What about the Devil?

GeschichteDrama, Romanze / P18
Ben Daniel Faraday Desmond OC (Own Character) Richard Sayid
04.12.2015
17.04.2017
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"Hey, Shira. Ich glaube diese hier gehört dir."
Die Angesprochene drehte sich verwundert um und sah sich Sayid Jarrah gegenüber. Der Iraker lächelte leicht und hielt eine schwarze Reisetasche hoch.

"Danke, Sayid!", rief Shira glücklich aus und nahm ihm die Reisetasche ab.
"Ist etwas wertvolles drin, oder weshalb siehst du wie ein Kind an Weihnachten aus?"
Sie kniete sich neben ihre Reisetasche und zog den Reißverschluss auf. "Nein, nicht wirklich. Aber es ist einfach schön etwas aus dem alten Leben dabei zu haben."

Sie griff nach dunkelblauem Stroff und zog es hinaus. Es war ihre Uniform für die Winterzeit. Ihre Kollegen trugen noch alle die weiße Sommeruniform, doch Shira hatte die dunkelblaue schon immer lieber gemocht und somit war für sie der September der erste Wintermonat. Gedankenverloren strich sie über die goldenen Knöpfe und schließlich über die goldenen Streifen.

"Welchen Rang hast du?", fragte Sayid neugierig. "Zweiter Offizier. Zurzeit...und so wie es aussieht, bleibt es wohl auch einige Zeit noch so...", erklärte sie betrübt während der Iraker sich neben sie in den Sand kniete. "Keine Sorge, wir werden hier runter kommen."

"Du verlierst wohl nie den Optimismus, nicht wahr?"
Er zuckte mit der Schulter. "Sagen wir es mal so: Ich habe gelernt, dass Pessimismus einen nicht durchs Leben bringt."

"Nun kann ich immerhin das anziehen, was mir wirklich gehört und muss mich nicht bei Toten durchschnorren." Sie stockte und verzog das Gesicht. "Genug Optimismus?"
Er lachte. "Ohne das 'Toten' ja." Er stoppte kurz. "Würdest du mich entschuldigen? Ich muss noch etwas erledigen."

Sie nickte. "Klar, ich wollte mich sowieso umziehen gehen. Ich trage diese Klamotten schon viel zu lange."
Damit stand er auf und ging den Strand hinunter. Auch Shira stand auf und schleppte ihre große Reisetasche mit sich in den Dschungel. Eigentlich hatte sie sich nur etwas raussuchen wollen und den Rest hierlassen, doch dann hatte sie sich wieder an ein großes Problem erinnert. Ein Problem namens Sawyer. Shira hatte das Gefühl, dass dieser Kerl seit dem Absturz nichts anderes tat als Dinge zu horten und diese nicht mehr rauszurücken, dabei machte er auch keinen Halt vor Dingen, die ihm nicht gehörten. Um auf Nummer sicher zu gehen, nahm sie somit gleich alles mit und schlug sich durch das Dickicht hindurch bis sie einen schmalen Bach fand. Nach einem Blick nach allen Seiten, ließ sie die Tasche fallen und kramte darin nach Kleidung. Problem war nur, dass sie auf einer Schiffsreise bloß ihre Uniform, ein Abendkleid und ein paar bequeme Sache dabei hatte. Mit Jogginhose wollte sie nicht unbedingt durch den Dschungel laufen und das Abendkleid kam auf gar keinen Fall in die nähere Auswahl. Sie hatte somit noch ein luftiges Sommerkleid und ihre beiden Uniformen. Im Grunde wäre es einfacher sich weiterhin Klamotten anzuziehen, die andere nicht brauchten, doch sie wollte ihre eigenen Sachen tragen. Etwas vertrautes. Mit der Tatsache, dass sie zwar ihre Uniform nicht beschmutzen wollte, das Kleid jedoch nur bis kurz über ihren Hintern reichte, entschied sie sich dann doch für die nicht so geliebte Sommeruniform.

