Begin Again

KurzgeschichteRomanze / P12 Slash
Kasamatsu Yukio Kise Ryōta
10.12.2015
10.12.2015
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Kuroko no Basuke und alle in dieser Geschichte vorkommenden Charaktere sind geistiges Eigentum von Fujimaki Tadatoshi.
Begin Again von Kill The Alarm.

Joho! Ich lebe noch! (Ihr habt mich eh nicht vermisst, gebt es zu. xD)
Mehr KasaKise! Man weiß ja schließlich, dass man von diesem Ship niemals genug haben kann. Vor allem, wenn's KITSCH ist. Ha!

Die Story gibt's in zwei verschiedenen Versionen, bei Interesse bitte einfach mal hier klicken.

Viel Spaß!
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Als er das erste Mal durch die Türen dieser Sporthalle getreten war, hatte er nicht einmal ein Kaijō Jersey getragen. Er hatte nicht einmal eines besessen und trotzdem hatte er geglaubt, diese Sporthalle zu betreten und sich sofort alles erlauben zu können. Er hatte geglaubt, ein Augenzwinkern und ein Lächeln würden ausreichen, um das gesamte Team für sich zu gewinnen - immerhin war er Kise Ryōta, Wunderkind, ehemaliger Stammspieler der Teikō und Model, wohingegen Kaijō… nun, eben nur Kaijō war. Sicherlich eine gute Schule mit einem guten Team, doch das allein würde längst kein Vergleich zu dem sein, was Kise noch aus der Mittelschule gewöhnt war.
Deshalb war er durch diese Türen in die Sporthalle getreten und hatte gedacht, alles würde einfach werden und schnell gehen. Er hatte gedacht, von Anfang an der Star des Teams zu sein und sich alles erlauben zu können, denn immerhin brauchte Kaijō ihn viel mehr, als andersherum.
Hatte er gedacht.
Aber an diesem Tag, als er so hochmütig und strahlend in der Sporthalle gestanden und sich vorgestellt hatte, hatte er auch das erste Mal einen Tritt von Kasamatsu bekommen – und es hatte ihn furchtbar gestört. Denn nur, weil Kasamatsu zwei Jahre älter war als er selbst, hieß das noch lange nicht, dass er ihn beliebig durch die Gegend schubsen konnte; immerhin war er Kise Ryōta von der Teikō und das machte ihn zu etwas Besonderem.
Wie gesagt: hatte er gedacht.
An diesem Tag hatte er aber auch lange nachgedacht und zwar über das, was Kasamatsu zu ihm gesagt hatte: Du bist Kaijōs Neuzugang, Kise Ryōta.
Er war wütend gewesen. Er war nicht nur irgendein beliebiger Neuzugang wie die anderen Firstyears! Aber andererseits echoten die Worte Kaijōs Kise in seinem Kopf und ihr Klang gefiel ihm eigentlich ziemlich gut - er konnte es nur nicht zugeben. Immerhin war er Kise Ryōta. Er brauchte kein Team, um groß zu sein, sein Name klang schon von allein.
Es war dieser Einstellung verschuldet, dass er viel Zeit brauchte, um in diesem Team und in dieser Sporthalle anzukommen. Er war nie ausgegrenzt worden und man behandelte ihn genauso wie jeden anderen auch, aber in der Halle herrschte eine Stimmung, die ihm befremdlich war. Mit Teamgeist konnte er nicht viel anfangen. Auf der Teikō hatte zum Schluss jeder sein eigenes Ding gemacht, ohne den anderen in die Quere zu kommen - und Kise war da keine Ausnahme gewesen - und ein Team waren sie schon lange nicht mehr gewesen. Nebeneinanderher hatten sie funktioniert, aber nicht miteinander. Und diese Methode hatte sich bewährt und war erfolgreich gewesen, weshalb Kise nicht geglaubt hatte, etwas daran ändern zu müssen. Deshalb machte er sein eigenes Ding auch während seiner ersten Tage im Kaijō High Basketballclub.
Aber auf der Kaijō High funktionierten die Dinge anders als auf der Teikō.
Der Rest des Teams war wirklich ein Team, ein Miteinander, eine Einheit - ein großes Ganzes und wenn Kise dabei zusah, wie sie miteinander spielten, fühlte er sich nicht wohl. Er wollte auch dazugehören. Er wusste nur nicht, wie.
Mit Mädchen umgehen konnte er ganz hervorragend, er war ein Stern am Basketballhimmel und seine Modelkarriere hatte grade erst angefangen, doch er scheiterte daran, sich in dieses Team zu integrieren. Und das machte ihm zu schaffen. Er gab sich alle Mühe, verbrachte außerhalb des Trainings Zeit mit seinen Mitspielern, scherzte mit ihnen und lehnte nicht ein einziges one-on-one ab und manchmal fühlte es sich an, als wären sie alte Freunde; aber seine Senpai schienen einander immer näher zu stehen und er fühlte sich viel zu weit entfernt.
Es hatte ihn eine Weile des Nachdenkens gekostet, ein verlorenes Spiel gegen Aomine und viele Tritte von Kasamatsu, bis er begriffen hatte, dass es vor allem an der Zeit lag. Denn seine Senpai spielten schon über ein Jahr miteinander. Sie hatten Siege und Niederlagen gemeinsam erlebt, hatten zusammen trainiert, sich gegenseitig motiviert und genau das hatte sie zusammengeschweißt. Und weil Kise Teil des Teams war, würde auch er diesen Punkt irgendwann erreichen und wenn er in einem Jahr zurückblicken würde, würde er sicherlich feststellen, dass seine Zweifel unbegründet gewesen waren – das zumindest nahm er sich vor.

