So schmeckt Magie

GeschichteAllgemein / P12 Slash
11.12.2015
11.12.2015
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Ich bin weder J.K. noch irgendwer anders, dem Harry Potter gehört. Von mir ist nur die Idee für diese Fanfiktion.
Sie ist nicht Beta-gelesen.





James Potter bereute es, Dumbledore seinen Tarnumhang gegeben zu haben – es war ein Familienerbstück, verdammt noch mal! Warum hatte er sich nur dazu überreden lassen?
Nicht nur, dass Harry in den letzten Tagen entschieden schlechter gelaunt war ohne sein Lieblingsspielzeug, seine Lieblingsdecke, nein, mit dem Tarnumhang könnte Lily doch bestimmt sich und ihren Sohn vor Voldemort verstecken.

Hätten sie doch nur nicht auf Dumbledore gehört, als er ihnen den Floh ins Ohr setzte, dass Tatze als Geheimniswahrer zu offensichtlich sei und sie vielleicht doch Peter nehmen sollten – die feige Ratte hatte sie verraten!

James konnte nur hoffen, dass seine Lily genügend Zeit hatte, sich vorzubereiten, um ihr Leben und das von Harry zu schützen. Für ihn selbst war es schon zu spät, gegen Voldemort hatte er alleine keine Chance, er –

„Avada Kedavra!“

********************

Tod war in Godric’s Hollow, als James Potter starb.
Er passte auf die Nachfahren seines Lieblings-Peverells auf und kümmerte sich persönlich um ihre Seelen, wenn sie starben.

So konnte er das Opfer von James und seiner Frau nutzen, um den letzten Peverell zu schützen. Es war nicht viel, was er machen konnte, nur eine kleine Ermunterung für die Magie der Potters, die durch ihren gewaltsamen Tod frei geworden war, den letzten Wunsch der beiden zu erfüllen – das Überleben ihres Sohnes.

Der kleine Hadrian war sich Tods besonderen Schutzes schon sicher, seit dieser gesehen hatte, wie er mit seinem Umhang spielte, und er seine mächtige graue Magie kosten konnte. Sie schmeckte auf Grund seines Alters zwar noch etwas süß, hatte aber schon eine erfrischende minzige Note entwickelt.

Tod war sich jetzt schon sicher, dass der kleine Peverell nicht wie dieser Dumbledore enden würde, der zu diesem Zeitpunkt zwei seiner Heiligtümer besaß – dessen Magie war ekelerregend weiß, so klebrig süß wie Sirup und haftete seinen Zaubern genauso hartnäckig an.
Nein, Tod mochte diesen Mann nicht – er hatte die schwarzen Flecken auf seiner Seele gesehen, die Dumbledore so eifrig mit seiner klebrigen weißen Magie übertünchen wollte.

Hätte Dumbledore außerdem James nicht den Umhang abgeschwatzt, hätte Tod besser eingreifen können in dieser Nacht – Tod kann sie zwar beobachten, aber eingreifen darf er nur bei den Lebenden, die eines seiner Heiligtümer im Besitz haben, sonst darf er nur zusehen.

********************

Tod durfte nur zusehen, als Dumbledore den kleinen Hadrian auf die Türschwelle der Dursleys legte – in einer kalten Herbstnacht und mit nur einem Brief als Erklärung.

Tod durfte nur zusehen, als die Dursleys ihn in den Schrank sperrten, als sie ihn verbal misshandelten und ansonsten ignorierten.

Er durfte nur zusehen, als ihr dicker, verwöhnter Sohn ihn auch in der Schule zu einem Außenseiter machte und keiner der Lehrer bemerkte, wie unnatürlich dünn Hadrian war oder wie Dudley ihn mit seinen Freunden schikanierte.

Er durfte nur zusehen, als Hadrian für seine Magieausbrüche bestraft wurde, ohne zu wissen warum und ohne dass er etwas dafür konnte – seine Magie war zu mächtig, um nicht auf seine miserable Situation zu reagieren.

