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Der Rhythmus liegt im Herzen

von CaroK
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16
Himuro Tatsuya Kagami Taiga Kise Ryōta OC (Own Character)
04.12.2015
10.08.2016
58
154.676
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Dieses Kapitel
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25.03.2016 2.037
 
Vier Jahre zuvor


Kiyomis Sicht

„Kiyomi-na? Waaah~ Du liegst ja immer noch im Bett! Hallo? Aufwachen!“, kam mein Zwillingsbruder quengelt in mein Zimmer gestampft und tippte mir auf meine Stirn.
„Beeil dich gefälligst mal! Mama hat schon das Frühstück gemacht!“, ergänzte er schmollend und schmiss sich mit seiner tonnenschweren Dummheit auf mich. Ein schmerzliches und gleichzeitig genervtes Seufzen entwich mir und ich trat ihn zu Boden.
„Ich komme ja!“, murrte ich verschlafen und schleifte meinen nahezu leblosen Körper ins Badezimmer. Manchmal zweifelte ich wirklich an, ob wir miteinander Verwandt waren...Und dann sollten wir noch Zwillinge sein?! Da passte ich mit Akuma doch besser...Wir waren beides Morgen Muffel aber Katsuro...

Nachdem ich mich in meine Schuluniform gezwängt- und meine Haare, wie auch immer dies möglich war, zu einem halbwegs anständigen Zopf gebunden hatte, stolperte ich die Treppe hinunter und bog in die Küche ein.
„Morgen...“, grüßte ich nur knapp und setzte mich neben Akuma. Er war so früh noch am erträglichsten...Papa war wie immer Arbeiten, Katsuro konnte man knicken und Mama-
„Guten Morgen mein Schatz.“, säuselte es liebevoll an mein Ohr und ich spürte Lippen auf meine linken Wange.
„O-Ohaiyo...“, erwiderte ich und schaute vor mich. Mama war genauso eine Frohnatur wie mein Zwilling...und sie machte das beste Frühstück der Welt!
Manchmal beobachtete ich sie einfach, wie sie es zubereitete oder überhaupt etwas im Haushalt machte.

Sie war schlank und hatte genau wie Akuma und ich lila bräunliche Haare. Weiß Gott, wo Katsuro seine Zause her hatte...Ihre Augen waren zwar grau, strahlten dennoch aber pure wärme aus.
Oft stellte ich mich vor den Spiegel und musterte mich genauer, um Gleichheiten zwischen uns beiden zu finden. Wie jeden Morgen setzte sie sich vor mich, nachdem sie alles vorbereitet hatte und kündigte somit indirekt an, das wir beginnen konnten.
„Ojo-na, kommst du uns heute nach der Schule abholen?“, fragte Katsuro aufgeregt und nahm sich etwas dabei auf den Teller.
„Dich und deinen Bruder wird Papa abholen müssen. Kiyomi und ich haben ja heute was vor, nicht?“, zwinkerte sie mir lächelnd zu und ich errötete etwas.
„H-Hai...“, entgegnete ich leise. Ich bewunderte meine Mutter. Sie war nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich Schön...Allein ihre Anwesenheit, machte einen automatisch glücklicher. Auf dieser Welt gab es niemanden, zu dem ich eine engere Bindung hatte als zu ihr...Sie akzeptierte meine Art und liebte mich trotzdem. Katsuro hatte dafür manchmal etwas zu viel Temperament, um das zu verstehen...

