit in ihren Raum geholt.
Brauner und der Direktor gingen zu ihr.
Das Schiff war inzwischen gestartet und unsere Freunde waren sehr erleichtert.
,, Welch ein Kinderspiel ,´´ jubelte der Zauberer.
,, Dann machen sie die Steine mal wieder sichtbar ,´´ forderte der blaue Mann Brauner auf.
,, Das brauche ich gar nicht , die zwanzig Minuten sind gleich rum ,´´ entgegnete der und alle drei starrten gespannt auf das Aquarium, in dem die Forelle eigentümlich unruhig herumschwamm.
Nichts geschah.
,, Was ist los,´´ fragte die Prinzessin,´´´so habe ich meinen Fisch noch nie erlebt.´´
,, Die Zeit ist rum, warum sehen wir sie nicht.´´ Der dünne Direktor rutschte nervös auf seinen Stuhl herum und trank was ?  Kaffee !!!
,,Ich verstehe das nicht.´´ Brauner war auch nicht gerade der entspannteste.
,, Die Zeit ist rum . Ich sprech mal die Zauberformel.´´
Er murmelte ein paar Worte, die keiner verstand.
Nichts geschah.
,, SIE SIND WEG !!!´´


Kapitel 6


Der Trulianer Garz saß in seinen Quartier und grinste von einem Ohr zum anderen.
Vor sich etwa zehn Steine wovon drei das Trommid waren.
,, Mich könnt ihr nicht zum Besten halten,´´ lachte er.
Mit seinen außerordentlich guten Ohren hatte er aus einiger Entfernung das Gespräch zwischen den drei Schmuggler belauscht.
Er war nach der Zollkontrolle der Borcaner in den Container mit der Forelle geschlichen und mit seinen auch sehr scharfen Augen gesehen, wo vor kurzem die Lage der Steine auf dem Grund sich verändert hatte.
So brauchte er nur auf gut Glück eine handvoll herauszufischen.
Einzig die Forelle spielte etwas verrückt.
,,Wir sehen uns noch ,´´ hatte Garz geknurrt und sich die Lippen geleckt.
,, Jetzt kann mir nur noch das Schuppenviech gefährlich werden,´´ dachte Garz.
Wie gesagt, man durfte ihn nicht unterschätzen.
Er ging zu seinem Kamel und kraulte es am Kopf.
,,So, mein Guter, jetzt musst du etwas steiniges essen.´´
Er wickelte die Steine in Stroh ein und steckte das Bündel dem Tier in das Maul.
Brav schluckte das Trampeltier alles runter.
Er ging zurück auf seine Kammer.
,, Heute Abend gibt es lecker Fisch ,´´ Dem Trulianer lief das Wasser im Mund zusammen
,,dann schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Forelle kann mich nicht mehr verraten und ich brauche mir den Surbanischen Schlangenfrass nicht anzutun .´´
Er lehnte sich gemütlich zurück und steckte sich ausgiebig.
Er war sehr zufrieden.


