Puella Magi Honoka Magica

GeschichteDrama, Übernatürlich / P16 Slash
Homura Akemi Kyouko Sakura Madoka Kaname Mami Tomoe OC (Own Character) Sayaka Miki
01.12.2015
22.01.2017
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01.12.2015 2.990
 
So, eigentlich wollte ich noch etwas länger warten, bevor ich diese Geschichte anfange/veröffentliche, aber dadurch, dass die geschätzte Setosgirlfriend ein neues Kapitel zu ihrer Geschichte geschrieben hat, hat mich die Schreiblust im Bezug auf Madoka Magica doch wieder sehr gepackt ^^'
Also, viel Spaß mit der Fortsetzung von Timeline X :)


Wo zum Teufel war ich? Desorientiert sah ich mich um. Ich befand mich in einem langen Flur. Er bestand aus schwarzen und weißen Marmorplatten und schien unendlich lang zu sein. Alles schien so unwirklich, absolut surreal. Außerdem war es eiskalt. Ich schüttelte mich, weil ich fror und eine unangenehme Gänsehaut überzog meinen Körper. Das war doch hier alles nur ein Traum, oder? Aber es fühlte sich so ekelhaft real an. Ich vergrub meine Hände in den Jackentaschen und ging langsam vorwärts.

Ab und an waren Portraits an den Wänden angebracht. Zeigten verzerrte, furchteinflößende Gestalten. Unter den Bildern befanden sich die Namen, auf goldenen Tafeln, eingraviert. Gertrud- Hexe des Rosengartens, Elsa Maria- Hexe des Schattens und Charlotte- Hexe der Süßigkeiten; nur um ein paar Beispiele zu nennen. Was verdammt nochmal sollte das hier? Ich war inzwischen der festen Überzeugung, dass das hier nur ein Traum war. Aber was wollte mir mein Gehirn damit sagen? Ich hatte gehört, dass das Gehirn immer etwas verarbeiten wollte, wenn man etwas träumte, aber was genau wollte es jetzt verarbeiten? Ich hatte noch nie solche Schreckensgestalten, oder Hexen wie sie in dem Traum genannt werden, gesehen. Ich seufzte entnervt.

Ein Schrei riss mich aus meinen Gedanken. Das war doch...?! Ich rannte los. Immer weiter den Gang entlang, bis ich schließlich zu einer Tür kam. Ich öffnete sie, indem ich sie eintrat. Vor mir befand sich eine Klippe, unter der ein schier unendlicher Abgrund befand. Im Himmel über mir schwebte ein riesiges... ja was eigentlich? Das Ding im Himmel hatte Ähnlichkeit mit diesen Hexen von den Portraits, war aber irgendwie doch ganz anders. Vielleicht noch etwas surrealer und noch unheimlicher.

„Endlich hast du es hier her geschafft!“ sprach eine tiefe, fast bellende Stimme neben mir. Ich wandte meinen Kopf zu der Stimme. Es war ein Schatten, der zu mir gesprochen hatte. Irgendwie hatte der Schatten Ähnlichkeit mit einem Hund, einem Pudel um genau zu sein. Daher wahrscheinlich auch das bellende in der Stimme des Wesens. Der 'Hund' hatte große, rotleuchtende Augen, die mich interessiert fixierten. Ich sah ihn eine Weile stumm an, bis mir der Satz von ihm wieder in die Gedanken kam.

„Was soll ich hier?“ fragte ich verwirrt. „Ich wollte dir nur dein Schicksal zeigen, Kaminari. Dieses Ding am Himmel wird deinen und den Tod von allen Anderen hervorbringen und daran wirst du nichts, aber auch absolut gar nichts ändern können!“ erzählte der Schatten mir und sah vergnügt zum Himmel hinauf. Ich folgte seinem Blick. Tatsächlich. Ich kämpfte, mit drei anderen Menschen, die ich nicht erkennen konnte, zusammen gegen dieses Monster. Und verlor. Einer nach dem anderen wurden wir abgemetzelt. Je länger ich das Spektakel beobachtete, umso unwohler wurde mir. Schließlich wandte ich mich wieder dem Ding zu.

