So geschah's

von classic
GedichtHumor / P12
Dr. Heinrich Faust Mephistopheles
06.12.2015
06.12.2015
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Hallo,

es freut mich, dass ihr euch trotz des Titels und der Inhaltsbeschreibung (oder gerade deswegen) auf dieses Gedicht verirrt habt. Ich schrieb es noch zu Schulzeiten mit dem Hintergrund, vielleicht den gesamten Faust auf diese Art und Weise zusammenzufassen. Allerdings fehlen dazu die ersten beiden der drei Präludien und der Rest der Tragödie... Vor kurzem ist es mir wieder in die Hände gefallen und ich dachte mir, trotz all seiner Ungereimtheiten (ja, das ist in diesem Kontext ein extrem flacher und schlechter Witz) kann ich es hochladen und euch zum Lesen bereitstellen. ^-^

LG,

-lg-



So geschah‘s



Fehlendes Versmaß, unsaubere Reime, fragwürdige Interpunktion und verdrehter Inhalt präsentieren: Auftakt zur Tragödie – ein Extrakt.



Es ist ein ruhiger Tag im Himmel


Lobend singen dort drei Engel.


Sie preisen ehrfürchtig ihren Herrn


Anscheinend haben sie ihn furchtbar gern.


Von der andern Seite kommt Besuch herauf:


Mephisto – nun nimmt die Sache ihren Lauf:


Sagt immer nein, obwohl er’s besser weiß


Negiert alles und macht dem Herrn die Hölle heiß


Dieser bringt die Rede auf seinen Diener – ‘nen treuen


Den kann nichts als neues Wissen erfreuen


Der steckt in einer Sackgasse, auf seinen Wegen


Zuversichtlich, der Meister: Er wird’s schon gradebiegen.


Des Herrn Besuch und Gegenspieler behauptet: Nein.


(schon wieder!)


Und ist überzeugt: Das kann nicht alles sein.


So schließen sie, zum Ende, eine Wette


Um einen dritten, der es nicht gutgeheißen hätte.


Die Seele des armen Tropf wird aufs Spiel gesetzt,


doch das im Himmel keine Regeln verletzt.


*


Das Wettobjekt, ein Gelehrter, weilt in seinem Zimmer


Spricht mit sich selbst, der Inhalt wird immer schlimmer.


Er weiß gar alles und noch mehr


Doch innerlich ist er leer.


Alt und grau sitzt er auf seinem Stuhl


Und fragt sich, was er hier noch soll.


Die Magie lehnt ihn ab, verletzt ist er tief


Trotz jedes Widerstands wird er depressiv.


Nimmt sich vor in dieser Nacht Gift zu trinken


Und den andern künftig aus dem Grabe zuzuwinken


Doch sein Suizidversuch scheitert kläglich


Gift ist, für wahr, nur schwer verträglich.


Es wird zittrig wieder in den Schrank gestellt.


Fernes Glockengeläut habe seinen Geist erhellt,


Noch einiger Klängen Länge will er durchs Leben schreiten.


Hätt er sich doch umgebracht, statt Unheil zu verbreiten.

*