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Der Rhythmus liegt im Herzen

von CaroK
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16
Himuro Tatsuya Kagami Taiga Kise Ryōta OC (Own Character)
04.12.2015
10.08.2016
58
154.676
9
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63 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
03.07.2016 4.328
 
Hallo meine Lieben! °˖✧◝(⁰▿⁰)◜✧˖°
Es hat wieder etwas länger gedauert aber, ich habe auch wirklich lange an dem nachfolgenden Kapitel überlegt.
(。•́︿•̀。) Die Idee war schon länger aber...es umzusetzen...o.o
Tjaja hier ist es aber dennoch! d=(´▽`)=b
Ich wünsche Euch viel Spaß beim lesen!! ໒( ͡ᵔ ▾ ͡ᵔ )७
Eure caro <3

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Kagamis Sicht


Ich zitterte am ganzem Leib. Mir war nicht kalt, eigentlich spürte ich gar nichts. Das war ein Traum...Wieso war es keiner? Trüben Blickes stieg ich aus dem Wagen und starrte leer zu dem Klinikum. Benommen taumelte ich auf diese zu. Wer mich gefahren hatte, wusste ich gar nicht mehr. Als ich das sterile Gebäude betrat, war noch helle Aufruhr und einige Polizeibeamten waren vor Ort. Sie redeten mir Aisu, der mit Kiyomi im Krankenwagen mitgefahren war.
„Kagami-Kun.“ Im ersten Moment versuchte ich, Kuroko zu ignorieren. Ich wollte jetzt mit Niemanden sprechen, doch er packte dann meinen Unterarm und drehte mich zu sich.
Erschöpft schaute ich zu ihm hinunter und machte einen Schritt zurück, um mich von ihm löse zu können.
Katsuro war bei ihm. Gott behüte, ihm konnte ich jetzt wirklich nicht gegenübertreten und dennoch war es unvermeidlich.
„Taiga-ya-“, setzte er an doch unterbrach ich ihn sofort und drehte mich weg. Ich hatte doch selbst keine Ahnung was geschehen war!
„Ich...weiß nicht was ich gesehen habe. Als ich bei ihr angekommen war, lag sie schon am Ende der Stufen. Ich weiß es nicht okay!?“, brachte ich mit Tränen erstickter Stimme heraus und glücklicherweise verlangten sie auch nicht mehr von mir zu hören.
Nichtsdestotrotz gab es da eine Sache, dich ich irgendwie nicht verschweigen konnte...
„Da war ein Mann.“, murmelte ich nur kleinlaut. „Keine Ahnung ob er was damit zu tun hatte, aber er kam aus ihrer Richtung...“, fügte ich missmutig an und ballte meine Fäuste.
Mein Schatten zog mich in Richtung einer Bank und setzte sich mit mir. Der Weiße ging derweil zu seinem Onkel.



Katsuros Sicht


Es gab keine Worte die hätten beschreiben können, was ich in Moment fühlte. Über den zustand meines Zwillings war noch nicht viel bekannt nur, das die Platzwunde am Kopf sehr wahrscheinlich durch den Treppensturz verursacht wurde und sie sich durch den Schock wohl ein Stück ihrer Zunge abgebissen hatte. Allein der Gedanke ließ mich erschaudern doch war dafür nun keine Zeit!
Kurz bevor ich bei Aisu angekommen war, trat ein Arzt in die Lobby und schaute sich suchend um. „Sind Angehörige von Kurrashikku Kiyomi anwesend?“, erkundigte er sich angemessen lautstark und hob dabei ein Blatt seines Klemmbrettes an.

Aisu und ich stürmten natürlich sofort auf den Mediziner zu und bleiben knapp vor seiner Nase stehen. „Ich bin ihr Onkel, Ona Aisu! Das ist ihr Zwillingsbruder, Kurashikku Katsuro.“, erklärte sich Aisu hektisch und sah den Mann stechend an.
„Nun gut Herr Ona, ich bin froh ihnen mitteilen zu können, dass Miss Kurashikku außer Lebensgefahr ist dennoch, hat sie mehr Blut verloren als uns lieb ist.“, kommentierte er sachlich und ließ uns aufatmen.
„Da dies ein Notfall war, mussten wir die Formalitäten weiter hinten anstellen dies würde ich nun gerne nachholen. Sie sagten sie seien der Onkel, auch der Erziehungsberechtigte?“, informierte er sich weiter und zückte einen Stift um etwas zu notieren.
„Nein, aber sie lebt bei mir. Ihr Vater hat geschäftlich in Amerika zu tun.“, entgegnete Aisu nur knapp.