Ein weiteres Mal sah sie sich nach ungebetenen Beobachtern um, ehe sie sich ihrer Sachen entledigte und in ihre weiße Uniform schlüpfte. Als sie den letzten Knopf zugeknöpft hatte, wurde ihr ein weiterer positiver Aspekt an dieser Kleidungswahl bewusst: Damit fühlte sie sich selbstbewusst und stark. Etwas, was man unbedingt auf dieser Insel benötigte. Sie strich sich ihre blonden Haare aus dem Gesicht und band sie sich zu einem einfachen Pferdeschwanz nach hinten, ehe sie die bereits getragenen Klamotten in die Reisetasche stopfte und sich auf den Rückweg machte.
"Oh unser Chief ist ja wieder da!"

Shira kam aus dem Dschungel gestolpert und sofort war ihre Laune wieder auf dem Tiefpunkt angelangt, als sie Sawyer mit seinem nur allzu typisch breitem Grinsen sah. Wie konnte ein Mensch nur so nervig sein? Als würde es nicht schon reichen, dass er alles bunkerte, nein, er musste auch noch jedem einen Spitznamen verpassen. Wobei ihr 'Chief' noch lieber war als 'Sommersprosse' wie er Kate immer nannte.

"Ach halt den Rand, Sawyer", knurrte sie und ging schnurstracks an ihm vorbei und auf ihren eigenen Schlafplatz direkt am Rand zum Dschungel zu. Dort ließ sie ihre Reisetasche in den Sand fallen und sich gleich direkt daneben.

"Du hast deine Tasche gefunden!"
Diese Stimme ließ sie zusammen zucken und sie drehte sich zu Ethan um. Sie nickte und sah ihn skeptisch von oben bis unten an. "Was hast du denn gemacht, dass du so nass bist?"
Er lächelte schief. "Ich habe mich im Fischen versucht."

"Hast du dabei zufällig vergessen die Fische aus dem Wasser zu holen und nicht sie dich hinein?"
"Haha", machte Ethan emotionslos und verdrehte die Augen. "Ich wollte zu den Höhlen und Jin nach ein bisschen Fisch fragen. Hast du Lust mitzukommen?"

"Klar!", rief Shira eifrig nickend aus und Ethan half ihr wieder auf die Beine. Sie langweilte sich auf dieser Insel zu Tode. Nicht ohne Grund war sie Schiffsoffizier geworden. Dabei sah man immer was anderes und hatte auch immer etwas zu tun. Hier saß sie den größten Teil des Tages im Sand und drehte buchstäblich Däumchen. Daher war ihr jede Abwechslung herzlich willkommen auch wenn diese bloß eine Wanderung zu den Höhlen beinhaltete.

"Wir sollten uns beeilen", meinte Ethan nach einer Weile und warf einen skeptischen Blick zum Himmel hinauf. "Bald wird es anfangen zu regnen."
Shira schnaubte. "Es ist strahlendblauer Himmel. Es wird lange nicht regnen!"
"Um was wollen wir wetten?"

"Ich wette nicht", erwiderte sie.
"Also glaubst du selbst im Unrecht zu sein", befand er und sie verengte die Augen zu Schlitzen. "Ganz und gar nicht! Ich habe Recht du wirst schon sehen."
"Nein, du wirst sehen", erwiderte er und ging weiter.

Shira konnte bloß den Kopf schütteln ehe sie ihm hinterher eilte. Tatsächlich verschärfte er das Tempo enorm, sodass sie sich beeilen musste mit ihm Schritt zu halten. Nicht selten stolperte sie über eigenen Füße. Das alles erinnerte sie grade tierisch an ihr erstes Schiff, auf welchem sie gedient hatte. Die allwöchentliche Inspektion des Captains hatte dieser in solch einem rasanten Tempo durchgeführt, dass es schon beinahe einem Marathonlauf geähnelt hatten. Shira und die anderen Offiziere sowie der Chefsteward und der Arzt hatten sich damals fast wie tot gefühlt als die Inspektion endlich ein Ende gefunden hatte, während der Captain noch putz munter gewesen war. Ausdauer war einfach noch nie Shiras Stärke gewesen und dies zeigte sich nun schon wieder.