Kapitel 7


Beim Direktor herrschte sehr gedrückte Stimmung.
,,Ich werde wahnsinnig,´´ der Zauberer rannte wie ein Tier im Käfig hin und her,´
,,wie kann das angehn.´´
Die Prinzessin sah auch nicht sehr fröhlich aus :,, Irgend was hat meinen Fisch aufgeregt.´´
,, Aber was ?´´ Der dünne blaue Mann trank etwas Kaffee , ,, Oder, aber wer?´´
,,Ich kann es nicht fassen ,´´ sagte Brauner :,, wie gewonnen, so zerronnen .´´
Die Prinzessin blickte traurig :,, Ich geh in meine Kabine .´´
Als sie weg war mutete der Direktor :,, Ob sie da ihre etwas zu großen Finger im Spiel hat ?´´
Brauner war sich nicht ganz sicher:,, Ich glaube aber nein .´´
,,Nur weil sie so niedlich ist, heisst es nicht, dass sie nicht der Macht des Geldes unterliegen
kann. Sie braucht ja nur zur richtigen Zeit am rechten Ort gewesen zu sein !´´
,,Möglich ist alles .´´ Der Direktor trank Kaffee.
In diesen Moment flog die Kabinentür auf: ,, Mein Fisch ist weg!!´´
Das kleine Mädchen war völlig außer sich.
,,Der Fußboden um das Aquarium ist nass und kein Fisch mehr da.´´
Der dünne blaue Direktor streckte sich und sagte :,, Ich lasse Alle in die Mensa kommen.´´
Er ging ohne einen Schluck Kaffee zu nehmen auf die Brücke des Raumfrachters und bat den surbanischen Kapitän , der mit Goldstaub und Flitter in seinen zwei Nasen und vier Ohren sehr kriegerisch aussah , darum, eine Durchsage an sein Team machen zu dürfen.
,, Aber selbstverständlich.´´ Der sehr große Kapitano grinste:,, Ist was passiert?´´
,, Bei so einer Zirkushorde passiert immer was.´´ Der blaue Direktor hätte jetzt gerne einen Schluck Kaffee gehabt.
,,Ich möchte das gesamte Zirkusteam in zehn Minuten in der Messe sehen!´´
Der Direktor sprach die Worte in ein riesiges Mikrofon, dass der Surbaner ihn hinhielt.
Der dünne blaue Messaner bedankte sich höflich und eilte zurück in seine Kabine.
Dort saß in Tränen aufgelöst die kleine Prinzessin. Brauner wusste nicht so recht, wie er sich verhalten sollte :,, Wir finden deinen Freund schon wieder.´´
,,Was nützt das,´´ weinte das kleine Mädchen :,, Sie braucht doch ihr Wasser!´´
,,Wer ist zu so etwas fähig?,´´ sann der blaue Mann und trank einen großen Schluck Kaffee.
,,Das kriegen wir raus,´´ sagte grimmig der Zauberer aber die kleine Prinzessin war nicht zu trösten.


Kapitel 8


In der Messe hatten sich alle versammelt.
Die vier massoldanischen Clowns, der verwegene honturische Dompteur, der grimmige Garz, der allerdings im Moment gar nicht so grimmig aussah , die weinende Prinzessin mit roten Augen , die fünf ebenfalls honturischen Arbeiter , Brauner , der Zauberer und der dünne blaue Zirkusdirektor mit einem Becher in seiner Hand .
Er nahm einen Schluck und sagte mit ungewohnt scharfer Stimme :,, Kinder, es ist unglaubliches geschehen.´´
Alle sahen ihn an. ,, Die Forelle unserer Prinzessin ist verschwunden .´´ Er holte tief Luft und sah einen nach dem anderen an.
Als er den Arbeiter misstrauisch in die Augen sah, pulte sich Garz unbeobachtet eine Gräte aus den Zähnen.
Das gesamte Team beteuerte , nichts davon zu wissen und wie schändlich diese Tat doch sei.
So sehr der Direktor auch forschte, es war nichts zu erfahren.
Mit den Worten :,, Wenn jemand etwas erfährt so fordere ich ihn auf , mir sofort Bescheid zu geben.´´ entließ er seine Leute.
Auch beim herausgehen sah er allen noch mal tief in die Augen, so auch Garz aber der ließ sich nichts anmerken .
Die Prinzessin war weinend an ihm vorbei gegangen. Nichts und niemand konnte sie trösten.
Der Zauberer wandte sich an den blauen Mann :,, Ich gehe in mein Quartier. Der Flug dauert zwei Wochen und wir werden die Wahrheit herauskriegen.´´
,, Ich hoffe es.´´ murmelte der dünne Direktor.


Kapitel 9

Brauner lag auf seinen sehr großen Bett .
Er hatte erst nicht einschlafen können. Danach träumte er einen eigenartigen Traum.