It's been a hard fought battle
Don't want to quit while I'm behind
Pouring salt in all my open wounds
I'm cut back down to size


Fast ein Jahr später, am letzten Tag seines ersten Schuljahres auf der Kaijō High, stand er in der Sporthalle, in der er Kasamatsu und die anderen kennengelernt hatte und in der alles seinen Anfang genommen hatte und stellte fest, dass ein Jahr viel zu kurz gewesen war.
Die Jacke seiner Schuluniform hatte er achtlos an die Seite gelegt, hatte sich einen Ball geholt und warf Körbe von der Drei-Punkt-Linie. Es war still in der Halle. Der Ball rauschte jedes Mal geräuschlos durch den Ring, ohne ein einziges Mal zu verfehlen und kam dann mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden auf. Kise holte ihn zurück, stellte sich in Position und warf einen nächsten Korb, während er wartete.
Er wusste nicht einmal, worauf er wartete.
Vielleicht darauf, dass die Zeit rückwärtslief, dass sein erstes Schuljahr erneut begann und er erneut die Zeit hatte, mit diesem großartigen Team zu spielen. Vor allem, um mit Kasamatsu-senpai zu spielen.
Aber Kasamatsu würde wegziehen, in einer anderen Stadt studieren und vielleicht erst in vielen Jahren zurückkommen - wenn überhaupt - und Kaijō würde niemals wieder so sein, wie Kise es kennengelernt hatte. Er müsste lügen, wenn er behauptete, dass er nicht neugierig wäre, was für neue Spieler sie im nächsten Jahr bekamen. Er freute sich darauf, selbst Senpai zu sein und den Neuzugängen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, so wie seine Senpai ihn immer unterstützt hatten, aber gleichzeitig fürchtete er sich vor dem Moment, in dem Nakamura zum ersten Mal das Jersey mit der Nummer 4 tragen würde, als neuer Captain des Clubs.
Kise wollte sein altes Team nicht aufgeben müssen. Er wollte Kasamatsu nicht aufgeben müssen. Das war sehr egoistisch, dessen war er sich bewusst, aber wenn Egoismus dafür sorgen konnte, dass das Team erhalten blieb und Kasamatsu nicht die Stadt verließ, dann war er gerne egoistisch. Aber so einfach war das Leben nicht; Egoismus hatte ihn selten weit gebracht. Das Schuljahr würde nicht länger dauern, nur, weil er sich stur weigerte, es enden zu lassen. Und Zeit lief nicht rückwärts. Nicht einmal für Kaijōs Kise.
Frustriert und trotzig wie ein kleines Kind prellte er den Ball auf den Boden und sah ihm zu, wie er davon rollte.
„Der Ball kann nichts dafür“, sagte Kasamatsu hinter ihm. Überrascht wirbelte Kise herum.
„Senpai“, sagte er langsam.
„Wir wollten ein Foto vom ganzen Team machen“, fuhr Kasamatsu unbeirrt fort. „Der einzige, der fehlt, bis du. Und wo finde ich dich? In der Halle, beim Körbe werfen, mit einem Gesicht als wäre es dein letzter Tag hier.“
Das Problem ist, dass es dein letzter Tag ist, dachte Kise, sagte es aber nicht. Er sagte auch nicht, dass er darüber nachgedacht hatte, dass das Team sich viel zu sehr verändern würde und er sagte auch nicht, dass Kasamatsu nicht in eine andere Stadt ziehen sollte. Stattdessen entschied er sich dazu, die Situation mit Witz zu überspielen.
„Ich dachte mir, dass irgendjemand hier Körbe werfen müsste, denn von euch macht das ja keiner. Dabei ist es in jedem Buch und in jedem Film so, dass die Senpai am Tag ihres Abschlusses in der Sporthalle stehen und melancholisch aussehen.“
