Ein unmoralisches Angebot

GeschichteRomanze / P16
10.12.2015
11.12.2015
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Es war gegen 21 Uhr, als Herr Müller das Lokal betrat, er steuerte einen der Tische an und nahm dort Platz.
Das Lokal war schummrig beleuchtet, leise Musik berieselte die Gäste, die bereits zahlreich vorhanden waren, alles wirkte hier geschmackvoll eingerichtet und sehr gemütlich.

Der ältere Herr, mit den leicht ergrauten Schläfen und einem perfekt sitzenden Maßanzug, beobachtete eine der vier Bedienungen die in dieser Lokalität beschäftigt war, mit großem Interesse.
Es gab fast nichts, was er nicht von der jungen Dame wusste, sie war 23 Jahre alt, nicht in festen Händen, und bei aller bester Gesundheit.

All dies, hatte er bereits äußerst gründlich in Erfahrung gebracht, jedoch nicht um der jungen Frau zu schaden, oder ihr gar ein Leid anzutun, im Gegenteil er war Beauftragt worden, dieser Dame ein sehr ungewöhnliches Angebot zu unterbreiten.
Doch zunächst, wollte er sicher sein, das die von ihm ausgesuchte Person, den hohen Anforderung seines Arbeitgebers, auch gerecht wurde.

Lili von Tal, war eine hübsche adrette junge Frau, sie war von graziler Gestalt etwa, 165 cm groß und hatte glattes langes braunes Haar, das ihr bis zu den Hüften reichte, wenn sie es offen trug, heute jedoch hatte sie es zu einem hohen Pferdeschwanz aufgebunden, der lustig schaukelte, wenn sie sich bewegte.
Sie hatte für jeden der Gäste, immer ein freundliches Lächeln übrig, war stets zuvorkommend, aber auch nicht auf den Mund gefallen, wenn sie ein Gast, der etwas zu tief ins Glas geschaut hatte belästigte.

Zweifellos war sie sehr gut erzogen worden, und wusste wie man sich in der Öffentlichkeit elegant, aber nicht zu auffallend bewegte, all dies war Herrn Müller enorm wichtig gewesen bei seiner Auswahl, aber würde Lili von Tal, auf sein Angebot eingehen?

Sicher sie entstammte einer Adeligen Familie, die aber völlig verarmt war, von da her wusste Herr Müller, wie sehr die junge Frau auf Bargeld angewiesen war, denn ein,, von,, im Namen, machte etwas her, aber leben konnte man davon schließlich nicht.
So mit erhoffte er sich einen gewissen Erfolg, was für beide Seiten wünschenswert wäre, denn sollte sie sein Angebot annehmen, dann hätte sie für den Rest ihres Lebens ausgesorgt, und keinerlei Finanzielle Probleme mehr, ganz im Gegenteil sein Arbeitgeber, würde sie mehr als großzügig entlohnen.
Als ein Platz an der Theke frei wurde, stand Herr Müller auf und setzte sich  auf den Barhocker um mit der Dame den ersten Kontakt aufzunehmen.

Lili kam wie erwartet zu ihm,, guten Abend der Herr, was darf ich ihnen zu trinken geben?” fragte sie freundlich, und lächelte den etwas streng wirkenden Herrn an.
Her Müller schüttelte den Kopf,, vielen Dank, aber ich bin nicht hier um etwas zu trinken, sondern um mich ihnen vorzustellen,” sagte er ruhig und besonnen. Lili sah ihn prüfend an,, wie darf ich das verstehen?” hakte sie nach.

,, Nun es handelt sich um etwas Geschäftliches, vielleicht gestatten sie zunächst das ich mich ihnen Vorstelle. Mein Name ist Hubertus Müller und ich stehe im Dienst bei Graf  Maximilian, Eugen, Eberhard von Falkenberg, evt. sagt ihnen dieser Name etwas ?” Herr Müller sah die Frau abwartend an.
Lili überlegte nicht lange,, nun mein werter Herr, ich denke es gibt hier keinen Einheimischen der diesen Namen nicht kennt, immerhin gehört ihm die halbe Stadt, der ganze Wald und vieles mehr, er ist ohne es ihm zu neiden, der wohl reichste Herr weit und breit, nicht war? aber warum fragen sie mich nach ihm?”

,, Das würde ich ihnen gerne alles ausführlich beantworten, aber bitte nicht hier, Graf von Falkenberg, möchte diskret vorgehen, ich möchte ihnen bzw. Graf von Falkenberg möchte, ihnen ein sehr gutes Angebot machen, und sie können sich sehr glücklich schätzen, das sie ausgesucht wurden von mehr als 10 Bewerberinnen.!