Der Zauberer stand auf der Erde vor einem Haus.
Im Haus machten Paare auf manch einer Etage bei lauter Liebe Kinder während an der gelben Fassade ein Gerüst acht Lagen hoch in die Luft gebaut wurde.
Währenddessen mussten, weil die Türen aus Holz sein sollten, Vögel von ihren Bäumen vertrieben werden, dass die Federn flogen.
Durch die Bleiglasfenster fiel je nach Tageszeit Licht oder auch keins von draußen ein.
In jeder Tür war ein Schloss mit einem Graben voll Wasser drum rum.
Aus diesen Gräben sprangen lustig Forellen hin und her.
Luftig war es bei Wind auf dem roten Ziegeldach.
Zum Schluss fiel das Haus aus dem Rahmen mit dem Bild einer schönen Frau.
Ein Kamel trampelte um den Rahmen herum. Die Reste vom Haus sahen aus wie zerstossenes Trommid. Trommid ließ sich nicht zerstossen , das wusste auch der träumende Brauner.
So konnte nur ein Magier träumen.
Brauner wachte schweissgebadet auf.
Diesen wirren Traum konnte er nicht deuten. Er schob es auf die lange Abwesenheit von seinen Planeten.
Der Zauberer überlegte hin und her.Was war geschehen, nachdem er die Steine ins Aquarium
der Forelle selig gelegt und unsichtbar gemacht hatte.
Sie hatten sich zu sehr auf die Zollaktion auf Borcan konzentriert und viel zu wenig auf das Becken geachtet.
Es nützte alles nichts, die Steine waren weg . Die Träume von einen sorglosen Leben geplatzt.
Er ärgerte sich sehr und ging zur Kabine des Direktors.




Kapitel 10


Einer der Arbeiter von Hontur war damit beschäftigt, den Bordstall des Kamels zu reinigen.
Garz ließ ihn nicht aus den Augen.
Der Mann harkte das Stroh zusammen. Es gab ein hartes Geräusch. Mehrere Steine
befanden sich unter einer Lage von der Streu.
,,Nanu ,´´ wunderte sich der Arbeiter , ,,Was ist das?´´
,,Was kümmerts dich,´´ Garz lief es heiss und kalt den breiten Rücken runter .
,,Das sind doch Steine aus dem Aquarium der Forelle!´´
,, Unsinn ,´´ Garz war gar nicht wohl zumute ,´´ diese Steine gebe ich meinen Kamel zur
Verdauung, dieser Raumfrass schlägt ihm auf den Magen.´´
,,Solche Steine ja wohl noch viel mehr .´´ Der grosse Honture war nicht dumm ,: ich werde mal unseren Direktor informieren !´´
Der Gedanke an eine Belohnung reizte ihn. Als einfacher Arbeiter verdiente er nicht sehr viel.
,, Warte, Freund ,´´ Garz wurde freundlicher , weil der Honture ihn auch an Kräften überlegen war.
Der knurrte :,, Ich bin nicht dein Freund !´´
Garz fasste einen Entschluss :,, Hör mir zu , ich habe etwas ,was ich mit dir teile, wenn du den Mund hälst .´´
Der Trulianer dachte sich:,, Ich muß mich anstrengen, damit er mir überhaupt glaubt, denn noch ist das Trommid ja in meinen Kamel. Wenn ich ihn hoffentlich überzeugt habe kann ich immer noch zusehen, wie ich ihn loswerde.
Wie gesagt, Garz war nicht der Hellste sonst hätte er aufgepasst, dass der Honture die Aquariumsteine erst gar nicht sieht.
Der Honture hatte ganz andere Gedanken :,, Was will der von mir? Warum hat er die Forelle verschwinden lassen? Die süsse Prinzessin tut mir leid. Sie ist immer nett und freundlich im Gegensatz zu dem Spinner Garz.´´
Die Honturaner sahen zwar nicht so aus, aber sie hatten ein Auge für schöne Wesen und Dinge.
Garz schwitzte :,, Hör mir zu. Ich habe zwei Steine Trommid und gebe dir einen ab.´´
Der Arbeiter wurde hellhöhrig :,, Trommid !! Wie schafft einer wie du so etwas wertvolles von Borcan fort zu schaffen?´´
,,Eben im Aquarium ,´´ Garz bekam Oberwasser  :,, Und weil die dusslige Forelle verrückt spielte, musste sie eben dran glauben.´´
,, Ich will es sehen !´´ Der Hüne war interessiert.
,,Da musst du noch etwas warten, denn jetzt sind die Steine in meinen Kamel.´´
,, Willst du mich auf den Arm nehmen, dafür bist du Zwerg zu klein .´´ Der Honture glaubte Garz kein Wort.
Der Trulianer erzählte hastig, wie die ganze Sache abgelaufen war.
,,Ich dachte mir schon, dass so ein Ding nicht auf deinem Mist gewachsen ist. Wann kommt der Schatz wieder zu Vorschein?´´
,, Woher soll ich das wissen ,´´ sagte Garz denn der Arbeiter durfte ja auf keinen Fall dabei sein, wenn das Trommid wieder aus dem Kamel herauskam.
,,Du sagst mir sofort Bescheid, wenn es soweit war.´´
Garz versprach es ihm und mit der Mahnung :,, Und kein Wort zu niemand .´´ verlies der Honture den Stallraum des Kamels.