Tod durfte nur zusehen, wie Dumbledore immer mehr Hogwartsbriefe und dann den Halbriesen schickte, statt schon nach den ersten Tagen einen Professor, der Hadrian die Zaubererwelt besser erklären könnte.

Er durfte nur zusehen, als Hogwarts‘ Zaubertrankprofessor seinen Peverell grundlos fertig machte und Dumbledore nichts gegen den Verteidigungsprofessor unternehm, der offensichtlich Voldemort als Parasit beherbergte.

Tod durfte nur zusehen, als ebendieser Professor zu Halloween einen Troll in die Schule ließ, gegen den der Junge kämpfen musste, und außerdem Hadrians Besen verfluchte.

Und dann kam Weihnachten – Dumbledore gab Hadrian den Tarnumhang zurück (als „Geschenk“, pah! – er hätte ihm schon immer gehören sollen) und endlich konnte Tod eingreifen und sich besser um seinen Peverell kümmern.

********************

Bei Hadrians erstem Ausflug mit dem Umhang leitete Tod ihn zu dem verzauberten Spiegel, damit er endlich seine Familie sehen konnte.

Als er mit dem Mädchen den Drachen auf den Astronomieturm brachte, konnte Tod dafür sorgen, dass sie zumindest auf dem Weg dorthin nicht entdeckt wurden.

Bei dem Angriff des Professorenparasits im Verbotenen Wald lenkte er den Zentauren zu der Szene.
Nachdem das Trio durch die Falltür gesprungen war, konnte Tod leider nicht mehr helfen – die schwere erdige Magie des Schlosses war dort zu stark – stattdessen konnte er aber immerhin Dumbledore zu einer schnellen Rückkehr bewegen.

So versuchte Tod, Hadrian in den folgenden Jahren zu helfen, aber mit nur einem der Heiligtümer in dessen Besitz waren seine Möglichkeiten immer noch eingeschränkt.

Die Zeit verging und der letzte Peverell wuchs zu einem attraktiven jungen Mann heran, was Tod wohlwollend bemerkte – zu seinem Verdruss aber nicht nur er.
Seine Magie reifte ebenfalls und schmeckte nun noch köstlicher – zum einen nach dunkler Schokolade, der bittere Geschmack schwarzer Magie abgemildert durch einen Hauch von der Süße weißer Magie, und andererseits immer noch nach Minze: frisch und klar, wie weiße Magie auch sein kann, mit einer herben Note von schwarzer Magie – eine perfekte Kombination.

Mit 17 Jahren gewann Hadrian schließlich die Loyalität des Elderstabs und erhielt den Ring der Wiederauferstehung. Er war bereit, zu sterben, und in dem Moment, als er den Avada Kedavra widerstandslos akzeptierte, wurde er unwiderruflich zu Tods Meister.

Am Anfang würde Hadrian vielleicht noch toben und sich wehren, unwillig immer weiter zu leben, während die Menschen um ihn herum starben, aber Tod würde ihm die Unendlichkeit schon versüßen. Tod war besitzergreifend – er liebte seinen Meister und würde ihn nicht an die Totenwelt verlieren, wo er kaum Einfluss hatte.







Anm.:
* Tod kümmert sich persönlich um die Seelen der Peverells: Er ist für alle sterbenden Lebewesen verantwortlich - aber er wird sich doch bestimmt nicht um jedes einzelne persönlich kümmern! Nur um die wichtigen Leute, die Problemfälle und seine Lieblinge.

* Hadrian/Harry: Seine Eltern haben ihn Harry genannt, aber der Name wäre zu banal für Tod, deswegen nennt er ihn Hadrian.

* Harry hatte den Ring doch schon länger: Ja, aber verpackt im Schnatz, also nur indirekt. Er wusste ja auch gar nicht, wass in dem Schnatz versteckt ist.

* Tods Einfluss auf die Totenwelt: Er ist nur verantwortlich dafür, dass die Seelen dorthin gelangen. Wer dort ist, ist schon tot, was soll er einem dann noch antun?



Vielleicht gibt's noch eine kleine Fortsetzung aus Harrys Sicht. An sich fand ich das aber einen guten Abschluss.
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