Nun stutzte Lili etwas,, aber ich wüsste überhaupt nicht, das ich mich um was auch immer beworben habe, Herr ... Herr Müller,” sie sah ihn leicht verwirrt an.

Herr Müller lächelte,, nun es ist auch mehr so das sie, nun wie soll ich es sagen, erwählt wurden.!
Lili kicherte etwas,, so so erwählt wurde ich, dürfte ich dann auch wissen für was?”

Herr Müller stand auf, reichte dem Mädchen seine Visitenkarte,, ich würde vorschlagen sie suchen mich morgen Vormittag, in meinem Büro auf, dort erfahren sie dann alles was nötig ist, und es soll ihr Schaden nicht sein mein Fräulein.” Er verneigte sich ein wenig vor ihr, und wollte gehen.
,, Herr Müller, wie ist denn der Herr Graf eigentlich so, man erzählt sich hier allerhand Geschichten über ihn, und leider etwas unschöne, ich wüsste niemanden der ihn je gesehen hat, manch einer zweifelt sogar an seiner Existens.”

Her Müller sah das Mädchen ernst an,, nun es gibt ihn, aber er scheut die Öffentlichkeit etwas, leider aber wer weiß vielleicht wird sich das ja bald ändern.”
Lili verzog ein wenig das Gesicht,, na gut, die Leute reden viel wenn der Tag lang ist, nicht war?” Herr Müller nickte zustimmen,, so ist es meine Liebe, in der Tat, werden sie mich aufsuchen?” Fragte er etwas angespannt.
Lilli zuckte die Schultern,, ich weiß es noch nicht, ich werde darüber nachdenken.”
Herr Müller lächelte,, das ist ein guter Anfang, bitte kommen sie, es hängt sehr viel von ihnen ab, was die Zukunft des Gräflichen Hauses betrifft.” Er zog seinen Hut zum Abschied und verließ das Lokal, so unauffällig wie er es betreten hatte.

Lili grübelte den ganzen Abend, was der Graf ausgerechnet von ihr wollte, gut sie hieß von Tal, aber es war nicht mehr als ein wohlklingender Name, einer längst verarmten Adelsfamilie, die ihren einstigen Familiensitz unweit von hier gehabt hatte, sie selbst wuchs in einer einfachen drei Zimmer Wohnung auf, ihr Vater war früh verstorben und ihre Mutter, arbeitete in der Apotheke zum Falkenberg, die ebenfalls der Gräflichen Familie gehörte, und unterhalb des Falkenbergs lag, auf dem das gewaltige Schloss empor ragte.
Als Kind träumte sie dort Prinzessin zu sein, und als sie einmal hinauf ging, wurde sie durch zähne fletschende Hunde und einen ganzen Tross von finsteren Gestalten verjagt, seit dem hatte sie nie wieder einen Fuß auf das Gelände um das Schloss gesetzt, das in einem Dornröschen Schlaf zu liegen schien, nur ab und an sah man eine schwarze Limusine, mit verdunkelten Scheiben, zum Schloss rauf oder herunter fahren, was die Bewohner von Falkenberg, zu den wildesten Geschichten antrieb, vom Vampir, bis zu Spuk war alles dabei, es ging sogar die Geschichte um, der Graf sei eine Unmenschliche böse Kreatur, die sich nur bei Nacht heraus wagte.
Natürlich wusste Lili, das dass alles nur Unfug war, aber wenn jemand so abgesondert lebte, musste er wohl damit rechnen, das die Leute redeten und die irrsten Geschichten die Runde machten. Egal wo man hinkam, zum Metzger oder in den Supermarkt, jedes Tratschweib wusste die tollsten Geschichten vom Graf zu erzählen, doch alle waren quellenlos und an den Haaren herbei gezogen, denn außer der Briefträger, hatte wohl seit Jahren niemand das durch hohe Mauern verammelte  Schlossinnere betreten.

