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Der Rhythmus liegt im Herzen

von CaroK
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16
Himuro Tatsuya Kagami Taiga Kise Ryōta OC (Own Character)
04.12.2015
10.08.2016
58
154.676
9
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Dieses Kapitel
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23.03.2016 2.261
 
Guten Abend meine Lieben (。•̀ᴗ-)✧
Ohne  Euch weiter auf die Folter zu spannen und auch durch meinen kontinuierlichen Schlafmangel,  keine langen reden und viel Spaß, bei dem neuen Kapi !٩(•̤̀ᵕ•̤́๑)ᵒᵏᵎᵎᵎᵎ
GglG Eure Caro <3

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Kiyomis Sicht

Es war schon fast Mittag, als ich vor dem allbekannten Gebäude zum stehen kam und apathisch auf das Schild starrte, auf dem der Name der Praxis stand. Mittlerweile nahm ich wieder seit knapp zwei Monaten, Medikamente. Ich wusste, dass es ein gutes halbes Jahr dauerte, ehe sie richtig wirken würden, doch nütze mich dieses Wissen gerade nicht sonderlich viel. Einmal wurde die Dosis erhöht, allerdings brachte dies nur eine erhöhte Müdigkeit bei mir hervor. Nachdem ich die knarzenden Stufen hinauf gegangen war und ich in den Anmeldebereich eintrat, schickte mich die selbe junge Frau von damals, sofort durch. „Frau Doktor, erwartet sie schon.“, meinte sie nur knapp und widmete sich dann wieder ihrer Arbeit. Es war Sonntag also, ein eher unüblicher Wochentag für einen Termin. Das überhaupt geöffnet war, wunderte mich, allerdings wollte Dr. Scharn unbedingt mit mir sprechen, weshalb ich ohne weiteres den länglichen Flur entlang ging und an einer massiven Eichenholztür klopfte.

Keine Sekunde später, wurde ich auch schon hereingebeten und ich trat in den lichtdurchfluteten Raum ein. Ich sah mich kurz um und schritt zu ihren Birkenschreibtisch. Anscheinend war sie äußerst beschäftigt. Einige Akten lagen neben ihr und auch verschiedene Bücher waren auf der Arbeitsplatte, ausgebreitet.
„Setzt dich bitte Kiyomi.“, bat sie mich ohne aufzuschauen und ich tat wie mir geheißen.
Seufzend klappte sie einer der Ordner zu und zog ihre Brille von der Nase. „Verzeih. Sonntags habe ich eigentlich keine Sprechstunden und kümmere mich um den Papierkram. Möchtest du etwas trinken?“, erkundigte sie sich freundlich und räumte etwas ihre Tisch auf.
„Nein danke. Wieso genau bin ich denn hier? Hätte das nicht bis nächste Woche warten können?“
Dr. Scharn lehnte sich zurück in ihren Sessel und betrachtete mich eine Weile, ehe sie meine Fragen beantwortete.  
„Nun, bei der letzten Untersuchung waren deine Werte nicht gerade zufriedenstellend und ich Befürchte, dass es an deiner Tablettendosierung liegt. Wie fühlst du dich heute? Hast du irgendwelche Beschwerden?“, erkundigte sie sich und fing an, etwas auf einen Zettel zu notieren.  

„Naja außer, dass ich an einem Sonntagnachmittag bei ihnen antanzen muss, geht es mir super...“, meinte ich sarkastisch und brachte sie damit zum stocken.
Sie legte ihre Notizen beiseite und schaute mich an.
„Kiyomi...es jährt sich bald wieder oder? Wann war es? Am sechsten Dezember nicht?“
Die Stimmung änderte sich und meine Gesichtsmuskel spannten sich allmählich an.
„Sollten sie nicht eigentlich daran arbeiten, dass ich es vergessen, anstatt mich immer und immer wieder damit zu konfrontieren?“, schnauzte ich sie mürrisch an, doch schüttelte sie nur ihren Kopf.
„Eben das ist nicht meine Aufgabe. Du sollst nichts vergessen oder verdrängen, wir müssen es auf- und du musst es verarbeiten...Was nützt es dir, wenn du wegen den Unfall, noch Jahrelang eingeschränkt bist? Ist es nicht einfacher darüber zu sprechen?“
Impulsiv stand ich auf und schaute zu ihr herab.
„Was soll das auf einmal?! Ich dachte, wir hätten dieses Thema beendet! Meine Werte waren wegen den Medikamenten nicht gut? Na schön, dann verschreiben sie mir eben andere!“, zischte ich scharf und stampfte zum Ausgang.
„Ich hab wirklich keine Zeit für die Scheiße!“, ergänzte ich noch fluchend und legte meine Hand auf den Türknauf.