„Waas? Wieso macht ihr nur was alleine?!“, protestierte genannter schmollend und bekam ein Lächeln von meiner Mutter zurück geworfen. „Du weißt doch, das deine Schwester nächste Woche mit dem Tanzunterricht beginnt. Dafür muss sie doch auch ordentliches Schuhwerk haben oder?“, meinte sie und streichelte liebevoll über sein Haar.
Beleidigt drehte er sich jedoch weg und verschränkte seine Arme. Unsere Mutter hielt inne und schaute nun zu Akuma und mir. „Okay es wird Zeit für das Spiel...Derjenige der Katsuro zum lachen bringt, gewinnt!“, erklärte sie und erweckte unsere Aufmerksamkeit.
Das machte sie immer. Nicht nur mit uns sondern auch mit Onkel Aisu. Bei Papa, nur während bestimmten Situationen. Sie wusste einfach wann es angebracht war, oder wann er keinen Nerv dafür hatte. Um ehrlich zu sein, stellte ich mir oft die frage, warum Mama und Papa zusammen waren...Vom Charakter passten sie gar nicht wirklich. Vater war echt ein Gießkram...andererseits vergötterte er Mama. Ich hatte sogar das Gefühl, dass er sie über uns stellte. Mama stritt das immer ab, aber mein Herz konnte sie mit ihren Worten nicht überzeugen.

„Ich will nicht Lachen Haha-na!“, hörte ich Katsuro mürrisch zischen.
„Lach...“, befahl Akuma nüchtern und aß etwas.
„Nein!“, widersetzte sich der angesprochene und unser großer Bruder legte sein, seine Gabel nieder.
Er wischte seinen Mund mit einer Serviette ab und funkelte ihn provokant an.
Der Grund, wieso Akuma soviel daran setzte dieses 'Spie' zu gewinnen, war das es dann Eis zum Nachtisch heute Abend gab. Akuma liebte Eis.
„Zwing mich doch!“
Ich hielt meinen Teller und mein Glas, da die Beiden im nächsten Augenblick aufspringen würden und eine Verfolgungsjagd durchs Haus starteten. Natürlich kam es so...ich kannte eben meine Brüder...

„Bist du fertig Kiyomi?“ Meine Mutter riss mich aus den Gedanken und bemerkte dabei, dass sie mich derweil anschaute.
„Ja...Du Mama ist es wirtlich okay, wenn wir das heute machen?“, vergewisserte ich mich schwermütig.
Erneut schmunzelte sie. „Aber natürlich. Ich würde dir ja meine Tanzschuhe geben aber, die Latschen sind schon so ausgelutscht, dass es wohl dann besser wäre, barfuß zu tanzen.“, witzelte sie und stand auf um den Tisch abzudecken. „Sammle mal Pat und Patterchen wieder ein, damit ich euch noch rechtzeitig bringen kann. Euer Direktor hat mich schon ins Visier genommen glaube ich.“, bat sie mich und lachte daraufhin.

Die Schule war wie immer Solana verging glücklicherweise, recht schnell. Am Nachmittag fuhren Mama und ich dann wie vereinbart, in die Stadt und hatten schon drei Läden hinter uns gelassen. Erschöpft ließen wir uns auf einer der Bänke nieder. „Puh, das es so anstrengend wird, hätte ich nicht gedacht.“, meinte Mama seufzend und streckte sich.
„Wir können auch Nachhause gehen. Meine alten Schuhe passen ja noch!“, wand ich reumütig ein und senkte meinen Kopf beschämt.
Sie stubste mich von der Seite an und schüttelte den Kopf dabei. „Hallo? Hier Wind nicht schlapp gemacht! Deine alten Treter, kann man vergessen. Wenn du nächste Woche in die neue Tanzschule gehst, will ich doch nicht das meine Tochter, von den anderen hochnäsigen Tusen, ausgelacht wird!“, protestierte sie pikiert und stand wieder auf.
„Na komm! Ich kenne noch ein Geschäft, in dem wir sicher fündig werden“, sagte sie erfrischt und schleppte mich hinterher.  