Graf Tom von Falkenberg, saß wie jeden Morgen um diese Zeit, am großen Frühstückstisch, im grünen Saloon, auch Gräfin Anabell war anwesend, seine Mutter.
,, Du willst das also wirklich so umsetzen Tom?” Fragte die betagte Dame bissig.
Genervt sah der junge Graf zu seiner Mutter hinüber,, ja das will ich, und ich habe keine Lust mehr, es mit dir zu diskutieren, halte dich gefälligst aus meinen Angelegenheiten heraus, verstanden,” sagte er in einem barschen Ton. Das Verhältnis von Mutter und Sohn, war schon immer sehr schlecht und eisig gewesen. Als Gräfin Anabell noch jung war, sah sie das Kinder kriegen als Pflicht, mehr nicht. Ein Kindermädchen umsorgte Tom seit seinem ersten Schrei, während sich seine Mutter auf Bällen und Festlichkeiten amüsierte, auch ohne ihren Gatten wenn es sein musste.

Sie tyrannisierte alle Menschen die um sie herum lebten, von der eigenen Familie bis hin zum Personal, das sie mit harter Hand herumkommandierte wie es ihr gefiel, was ihr nicht gerade Beliebtheit einbrachte, jeder im Schloss hasste die alte Gräfin, doch wer nicht vor ihr kuschte, flog raus und so lies mach einer sich eben alles gefallen, wenn es darum ging einen Job zu behalten, vor allem bei den älteren unter ihnen, die warscheinlich keine neue Anstellung mehr finden würden.

Toms jüngerer Bruder, war vor einigen Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen, und seine Schwester hatte gegen den Willen ihrer Mutter, einen bürgerlichen Mann geheiratet, und mit der Gräfin jeglichen Kontakt abgebrochen, nur mit Tom telefonierte sie hin und wieder, was Anabell aber nicht zu wissen brauchte.

Die Gräfin setzte ihren Sohn so unter Druck, das er beschlossen hatte, einen Kommpromis einzugehen. Da er der einzige Mann in der Familie war, wurde erwartet, das er für einen männlichen Nachkommen sorgte, der nicht nur den Ehrenwerten Familiennamen weiterführen, sondern auch das ganze Erbe eines Tages antreten sollte, so wie es jetzt Tom tat, seit dem Tod seines geliebten Vaters.
Er sollte Baroness von und zu Trostlos ehelichen, und so für Nachwuchs sorgen, das die gute Frau 13 Jahre älter war wie Tom, schien Gräfin Anabell nicht zu interessieren, bei einem Treffen stellte Graf Tom zu seinem Entsetzen fest, das die Baroness genauso trostlos, wie ihr Name war, ein bleiches langweiliges Fräulein, eine verstaubte alte Jungfer, die keiner wollte und deren Eltern es wohl verpasst hatten, die gute ins Kloster zu stecken.

Leider gab es zur Zeit keine anderen Kandidatinen auf dem Adeligen Heiratsmarkt, Nachwuchs gab es reichlich, aber alle unter 18 oder bereits versprochen.
Der Graf hatte sich anhand der furchtbaren Ehe seiner Eltern geschworen, niemals vor den Altar zu treten, nie würde er diesen schrecklichen Tag vergessen, wie er als 15 Jähriger Junge, diesen grauenvollen Schrei hörte, hinaus in den Schlosshof war er damals gerannt, und musste mit ansehen, wie sein über alles geliebte Vater, der ein Seelensguter Mensch gewesen war, sich vom obersten Turmfenster freiwillig in den Tod stürzte und vor ihm auf dem Pflaster aufschlug, dieses schreckliche Bild war für immer tief in seinem Kopf eingebrannt, der Kopf zerplatze wie eine Melone besudelte alles mit Blut selbst Toms weiße Matrosenhose die er immer tragen musste war vollgespritzt.
Sein Vater ertrug das Verhalten seiner Frau einfach nicht mehr, er war am Ende nur noch ein Schatten, schlich wie ein geprügelter Hund mit eingeklemmten Schwanz durchs Schloss, in der Hoffnung seiner Gattin nicht zu begegnen, sie hatte den einst stolzen großen Mann gebrochen, in den Tod hatte sie ihn getrieben, Tom verabscheute sie, war jedoch dazu gezwungen mit ihr gemeinsam hier zu leben, und versuchte das beste daraus zu machen, ohne sich ihr zu beugen, was unweigerlich zu täglichem Streit führte.

Der Graf war allerdings kein Kind von Traurigkeit, und er verließ fast jeden Abend das alte Gemäuer, auf einem unbefestigtem Weg durch den Wald, fuhr er mit seinem roten Porsche, auf der hinteren Seite des Bergs immer direkt auf die Hauptstraße, noch nie war er die breite Allee entlang gefahren die von der Stadt, die ihm fast gehörte, zum Schloss führte, und die einzige Zugangsmöglichkeit zu sein schien, der Waldweg war mit einer Schranke versperrt, und noch nie war jemandem in den Sinn gekommen, das dieser zum Schloss führte.