„Ich verstehe. Können wir ihn kontaktieren?“, fragte er weiter und lugte über seinen Brillenrand.
„Hai, dass habe ich schon erledigt, er befindet sich momentan in Japan.“
Der Tonfall, indem er sprach irritierte mich ein wenig. Es klang beinahe so, als würde er diese Tatsache verabscheuen.
„Gut...Dann muss ich wissen ob die Patientin, irgendwelche Allergien hat oder Medikamente einnimmt.“, fuhr er fort. Irgendwie mochte ich ihn nicht...
Hinzu kam, dass ich dieses Gespräch als Zeitverschwendung empfand. Wenn Kiyomi doch außer Lebensgefahr war, wieso durften wir dann nicht zu ihr?!
„Nein nimmt sie ni-“, wollte ich hitzig entgegnen doch kam mir Aisu zuvor und unterbrach mich.
„Ja, sie nimmt täglich 10 mg Haloperidol, 10 mg Sulpirid und 20 mg Olazepin.“
Entgeistert schaute ich zu ihm. Er wich meinem Blick aus.
Wieso wussten Akuma und ich nichts davon? Und weswegen, musste sie eine so hohe Dosierung nehmen? Was waren das eigentlich für Pillen?!
„Aisu...?“, setzte ich flüsternd an. Er hörte mich, das verriet mir ein Zucken seiner Schläfe.
„Nun das wäre fürs Erste alles. Ich bitte sie jedoch abrufbereit zu bleiben, nur für den Fall.“
sScheiße ging mir dieser Sack auf die Eier! Was sollte dieses emotionslose Getue?!
„Natürlich, ich danke ihnen.“, erwiderte mein Onkel nur höflich und verbeugte sich sogar.

„Aisu, was soll der Mist?!“, pferchte ich ihn zusammen, als der Arzt wieder verschwunden war.
„Was sind das für Medikamente? Und wieso nimmt Kiyomi sie?!“, verlangte ich zu wissen doch schaute er mich noch nicht einmal an.
„Aisu!“ Nun wurde ich langsam sauer. Ich spürte das Adrenalin und mir wurde schwindelig.
Ein stabilisierender Griff, hielt mich auf den Beinen, doch war dieses Gespräch noch nicht beendet.
„Was ist hier los?! Wieso bist du sauer auf Papa?“, harkte ich weiter nach doch blieb Aisu stur und antwortete nicht.
Ich begann wie ein kleines Kind zu zappeln und wollte mich losreißen.
„Katsuro beruhige dich mal, ja?!“, zischte er herrisch und ich zuckte zusammen. So kannte ich ihn nicht...Eingeschüchtert hielt ich still.
„Du kannst das nicht von mir verlangen...Kiyomi ist meine Schwester! Wenn sie Krank ist, will ich das wissen!“, murmelte ich ernst, worauf ich ein Seufzen meines Gegenübers vernehmen konnte.
„Das war nicht meine Idee..Sie will nicht das ihr es erfahrt.“, grummelte er nur widersinnig und ließ von mir ab.
„Was soll das bedeuten, sie will es nicht?! Was will sie nicht? Weiß Papa darüber Bescheid?“ Das meine Fragen ihn um die letzten Nerven brachten, war mir durchaus bewusst...
Er wollte gehen, ich hielt ihn auf und da war er. Ein Gesichtsausdruck, den ich bisher nur ein einziges Mal gesehen hatte. Aisu hatte ihn gegen Vater gewendet als sie sich stritten. Worüber wusste ich gar nicht mehr genau, es war mitten in der Nacht gewesen und sie hatten mich durch ihre Diskussion geweckt.