Kapitel 11

In der Kabine des Kaffee trinkenden , dünnen, blauen Direktors herrschte bedrücktes Schweigen.
Brauner rauchte und zermarterte sich den Kopf.
Der Mann von Mersass ließ fast den Kaffee kalt werden.
Wer kam nur für den Diebstahl in Frage ?
Wer hatte die Forelle entführt und warum ?
Wußte derjenige vom Trommid oder hatte er nur Hunger gehabt.
Und wo war das Trommid ?
Keiner der Beiden hatte eine Antwort auf diese Fragen .
,, Können sie nicht mit ihrer Zauberei eine Lösung herbeiführen ?´´ fragte der Direktor den Zauberer.
,,Leider nein .´´ antwortete dieser:,, wir können nur abwarten .´´
,, Unser Flug nach Hellimraum dauert noch fast zwei Wochen. Vielleicht kommen wir ja dahinter.´´
,,Mir tut nur die Prinzessin leid. Ohne die ganze Aktion wäre ihre Forelle noch an Leben!“
,, Sie hat ja auch mit gemacht .“ Der blaue Mann trank seinen lauwarmen Kaffee und schüttelte sich.
,, Wir hätten besser aufpassen müssen !´´ Brauner drückte seine Zigarette aus:
,,aber hätt der Hund nicht usw. Wir waren  einfach zu dumm.“
Sie sahen sich an und grübelten und kamen doch zu keinem Ergebnis.
Wenn sie sich mehr auf den hinterlistigen Garz konzentriert hätten dann…
Aber wie sollten sie das wissen und wie gesagt: hätt der Hund nicht usw.
Es klopfte und die kleine Prinzessin kam herein.
Sie sah tieftraurig aus. Die Ungewissheit über das Schicksal ihrer Freundin ließ ihr keine ruhige Minute.
In der Prinzessin, diesen kleinen Wesen, schlummerten Kräfte , die dem Täter einen Schauer über den Rücken würden laufen lassen.
,,Was soll ich noch in diesem Zirkus,´´ sagte sie mit leiser Stimme :,, Ich bin allein und kann nicht viel.´´
,,Meine Süße ,´´ der blaue Direktor suchte nach Worten :,, für dich wird hier immer ein Platz
sein und wir werden diese Freveltat aufklären und den Übeltäter seiner gerechten Strafe zuführen.´´
Der Zauberer war beeindruckt. Dieses kaffeesüchtige, dürre blaue Wesen bewies Tiefe und wurde ihm immer sympathischer.
,Kleine Hoheit,´´ Brauner war mehr ein Mann der Tat,´´ auch wenn es dich nicht tröstet, wir werden mit Strahleschön in Kontakt treten und dir eine neue Forelle besorgen.Ich denke doch, dass dies auch im Sinne unseres Direktors ist.´´
Dieser nickte und trank einen Schluck.
Die Prinzessin reichte beiden ihre etwas zu große Hand :,, Ich weiss ja, dass sie es gut mit mir meinen. Danke sehr.´´
Kapitel 12


