Asexualität

GeschichteAllgemein / P12
09.12.2015
09.12.2015
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Wichtige Vorbemerkung :

Dies hier ist ein Essay. Ich habe ganz bewusst nicht versucht, einen Sachtext zu verfassen. Das liegt daran, dass das Thema Asexualität noch viel zu wenig erforscht ist, um eine anständige Quellenauswertung vorzunehmen. Bücher über Asexualität gibt es zwar schon ein paar, aber die Bearbeitung des Themas steckt noch in den Kinderschuhen. Die meisten Quellen, die man darüber hinaus findet, wie beispielsweise Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, stammen von Betroffenen oder wurden über einen Betroffenen geschrieben, sodass sie jedenfalls nur eine persönliche Perspektive spiegeln. Insgesamt gibt es also jede Menge Subjektives, aber viel zu wenig Objektives. In ein paar Jahren wird das sicher anders aussehen, und dann wird es bestimmt auch massenhaft Sachtexte zum Thema Asexualität geben. Bis dahin müssen wir aber noch viele subjektive Ansichten sammeln, um daraus irgendwann eine einigermaßen objektive Tendenz filtern zu können. Dazu wiederum sind Essays über persönliche Perspektiven hervorragend geeignet. Deswegen möchte ich gern mit einem eigenen Text zur Informationsvielfalt beitragen. Da ich andererseits aber nicht möchte, dass jemand fälschlicherweise meine Ansichten für irgendwie allgemeingültig auch für andere Asexuelle hält, werde ich dennoch versuchen, an so vielen Stellen wie möglich auch meine Beobachtungen anderer Asexueller anzusprechen und zum Vergleich heranzuziehen, sodass ihr hoffentlich ein umfassendes Bild von der Thematik erhalten könnt.
Ich konnte in der Vergangenheit zu meiner Überraschung und natürlich auch Freude feststellen, dass wir hier allein auf fanfiktion.de vergleichsweise zahlreich vertreten zu sein scheinen, denn allein im Forum ist mir bislang eine gute Handvoll selbstbezeichneter Asexueller begegnet, und im gesamten Archiv finden sich allein den von mir gemachten Erfahrungen nach noch einmal ähnlich viele. Außerdem ist die Community hier im Vergleich gerade zum übrigen Internet eher überdurchschnittlich intelligent und tolerant und auch offen für „Freaks“ – schließlich sind wir Hobbyautoren ja alle irgendwie ein bisschen schräg. Deswegen denke ich, dass dies ein guter Ort für einen solchen Essay ist.
Nach einigem Überlegen habe ich mich auch entschieden, am Ende einen Mini-Glossar für ein paar von mir verwendete Begriffe anzuhängen, von denen ich glaube, dass ihr sie nicht kennt, nach denen ich euch aber aus verschiedenen Gründen nicht (nur) selbst googeln lassen möchte. Ich habe die Wörter nicht explizit im Text gekennzeichnet, denn ich denke, dass ihr sie allein findet.
Jetzt aber los, genug der Vorrede!



A) Einleitung

B) Worum geht es hier überhaupt?
I) Was ist Asexualität?
1. Definition
2. AVEN-Typen
II) Abgrenzung gegenüber Ähnlichem
1. Libidolosigkeit
2. Aromantik
3. Demisexualität
4. Zölibat
5. Antisexualität
6. Absolute Beginners
7. Körperliche „Unfähigkeit“
8. Traumatische Erfahrungen

C) Übliche Reaktionen auf die Aussage „Ich bin asexuell!“
I) Ich glaube dir kein Wort!
1. Das kommt schon noch!
a) Du bist noch zu jung, um zu wissen, wie es in deinem Inneren wirklich aussieht!
b) Du musst Sex erst probiert haben, bevor du wissen kannst, dass du nicht willst!
c) Ich weiß aus Erfahrung, dass sich das noch ändern wird!
d) Ach, das hab ich früher auch mal gedacht, dass sich meine Einstellungen nie ändern, das denkt man ja immer in jungen Jahren, aber letztendlich kann man das selbst gar nicht wissen und Andere können Einen viel besser erkennen!
2. Vielleicht war nur noch nicht der Richtige dabei?
a) Der kommt schon noch, und dann willst auch du!
b) Probier’s doch mal mit mir, ich zeig dir, wie toll es ist!
3. Bist du in Wahrheit homosexuell und traust dich nur nicht, das zuzugeben?
II) Aber warum denn nur?
1. Du kriegst nur Keinen ab und versuchst das zu vertuschen!
2. Hast du mal schlechte Erfahrungen gemacht?
a) War deine letzte Beziehung so furchtbar?
b) Hast du noch nicht die richtige Methode ausprobiert?
c) Bist du mal vergewaltigt worden?
3. Bist du so streng religiös?
4. Bist du irgendwie verklemmt oder so?
5. Was findest du daran so schlimm?
a) Hasst du Männer?
b) Hältst du Sex für schlecht?
6. Du willst dich doch nur aufspielen!
a) Du versuchst doch nur cool zu sein!
b) Und, hältst du dich jetzt für was Besseres?
III) Oh mein Gott, das ist ja schrecklich!
1. Was fehlt dir denn?
a) Hast du ein Hormonproblem?
b) Wie wär’s mal mit einer Therapie?
2. Musst du dann ewig allein bleiben?
a) Heißt das jetzt, du kannst nicht lieben?
b) Aber wie führst du denn dann eine Beziehung? Das sind doch nur Freundschaften!
3. Waaas? Du verpasst aber das Beste auf der Welt!
a) Sex ist doch toll!
b) Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Sex gesund bzw. zu wenig Sex ungesund ist!
4. Das passt mir aber jetzt nicht!
a) Aber du bist doch so heiß, du kannst uns doch nicht alle abweisen!
b) Schatz, das kriegen wir hin, wir arbeiten dran, und wir tun auch nichts, was du nicht willst! Irgendwann wirst du Sex wollen!
c) Worüber soll ich mich denn dann mit dir unterhalten?

D) Zum Schluss noch fünf Gleichnisse
1. Juckreiz und Sensation
a) Das Juckreizgleichnis
b) Was ist nicht nur angenehm, sondern hat Suchtpotential?
2. Apple und Kompatibilität
a) Das Apple-Gleichnis
b) Bedeutet Anderssein automatisch Krankhaftigkeit?
3. Technik für alte Menschen und Bedürfnisse
a) Das Technikbenutzungs-Gleichnis
b) Hat wirklich Jeder die gleichen Bedürfnisse?
4. Schokolade und die Akzeptanz von Andersartigem
a) Das Schokoladengleichnis
b) Wie reagiert ihr auf Sonderbares?
5. Harry Potter und der Kompromiss zwischen „Normalem“ und „Unnormalem“
a) Das Harry-Potter-Gleichnis
b) Wie funktioniert eine Beziehung zwischen Menschen mit völlig konträren Bedürfnissen in nur einem einzigen Punkt?

E) Anhang
1. Tipps für Asexuelle für Gespräche mit Nichtasexuellen
2. Miniglossar
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