[T93] Sterben und Sterben lassen

von CrankDat
KurzgeschichteAbenteuer, Angst / P16
01.12.2015
01.12.2015
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VORSICHT : Unlektoriertes Original!

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Tosende Blitze durchzuckten die eigentlich so stille Nacht. Ein graufenhafter Sturm legte sich übers Land, mischte sich mit den Stimmen der schreienden Zeds die gerade durchdrehten. Überall vernahm man Kreischen, eine Kakophonie des Grauens. Rattenschwärme jagten durch die Kanalisationen, bissige Vögel huschten über den Bodenl und sie alle waren vereint in nur einer kleinen Sache : dem Untod. Sie trugen alle die Seuche in sich, ein Mutation des MKS - tödlich. Aber konnte man da schon tödlich sagen, wenn man ... wenn man danach einfach wieder aufstand? Rot sah? Hunger auf Fleisch hatte? Nicht mehr erkannte wer gut und wer böse war? Und jeden anfiel, nur um zu Fressen? Das Hirn arbeitete nicht mehr, das Gen wollte sich nur weiter reproduzieren. Der Mensch wurde zum Tier und die Tiere? Zum Ungetier.

Das Grauen erhob sich in der Nacht, am Tag gab es zwar auch einige aufgeschreckte Untote, aber die Nacht ... sie wurde zu einem Alptraum. Zeds kamen herausgekrochen, brüllten laut und suchten Fleisch und wenn sie nichts fanden? Was dann? Dann fielen sie die älteren Zeds an, rissen ihre Argtenossen zu Boden und verbissen sich an ihnen um sich selbst zu ernähren.

Berger befand sich in Sicherheit, jedenfalls noch.
Sein Team machte Rast in einem Supermarkt. Die Türe verbarrikadiert, die Fenster zugestellt. Kein Licht brannte, nichts konnte die Untoten anziehen. Still und leise saß der Oberleutnant in einer der dunkelsten Ecken, versuchte für einige Minuten die Augen zu schließen und hielt sein Gewehr fest umklammert in der rechten Hand.
Wie konnte sich die Welt nur so schnell verändern? Am Anfang hieß es noch man könnte diese Seuche bekämpfen aber jetzt? Jetzt war man überrannt, kämpfte auf verlorenem Posten und versuchte irgendwie den nächsten Tag zu erleben. Aber Alex gab nicht auf. Er war nicht der Typ der sich geschlagen gab sondern wurde dann erst recht zu einem Dickkopf und ging mit dem Kopf durch die Wand - egal wie hart sie war!

So wirklich verloren war er dann aber doch nicht. Sein Team bestand aus Wirzmann, Chacko und Marschhausen. Sie waren gut. Vielleicht sogar die Besten, aber sie hatten gerade auch keine Chance sich überhaupt mit jemandem zu verlgleichen, denn seit einigen Tagen hatten sie den Funkkontakt zur Basis komplett verloren. Sie hatten keine Karre, kaum noch Munition und die Vorräte gingen ebenso zur Neige, wenn es so weitergehen würde ... sie wollten es sich nicht vorstellen.

Die Nacht wurde plötzlich heller, unten im Keller krachte es einige Male - leise Flüche hallten aus dem Mund von Marschhausen als er deshalb aus dem Schlaf gerissen wurde und Alex ins Gesicht sah. Berger schluckte, was war denn da plötzlich los? Das Licht? Wie konnte das sein? Er hatte keine Zeit sich darüber Gedanken zu machen, denn wo es Licht gab, da waren die Zeds nicht weit entfernt. Sie befanden sich hier gerade wirklich in der Scheiße, denn ein beleuchteter Supermarkt in dieser finsteren Nacht - die Kacke war wirklich am Dampfen. Marschhausen wurde bleich als er die Kakophonie des Schreckens vernahm, der Rest des Team? Ebenso angespannt!
"Ruhig bleiben, sie haben uns sicherlich noch nicht gewittert, aber wir müssen hier raus. Niemand darf nach hinten sehen, wir gehen durch den Hintereingang raus und versuchen aufs Dach zu kommen.", erklärte Berger den anderen ganz gelassen um den anderen die Anspannung ebenso zu nehmen. Chacko nickte ihm zu und deutete mit dem Lauf seiner Pumpgun zum Notausgang. "Los gehts Jungs, ab aufs Dach!" Der Hauptmann blieb unerschüttert, lachte sogar leicht um seine Nervösität zu verbergen, man glaubte es ihm sogar und das Team setzte sich in Bewegung.

