Dantons Tod: Robespierres und Camilles heiße Nacht

GeschichteDrama, Romanze / P16
11.12.2015
11.12.2015
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Die Conciergerie
Lacroix, Danton, Philippeau, Camille.

(Nach einigen Diskussionen über den Tod)
Camille: Die Welt ist der Ewige Jude, das Nichts ist der Tod, aber er ist unmöglich. Oh nicht sterben
können, nicht sterben können, wie es im Lied heißt.
Danton: Wir sind alle lebendig begraben und wie Könige in drei- oder vierfachen Särgen beigesetzt,
     unter dem Himmel, in unseren Häusern, in unsern Röcken und Hemden. Wir kratzen fünfzig
     Jahre lang am Sargdeckel.  Ja, wer an Vernichtung glauben könnte! Dem wäre geholfen!
     […] Und wenn ich ganz zerfiele, mich ganz auflöste – ich wäre eine Handvoll gemarterten
Staubes, jedes meiner Atome könnte nur Ruhe finden bei ihr.
Ich kann nicht sterben, nein, ich kann nicht sterben. Wir müssen schreien, sie müssen mir
Jeden Lebenstropfen aus den Gliedern reißen.
Lacroix: (seufzt genervt) Wenn du nicht endlich einmal schweigst, Danton, so werde ich diese Arbeit
gerne für die Henker übernehmen.

(Ein Wächter betritt die Gemeinschaftszelle)

Wächter: Ich komme im Auftrag von Robespierre. Man verlangt nach Camille.
Camille: Oh nein! Was hat das zu bedeuten?
Lacroix: Bestimmt werden sie versuchen, dir Beweise zu entlocken! Sei ihnen ein Felsen, Camille,
     unsere Geheimnisse sterben mit uns, oder wir ohne sie, es macht für dich auch keinen
     Unterschied mehr.
Danton: Da ist keine Hoffnung im Tod! Wo wir leben, da sterben wir. Man kann Camille nicht
begnadigen, ohne uns dieselbe Ehre zuteil haben zu lassen. Auf Knien kriechend aber
lebend? Oh weh, was für ein Schicksal! Trotzdem besser als die Endlosigkeit des Todes, das
ist gewiss. Ich hadere, aber was außer hadern bleibt mir noch?
Wächter: Ihr seid wahrlich der seltsamste Haufen, den ich je erlebt habe. Kein Wunder, dass sie eure
     Köpfe lieber vom Körper getrennt wissen wollen.
(Er verlässt mit Camille die Zelle)
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