Garz ließ Stallraum sein Kamel nicht aus den Augen. Er war hier mehr auf als in seinen Quartier weil er dem honturischen Arbeiter nicht traute.
Garz traute niemanden.
Der Stallraum war sehr groß wie alles auf diesem Frachter.
Ganz hinten in einer anderen Ecke rumorten die vier riesigen honturischen Raubtiere in ihren Käfigen. Die waren ihm unheimlich und er hielt sich fern von ihnen.
Das Kamel schüttelte sich und es war soweit: Das Trommid und einiges Anderes kam zum Vorschein.
,,Braves Tier,´´ er klopfte dem Kamel den Hals.´´ ich wusste, auf dich kann ich mich verlassen.´´
Hastig sammelte er die wertvollen Steine in ein Tuch. Er musste jetzt schnell handeln und einen Trommidstein in Sicherheit bringen.
Garz eilte in seine Kabine und versteckte einen der Steine in seinen Arbeitsstiefel.
Dann ging er zurück in den Stallraum und überlegte, wie die Sache weiter zu gehen hatte.
Er dachte nicht im Traum daran, mit dem Honturen zu teilen!
,,Ich muß ihn töten, es geht nicht anders, aber wie?´´
Der Arbeiter war ihm kräftemäßig  überlegen.
Garz bewaffnete sich mit einen langen Messer und eilte in die Messe.
Hier saßen die vier Arbeiter und der Dompteur zusammen. Da sie alle von einen Planeten stammten verbrachten sie auch viel Zeit zusammen.
Der Trulianer nahm sich ein Wasser , blinzelte seinen honturischen Mitwisser zu und ging wieder.
Dieser hatte es auf einmal eilig.
,,Ich geh mal nach den Tieren sehen,´´ sagte er zu seinen Leuten und eilte aus dem Raum.
Im Stallraum stand Garz bei seinem Kamel.
,,Gut, dass du kommst,´´ empfing er den Honturen mit blumigen Worten :,, Ich habe etwas für dich.“
Neugierig beugte sich der Arbeiter vor. Der Trulianer hielt ihm seine offene Hand hin darauf
ein Stein Trommid.
,,Für dich,“ säuselte Garz,“ damit brauchst du nie wieder zu arbeiten.“
Schnell nahm der Honture den Schatz. Er war zufrieden und sah sich schon auf Hontur in seinem großen Haus residieren.
,,Gut,“ sprach er,“ wir haben jetzt nichts mehr miteinander zu schaffen.“
Der Trulianer nickte. Der Arbeiter steckte das Trommid in seine Tasche und drehte sich um.
Als er ihm den Rücken zuwandte, zog Garz das Messer und rammte es in den Mann hinein.
Mit einen Stöhnen und verdrehten Augen fiel der Arbeiter hin, zuckte und starb.
Garz stieß ihm seine Stiefelspitze in die Seite, der große Mann rührte sich nicht mehr.
Der Trulianer nahm dem Toten das Trommid wieder aus der Tasche.
