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GeschichteDrama, Romanze / P18
Miyuki Kazuya
01.12.2015
01.12.2015
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Prolog

„Sehr geehrte Passagiere. Durch den derzeitigen Sturm bitten wir Sie um Geduld und dass Sie für ihre eigene Sicherheit das Gebäude nicht verlassen sollten. Vielen Dank.“, tönte es wiedermal aus den Lautsprecher im Flughafen. Es war schon das vierte Mal, dass diese Ansage zu hören war und die meisten Menschen hatten es verstanden. Die meisten taten es wirklich und saßen entweder in der Flughafen Cafeteria oder an der Bar um die Zeit rum zu bekommen. Alle hatten sie die Hoffnung, dass sich der Sturm legte, damit sie mit den Shuttlebussen weiter fuhren. So wie sie selbst auch. Nachdem sie den ersten Kaffee beim Barmann geordert hatte, saß sie an der Bar, versunken in ihren eigenen Gedanke. Neben ihr stand der weißer Koffer auf dem, von weiten zu sehen, ein großes blaues S drauf geklebt war. Ihr Blick schweifte durch die Massen. Es hatte sich nichts verändert. Jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Wobei sie noch nicht wusste, ob das auch für den Rest der Stadt galt. Denn der Flughafen sah genauso aus wie damals, als sie hier das erste Mal ankam. Auch damals tummelten sich Menschen die von A nach Z wollten. Manche flogen für ihr Ziel aus dem Land, manche kamen zurück und wurden mit glücklichen Gesichtern empfangen. So wie sie damals auch. Nur stand da eine Frau und einem Schild, wo ihr Name drauf geschrieben war. Zwar ein wenig falsch, aber immerhin stand da jemand und begrüßte einen.

//So wie es aussieht, hat sich doch was verändert//, dachte sich die junge Frau und seufzte auf.

„Ihr Kaffee“, hörte sie dann einen Augenblick später und wandte den Blick von den Menschen ab um auf das göttliche braune Getränk vor ihrer Nase zu blicken. Sie bedankte sich knapp, nahm den ersten Schluck des Lebenselixiers und wollte dann eigentlich wieder allein in ihren Gedanken sein. Aber wenn man wohl in einer Bar saß, war die Gefahr groß dass dies nicht ging.

„Ich hoffe das Wetter verbessert sich schnell damit Sie zügig weiter kommen.“, sagte der Mann vor ihr und sah sie mit einem herzlichen Lächeln an.

„Das Bezweifle ich stark. Es hört sich nämlich an als wenn die Welt untergehen würde. Es regnet und donnert in einem Zug. Da hat Thor wohl einen mehr als schlechten Tag oder er wurde mal wieder von Loki reingelegt.“, plapperte sie selbst los und erntete zum Schluss von dem Barmann einen amüsierten Lacher. Damit dachte sie sich, sei er bedient und ginge zu den anderen Gästen. Aber da irrte sie sich schon wieder. Nett und freundlich Lächelte er, wie es wohl für einen Japaner und Barmann gehörte. Es lag entweder an dem Job von dem Mann oder an der Mentalität.

„Sind Sie das erste Mal in Japan?“, fragte er auch schon los und sah sie neugierig an. Sie hingegen wandte den Blick ab und starrte den Kaffee an in der Hoffnung, dass der Mann einfach weg ging wenn sie ihn ignorierte. Doch ein paar Minuten später stand er immer noch auf demselben Platz wie vorher und sah sie nach wie vor neugierig an. So wie es aussieht, würde sie nicht drum herum kommen und ein Gespräch führen müssen. Dabei war es gerade das Letzte worüber sie reden wollte.

„Nein. Ich war schon einmal in Tokyo. Vor 10 Jahren um genau zu sein.“, sagte sie gleich, damit nicht sofort eine Frage kam. Der Barmann nickte nur und polierte fachmännisch ein Whiskeyglas.

„Ich hoffe doch, dass Sie in der Zeit Gutes erlebt haben.“, sagte er mit einer heiteren Stimme und hoffte wohl ein nicken von ihr zu bekommen. Sie blieb jedoch stumm.

„Schlechte Erinnerungen?“ Sie schüttelte mit einem traurigen Lächeln ihren Kopf. Man konnte nicht sagen, dass sie an Seido schlechte Erinnerungen haben würde Das meiste war eigentlich ganz lustig und Momente an die sie gern zurück dachte.

„Man hat gute und negative Sachen erlebt. Es ist nur der Abschied gewesen, der einen wohl am traurigsten macht.“ Der Barmann nickte nur verständlich und beäugte die Frau vor ihm ein wenig. Sie hingegen nahm das kaum war, denn ihre Gedanken waren bei einem Mann. Mal wieder. Dabei war es schon 10 Jahre her. Wie es ihm wohl ging? Was er wohl machte? Wobei wohl die letzte Frage am einfachsten war. Er würde irgendwo ein Spiel haben oder trainieren oder mit seiner Art einen Pitcher zur Verzweiflung bringen. Denn so war der Miyuki einfach.

„Jetzt weiß ich es. Sie waren unglücklich verliebt und sind abgereist ohne es zu gestehen.“ Sie blickte den Mann vor sich überrascht an und wollte schon verneinen als er einfach los redete.

„Sie müssen es erst gar nicht leugnen. Die Art wie sie gerade gelächelt und geguckt haben, hat es mir verraten und ich kenne dieses Lächeln. Immerhin wären Sie nicht die Erste die hier sitzt und so guckt.“ Darauf konnte sie nichts sagen. Verblüfft schloss sie einfach ihren Mund und war Fassungslos. Man sollte Leute die hinter der Bar standen wohl nicht unterschätzen. Es war deren Job Leute zu beobachten und einzuschätzen.

„Erzählen Sie es mir ruhig.“, meinte er nur ruhig. Sie hingegen blickte ihn zuerst misstrauisch an. Sollte sie das wirklich? Sollte Sie einem Fremden ihre Geschichte erzählen? Was alles vor zehn Jahren passiert war oder sich lieber weg setzen und so tun, als wenn nichts gewesen wäre. Angeblich half es ja einem Fremden manche Dinge zu erzählen. Sie hatten eine andere Sichtweise oder würden einfach nur zu hören.

„Okay.“, sagte sie nach einer längeren Pause und einem leichten zögern.

„Hören Sie sich meine Geschichte an.“
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