Nur seine Mutter nutzte die alte schwarze Limo, und ließ sich von Hannes dem alten Buttler zu Terminen fahren, wie Frisör oder ins Krankenhaus, wo sie sich  Spritzen ließ, da sie ein Lungenleiden hatte.

Anfangs hatte der Graf ein Problem sich in München sehen zu lassen, wohin er meisten fuhr, um sich mit Freunden zu treffen oder einfach um irgend eine Frau abzuschleppen um mit ihr sex zu haben, ohne Verpflichtung ohne klangvollen Namen und geschwafel von Ehre, auch ein Graf war nur ein Mann.
Seit seinem schweren Reitunfall vor drei Jahren, zog er ein Bein etwas nach, da sein Knie steif geblieben war und eine lange Narbe lief ihm von der Schläfe bis zum Kinn, auch diese war geblieben, im ersten Jahr deckte er diese mit einem speziellen Narben Make ub ab. Doch schnell bemerkte er das die Frauen es nicht abschreckend empfanden, ihn mit Narbe anzusehen, im Gegenteil es machte sein sonst gutaussehendes Gesicht, noch markanter und wenn er einen drei Tage Bart trug, sah er aus wie ein verwegener Pirat, zum Glück war die Narbe nicht verzerrt, so das er in keiner Weise entstellt aussah, als er das Begriffen hatte, warf er das Make up in den Müll, und trug sein,, Makel,, mit stolz erhobenem Haupt, er war gut trainiert, hatte volles schwarzes Haar das er kurz trug und trat stets äußerst gepflegt auf, seit er regelmäßig nach München fuhr, hatte er den Ruf eines Playboys in gewissen Kreisen, von billigen Bars hielt er sich fern, er war auch so oft genug in Hochglanz Heften zu sehen, und hätte jemand aus Falkenberg sich so ein Heft angesehen, gäbe es diese seltsamen Gerüchte nicht, die im Umlauf waren, aber das interessierte Tom so wieso nicht.

Lili hatte heute frei, die Sonne strahlte am blauen Himmel, und von Neugierde angetrieben, lief sie die steile Allee zum Schloss hinauf, sie wollte zumindest wissen, was der Graf von ihr wollte, sie musste ja nicht darauf eingehen, wenn sie nicht mochte, aber sie war viel zu neugierig, um Herr Müller nicht aufzusuchen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, hatte sie endlich das große eiserne Tor erreicht, sofort musste sie an die bösen knurrenden Hunde aus ihrer Kindheit denken, doch heute waren weit und breit keine zu sehen, auch wirkte das Schloss nicht mehr düster, wie sie es in Erinnerung gehabt hatte, im Gegenteil eine fülle an Blüten umgab die Eingangsseite des Gebäudes, es gab kein Trog der nicht kunstvoll bepflanzt war, man sah sofort das hier gute Gärtner alles mit viel liebe pflegten, und ein schöner Brunnen in der Mitte des Rondells plätscherte fröhlich vor sich hin.

Nur es schien keine Klingel zu geben, nur zwei Schilder waren angebracht, auf einem stand,, von Falkenberg,, auf dem anderen,, Verwaltung,, und ein Pfeil der auf eines der großen Nebengebäude zeigte. Lili zögerte kurz, nahm dann allen Mut zusammen, und drückte die schwere Klinke herunter, und zu ihrer Verwunderung öffnete sich das Tor.

Vorsichtig betrat sie das Areal, und steuerte die Verwaltung an, drückte eine Holztüre auf, die nur angelehnt war und stand dann vor einer modernen Glastüre mit fetter Schrift,, VERWALTUNG,, darunter klein,, Herr Müller,, Lili klopfte an und wartete, doch es kam keine Reaktion. Nur Sekunden später öffnete sich die Holztüre, und eine nette junge Frau trat herein, hatte einen Wurstsemmel in der Hand und eine Kaffeetasse.

,, Oh tut mir leid, warten sie schon lange, ich habe gerade Pause gemacht,,” flugs sperrte sie die Glastüre auf und bat Lili freundlich herein, dann setzte sie sich an ihren Schreibtisch, auf dem ein Laptop stand.
,, Nun wie kann ich ihnen helfen, Frau ..? fragte sie.
Verzeihung, also mein Name ist Lili von Tal und ein Herr Müller wollte mich sprechen.”
Das andere Mädchen nickte,, ach ja er sagte so was heute Morgen, eine Moment bitte ja.” Sie stand auf ging zur nächsten Glastüre und klopfte kurz an, öffnete einen Spalt und sagte,, eine Frau von Tal ist hier, Herr Müller.”
Sie machte die Türe weit auf und forderte Lili mit einem Blick auf hinein zugehen, und schloss dann die selbige hinter ihr.