„Dein Vater ist der verdammte Grund, weswegen sie diese Pillen doch überhaupt schlucken muss!“, brach es plötzlich aus ihm heraus und er wurde abrupt bleicher im Gesicht.
Stirnrunzelnd machte ich einige Schritte nach hinten und schüttelte den Kopf. „Was...redest du denn da?“
Weswegen ich mich ausgerechnet in diesen Moment zu der, sich öffnenden Schiebetür drehte wusste ich nicht, doch erkannte ich meinen Vater der sich durchatmend seinen Übergangsmantel auszog und sich dann durch die Haare fuhr.
So gelassen...
Meine Augen wurden leerer und meine Aufmerksamkeit richtete sich unbegründet auf Taiga. Dieser war geradezu von Panik bestimmt, als er diesen ebeso- Erkannte? Moment...Sie waren sich nie begegnet also wieso-
Meine Pupillen weiteten sich und zuckten wirr hin und her.
„Nein...nein, nein...“, kam es mir stockend über die Lippen und ich merkte wie sich das Blut in meinem Kopf staute. Das war ein schlechter Scherz...Er würde doch nie...Das könnte er nicht.
Meine Gedanken überschlugen sich und musterten den hochgewachsenen Mann genauer. Keine Spur von hetzte...Seine Tochter hatte einen Unfall und er kam verspätet und in aller Ruhe, in das Krankenhaus in das sie eingeliefert wurde?

Aisu bemerkte wohl meine Blickt und versuchte mich noch aufzuhalten, doch im nächsten Augenblick, rannte ich schon auf meinen Vater zu und holte mir meiner Faust aus.
Auch als er am Boden lag, machte ich keinen halt und stürzte mich schon fast wie ein Tier über ihn. Immer und immer wieder schlug ich auf ihn ein und schrie benommen.
„Warst du das?!“ Tränen stiegen in meine Augen und ich packte ihn an seinen glattgebügelten Kragen.
„ICH HAB GEFRAGT OB DU DAS KYIOMI ANGETAN HAST!? JETZT ANTWORTE SCHON!“ War es Aisu der mich weggerissen hatte? Jedenfalls fand ich mich in einen festen Griff von ihm wieder und meine Muskulatur wurde mit einem Mal schlapp. Die Menschen um uns herum sahen schockiert zu uns und begannen zu nuscheln.
„HÖRT AUF ZU GLOTZEN!“, brüllte ich wütend und erbrach mich gleich darauf. Alles drehte sich und ich fiel kurzatmig zurück zu Aisu.
Es war das Adrenalin, dass meinen Körper übermannt hatte aber auch die Vorstellung das Vater Kiyomi so etwas antun konnte. Wer war dieser Mann?  Und wie konnte ich mich einem Bruder schimpfen, wenn ich all die Jahre nichts gemerkt hatte?! War noch etwas derartiges geschehen? Natürlich! Aisu meinte doch, dass sie nur die Medikamente wegen ihm nehmen musste...Also was hatte er ihr noch angetan?!



Aisus Sicht

Das Katsuro in einem Adrenalinschub auf mehr Kraft zurückgreifen konnte, war mir durchaus bewusst aber ich hatte ja keine Ahnung welches Ausmaß dies tatsächlich annehmen konnte.  
Nachdem ich es geschafft hatte von Takeru herunter zuziehen und er sich übergeben hatte, wurden schließlich auch einige Schwestern und Ärzte aufmerksam und schoben sich an den Leuten, die diese Situation beobachtet hatten, vorbei. So schlapp wie der Weißhaarige war, konnte es zum Problem werden ihn einfach weiterzutransportieren, weswegen zwei Krankenpfleger ihn auf eine Trage legen wollten.
Mein Bruder rappelte sich derweil wieder auf und richtete sich missmutig.
Unsere Blicke trafen sich und sprachen dabei zueinander. Ein selbstgefälliges Grinsen legte sich auf seine aufgeplatzte Lippe und er atmete zufrieden aus.
„Was machst du denn für ein Gesicht, Brüderchen?“, schnurrte er und kam auf mich zu.
„Was hast du getan?“, entgegnete ich skeptisch und schmälerte nachdrücklich meine Lider.
Seine rechte Hand legte sich auf meine Schulter auf und er beugte sich regelrecht provokant zu meinem Ohr hin.
„Wieso so eine Trübsal? Hat sich die Hure etwa beim Sturz was gebrochen?“, heuchelte er amüsiert.