Jetzt musste er schnell handeln , jeden Moment konnte einer der Arbeiter hereinkommen, um nach seinen Kumpel zu sehen, schließlich waren die Käfige der honturischen Monster noch zu machen und er musste ja auch noch den toten Körper loswerden.
Mit ächzen und stöhnen schleifte er den Toten in die andere Ecke zu einen der Käfige.
Das riesige Untier darin beobachtete ihn misstrauisch.
Garz öffnete die Futterlucke und wuchtete den schweren Mann hinein.
Das Riesentier schnaubte und brüllte und nahm keine Notiz von den Toten sondern nur von Garz.
Der wurde langsam immer hektischer. Er zog das Messer und versuchte, durch das Gitter den toten Honturen anzuschneiden, um es dem Monster schmackhaft zu machen.
Diese Raubtiere, die vor nichts und niemanden Angst hatten, bewiesen ihren Dompteur grossen Respekt. Der tote Arbeiter war wie der Trainer Honture und deshalb mochte dieses riesige Tier auch nicht anfangen zu fressen.
Der Trulianer schnitt und sägte an den Bein des toten Körpers. Langsam begann etwas von dem blassgrünen Blut des Mannes auszutreten.
Das Monster nahm sofort die Witterung auf. Es war hin und her gerissen vom Hunger und der Angst vor seinen Dompteur.
,,Blödes Viech, fang endlich an zu fressen.“ Garz schwitzte und die Zeit wurde knapp. Jeden Augenblick konnte jemand hereinkommen.
Die Riesentiere und auch sein Kamel waren unruhig und vollführten ein unglaubliches Spektakel.
Knacks machte es und mit einen einzigen Haps hatte das Monster den Mann verschlungen.
Nur etwas von seinen blassgrünen Blut war noch auf den Käfigboden zu sehen.
Tschsch machte es und die Tür des Stallraumes glitt auf.
Zwei Arbeiter kamen herein. Garz gefror das Blut.
,,Wo ist unser Kumpel?“ Mit diesen Jungs war nicht zu spassen.
,,Hier nicht.“ Die Stimme des Trulianers zitterte leicht.
,,Das sehen wir selbst, die Frage war auch: wo ist er denn er wollte nach den Tieren sehen.
Warum sind die so aufgeregt?“
,,Was weiss ich , ich wollte nur mal sehen, ob alles klar ist, deshalb bin ich hier.“
Ihm wurde heiss und kalt.
,,Du Penner stehst bei unseren Tieren, kümmere dich lieber um dein Kamel.“
Sie kamen näher, hoffentlich sahen sie das Blut nicht.
Garz warf schnell Stroh in den Käfig.
,,Was soll das, du brauchst nicht unseren Job zu machen.“
,,Ich wollte nur behilflich sein.“ Er brachte die paar Worte vor Aufregung kaum heraus.
,,Geh zu deinen eigenen Tier. Komm , ,,sagte der Eine zu seinen Freund,:,, Wir sehen in der Kantine nach, vielleicht ist er ja da.“
Garz war erleichtert.
,,Glück muss der Trulianer haben,“ dachte er bei sich,, Die hätten mich kalt gemacht.“