Kurz darauf, befanden wir uns auch schon in einem etwas älterem Geschäft. Jedenfalls schien es so. Eine elegant gekleidete Dame, trat auf uns zu und begrüßte meine Mutter fröhlich. „Kimiko-don, wie schön dich zu sehen! Ist das etwa Kiyomi-chan? Nein was bist du groß geworden und so hübsch! Genauso wie die liebe Frau Mama, was?“
Etwas eingeschüchtert, versteckte ich mich hinter meiner Mutter und blickte sie mit großen Augen an.
„Hanami-ne, es ist auch schön dich wieder zu sehen. Ja Kiyomi-ne ist wirklich groß geworden. Ich merke das selbst gar nicht wirklich aber stell dir vor Akuma-ne hat mich fast eingeholt!“, berichtete sie begeistert und die Zwei fingen an ein Schwätzchen zu halten.
Nach weniger als zehn Minuten wusste ich dann auch wieder, wer das war. Sie war die ehemalige Tanzlehrerin meiner Mutter und führte heute diesen kleinen Laden hier.

„Also, was verschlägt euch denn in mein kleines Reich?“, wollte sie schließlich wissen und ich atmete innerlich erleichtert auf. Gespräche zwischen der Mutter und einer alten Bekannten, waren manchmal dann doch etwas zäh...
„Kiyomi-ne besucht ab nächster Woche die Tanzschule Omo und da wollte ich sie natürlich mit dem Besten ausstatten.“, erklärte Mama und lächelte Hanami dabei an.
„Oh! Omo! Das ist eine wirklich gute Schule! Ich selbst hab da auch mal Unterricht gegeben, bevor ich selbstständig wurde. Das war kurz bevor ich deine Mutter getroffen habe Kiyomi.“, schwelgte sie verträumt in ihren Erinnerungen und ich segnete es einfach nur mit einem kurzen Nicken ab.
„So aber jetzt genug vom vergangenen. Wie stellst du dir denn deine Tanzschühchen vor Madame?“
Ich schaute mich etwas um, während meine Mutter meine Hand losließ. „Schau ruhig Kiyomi.“, meinte sie und strich mir durchs Haar.

Ich brauchte gar nicht lange, um etwas passendes zu finden. Es waren nachtblaue Lederschuhe. Sie hatten eine feste Außensohle, waren aber durch ihre Beschaffenheit, gleichzeitig verformbar. Perfekt konnte man also fast sagen.
Mama bemerkte das natürlich sofort und lugte neugierig über meine Schulter. „Die?“, fragte sie neugierig und ich bejahte. Lächelnd stimmte sie zu und schaute zu Hanami. „Dann haben wir uns wohl entschieden!“
Ungefähr zwanzig Minuten später, befanden wir uns auch schon wieder auf der Einkaufspromenade. Wir schwiegen eine kurze Zeit, dann schaute Mama zu mir. „Kiyomi du willst doch auch tanzen oder?“ Verwirrt schaute ich zu ihr.
„Natürlich, wieso fragst du so was?“
Ein warmes Lächeln bildete sich auf ihren Lippen und sie schaute in den Himmel. „Ach nur so...Weißt du ich möchte, dass du Tanz nicht für mich machst verstehst du? Tanzen ist etwas, was du nicht als Hobby nebenher machen kannst...Du musst eine Leidenschaft dafür haben, um wirklich zu Tanzen.“, erklärte sie, doch verstand ich ihre Aussage nicht wirklich. Noch nicht...
„Wie meinst du das?“, harkte ich perplex nach, doch sie lachte nur. Wir blieben, an einer Fußgängerampel stehen.
„Du wirst schon irgendwann verstehen was ich meine und wenn es soweit ist, tanzen wir zusammen okay?“
Ich war angesteckt von ihrem Lachen und musste ebenso schmunzeln.

