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Side-Stories aus Mittelerde

von Glacie
GeschichteHumor, Fantasy / P12
Aragorn Bilbo Beutlin Gandalf Legolas Thorin Eichenschild Thranduil
04.12.2015
06.06.2016
6
9.280
4
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
04.12.2015 1.166
 
So, ich hab mal Nikolaus gespielt und verteile vorzeitige Weihnachtsgeschenke an meine treuen Reviewer – dieses hier an Ifrit van Nox, von der ich zu fast jedem Kapitel was höre und deren Humor mich immer wieder motiviert weiter zu schreiben. Vielen Dank, ich freue mich dich als Leserin zu haben! Und natürlich hoffe ich das hier gefällt dir – die Idee war so goldig, dass ich gar nicht wusste welche der zig tausend Ideen in meinem Kopf ich aufschreiben sollte. Aber vielleicht greife ich das ja später nochmal auf ;)
Viel Spaß!

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„Drei Jahrhunderte! Drei Jahrhunderte seid ihr älter als er, und könnt ihn keine zwei Sekunden im Auge behalten?!“ Thranduil schritt erregt auf und ab, seine Augenbrauen ärgerlich zusammen gezogen. Die beiden Elben, die vor seinem Thron ehrerbietig auf ein Knie gesunken waren warfen sich einen fast verzweifelten Blick zu. „Er ist sehr schwer zu bändigen, mein König.“, wagte es Merion schließlich: „Es scheint, dass er sehr... nun, lebendig ist.“
Sofort durchbohrte ihn Thranduils Blick und er wünschte sich er hätte nichts gesagt. „Das ist kein Grund ihn mit der Schleuse zum See spielen zu lassen! So viele Fässer sind nicht mehr kaputt gegangen seit der letzten Orkattacke und DAS ist eine Weile her!“ Emlahir, der neben seinem Freund kniete schluckte. „W-Wir waren nur eine Minute weg, um den Zimmermädchen zu sagen, dass sie die Fee wieder aus der Playmobil-Burg rauslassen sollen...“, versuchte er zu erklären.
Doch der Zorn des Königs wurde nicht besser. „Wozu habe ich eigentlich zwei meiner besten Leute abgestellt, ihr wollt mir doch nicht etwa erzählen, dass ihr Heere führen könnt, aber nicht in der Lage seid ein einziges Kind unter Kontrolle zu halten!?“
Betretenes Schweigen. Dann irgendwann ein leises: „Naja... doch, mein König.“

Schwer seufzend schritt Thranduil kurz darauf durch die Gänge. Egal wen er einstellte, um auf seinen Sohn aufzupassen, er schaffte es doch jedes Mal irgendetwas anzustellen. Er hatte es in seinem Ärger verschwiegen, doch Merion und Emlahir hatten den Rekord gebrochen: Fast eine Woche war es still um den jungen Prinzen gewesen.
Doch diese Ruhe war nun wieder vorbei und er musste sich dringend etwas überlegen. Offenbar kam Legolas sehr nach seiner Mutter, ein kleiner Wildfang, der tat, wonach ihm der Sinn stand. Als Prinz konnte er sich das nicht erlauben. Nur leider interessierte ihn das nicht die Bohne.
Als Thranduil das Kinderzimmer betrat rannte sein Sprössling gerade laut schreiend im Kreis, einen riesigen Kriegsbogen in der Hand. Als er ihn sah ließ er ihn fallen und sprang ihm entgegen. „Adar!“, rief er strahlend und sofort schmolz Thranduils Strafpredigt dahin wie Schnee in der Sonne. „Arm, Arm!“, rief der Kleine und hängte sich kurz darauf hochzufrieden an den Hals seines Vaters, der verzweifelt versuchte streng auszusehen.
„Legolas-“, setzte er an, doch die großen blauen Augen, die ihn fragend und unschuldig wie ein Engelchen ansahen ließen ihn verstummen. Seufzend stieg der König über einige Plüschorks hinweg und ließ sich auf das mit Spielzeug übersäte Sofa sinken, wo er den Kleinen auf seinen Schoß setzte. „Hör mal, du kennst du Emlahir und Merion, oder?“ Begeistert nickte der Prinz. „Au ja, die sind lustig! Man kann ganz toll verstecken spielen mit ihnen!“
„Sie sind sehr nett zu dir, nicht wahr? Aber dann musst du auch nett zu ihnen sein. Und wenn sie sagen, dass du was nicht machen sollst, dann musst du auf sie hören, weißt du?“ Riesige Kinderaugen voller Unwissen erwiderten seinen Blick. „Aber der einzige, der sowas weiß, ist doch Arda.“ Thranduils Wangen färbten sich rot und sein Vaterstolz erreichte innerlich neue Rekorde. Dennoch riss er sich zusammen. „Natürlich, aber ich habe ihnen beigebracht, was man machen darf und was nicht, weißt du? Deswegen ist es ganz wichtig, dass du gut hörst, wenn sie sagen, dass du was nicht darfst, okay?“
Eine Weile überlegte der kleine Prinz mit hochernster Miene. Dann nickte er. „Okay, Arda.“, sagte er und strahlte ihn glücklich an. Hochzufrieden lächelte Thranduil ihn an und verbrachte den Rest des Nachmittags damit kryptische Bauanleitungen für Lego-Labyrinthe zu entźiffern.