Augenblicklich drängte ich ihn von mir weg und erwiderte einen hasserfüllten Blick.
„Bisher habe ich es akzeptiert...bisher war ich wegen den Jungs und wegen Kyiomis Bitte nachsichtig mit dir...Dachte das mein Bruder nicht so ein verflucht großes Arschloch sein kann aber...jetzt...“, gab ich bedrohlich von mir. In der Mimik meines Gegenübers, tat sich wie gewohnt nichts, er drehte sich lediglich unbeeindruckt herum.
„Was hast du schon in der Hand? Es würde Aussage gegen Aussage stehen und meine Anwälte sind wirklich gut darin, meinen Gegner die Seele aus dem Leib zu reißen. Denkst du, nur weil du mein Bruder bist, nehme ich Rücksicht? Gott behüte. Du bist genauso ein Narr wie eh und je...Außerdem-“
„Du wurdest gesehen.“, unterbrach ich ihn ruhig und überkreuzte schmunzelnd meine Arme.
Dieser überraschte und zugleich unsichere Ausdruck in seinem Gesicht, war nach all den Jahren purer Erfolg.
„Dachtest du, du bist der einzige, der solche Spielchen spielen kann? Wen hast du hier als Narr dargestellt?“, raunte ich und flanierte zu ihm hinüber.
„Schach ist ein sehr interessantes Spiel, so meintest du doch? Nun...was passiert wenn der vermeintliche König, doch nur ein törichter Bauer ist?“, fragte ich ihn und sah ihn direkt an.
Ein lachen erhalte den Raum und ließ erneut die Aufmerksamkeit, auf uns richten.
„Jemand soll mich gesehen haben? Wobei denn? Mucke nicht so auf, dass steht dir nicht. Ich habe schon zulange die Fäden in der Hand als das ich mir jetzt von meinem kleinen Bruder-“, setzte er belehrend an und wollte seine Hand auf meinen Kopf auflegen. Herrisch packte ich diese jedoch und funkelte ihm gefährlich entgegen.

„In dem Auto...“, hauchte ich nur flüsternd entgegen und seine Reaktion bestätigte eine dunkle Vorahnung.
Ich wollte dem keinen glauben schenken...Jahrelang hatte ich es als Unfall abgestempelt, doch brachte mich Kagami zum nachdenken und ich fing an zu recherchieren. Viel konnte ich bis heute noch nicht herausstellen, waren seit dem erst knapp drei Tage vergangen, jedoch reichte es um Takeru aus seinem Versteck zu locken.
„Hast du Kimiko umgebracht?“,verlangte ich nun zu wissen und wurde im nächsten Moment schon an meinem Shirt gepackt.
Eine unbändige Wut stieg in mir auf doch, war ich gleichzeitig so erschüttert, dass ich mich nicht wehren konnte. Mein Körper taumelte schlaff gegen die Fensterfront, die durch den Aufprall einen Riss zeichnete.  
Verständnislos sah ich wieder zu ihm. Es herrschte stille. Die Patienten, sowie die Schwestern und anderen Mediziner verließen- oder kamen in die Lobby hinein.
„Ona-Sensai!“, brachte einer meiner Truppe beruhigend entgegen allerdings würde man dies hier nicht mehr aufhalten können.
Als würden wir beide wissen was nun auf uns zukam, setzten wir uns in Bewegung und gingen aufeinander los. Immer wieder rüttelte ich ihn und schlug gegen seinen Kiefer.
„WIESO HAST DU DAS GEMACHT?!“
Stumm wehrte er nur alles ab und konterte meine Angriffe. Weder er noch ich waren defensiv gewesen, was diese Rauferei schnell aus den Ruder liefen ließ.
Beiläufig bemerkte ich, die Gesichter von Tetsu-tan und Kagami, allerdings war es nun zu spät.
Im nächsten Augenblick vernahm ich ein Knacken welches kurz darauf, von einem lauten Klimpern übertönt wurde. Ich merkte den Luftzug an meinem Ohr und spürte dann auch schon lauter kleine Stiche, die sich in meine Seite rammten.
Ein heller Aufschrei einer Frau, riss mich aus dieser Trance und mir wurde klar, dass wir durch die Glasscheibe gebrochen waren.
Schwer atmend rauften wir uns wieder auf, doch war unser weg hier nicht zu Ende. Im Gegenteil!