Gerade als sie sich dem Notausgang näherten donnerten die ersten Jäger gegen die verbarrikadierte Eingangstür, sie drückten sich wohl gegen die umgestoßenen Ladenregale und versuchten durch ihre rohre Körperkraft irgendwie in den Laden einzudringen. Die Zeds waren dumm, einer alleine konnte schnell getötet werden - aber leider Gottes jagten sie im Schwarm und überrannten einfach alles.
Alex stemmte sich gegen eines der Regale das den Notausgang versperrte, drückte mit all seiner Kraft und stieß daraufhin mit der Hilfe seiner Kameraden das Regal auch endlich donnernd zu Seite. Der Knall war laut, machte die Zeds aggressiver, sodass das Team noch weniger Zeit hatte aus diesem Alptraum zu entfliehen. Die Tür wurde aufgerissen, sofort wurden sie von Zombies begrüßt. Chacko stieß seine Pumpgun nach vorne, versetzte einem der Zeds einen Hieb gegen den Schädel und trieb sie dadurch zurück, sodass Berger problemlos mit seiner Pistole Kopfschüsse verteilen konnte und sie sich den Weg nach vorne frei kämpfen konnten. Fluchend wurde Marschhausen von einem der Zeds nach hinten gezogen, untote Krallen schnitten in den Stoff seiner Kleidung - doch bevor der Zombie zubeißen konnte riss sich der Sanitäter frei, zog das Messer und rammte es unbarmherzig in den Schädel des gierirgen Kannibalens. Keuchend drückte Marschhausen den Getöteten nach hinten, sah zu seinen sprachlosen Kameraden und ihm wurde schlecht. Er hatte sich zwar vor einem Biss retten können, aber die Krallen Zeds hatten in seine Haut geschnitten und aus der frischen Wunde rann Blut. Wirzmann hielt sich die Hand vor den Mund und versuchte nicht panisch zu werden. Klar. Sie hatten alle schon gesehen wie Leute gebissen, gekratzt oder getötet wurden aber jetzt? Das war persönlich. Einer ihrer Kameraden, mit dem sie seit Wochen zusammen überlebt hatten war infiziert und niemand wusste so recht was er machen sollte.

Berger blieb ruhig, sein Blick kalt - vorrausschauend. Flehend sah Marschhausen in die Augen seines Kameraden, er wusste sofort was Alex vor hatte und nickte ihm zu, schloß die Augen und dann war alles vorbei. Der Oberstleutnant sah auf den Stahl seiner Pistole und zählte innerlich wie viele er schon hatte gehen lassen müssen. Niemals würde er einen der Toten vergessen, vor allem seine eigenen Kameraden nicht. "Wir müssen weiter.", sprach er mit lauter Stimme und blickte dabei zur Feuerleiter. "Ab aufs Dach, von dort aus haben wir einen besseren Überblick, wir müssen ruhig bleiben, klar Jungs?" Chacko blickte nachdenklich zur Leiche Marschhausens. "Wenigstens ist er keines von diesen....", Berger unterbrach ihn. "Wir können nachher an ihn denken, aber jetzt müssen wir unser eigenes Leben beschützen! Los gehts!"

Die Jungs waren wie ausgewechselt, die Angst kroch aus ihren Knochen - Adrenalin füllte ihr Blut und sie wussten alle das sie jetzt keine Zeit für eine Schweigeminute hatten. Das hier war Krieg, das hier war die Apokalypse und wenn sie weiterhin überleben wollten mussten sie solche Dinge in Kauf nehmen. Es würde niemals leicht werden und bisher gab es auch keine Chance auf Besserung - aber sie würden Kämpfen. Bis zum letzten Mann, denn Aufgeben? Nein. Das stand nicht auf dem Plan.

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