Kampf um den Eintopf [One Punch Man]

KurzgeschichteHumor / P16 Slash
11.12.2015
01.02.2016
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Und hier folgt Kapitel 2 :) Viel Spaß euch!

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“Was fällt dir eigentlich ein, du zu groß geratene Miezekatze? Davon mal abgesehen, dass du hier unschuldige Menschen tötest, hältst du mich davon ab, meinem Sensei was Leckeres zu essen zu machen!“, brüllt Genos den Löwen an als er sich bereit macht und ihn frontal mit seinen Handraketen attackiert.
Doch der Löwe hat dafür nur ein müdes Lächeln übrig. Seine Pranke verwandelt sich auf einmal glänzendes Metall und fängt die Raketen mit Leichtigkeit ab.
„Menschen sind nun mal lecker und dein Abendessen interessiert mich einen Dreck“, faucht er und holt mit der Riesenpfote aus. Genos erkennt noch rechtzeitig, dass der Löwe den Korb mit den Leckereien anvisiert, die er extra für Saitama ausgesucht hat.
Blitzschnell reagierend stößt er sich vom Boden ab und wirft sich in Richtung Supermarktkasse.
Er bekommt die Pfoten mit den Händen zu fassen und stemmt sich dagegen.
Die Kraft des Löwen schiebt ihn ein paar Zentimeter nach hinten, dann brüllt er fluchend.
„Ein Metallmännchen, das es mit meiner Pranke aufnehmen kann? Nicht schlecht, Bürschchen.“ Für Genos klingt das eher nach einer Drohung als nach einem Kompliment.
„Bleib' von meinem Einkauf weg oder es setzt was!“ Selbstverständnis setzt es auch so was, aber er will seinem Vorhaben noch einmal Nachdruck verleihen. Wer weiß, wie viel Grips dieses Ungetüm hat.
„So? Das Kaninchenfutter da in dem Korb ist dir also so wichtig?“
Mit einem Mal taucht ein grinsender Saitama in Genos' Kopf auf, der sich hungrig über seinen Eintopf her macht und seine Kochkünste feiert. Ja, genau das will der Cyborg heute sehen. Dafür würde er sorgen.
„Du wirst es nicht anrühren!“ Genos schlägt mit den Fäusten auf die gewaltige Pfote des roten Monsters ein, bis es diese zurückzieht. Der Cyborg wittert seine Chance und feuert erneut die Raketen ab, diesmal in doppelter Zahl. Sie suchen sich seine Ziele, treffen den Löwen am Kopf und am Hals. Dieser faucht laut und entblößt wütend zwei Reihen messerscharfer Zähne. Von Genos' Angriffen angestachelt, greift der Löwe nun unkontrollierter an, versucht den flinken jungen Halbmenschen zu fassen zu bekommen, aber dieser ist zu flink für ihn. Bis der Löwe wieder einmal nach dem Einkaufskorb schlagen will.
Diesmal sieht Genos es nicht sofort kommen. Im letzten Moment springt er gegen die Pranke, um sie  abzuwehren, doch der Löwe hebt in der Zeit die andere Pfote und erwischt den Cyborg volle Kanne.
Die Pranke wirft Genos hart zu Boden, der Löwe verlagert sein ganzes Gewicht auf ihn. Viele Kabel im Körper des Cyborgs reißen ein, Funken sprühen, der harte Beton dringt geradewegs in sein Gesicht ein.
Doch Genos gibt nicht auf. Er würde die Zutaten beschützen und diesen Kampf gewinnen. Dadurch kommt er Saitamas ultimativer Kraft wieder einen Schritt näher und auch ihre Freundschaft würde bestimmt noch enger als vorher. Bei dieser Vorstellung schleicht sich ein kleines Lächeln auf seine Lippen. Er hat ihn gern, seinen Sensei. Er fasziniert ihn, er bewundert ihn, aber er mag ihn auch. Und das von Anfang an. Seine ganze Art ließ ihn schon zu Beginn einfach nicht los.
Mit seinem unversehrten Arm drückt er gegen die Pranke, Zentimeter für Zentimeter schiebt er sie von sich herunter. Doch dann erwischt ihn die andere Pfote und sein Arm fliegt von dannen.
„Das hast du nun davon! Wieso ist dieser Kaninchenfraß bloß so wichtig für dich? Naja, kann mir egal sein.“ Der Löwe gähnt gelangweilt. „Hab ein bisschen mehr von dir erwartet muss ich sagen.“
Genos hört dem Ungetüm gar nicht zu. Leider ist sein Körper so zugerichtet, dass er nicht mehr aufstehen kann. Direkt neben ihm steht der Einkaufskorb – zum Glück unversehrt. Auch wenn er heute wohl nicht mehr kochen wird, ist der Cyborg unendlich erleichtert.
Erst als das Monster sich der weiteren Zerstörung der Stadt zuwendet merkt er, dass es eigentlich noch wichtigere Dinge gibt als den geplanten Eintopf. Jetzt ist er sauer. Auf sich selbst. Er hat sich nicht für die Allgemeinheit eingesetzt, sondern nur an einen glücklichen Saitama gedacht, der sich selig grinsend über das Essen hermachen würde. Dabei ist er doch ein Held der S-Klasse und soll doch die Bürger beschützen. Zähneknirschend verflucht er seinen Egoismus, während das Monster laut brüllend den Supermarkt verlässt. Doch dann dringt plötzlich eine vertraute Stimme an sein Ohr.
„Jo! Was ist denn hier passiert?"
Vor ihm steht auf einmal der Glatzkopf im gelb-roten Heldenanzug und schaut verwirrt drein. „Hat es mal wieder Jemand auf meinen Lieblingssupermarkt abgesehen? Dabei ist er doch erst vor zwei Wochen komplett neu renoviert worden!“ Die Arme vor der Brust verschränkend schaut er sich das Chaos an und bleibt mit den Augen an dem roten Ungetüm hängen, das offensichtlich verantwortlich ist für all das hier.
„Genos?“ Saitamas Stimme bekommt auf einmal einen drohenden Unterton. „Wieso hast du dich nicht um den da gekümmert?“ Saitama zeigt mit ernstem Blick auf das Monster. Genos seufzt niedergeschlagen. „Und überhaupt, wieso hast du mir schon wieder alles weggefuttert?! Ich sterbe vor Hunder! Und jetzt kann ich mir nicht mal neue Sachen kaufen!“
Autsch, das hat gesessen.. Genos weint innerlich. Er hat seinen Sensei enttäuscht. Er hat es total vermasselt.
„Tut mir Leid, ich wollte ihnen einen leckeren Eintopf machen, Meister.“ Er nickt zu dem Einkaufskorb zu seiner Rechten. Saitamas Miene hellt sich ein wenig auf. „Na, immerhin zeigst du guten Willen. Den wirst du auf jeden Fall noch machen, hörst du?“
„Aye!“ Genos nickt gehorchend.
„Hey! Ungeheuer!“, schallt es im nächsten Moment zu dem Löwen hinüber. Dieses wirbelt herum und entdeckt  erst auf dem zweiten Blick den kleinen Mann auf dem Trümmerhaufen. „Du wirst dafür bezahlen, dass du mich um mein Abendessen gebracht hast! Und dafür, dass Genos aussieht wie moderne Kunst!“

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So, jetzt folgt nur noch ein Kapitel.
Hoffe, es hat euch gefallen.
Einen schönen vierten Advent wünsche ich euch!

LG

Eure Jacky