„Warum zeigst du mir das? Wer bist du? Und warum nennst du mich Kaminari? Mein Name ist doch...“

„Rei! Jetzt steh endlich auf! Sonst kommst du wieder zu spät!“ Ich öffnete langsam meine Augen. Was war das für ein Traum gerade? Ich schüttelte mit dem Kopf und setzte mich auf. Wandte dann meinen Kopf in Richtung Tür, wo meine Mutter mich leicht böse ansah. Zumindest eine von Beiden. Ich hatte zwei Mütter. Mami, die die mich gerade geweckt hatte und Katsumi.

Ich war nicht adoptiert, wie man es zuerst meinen könnte, sondern eins dieser Reagenzglasbabys. Bin also aus zwei Eizellen entstanden. Das war schon lange nichts ungewöhnliches mehr, auch nicht in einem eher konservativen Land, wie Japan eins war. Schließlich hatten wir ja inzwischen das Jahr Zweitausensiebenunddreißig. Ich kannte auch noch zwei andere Mädchen, die auf diesselbe Weise enstanden sind: Honoka und Akira. Auch sie hatten zwei Mütter. Ich kannte die Beiden und Sayuri, ebenfalls ein fester Bestandteil unseres Quartetts, die aber auf normalen Weg erschaffen wurde, schon ewig. Lag wahrscheinlich daran, dass unsere Mütter selbst seit der Mittelschule unzertrennlich und sehr gut miteinander befreundet waren. Wobei Sayuri's Eltern eher nicht so dazu gehörten.

„Ja ist gut, ich steh ja schon auf Ma“ brummte ich verschlafen und streckte mich. Die Blonde legte ein kleines Lächeln auf ihre Lippen. „Sehr schön. Wenn du fertig bist, ist das Frühstück bestimmt auch schon fertig“ erwiderte sie und verließ mein Zimmer. „In Ordnung!“ rief ich ihr hinterher und ging zu meinem Kleiderschrank.

Ich stieg aus der Dusche, trocknete mich ab und besah mich dann im Spiegel. Meine Haut war sehr hell, fast wie porzellan, aber heute hatte sie irgendwie einen leicht kränklichen Schimmer. Unter meinen bernsteinfarbenen Augen hatten sich dunkle Augenringe gebildet. Kein Wunder. Ich fühlte mich total unausgeruht, was wahrscheinlich an diesem seltsamen Traum lag. Ich schüttelte mit dem Kopf. Ich wollte nicht länger darüber nachdenken. Ich seufzte tief und begann meine rabenschwarzen, leicht lockigen, Haare zu föhnen.

Als ich herunterkam stand das Frühstück wirklich schon auf dem Tisch. Pancakes, eins meiner Lieblingsessen. Irgendwie hatte ich aber keinen Hunger. Also schenkte ich mir erstmal nur einen Kaffee ein, während mein Teller leer blieb. Meine Mutter setzte sich neben mich und sah mich leicht besorgt an. „Ist alles in Ordnung, Rei?“ fragte sie mich. Einen Moment lang dachte ich darüber nach, ob ich ihr vielleicht von dem Traum erzählen sollte, verwarf den Gedanken jedoch schnell wieder und zwang mich zu einem Lächeln. „Ich hab nur schlecht geschlafen, mehr nicht“ sagte ich mit beschwichtigendem Unterton in meiner Stimme. Die Blonde sah mich skeptisch an. „Kein Wunder. Du bist gestern Abend bestimmt wieder sehr spät schlafen gegangen. Du weißt, dass du das nicht machen sollst“ Ich unterdrückte mir ein genervtes Stöhnen. Ich war nicht wirklich in der Stimmung um mir Moralpredigten anzuhören.

Zum Glück wurde in diesem Moment die Tür zu unserem Haus aufgeschlossen und meine andere Mutter kam in die Küche. „Bin wieder zuhause!“ rief sie erschöpft. „Ich auch!“ rief Akira lachend und setzte sich neben mich.