„Kimiko-sama ist Tod und das aufgrund eines Unfalles, nicht weil du sie umgebracht hast.“
Mein Körper versteinerte und ich schloss, zähneknirschend meine Augen.
„Was wollen sie?“, verlangte ich aufgebracht zu wissen.
„Nur reden, Kiyomi. Ich wollte noch nie etwas anderes.“, entgegnete sie ruhig und ich ließ den Griff langsam aber sicher los.
„Worüber?“, warf ich zurück und blickte leicht über meine Schulter hinweg, zu ihr.
„Über den sechsten Dezember, von vor vier Jahren. Ein letztes Mal, versprochen.“
Skeptisch verschränkte ich die Arme und beäugte sie kritisch. „Ah ja?“
Dr. Scharn nickte nur und deutete mir wieder platz zu nehmen. „Ja...unter der Bedingung, dass du diesmal alles erzählst.“, ergänzte sie noch und ich setzte mich.
Die hatte nerven...Wie sollte ich alles erzählen? Die Dunkelheit, die sich um jenen Tag schürte, brachte so viele Lücken mit sich, dass ich nicht einmal davon erzählen konnte, selbst wenn ich wollte.
„Ich werde dir auch dabei helfen.“, erklärte die Psychologin und ich ließ mich in die Garnitur sinken. Das könnte ja noch heiter werden...



Aisus Sicht

Immer wieder schüttelte ich den Kopf und überholte zahlreiche Autos, die meinen Weg versperrten. Glücklicherweise, war der Sonntagsverkehr noch relativ annehmbar und dennoch, schien jeder Tritt auf die Bremse, wie vergoltene Zeit. Als ich dann schließlich doch an einer Ampel zum stehen kommen musste, schaute ich zu der Akte die ich, bevor ich los gefahren war, unachtsam auf den Beifahrersitz geschleudert hatte.
War das noch normal, oder war es Schicksal? Eigentlich glaubte ich nicht daran doch, begann ich an meiner Überzeugung zu zweifeln...Es konnte kein Zufall sein, dass ausgerechnet jetzt mein Bruder wieder in Japan aufgetaucht war, nachdem ich den Sohn des Zeugen kennengelernt habe.

Ich rollte auf einen Parkplatz und zog ruckartig die Handbremse. Rasch packte ich den Papierstapel und stieg aus dem Wagen hinaus. All die Jahre, war es also quasi vor meiner Haustür...
Damals bei dem Unfall, durfte ich mich wegen den familiären Hintergründen, nicht in die Untersuchungen einmischen, doch hatte ich mittlerweile den nötigen Rang erreicht, um auch dieses Gesetzt legal umgehen zu können. Wenngleich es dann auch in der Grauzone lag...
Ich schaute auf die Adressenzuteilung und gelang, durch einen älteren Mann der die Tür von innen öffnete, hinein ins Treppenhaus. Der sechste Stock war mein Ziel. Unermüdlich rannte ich von Etage zu Etage höher und stand endlich vor der gewünschten Wohnung.
Schwer atmend, rang ich einen Moment nach Luft und sammelte mich wieder. Würde es nun soweit sein? Ich klingelte dann, hörte ich einen Schrei.


Kurz zuvor


Kagamis Sicht

Sie stand genau vor mir. Nur wenige Meter. Vielleicht sieben Schritte wenn es hochkam und dennoch war sie unerreichbar für mich. Kyomi drehte sich zu mir und fing an zu lächeln. „Kagami-san? Wieso bist du denn schon hier?“, fragte sie und reichte mir eine Hand. Im nächsten Augenblick wurde alles dunkel und ihre Mimik änderte sich. Plötzlich war sie weiter von mir entfernt. Ich begann zu laufen, doch erreichte sie nicht.
„Wieso hast du das gemacht? Ich dachte, dass ich wenigstens dir vertrauen könnte...“, äußerte sie fassungslos und hielt nun eine Waffe in der Hand.
„K-Kiyomi was hast du-?“ Sie hielt sich die Pistole an den Kopf und begann erneut zu schmunzeln.
„Gib auf...du kannst mich nicht daran hindern...“, meinte sie als ob sie gerade von einem belanglosen Thema sprechen würde.
„KIYOMI!“, schrie ich panisch doch, wurde meine Stimme durch den Schuss übertönt.