Plötzlich gab es einen lauten Knall und sie blieb wie versteinert stehen als es sich anfühlte als würde ein ganzer Eimer Wasser über ihrem Kopf ausgeschüttet wurde. Entsetzt starrte sie gen Himmel. Das Blaue war num dunkelgrau gewichen und ein regelrechtes Unwetter ging auf die Insel hinab. Zu allem Überfluss war auch noch Ethan stehen geblieben und grinste sie nun triumphierend an.
"Damit habe ich wohl gewonnen. Eine Belohnung werde ich mir später noch einfallen lassen."

Grummelnd setzte Shira ihren Weg fort. Sie hasste es, wenn er Recht hatte. Das Wetter auf dieser Insel spielte aber auch wirklich vollkommen verrückt! Jetzt wünsche man sich doch einen Regenschirm...

Doch dann fiel ihr noch etwas seltsames auf. "Ethan, wo sind wir?" Sie hatte den Weg zu den Höhlen schon oft hinter sich gebracht und dies war definitiv nicht der richtige Weg!
Auch Ethan blieb nun stehen und drehte sich langsam zu ihr um. Sein Gesicht war vollkommen emotionslos - ja schon beinahe abwesend. Urplötzlich begann Shiras Herzs schneller zu schlagen. Was lief hier ab? Was hatte er vor?

"Wir gehen nicht zu den Höhlen", befand er und sie merkte wie ihr Herz in die Hose rutschte.
"Was hast du vor?", fragte sie und konnte dabei den ängstlichen Unterton nicht unterdrücken.
"Habe keine Angst", sagte er und machte einen Schritt auf sie zu. Instinktiv trat sie einen Schritt zurück. "Was willst du von mir!?"

"Habe keine Angst", wiederholte er mit immer noch tiefen entspannter Stimme.
Da war es für Shira vorbei. Auf dem Absatz drehte sie sich um und sprintete tiefer in den Dschungel hinein. Immer weiter und weiter. Sie schlitterte über glitschige Steine, doch sie verringerte ihr Tempo nicht. Ganz im Gegenteil: Sie erhöhte er nur noch. Hinter sich konnte sie Ethan hören und Panik stieg in ihr auf. Was spielte er für ein Spiel mit ihr!?

Sie musste zurück zum Strand. Augenblicklich!
Doch plötzlich spürte sie an ihrem rechten Fuß etwas reißen. Sie erstarrte, doch da war es bereits zu spät.

Ein lautes Surren erklang, Ethan schrie ihren Namen und dann nur noch ein stechender Schmerz an ihrem Bauch. Sie keuchte auf und starrte fassungslos auf den Pfeil, welcher sich in ihr Fleisch gebort hatte und an welchem nun das Blut ihren Körper herabrann. Sie war gradewegs in eine Falle gerannt.
"Shira", keuchte Ethan und wie in Zeitlupe hob sie den Blick. Ethan stand bloß einen Meter von ihr entfernt und starrte sie mit purem Entsetzen an.

Sie schluckte schwer, ehe sie spührte, wie ihre Beine unter ihr nachgaben und grade rechtzeitig konnte Ethan sie auffangen, ehe sie auf dem Boden aufgeschlagen wäre. Sie verzog das Gesicht vor Schmerz. Ethan strich ihr beruhigend über die Wange. "Habe keine Angst, Shira. Ich helfe dir. Alles wird wieder gut."

Und die Angst vor ihm war wie weggeblasen. Es war wieder als wären die letzten Minuten nie geschehen. Sie glaubte ihm.
Mit Leichtigkeit hob er sie auf seine Arme. "Ich bringe dich an einen Ort, wo ich deine Wunde besser versorgen kann."

Sie klammerte sich an ihm fest und schloss ihre Augen, welche vor Schmerz bereits tränten. Doch dies alles währte nicht mehr lange. Sie spürte, wie Ethan durch den Dschungel rannte, doch dann wurde alles um Shira herum dunkel und sie verlor das Bewusstsein.
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