Sachikos Sicht

(Kurz zuvor)

Meine Augen brannten förmlich und ich versuchte tapfer die Tränen zurück zu halten. Als wir Kagami gehört hatten...Dieser Schrei war so unglaublich in Kummer getränkt, dass es mich sofort gepackt hatte und in ein finsteres Loch fallen ließ.
Bei ihm angekommen, erkannte ich zwischen den Menschenauflauf nur, dass Kiyomi in seinen Armen lag. Sanitäter waren in diesem Zeitpunkt auch eingetroffen und nahmen sie in ihre Obhut. Weder Aisu, noch Akuma oder Katsuro, konnte ich in diesen Augenblick in die Augen sehen. Die Brüder standen sogar direkt neben mir, aber allein diese Aura zu spüren war...

„-iko-cchi, Sachiko-cchi!“ Erschrocken fuhr ich zusammen und drehte mich verwirrt zu dem Blonden um. Er drückte meine Hand und musterte mich besorgt. „Ihr wird es sicher gut gehen ja?“, versuchte er mich zu beruhigen und ich lächelte ihn, für diese liebevolle Geste, warm zurück.
Zittrig seufzte ich und erwiderte den Griff hilflos. Wir wussten immerhin noch nicht wie es Kiyomi ging, geschweige denn, was denn überhaupt passiert war.

Um mich abzulenken, ließ ich meinen Blick schweifen. Mein Bruder, sowie Aomine, Saki und Masaki, hatten uns begleitet. Teppai, Riko und Hiyuga ebenso. Dies waren alles Menschen bei denen es nicht von belang war, nach dem Grund zu fragen. Aber wieso war auch der Trainer der Too mit uns gekommen? Wegen Daiki-chan? Sie unterhielten sich doch, huschte auf Seiten des Trainers, ab und an ein flüchtiger Blick zu Masaki hinüber. Unsicher wollte ich diese darauf aufmerksam machen, doch vernahm ich abrupt zwei Arme die sich um eine Taille schlangen und mich nach hinten rissen. Im ersten Augenblick war ich geschockt, doch dann wurde mir bewusst, dass ich dabei nur von Glück sprechen konnte. Genau vor uns war das Fenster geplatzt beziehungsweise, hatten sich zwei Männer durch dieses gestürzt.



Kises Sicht

Sachiko so zu sehen war unglaublich schwer. Natürlich war es verständlich jedoch, umso belastender...
Niedergeschlagen ließ ich wieder meinen Kopf sinken, als sie meinen erneuten Versuch zur Aufmunterung, niederschmetterte. Das ich nicht in der Lage war meine Freundin zu beruhigen, verunsicherte mich enorm. Nachdenklich kickte ich einen kleinen Stein vor meinen Füßen her und beobachte seine ungleichmäßigen Sprünge. Endlich hatten wir das Krankenhaus erreicht und ich warf einen belanglosen Blick ins innere. Perplex blieb ich stehen als ich die Szene beobachtete, doch schaltete ich schnell genug und zog Sachiko zurück. Wir landeten zwar auf dem Boden aber ich konnte sie abfedern. Verwundert blickte ich vor uns und erkannte...Aisu-cchi?! Prügelte er sich dort tatsächlich mit seinem Bruder?!
Kopfschüttelnd widmete ich mich nun jedoch erst einmal Sachiko. Murasakibara hatte sich zu uns gekniet und scannte prüfend ihren Körper ob sie sich verletzt hatte.
„Alles okay Nee-chin?“, erkundigte er sich besorgt.
„H- Hai...“, bekam er unsicher zur Antwort und Angesprochene drehte sich zu mir her. „Ryota! Geht es dir gut?“, fragte sie glatt panisch und legte ihre Hand an mich.
Konfus schaute ich ihr entgegen und schmunzelte ein wenig. Ich musste mich wohl noch ein Stück weit daran gewöhnen, dass sie mich so nannte.
„Ja und du hast dir wirklich nicht wehgetan?“, harkte ich erneut nach, während wir uns langsam wieder aufrichteten.
„Aber nein! Du hast meinen Sturz doch gefedert!“, entgegnete sie nur und nahm dann meinen Arm zu sich, der nun durch eine Schramme gezeichnet war.
„T-tut es sehr weh und was ist überhaupt hier-?!“; gab sie aufgebracht von sich doch bemerkte sie jetzt scheinbar auch, was genau hier passiert war.