Schweißgebadet saß ich kerzengerade in meinem Bett und zog die Luft um mich in einem schnellen Rhythmus ein. Ein Blick auf meinen Wecker verriet mir, dass wir schon fast zwölf hatten und erst jetzt wurde mir, das trillernde Geräusch meiner Klingel bewusst, welches in Sekundentakt erklang.
Eilig stand ich auf und zog mir irgendeine Jogginghose an, bevor ich zu meiner Haustür rannte. War sie es?! Ohne durch den Spion zu sehen, riss ich den Eingang auf und wurde gleich darauf zur Seite gedrängt. Eine Hand legte sich auf meinen Mund und ich erblickte Aisu, der mit einer gezückten Waffe, in das innere meiner Wohnung schaute und scheinbar nach irgendetwas Ausschau hielt.
„Bist du allein? Wieso hast geschrien?! Sind sie weg? Haben sie dich verletzt?! Beschreib ihr Aussehen, ich geb' sofort ne' Fahndung raus!“
Perplex blinzelte ich einige mal und schob dann seine Finger von meinen Lippen. „Wovon redest du?!“, wollte ich verwirrt wissen, doch irritierte ich damit wohl auch den Beamten.
„Du hast doch geschrien oder nicht?“, harkte er verwundert nach.

Hatte ich das? Seufzend kratzte ich mich am Kopf und schloss zunächst einmal die Tür.
„Ich hab bis gerade eben noch geschlafen...Wahrscheinlich hab ich einfach nur schlecht geträumt...“, meinte ich knapp. Er legte eine nachdenkliche Pose ein und betrachtete mich.
„Mh...das scheint ein ziemlich schlimmer Traum gewesen zu sein. Für mich hat es sich so angehört, als wolle dich jemand umbringen.“, erklärte er.
Irgendwie hatte er damit auch recht...Das alles hatte sich so real angefühlt und würde Kiyomi so etwas tun dann...
„Soll ich dich in den Arm nehmen oder so? Katsuro-Tan hilft das immer sehr.“, ergriff er treudoof das Wort und ließ mich etwas zusammen zucken.
„N-Nein danke...Sag mal was machst du eigentlich hier?!“
Bisher waren die Begegnungen mit Aisu sowieso schon eine Nummer für sich, aber das hier, war dann doch etwas zu skurril.

„Ah, oha ja ist dein Vater vielleicht da?“, erwiderte er auf meine Frage hin und ließ mich etwas stutzig werden.
„Nein, er lebt in Amerika mit meiner Mutter..Wieso willst du mit meinem Vater sprechen?“ Mich um schlich ein seltsames Gefühl. Schon allein die Tatsache, dass er wusste wo ich wohnte, sollte mich wohl schon wundern, doch verwirrte er mich mit seinem auftreten mehr.
„Er war ein Zeuge bei einem Fall vor vier Jahren, den ich mir noch einmal vorgenommen habe, da er ungeklärt blieb. Besteht eine Möglichkeit, dass ich mit ihm sprechen kann?“
Da war er wieder, der professionelle Beamte. So schnell wie Aisu zwischen den beiden Rollen wechseln konnte, war schon manchmal etwas beunruhigend...Allerdings brachte mich sein Anliegen ins Grübeln.
„Du meinst bei dem Unfall, bei dem eine Frau ums Leben gekommen ist oder?“, wollte ich zum Verständnis klarstellen, woraufhin mich mein Gegenüber überrascht anschaute. „Du...Woher weißt du das?“
Ich runzelte etwas die Stirn. Mal ehrlich in wie viele Unfälle dachte er, war mein Vater als Zeuge anwesend?!. „Weil ich dabei gewesen bin. Mein Vater war damals Geschäftlich in Japan und da sein Aufenthalt in meinen Ferien lag, hatte er mich mitgenommen. Wieso ist das denn jetzt auf einmal wieder so wichtig?“