Mit Mama zu tanzen, dass wäre toll. Sie drückte mich seitlich an sich und küsste meinen Kopf. „Ich liebe dich! Du und deine Brüder, seit mir das wichtigste auf der ganzen Welt!“
Mama war eine sehr gute Tänzerin...ob ich irgendwann so gut sein würde wie sie?
Es wurde grün und wir setzten einen Fuß auf die Straße.
Es war nur ein kleiner Schritt.
Ein ganz kleiner...
Noch nicht mal ein Meter.
Noch nicht mal eine Sekunde.
Ich hörte das Quietschen der Reifen.
Ich war unachtsam.
Nur für einen Moment.
Ich wollte nur wissen wo dieses Geräusch herkam und blieb stehen.
Dann spürte ich Mamas Hand auf meinem Brustkorb. Ich fiel und sah verwirrt zu ihr.
Immer größer, wurde der Abstand zwischen uns.
Sie lächelte. Wieso lächelte sie? Wieso lächelte sie verdammt?!
Ihr Körper wurde wie eine Puppe, einige Meter weggeschleudert. Der plumpe Aufprall von ihr und das durchdrehen der Reifen, drangen nur noch taub an mein Ohr. Das Auto fuhr einfach weiter.
Es war weg...Genauso wie Mama. Wo war sie? Was- Was war geschehen?


Kurz zuvor

Kagamis Sicht  

Das ich mit meinen alten Herrn gemeinsam irgendetwas unternahm, kam wirklich selten vor.
Gerade waren wir dabei mir neue Schuhe für den Basketball zu besorgen und bei der Gelegenheit auch gleich nach neuen Kleidern schauten, als mich mein Vater plötzlich ruckartig festhielt.
Überrascht blickte ich zu ihm auf. „Was ist los?“, wollte ich perplex wissen und folgte seinem schockierten Blick.
Als ich jedoch dorthin schaute, beobachtete ich nur, wie ein Auto schnell über Rot brettharte. Eine Person saß auf den Rücksitzen. Die Scheiben waren verdunkelt, weswegen ich nichts genaueres erkennen konnte, doch diese Augen waren schlicht zu unheimlich, als das man sie nicht bemerken würde!

Die ganze Situation dauerte nur wenige Sekunden und doch schien es wie eine langanhaltende Ewigkeit...Ein Mädchen sackte mitten auf dem Übergang, einfach so in sich zusammen. Um sie und auf ihr verteilt, einige Blutspritzer. Mir wurde auf einmal ganz komisch.  
Erst jetzt konnte mein Vater sich wieder fassen und packte mich an der Schulter.
In einem Zug drehte er mich weg und kniete sich zu mir. „Taiga, geh schon mal zum Auto, sofort!“, orderte er streng an, was mich zusammen zucken ließ und wieder in die Realität brachte. Eine Menschenmasse scharrte sich an und versperrte jegliche Sicht. „TAIGA!“, rüttelte mich mein Papa etwas und ich folgte aufgeregt seinen Anweisungen. Was war da passiert?! Dieses Mädchen...Ihre Augen waren waren so leer. Ihr ganzer Körper hatte gezittert und schien gleichzeitig leblos.
Diesen Anblick würde ich wohl nie vergessen...Der sechste Dezember 2004...
Es war kalt an diesem Tag. Geschätzte fünf Grad Minus und es begann gerade zu schneien, als ich den Wagen meines Vaters erreicht hatte.

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Ich möchte mich für alle Rechtschreibfehler diesem Kapitel entschuldigen.
Ich weiß wie wichtig dieses ist (Und auch wie sehr sich einige darauf wahrscheinlich gefreut haben), aber ich bin echt nicht in der Lage noch einmal drüber zu lesen...ich habs versucht aber es geht nicht gome...Ich war bis eben noch so hart am heulen, dass ich echt kurz davor war, abzubrechen...Natürlich wusste ich was passiert aber es dann nochmal so ausführlich zu schreiben...es ist ein echt komisches Gefühl...Ich hab ein sehr inniges Verhältnis zu meiner Mutter, müsst Ihr dafür wissen.
Ich bitte um Euer Verständnis! Das mich das so umhauen würde, hätte ich nicht gedacht....Ich hoffe, dass ich das Kapi gut hinbekommen habe und würde gerne wissen, was Ihr davon haltet <3
Bis bald meine Lieben und gglG Eure Caro <3
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