Kapitel 13

                                                   SHOWDOWN

Die Aufregung an Bord des surbanischen Raumfrachters war groß.
Nach der Forelle und den Steinen ( was nur die Eingeweihten wussten) war jetzt auch der honturische Arbeiter spurlos verschwunden.
Der Kapitano des Schiffes hatte dem dünnen blauen Direktor unmissverständlich klargemacht,
sollte noch etwas passieren, würde nie wieder ein surbanisches Raumschiff diesen Zirkus transportieren.
Dies wäre schlimm gewesen denn die Frachtarife der Surbaner lagen weit unter denen anderer
Raumfahrtnationen.
,,So ein Zirkus ,“ hatte er geschimpft und gar mehr nicht gegrinst, ,,So bald es um Leben und nicht nur um Forellen geht hört der Spaß auf.“
,,Sie war mir ans Herz gewachsen,“ hatte die Prinzessin eingeworfen.
Selbst der raubeinige Kapitano schmolz beim Anblick des Mädchens dahin.
,,So habe ich es nicht gemeint ,“ lächelte er den kleinen Sonnenschein an und legte seine große Hand auf ihre Schulter.
Die surbanischen Sicherheitsleute hatten das Riesenschiff  bis in den hintersten Winkel durchkämmt und natürlich keine Spur von dem Arbeiter gefunden.
Es war ein Rätsel und der Kapitano, der immer alles an Bord unter Kontrolle, hatte war nicht begeistert.
In den etwas zu großen Händen der Prinzessin war selbst dieser harte aber doch auch sehr gerechte Raumfahrer zu Wachs geworden.
Eine Woche war bereits vergangen und wenn man aus den Fenstern des Raumfrachters schaute, sah man, das der Planet Hellimraum seinen Namen alle Ehre machte.
Strahlend türkis und wunderschön war er auch jetzt schon zu erkennen.
Garz hatte die wertvollen Steine immer noch aufgeteilt, nämlich zwei in seiner Tasche und einen jetzt in seinen Schrank unter seinen Arbeitssachen.
Dies erschien ihn sicherer als alle an einen Platz zu verwahren.
Er war bei seinem Kamel und striegelte es.
,,So, mein gutes Tier,“ sagte er kraulte es hinter seinen großen Ohren, ,, wenn alles klappt, gehen wir beide zurück nach Truli und haben ein feines Leben.“
Das Tier wedelte mit den Ohren und scharrte mit den Hufen als ob es ihn verstanden hätte.
Die Tür glitt auf und Brauner kam herein.
,,Na, Garz, alles klar ?“ fragte er den Trulianer.
,,Was soll nicht klar sein ?“ entgegnete dieser misstrauisch.
,,Gar nichts, aber hast du ein Taschentuch für mich, mir läuft die Nase.“
Garz griff in seine Tasche und wollte ein Tuch heraus holen , dabei fiel einer der Trommidsteine mit heraus.
Plank machte es auf dem Boden.
Hastig bückte Garz sich und steckte den Stein wieder ein.
Brauner blieb die Spucke weg:,, Ich habe es geahnt dass du deine schmutzigen Finger mit im Spiel hast. Was hast du mit dem Arbeiter angestellt? Gib mir die Steine, sie gehören dem Direktor  , der Prinzessin und mir:“
Garz rannte in Richtung der Käfige mit den Monstern.
,,Die bekommst du nicht wieder,“ keuchte er im Laufen.
Der Zauberer raste hinter dem Trulianer her.
,,Das werden wir ja sehen,“ atemlos kamen beiden bei den Käfigen an.
Der Plan von Garz war einfach: Er wollte den Menschen bei den Raubtieren haben und dann einen der Verschläge öffnen.
Das Monster würde herauskommen , den Zauberer fressen und er, Garz, in den Käfig springen und die Tür von innen zuziehen.
Soweit der Plan.
Der Trulianer zog den Riegel fort und die Tür schwang auf. Brüllend sprang das riesige Raubtier aus seinen Käfig.
Laut Plan wollte der Mann von Truli jetzt hinter dem Tier in den Verschlag springen.
Er schoss los, stolperte über seine eigenen Beine und fiel dem Monster in den Rücken.
Verdutzt drehte die Bestie sich um, sah den Trulianer , packte ihn am Bein und warf den Mann in die Luft.
Garz schrie und zappelte . Das Tier sperrte sein Riesenmaul auf und er fiel direkt hinein.
Das Monster schnappte zu und der Trulianer war verschwunden.
Brauner war das alles viel zu schnell gegangen. Er stand jetzt direkt bei dem Tier und zitterte vor Angst. Das Monstrum war mit seinen Rachen eine Handbreit vor dem Kopf des Menschen.
Ungläubig wegen so viel Nahrung schnaubte es den Zauberer an.
Der hatte mit dem Leben abgeschlossen und eine alte Weise kam ihm in den Sinn:
                                                     
                                                     

                                                      Findet den Weg
                                                      Seid stets bereit
                                                      Der Sarg ist gehobelt
                                                      Es ist an der Zeit
                                                      Der Tod der sich freut
                                                      Kommt unter die Leut
                                                      Jetzt ist es soweit