Lili sah sich um, ein richtig modernes Büro war das, mit einem schwarzen Ledersofa, und bunter Kunst an der Wand, was auch immer diese Farbkleckse darstellen sollten.

Herr Müller stand auf,, ich freue mich sehr das sie gekommen sind Fräulein von Tal, aber bitte setzen sie sich doch, darf ich ihnen etwas anbieten Kaffee, Tee ?”
Lili nickte,, vielleicht wenn sie ein Glas Wasser hätten, es ist sehr heiß heute, und der Weg war steil.”
,, Selbstverständlich”, er drückte einen Knopf,, Frau Schlüter, bitte ein Glas Wasser.”

Lili die sich gesetzt hatte nickte,, ich wüsste nun gern warum sie mich herbestellt haben?”

,, Also folgendes, der Herr Graf hat mich beauftragt eine junge hübsche Frau zu suchen, die ihm den gewünschten Erben schenkt.”
Lili viel das Gesicht runter,, wie bitte sie meinen ich soll ein Kind mit dem Grafen machen, oder habe ich das falsch verstanden, ich kenn ihn ja gar nicht?”
Herr Müller lächelte,, nun das ist auch nicht nötig, das ganze sollte so Ablaufen, zunächst werden sie ihn Heiraten, natürlich nur wegen der Papiere usw. Dann werden sie hier im Schloss wohnen und sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen, natürlich mit männlichen Spermien, des Grafen, denn es muss ja ein Sohn werden.
Wenn das Kind geboren ist, werden sie einmalig 50000 Euro und ab dann, Monatlich 4000 Euro, bis an ihr Lebensende erhalten, sie werden am Tag der Geburt automatisch wieder geschieden, nachdem aller Papiergram erledigt ist, das Baby verbleibt in der gräflichen Familie, uns sie treten alle Rechte an dem Kind ab, und werden das Schloss wieder verlassen.”

Lili saß völlig bleich auf dem Sofa, als sie sich etwas gefangen hatte,, sagte sie.
,, Ähm ... das ist doch gewiss ein Scherz nicht war.”
,, Nein durchaus nicht mein Fräulein,” erwiderte Müller.
Lili sah ihn erschreckt an,, warum nimmt der Graf sich nicht ganz normal eine Frau, kann er aufgrund seines  hohen Alters kein Kind mehr auf natürlichem Weg zeugen?” Fragte sie ernsthaft.

Herr Müller lachte laut auf,, tya wer weiß das schon nicht war, nun ich bin nicht ermächtigt ihnen irgendwelche Auskünfte der Personen zu geben, tut mir leid, sie können annehmen oder ablehnen, aber bedenken sie die enormen Summen die sie dafür erhalten werden, und denken sie daran mit oder ohne Rechte an dem Kind , es wird einmal alles erben, sie werden dem Grafen, den legitimen Stammhalter schenken, den er unbedingt braucht, es ist eine Ehre das sie ausgesucht worden sind.”

Lili war ganz schwindelig,, hören sie das ist ein sehr unmoralisches Angebot oder nicht?”
Herr Müller schüttelte den Kopf,, ich kann ihnen versichern dem Kind wird es sehr gut gehen hier wirklich, sehen sie wie viele Mütter töten ein ungewolltes Baby oder stecken es in eine Babyklappe, aber sie tun etwas wunderbares für den Grafen, und für das Kind, nicht war?”

Lili schüttelte den Kopf,, also ich weiß wirklich nicht was ich nun dazu sagen soll, ich muss das alles erst sacken lassen, so etwas ist mir noch nie passiert.”

Müller nickte,, natürlich haben sie Bedenkzeit, überlegen sie sich alles in Ruhe, und lassen sie es mich wissen, wenn sie sich dafür oder dagegen entschieden haben.”
Er stand auf und öffnete Lili die Türe,, leben sie wohl, Frau von Tal.”