Katsunori, der Trainer der Too schlängelte sich an uns vorbei und schaffte es tatsächlich Aisu und Takeru voneinander zu trennen. Wir anderen blieben nur wie paralysiert zurück und betrachteten die Situation tatenlos.


Aisus Sicht

Das sich ausgerechnet Harasawa zwischen uns stellte, ließ mich für einen Moment verharren.
„Was machst du hier?“, erkundigte ich mich verwirrt und blickte hinter mich. Was hatten die alle hier zu suchen?!
„Was in aller Welt, ist in euch gefahren?!“, herrschte es nur zurück und ich widmete mich wieder dem vor mir. Meine Fragen zu ignorieren, war schon immer eine Spezialität gewesen...
„Da bist du ja endlich...So ein Glück, mit dir wollte ich so wieso noch reden ehe ich wieder fliege.“, merkte mein Bruder an und richtete sich wieder auf.
„Du gehst nirgendwo hin, haben wir uns verstanden!“, wies ich ihn zurecht und wollte mich wieder auf ihn stürze doch hatte es keinen Zweck.
Harawasa hielt mich unabdingbar auf, weswegen ich mich entschied ruhe zu halten.
„Was willst du von mir?“, fragte er Dunkelhaarige und fixierte erneut Takeru.
Anstatt zu antworten, holte er eine Packung Kippen hervor und entnahm eine um sie sich anzuzünden.
„Wie viele Kinder sagtest du hast du Katsu-chan?“
Stirnrunzelnd wich ich zurück, damit ich endlich aus dem lästigen Griff befreit wurde.
„Was soll denn jetzt der Scheiß? Und wie nennst du ihn eigentlich?“
„Halt dich daraus Zwerg. Um dich kümmere ich mich später. Ich rede mit dem Bastard vor dir.“, zischte mein Bruder bestimmend und nahm einen kräftigen Zug.
„Und? Deine Antwort? Oder bist du zu feige, die Affäre mit meiner Frau zuzugeben? Ich muss sagen, sogar für mich war es schwer herauszufinden. Mein verdacht ging ja zuerst auf deinen Bruder...Er hatte die gleiche Krankheit wie Katsuro nicht? Gott und ich dachte es wäre damit getan, nachdem ich ihn erschossen hatte.“
Seine Worte prasselten unrealistisch wie sie waren, auf mich hinab. Was redete er da? Kimiko und Harasawa sollten eine Affäre gehabt haben? Und ein Kind soll daraus auch entstanden sein?! Er hatte Harusa umgebracht? Ich verstand nicht...

„Ich wusste das sie mich betrügt...Als Akuma auf der Welt war, hatte sie sich verändert..Gefiel mir kein Stück aber das...ein bisschen Klasse hat es ja schon...Der scheinbar beste Freund schmeißt sich an die eigene Frau ran und jubelt ihm zwei Kinder unter...“ Genüsslich stieß er den Rauch aus und betrachtete den Himmel.
„Kyiomi und Katsuro sind doch deine Kinder nicht wahr? Den Bastard nach dem Vater zu benennen..Was für eine dreiste Hure sie doch war..“, merkte er kopfschüttelnd an und biss sich etwas auf die Unterlippe.
„Also? Leugnen kannst du es eigentlich nicht mehr...Das mit den Kindern hab ich gerade vor kurzen drei Stunden herausgefunden...oder wieso meint ihr sind wir jetzt hier versammelt? Deinen Zeugen hast du ja...Sagtest du doch oder Aisu? Gut...dann gestehe ich. Es ist mein Verdienst das Kiyomi jetzt hier ist aber mal ehrlich, könnt ihr mich kein Stück verstehen? Ich hab Kimiko geliebt und du hast sie mir weggenommen und dann hast du mir noch eure Kinder untergejubelt. Wärst du doch nicht eben zwischen Katsuro und mich gegangen Aisu...Ich hätte das alles wie einen Unfall aussehen lassen können. Um Kiyomi hätte ich mich dann auch noch gekümmert und es wäre rechtens...Wir wären Quitt. Du nimmst mir die Frau und ich dir deine Kinder...“