Und es ging gut. Ein paar Tage. Eine Woche. Beinahe zwei. Dann kam eine Wache in Thranduils Arbeitszimmer getaumelt und brach zusammen, noch bevor sie salutieren konnte. Aus dem einfachen Grund, dass sie die letzte Stunde damit zugebracht hatte kreischend vor einem riesigen Felsbrocken davon zu rennen, der sich auf einer Baustelle gelöst und die Arbeiter daraufhin durch die Gänge getrieben hatte.
Als Thranduil den Ort des Geschehens erreichte standen Emlahir und Merion unten an einem Baugerüst, sichtlich mit den Nerven am Ende. Legolas stand vor ihnen und sah seinen Vater unschuldig an. „Sie haben nicht gesagt, dass ich nicht mit dem Seil spielen darf!“, rief er sofort, als er ihn sah: „Ich hab alles richtig gemacht!“
Der Baumeister rannte im Hintergrund umher und versuchte die Gesamtkonstruktion vor dem Zusammenbruch zu retten. Die Bauarbeiter kletterten langsam von diversen Höhen, auf denen sie Zuflucht vor dem Stein gesucht hatten. Eine Wache versuchte erfolglos ihren komplett verbogenen Helm abzunehmen. Merion lehnte an Emlahirs Schulter und weinte. Und Thranduil kam in diesem Moment eine Idee.


Einige Zeit später:

„Nein Legolas, du darfst Leuten keine Knoten in ihre Bärte machen.“
„Tut mir leid, Arda.“
Rasch flitzte der Kleine die Stufen hinauf und setzte sich brav wieder auf die Armlehne des Throns, auf dem sein Vater mit königlich überschlagenen Beinen seine Audienzen durchführte. Der Anführer der zwergischen Delegation hätte mit seinem Blick töten können, wenn da nicht die großen unschuldigen Augen des Prinzen gewesen wären. Er schluckte seine Wut hinunter und sah wieder zu Thranduil.
„Wie ich eben erwähnte, wenn Ihr Euch weiterhin weigert...“
Während das Gespräch weiter ging wanderte der Blick des jungen Elben über die äußerst interessante Gruppe der Besucher und schneller, als irgendjemand etwas unternehmen konnte, war er wieder hinunter gehuscht und zog einem von ihnen am Helm. Der fiel laut scheppernd zu Boden, was den Prinzen dazu veranlasste erschrocken die Seite zu wechseln und stattdessen den Met-Schlauch aufzuschrauben, und am Inhalt zu schnuppern. Dann fielen ihm die Bartperlen auf und er versuchte fasziniert eine davon heraus zu holen, um sie bewundern zu können.
Die Zwerge blieben still stehen und versuchten angestrengt, den Kleinen zu ignorieren, doch umso länger es andauerte, um so nerviger wurde es. Als der Wortführer kurz vor dem Explodieren stand schnalzte Thranduil mit der Zunge. „Legolas“, meinte er in väterlich tadelndem Ton, „Lass das bitte. Das sind richtige Leute und kein Spielzeug, egal, wie klein es ist.“
Der Elbling machte große Augen, kehrte aber (mitsamt einer erbeuteten Bartperle) wieder auf seinen Platz zurück, während der bestohlene Zwerg hochrot anlief. „Erzieht gefälligst Eurer Balg besser!“, schäumte er.
Und Thranduil lächelte nur herablassend. „Bin doch schon dabei.“, entgegnete er nur, mit einem amüsierten Funkeln in den Augen.

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Jaja, so ist Legolas groß geworden und das Königreich war endlich sicher vor seinen Eskapaden. Die bekamen dafür alle anderen ab. Thranduil nahm ihn einfach überallhin mit und amüsierte sich königlich, während der Staatsgeschäfte. Aber immerhin war Legolas danach ausgezeichnet erzogen. Es hat nur ein oder zwei Jahrhundertchen gedauert... ;)
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