Lili musste raus an die Luft, sie rannte zum Tor und schnaufte erst einmal tief durch, sie sah das ein schmaler Weg um das Schloss herum lief, ach ein kleiner Spaziergang, schien jetzt genau das richtige zu sein um sich Gedanken darüber zu machen, es ging um sehr viel Geld.
Der Weg führte zur Südseite, auf der sie noch nie gewesen war, etwa nach einer halben Stunde stand sie auf der Gegenüberliegenden Seite des Schlosses. Nur noch ein normaler Gartenzaun, Grenzte den Park vom Weg ab, und so war es Lili tatsächlich möglich ein paar Blicke auf das innere zu erhaschen, erstaunt war sie zunächst, über den großen Pool den es gab, ein Tisch und Liegestühle standen um ihn herum, ihr Blick viel auf ein Apfelgrünes Badehandtuch, das jemand achtlos auf den Rasen geworfen hatte, und auf dem Tisch stand ein großes leeres Glas mit einem Strohhalm, anscheinend benutze der alte Graf den Pool sogar. Nur die rote Schwimmnudel die auf dem Wasser trieb, wusste sie nicht einzuordnen, aber er war bestimmt schon so alt das er Geh und Schwimmhilfen benötigte, wie alt mochte er sein bestimmt 70 oder gar 80, die alten Leute in der Stadt erzählten immer das er weishaarig und schon etwas klapprig sei, tatsächlich hatte ihn wohl in den letzten 15-20 Jahren keiner mehr gesehen.

Ihr Blick schweifte weiter, eine wunderschöne große Terrasse mit Freitreppe, die in den Park führte und darüber ein Balkon, mit einem geschmiedetem Eisengitter, beides mit modernen schwarzen Terrassenmöbeln bestückt, alle großen Rundbogen Türen, standen weit offen, und weiße zarte Vorhänge wedelten leicht im warmen Sommerwind.
All das könnte eines Tages meinem Sohn gehören, dachte sie nun, hatte sie das Recht dazu, war es moralisch vertretbar, ein Kind auszutragen, um es dann wegzugeben, sie hatte keine Antwort darauf, noch nicht, sie lief völlig in Gedanken versunken, den Weg weiter, als sie plötzlich mit jemandem zusammen stieß.
,, Oh verdammt noch mal,” fluchte sie laut und hielt sich den Kopf.
Auch der große Mann der ihr gegenüber stand schaute verwirrt,, hoppla junge Frau, tut mir Leid, ich habe nicht gedacht das sich hier jemand rauf verirrt.” Entschuldigte er sich.
Lili rieb sich die Stirn,, ach schon gut, ich habe mich nur erschreckt, ich dachte das sei hier alles Privatbesitz, und das hier niemand ist.” Sie sah zu ihm hoch, er gefiel ihr sehr.
Er nickte,, das ist ja auch so.” Er grinste sie frech an.
Lili kicherte,, nun dann haben wir schon etwas gemeinsam stimmts?”

,, Was denn?” wollte der Mann wissen, er trug eine enge Jeans die an Knie einen gewollten Riss hatte, und ein rotes Muskel Shirt dazu ein schwarzes Halstuch das stark verknotet war, gespannt sah er sie an, es waren die blausten Augen die Lili je gesehen hatte.
,, Na was wohl, wir dürfen beide nicht hier sein, ich hoffe es erwischt uns keiner, schon gar nicht der Graf,” sagte sie etwas ängstlich.

,, Ach so, ja da ist was dran, kennen sie den Grafen?” wollte er wissen.
Lili schüttelte den Kopf,, nein, aber es gibt die tollsten Geschichten über ihn, am besten finde ich die, das er ein Vampir ist,, sie lachte laut bei dem Gedanken, vor allem wenn sie an ein Baby dachte.

,, Ein was? ein Vampir, wie kommen die Leute nur auf so was dummes?” Er lachte schallend auf.
,,Pssst ... Vorsicht nicht so laut, man könnte uns entdecken,” mahnte sie ihn.
,, Sind sie öfters hier oben?” wollte Lili wissen.
Der junge Mann schmunzelte,, hin und wieder schon ja.”
Das Mädchen nickte,, vielleicht sieht man sich ja wieder mal.” erwiderte sie nun doch etwas scheu, was gar nicht ihre Art war.
,, Möglich ist alles, wie heißen sie?”
Lili lächelte,, ich heiße Lili, und du?”
Er musterte sie,, Tohmas,” er reichte dem Mädchen die Hand,, machs gut und lass dich nicht erwischen, mit diesem Grafen ist bestimmt nicht gut Kirschen essen.”
Thomas entfernte sich, Lili sah ihm lange nach, er schien ein wenig zu humpeln bestimmt war das ihre Schuld gewesen, immer träumte sie vor sich hin.
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