Das Monstrum sperrte seinen Rachen auf. Sein stinkender Atem wehte Brauner ins Gesicht.
,,Ade, schönes Leben,“ dachte er.
,,Ruhig, ruhig ,“ ein zartes Stimmchen erklang. Die Prinzessin war hereingekommen.
Das wilde, wilde Monster wurde ganz still. Das Mädchen berührte es mit ihrer etwas zu großen Hand und führte das riesige Tier wieder in seinen Käfig.
Sie verschloss die Tür.
Brauner konnte das alles nicht glauben.In Angesicht des sicheren Todes hatte er sich verloren geglaubt und dann kam so ein kleines Mädchen und alles war anders.
,,Danke, meine Süße,“ sagte er immer noch etwas außer Atem, ,, Das war im letzter Sekunde.“
,,Wir wissen eben, mit Tieren umzugehen. Sein sie groß oder klein, trocken oder nass,“ sprach sie.
Die Tür des Laderaumes glitt auf und surbarische Security, der dünne blaue Direktor mit Kaffeebecher und ein grimmig blickender Kapitano kamen herein.
Sein Goldstaub und Flitter funkelten und seine Augen blitzten.
,,Ich hatte hier mehr Chaos erwartet. Was ist geschehen?“
Die Prinzessin lächelte ihn an :,, Alles in Ordnung, Herr Kapitän.“
,,So, so ,“ sprach dieser, ,, Wenn du es sagst, muß ich es glauben. Unser Flug ist in knapp einer Woche vorbei und dann bin ich froh, euch los zu werden. Was natürlich nicht für dich gilt ,meine süßeste aller Süßen,“ sagte er in Richtung Prinzessin.



Kapitel 15


In der Kabine des blauen Direktors erklärte Brauner seinen beiden Mitwissern was geschehen war.
,,Unglaublich,“ sagte der Chef des Ganzen und trank einen besonders großen Schluck Kaffee,
,,Was war dieser Garz bloß für ein niederträchtiges Wesen. Für so hinterlistig hatte ich ihn nicht gehalten. So intelligent war er nicht. Wie viel Steine sind denn in dem Tier verschwunden?“
,, Ich weiß es nicht genau,“ erwiderte der Magier, ,, gesehen habe ich nur einen.“
,, Wir können ja sein Quartier durchsuchen ,“ schlug die kleine Prinzessin vor.
Das taten sie und in einen Schrank mit Arbeitssachen entdeckten die Drei den Trommidstein,
den der Trulianer dort placiert hatte.
,, Im Grunde reicht das für uns drei,“ freute sich Brauner, ,,dafür bekommen wir ein hübsches Sümmchen, so dass wir uns finanziell keine großen Sorgen mehr zu machen brauchen.“

,, Was machen wir mit dem Kamel ?“ fragte der Direktor und nahm einen Schluck.
,,Darum kümmere ich mich,“ die kleine Prinzessin war voller Wärme, ,,das arme Tier kann nichts für seinen miesen Chef.“
Und so geht diese kleine Geschichte hin zu einen guten Ende.
Auf Hellimraum bekamen sie einen guten Preis für ihr Trommid.

Vier honturische Arbeiter glaubten ihren Augen nicht zu trauen, als sie die Käfige der Monster reinigte.
In der Hinterlassenschaft der Bestie, die ihren Kumpel (was sie ja nicht wussten) und Garz gefressen hatte, lag ein Schatz. TROMMID.

Der honturische Dompteur musste seine Raubtiere töten lassen. Sie hatten Blut geleckt und waren nicht mehr zu gebrauchen.
Die süße Prinzessin ging mit ihrem Kamel zurück nach Strahleschön , wo sie der surbanische Kapitano des öfteren besuchte.
Der dünne blaue Zirkusdirektor mit den Kaffeetick lud Brauner nach Mersass ein, wo alle
groß, dünn und blau waren. Auch die Frauen.
 
 
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