Professor Layton - Onshot Sammlung

OneshotAllgemein / P6
Claire Clive Don Paolo Emmy Altava Hershel Layton Luke Triton
10.12.2015
29.10.2016
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Claire, Professor Layton und die verlorene Zukunft



 Ich sehe ihn. Den kleinen Jungen und daneben – ich kann es kaum glauben – Hershel. Tränen treten mir in die Augen, als ich den Zylinder auf seinem Kopf sehe. Er hat ihn also immer noch…

 Mit diesem wissenden Blick, der mich schon immer fasziniert hat, untersucht er jeden Zentimeter seiner Umgebung – ihm wird nichts entgehen, auch nicht meine Anwesenheit.

 Eigentlich sollte ich schnell verschwinden, aber für ein paar Sekunden will ich ihn einfach nur beobachten.

 Sein Gesicht, das sich innerhalb von zehn Jahren nicht verändert hatte... Für mich waren es bis jetzt zwei Monate gewesen, seit jenem Unfall, bei dem ich in die Zukunft geschickt wurde – für ihn waren es unglaubliche zehn Jahre!

 Ich sehe auf die Zeitungen in meiner Hand. Alles Ausgaben, die mir über seine Abenteuer der letzten Jahren Auskunft gegeben haben.

 Mein Blick wanderte wieder zurück zu ihm. Seine kleinen Knopfaugen haben mich noch nicht entdeckt. Ach, diese wunderbaren Augen…

 Zu gern würde ich jetzt zu ihm gehen, aber das geht nicht.

 Was sollte ich ihm sagen? Wie konnte ich ihm alles erklären, wenn ich mir selber nicht einmal so sicher war?

 Das einzige, was ich wusste, war, dass ich zehn Jahre in die Zukunft gereist war. Und hier begann es schon bizarr zu werden: Alle Leute, die ich befragte, erzählten mir, es wären bereits zwanzig Jahre vergangen seit der Unfall geschah. Und das Datum der Zeitung stimmt mit dieser Behauptung überein. Dabei bin ich mir zu hundert Prozent sicher, dass die Zeitmaschine auf zehn Jahre eingestellt war…

 Auch habe ich in einem Artikel gelesen, dass ich bei dem Unfall ums Leben kam. Ein kalter Schauer fährt mir über den Rücken. Wie kann das sein? Wie kann ich tot sein und gleichzeitig hier sein?

 So viele Fragen; so wenige Antworten.

 Ich habe keine Ahnung, aber eines ist klar: Irgendetwas stimmt hier nicht. Und bis ich nicht wenigstens einen blassen Schimmer habe, würde ich mich von ihm fernhalten und ihm aus dem Weg gehen.

 Langsam ziehe ich mich zurück, verswinde im Schatten der Seitengasse, drehe mich um…und laufe fast in die Arme eines Mannes hinein.

 „Entschuldigung, werte Frau, ich habe Sie nicht gesehen“, sagt dieser sofort.

 „Keine Sorge, ich…“ Mir verschlägt es die Sprache, als ich in ein bekanntes Gesicht sehe. Als ich in die Augen von Dimitri Allen sehe.

 Fassungslos starrt er mich an.

 Ich bin mir sicher, aber mein Gesicht sieht wahrscheinlich genauso aus.

 Dimitri Allan. Lange ist es her – zumindest für ihn. Sein Gesicht hat sich rapide geändert. Das lebhafte Glänzen in seinen Augen ist verschwunden. Er sieht erschöpft aus…nicht diese Art von Erschöpfung, die einen überrumpelt, wenn man einen anstrengenden Tag hinter sich hat, nein, es war eine seelische Erschöpfung.

 Dimitri Allen. Mein Laborpartner.

 Oh nein. Mit ihm habe ich hier überhaupt nicht gerechnet. Was soll ich jetzt tun? Für ihn gilt das gleiche wie für Hershel.

 Ich kann ihm nicht die Wahrheit sagen. Noch nicht.

 Schließlich fand er wieder seine Stimme. „Claire?“, stammelt er.

 Was soll ich nun tun?

  „Nein, ich bin C…Celest. Ich bin Claires Schwester.“ Und um seine Zweifel endgültig zu löschen, lege ich den Kopf schief, zupfe an einer Haarsträhne und sage: „Ich weiß, ich sehe ihr zum Verwechseln ähnlich.“
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