„Am meisten wundert mich, dass du Bücher liest“, stichelte Kasamatsu - doch dann wurde sein Gesicht ernst und er betrachtete nachdenklich den Ball, der bis an die Wand unterhalb des Korbes gerollt war. Dann betrachtete er einen Moment lang Kises Gesicht und dann sagte er: „Es gehört dazu, dass das Team sich verändert.“
Kise sah ihn gleichermaßen überrascht und verwirrt an.
„Nakamura wird ein guter Captain“, fuhr Kasamatsu fort. „Ich kann nichts über die neuen Spieler sagen, aber ihr alle werdet das Team am Leben erhalten. Macht mir keine Schande.“
„Senpai, was…“, begann Kise, wurde jedoch unterbrochen.
„Glaubst du, du könntest mich täuschen, Kise? Ich werde dich treten, wenn du das glaubst. Dein Gesicht ist leichter zu lesen, als ein Kinderbuch.“
„Das ist wirklich…“, begann Kise erneut, nur, um erneut unterbrochen zu werden.
„Lass uns dieses Schuljahr mit Stolz, statt mit Trübsal beenden. Auch wenn wir es auf kein Treppchen geschafft haben, haben wir viel erreicht. Es gibt nichts, auf das wir nicht stolz sein könnten.“
Er war so selbstsicher. Er wirkte wirklich stolz und er strahlte eine Stärke aus, die Kise in diesem Moment nicht aufbringen konnte. Aber es war tröstend, dass Kasamatsu es konnte. Genau aus diesem Grund hatte Kise immer zu ihm aufgesehen und ihn respektiert, als Captain, als Senpai, als Freund. Denn Freunde waren sie - auch wenn Kise sich manchmal gewünscht hätte, dass das nicht alles wäre.
Es sollte nicht alles sein.
„Noch etwas“, sagte Kasamatsu mit einer Festigkeit in der Stimme, die Kise selten bei ihm gehört hatte - und das, obwohl Kasamatsu immer sehr selbstsicher auftrat. Diesmal jedoch schien diese Festigkeit in seiner Stimme nur eine Farce zu sein, denn seine Hände zitterten ganz leicht, als wäre er nervös, als er ganz langsam den oberen der beiden Knöpfe an seiner Schuluniform löste. „Ich werde nichts weiter dazu sagen“, fügte er hinzu, als er den Knopf mit aller Seelenruhe, und jetzt auch ohne zitternde Hände, in Kises Handfläche legte. Den obersten Knopf seiner Schuluniform - der Knopf, der seinem Herzen am nächsten war; die weitere Auslegung eines Brauchs, der mit Kaijōs Uniform nicht ganz korrekt auszuführen war.
Kise träumte, oder?
Völlig perplex schaute er auf den Knopf in seiner Hand, dann in Kasamatsus Gesicht und dann wieder auf den Knopf. Und dann wieder auf Kasamatsus Gesicht, das - wenn Kise nicht alles täuschte - ein kleines bisschen gerötet aussah. Er räusperte sich leise. Kasamatsu räusperte sich auch.
„Ich werde dich heute Abend anrufen“, sagte er. „Es wäre besser, wenn du bis dahin deine Sprache wiedergefunden hättest.“ Dabei warf er Kise einen Blick zu, als würde er im Leben nicht glauben, dass es dazu kommen würde, ehe er weitersprach: „Bist du dann so weit? Wir können kein Teamfoto ohne Kaijōs Kise machen.“
Kaijōs Kise. In diesem Moment klang es so unglaublich richtig.
„Ich komme sofort.“ Kise hatte seine Sprache jetzt schon wiedergefunden, auch wenn er das Gefühl hatte, seltsam zu klingen. „Ich muss nur mein Jackett holen. Warte, Senpai.“ Als er sein Jackett überzog, zog Kasamatsu seines aus, um es sich über den Arm zu hängen - und vielleicht war das ganz gut so, befand Kise, als er Kasamatsus Knopf in seiner Hosentasche versteckte.
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