Ein Schatten legte sich über seine Augen, als ich dies wissen wollte und es wurde unangenehm Still. „Das ändert die Sache natürlich...Wie alt warst du damals? Warte du bist jetzt 16 nicht? Dann warst du zwölf..Mh...das wäre eine Schwierigkeit in der Glaubhaftigkeit der Aussage..“, murmelte er vor sich her und kramte ein kleines Notizheft aus seiner Jackentasche.
„Na aber immerhin ist es ein Anhaltspunkt...Taiga ich muss dich bitten, mir alles von diesen Vorfall zu erzählen, an das du dich erinnern kannst. Setzen wir uns erst mal.“, bestimmte er einfach und schlenderte in meine Wohnung hinein, nachdem er sich seine Schuhe kurz abstreifte.
Alles was ich nur noch tun konnte, war ihm hinterher zu gehen und darauf aufzupassen, dass er statt in meinen Wohnbereich, in das Schlafzimmer ging oder dergleichen.

Nachdem wir uns auf meinem Sofa niedergelassen hatten, zückte er noch seinen Stift und schrieb etwas auf. Langsam aber sicher wurde ich ungeduldig und verschränkte die Arme.
„Kannst du mir mal bitte meine Fragen beantworten?! Ich meine was wird das hier, ein Verhör?“ , äußerte ich mich aufgebracht.
„Ja.“, gab er nur knapp zurück und schaute mich dabei noch nicht einmal an.
War das sein Ernst?! Verdattert beobachtete ich ihn und wartete ab was nun auf mich zukommen würde.
Endlich legte er seinen Stift nieder und blickte auch wieder zu mir. „Sag hast du Kaffee da?“, erkundigte er sich spitzbübisch und nähre mein Verlangen ihn einfach rauszuschmeißen.
„Aisu, was soll der scheiß hier?! Was willst du?!“, fragte ich ein letztes mal und klang dementsprechend aufgebracht.

Wieder diese ungemütliche Stille. Aisu lehnte sich zurück und starrte an die Decke. Allmählich machte er mir sogar Sorgen.
„Die Frau die damals umgekommen ist, war Kiyomis Mutter.“, erklärte er schließlich nüchtern.
Seine Worte klangen verdreht...Ich konnte mich noch gut an diesen Tag erinnern...
An die Geräusche, den Schrei, das Blut und vor allem an diese Augen...



Kiyomis Sicht

Ich hatte schon lange nicht mehr auf diesen Futon gelegen...Ebenso wie Dr. Scharn, mit ihren Block hinter mir gesessen hatte und wie gewohnt die Beine übereinander schlug, bevor wir unsere Sitzungen immer begonnen.
„Also gut Kiyomi..Du erinnerst dich sicher gut an diesen Tag, nicht wahr?“, fing sie plötzlich an zu reden und ich konnte hören wie die Miene auf das Papier gedrückt wurde.
Von allen Fragen die sie mir stets stellte, war mir diese am unsinnigsten. Natürlich konnte ich das! Ich versuchte die Erinnerungen daran zwar zu verdrängen, aber würde mir das gelingen dann...wäre ich doch nicht hier oder?! Ich wusste nicht jedes Detail aber, die an die ich mich erinnern konnte, begleiteten mich noch heute in meinen Albträume und bereiteten mir deswegen zahlreiche schlaflose Nächte. Jedes Wort das mir meine Mutter sagte. Die Bilde, wie sie von mir weggeschleudert wurde...Ich konnte sogar noch meinen eigenen Schrei in meinem Ohr klingeln hören.
Ruhig sog ich meinen Odem ein und schloss meine Augen, ehe ich anfing Dr. Scharn ein letztes Mal von diesen Unfall zu erzählen.


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So ich bin wohl das aller mieseste Schafsgesicht dieser Welt, dass ich ausgerechnet dort einen Cut mache aber! Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass wenn ich jetzt noch mit der Vergangenheit angefangen hätte, es deutlich zu lang geworden wäre १(ǒರಿ̮ǒ)՞ꂚ…
Seht es positiv, so habt ihr noch einmal länger die Vorfreude auf die Auflösung xD
Ich hoffe das Kapitel hat Euch gefallen und ich werde mich ran halten, damit das nächste nicht all zu lange auf sich warten lässt x3
Bis dahin würde ich mich natürlich wie immer über Rückmeldungen freuen und wünsche Euch ne gute Zeit  ♡(˃͈ દ ˂͈  )
Gglg Eure Caro <3
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