Mir war speiübel. Akuma wollte also tasächlich-
Es gab dennoch alles einen Sinn...Takeru war damals im Nationalteam gewesen als er Kimiko kennengelernt hatte. Zur selben Zeit, hatte Harasawa jedoch auch ein Auge auf sie geworfen. Da die beiden damals beste Freunde waren hatte er Kimiko sozusagen meinem Bruder überlassen...Ich dachte auch, weil sie sich für Takeru entschieden hatte und Harawasa ihre Gefühle berücksichtigen wollte...Von wann ging ihre heimliche Beziehung dann? Zugegeben es war schon eigenartig, dass Katsuro schon bei seiner Geburt einen Gendefekt hatte, der bisher in keiner der Familienstämme vertreten war...Umso genauer ich darüber nachdachte, hatte sich Harusa, Hawasawas Bruder, schon relativ früh angefangen die Haare zu färben. Genügte das meinem Bruder schon als Bestätigung seines Verdachtes? War er deswegen schon mächtig, ihn umzubringen? Ich erinnerte mich an die Nacht, in der er Tod am Strand aufgefunden wurde...Das war jedoch schon ein Jahr nach Kimikos Unfall...Wie kam Takerun auf all das?! Hatte die Krankheit ihn damals darauf gebracht?

Fragend schaute ich zu dem Dunkelhaarigen vor mir, der bis dato noch keinen Beitrag geleistet hatte.
„Harawasa....spricht er die Wahrheit?“
Es dauerte noch einen Moment, ehe er endlich anfing zu reden.
„Du hast Kimiko nicht geliebt...du hast sie gepeinigt..und Akuma war auch kein Kind der Liebe..Sie wollte dich verlassen nachdem du sie vergewaltigt hattest, aber du drohtest ihr ihn umzubringen nicht? Du hast ihr großes Herz gegen sie verwendet und wolltest sogar dein eigenes Kind umbringen, um sicher zu stellen, dass sie dich nicht verlässt. Harusa war in der Nacht seiner Ermordung bei mir gewesen. Er sagte das du Bescheid wüsstest, dein Verdacht jedoch auf ihm lag und nicht auf mir...Wie konntest du ihn nur töten? Ich wollte ihn aufhalten doch er sagt, er wolle nur mit dir reden. Nachdem er dann gefunden wurde, wusste ich was geschehen war..“
„Herzzerreißen aber, wieso hast du damals dann nichts gesagt wenn du es gewusst hattest? Du bist ein Schleppschwanz und weiter nichts! Ein Taugenichts, hörst du?! Ich soll ihr verdärben gewesen sein und sie ausgenutzt haben? Was hast du dann getan?! Sie dazu gebracht mich zu betrügen! Von sich aus hätte sie es nicht getan!“, schrie Takeru aufgebracht.
„Red keinen Müll! Nachdem sie dein wahres Gesicht erkannt hatte, war ihre Liebe zu dir verflogen! Das ich damals nicht zu Aisu gegangen bin und ihm alles erzählt habe...das bereue ich heute!“

Benommen folgte ich dem Streitgespräch, doch waren noch so viele Fragen ungeklärt...
„Wenn Kiyomi und Katsuro wirklich deine Kinder sind...wie konntest du dann das alles hier durchgehen lassen? Ich hatte dir damals erzählt das Takeru sie geschlagen hat oder nicht!“, meldete ich mich entrüstet zu Wort.
„Aus den selben Grund, weswegen du deinen Bruder nicht ans Messer geliefert hast...Kiyomi hatte dich zwar darum gebeten wegen Akuma und Katsuro nicht zu sagen aber das wäre dir egal gewesen...Takeru ist immer noch dein Bruder und für mich war er vor langer Zeit auch so etwas ähnliches gewesen...Das Kyiomi all die Jahre so leiden musste, ist genauso seine wie auch deine und meine Schuld...“, erwiderte er und ballte seine Hände.
„Ich hab mich so schuldig gefühlt und wollte nach Kimikos Tod alles richtig machen aber stattdessen, habe ich dann meine Familie verraten und alles nur noch schlimmer gemacht.“, ergänzte er reumütig und sah zu Masaki hinüber die ihn nur geschockt musterte.
„Deine Familie zerstört? Alles besser machen? Du bist es Schuld...ALLES!“, brüllte Takeru und zog dann eine Glock hervor, die er auf Harawasa richtete.

Blitzartig drehte ich mich zu den anderen und machte ihnen deutlich zu verschwinden. War das sein verdammter Ernst?!
„Takeru! Beruhige dich! Denkst du das ein weiterer Mord, etwas an der Sache ändert?! Ich flehe dich an, jetzt reiß dich zusammen!“, appellierte ich an seine Vernunft doch es war zwecklos.
„Es würde alles ändern! Überleg' doch mal! Kimiko ist Tod nur wegen ihm! Das wäre Gerechtigkeit und nichts anderes!“, erwiderte er nur stur. Verzweiflung machte sich breit. Was sollte jetzt getan werden?

„Du hast damals im Auto gesessen..“ Diese Stimme. Das Kagami hinaus getreten war, hatte ich nicht gemerkt.
„Taiga! Geh wieder rein!“, verlangte ich hektisch doch drehte sich Takeru schon zu ihm. Ein wirres Funkeln blitze in dessen Augen..
„Ah? Der Zeuge nehme ich an? Mit dem Auto meinst du wohl, das Fahrzeug in dem ich Kimiko überfahren habe? Das...es war ein Unfall...sie sollte Kiyomi nicht zurück ziehen...Ich wollte sie nie verletzten und doch hat sie es letztendlich verdient! Sie hat mich verraten! Scheiße ich habe diese Frau vergöttert! Wieso versteht das niemand?! Ich habe sie begehrt und dann war sie nichts weiter als eine Hure die mich hintergangen hat! Ich wollte sie zurück...ich dachte wenn diese Bastarde verschwinden und nur noch Akuma und ich da wären, würde sie wieder zu mir kommen...Immerhin hatte sie mich nach der Geburt der Zwillinge noch mehr verachtet! Aber nein..nein...sie musste ja sterben also habe ich mir Kiyomi zu eigen gemacht!“ Purer Wahnsinn sprach aus ihm und doch ließ mich seine letzte Bemerkung erstarren und auf ihn zu gehen.
„Nein...nein...das hast du nicht...“, wisperte ich ungläubig und wollte ihn packen.
Wieder dieses lachen. „Ihr habt all die Jahre nichts gemerkt...Dachtest du sie würde so verzweifeln weil ich sie schlage? Gott behüte du bist wirklich ein Narr! Ich wollte Kimiko...Sie war tot...also nahm ich mir ihre Kopie.“, fletschte er und griff sich durchs Haar.
„Haa...kleiner Bruder...Es reicht...jetzt ist es genug...“, beendete er zufrieden seinen Satz und es fiel ein Schuss.


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Tidelii owo Ein sehr aufwühlendes Kapitel, bei dem ich hoffe, dass es Euch dennoch gefallen hat! (´∇ノ`*)ノ
Meine Bedenken liegen in den verwirrenden Familienverhältnissen, weswegen ich daher im nächsten einen kleinen Stammbaum einbauen werde o.o"
Bis dahin wünsche ich Euch eine wundervolle Zeit~
Über ein Review würde ich mich wie immer, riesig freuen!!
(⁎⚈᷀᷁▿⚈᷀᷁⁎) Wie fandet ihr den letzten Knoten, der geplatzt ist? Habt ihr damit gerechnet und fandet ihr es passend? D:
Bis bald meine lieben und gglG Eure Caro <3
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