Akira Sakura war meine beste Freundin. Sie war zwar nicht gerade die hellste Leuchte, aber das machte gerade das machte sie unglaublich liebenswert. Außerdem war sie genauso rebellisch wie ich und hielt sich auch an keine Regeln. Es kam mindestens einmal die Woche vor, dass wir nachsitzen mussten, weil wir wieder irgendeinen Mist gebaut hatten. Ihre Eltern waren Sayaka und Kyoko Sakura. Mit Letzterer geriet sie öfters Mal aneinander. Beide waren unglaubliche Sturköpfe und wollten immer Recht behalten. Außerdem war Kyoko ziemlich gläubig und Akira hielt von dem, um es mit ihren Worten zu sagen, Scheiss nichts.

„Was machst du denn schon hier? Du bist viel zu früh“ sagte ich so genervt wie nur möglich. „Sie hat das Essen gerochen und musste deswegen so schnell wie möglich her. Anscheinend hat Kyoko wieder nichts übrig gelassen“ lachte Katsumi und drückte dann Mami einen Begrüßungkuss auf den Mund. Akira schenkte der Schwarzhaarigen einen leicht wütenden Blick. „Ha ha, sehr witzig. Ich lach mich tot“ gab sie trocken von sich, klaute sich dann aber wie zu erwarten meinen Teller und schaufelte sich Pancakes darauf. Wir anderen Drei mussten darauf heftig lachen. Ihre eisblauen Augen funkelten uns nur genervt an.

„Und wie war die Nachtschicht?“ fragte ich an Katsumi gewandt. „Stressig. Wieso müssen die ganzen alten Säcke immer nachts irgendwelche Herzanfälle haben?“ stöhnte sie erschöpft. Die Schwarzhaarige war Chefärztin der Kardiologie am städtischen Krankenhaus von Mitakihara. Beeindruckender Job, jedoch überhaupt nichts für mich. Ehrlich gesagt wusste ich noch überhaupt gar nicht, was ich später einmal werden wollte, obwohl ich mir langsam mal Gedanken darüber machen sollte, da ich jetzt im zweiten Jahr der Oberschule war. Mami war Lehrerin an der Mittelschule. Zum Glück nicht auf meiner Schule, sonst würde sie von den ganzen Missetaten erfahren, die Akira und ich regelmäßig begangen.

Ich trank meinen Kaffee aus und sah auf die Uhr. „Wir müssen los. Komm, du Vielfraß“ meinte ich an Akira gewandt. Die Rothaarige nickte und fuhr sich durch ihre schulterlangen Haare. „Bis später!“ rief ich meinen Müttern zu und trat aus dem Haus heraus.

Die Sonne schien und es war keine Wolke am Himmel zu sehen. Sehr schön. Regen konnte ich echt nicht gebrauchen.

Schweigend liefen ich und Akira den Weg bis zu dem Park. Hier warteten wir jeden Morgen auf Honoka und Sayuri. Ich setzte mich auf eine Bank und reckte mein Gesicht etwas gegen den Himmel um noch ein paar mehr Sonnenstrahlen zu erhaschen. Akira setzte sich leise seufzend neben mich. „Du und Kyoko, ihr habt euch wieder gestritten, oder?“ fragte ich, sah sie jedoch nicht an. Ich wusste die Antowort darauf aber eigentlich schon. Natürlich hatten sie wieder gestritten. Sie stritten ständig. Ob es nun wegen dem Glaubensmist war, oder weil Kyoko unbedingt Akira dazu drängen musste, dass sie genauso gut Lacrosse spielen lernte, wie sie selbst. Kyoko war der Star der weiblichen Lacrosseszene. Hatte Japan damals zum WM-Sieg verholfen. Seitdem war sie unglaublich besessen darauf, dass Akira genauso erfolgreich wurde. Und nachdem Kyoko vor ungefähr einem halben Jahr sich eine fatale Knieverletzung zugezogen hatte, war es schlimmer denn je. Meine beste Freundin hasste diesen Sport aber. Allgemein hasste sie jegliche Art von Sport, auch wenn sie physisch in einer Top-Kondition war.

Akira liebte klassische Musik. Das hatte sie eindeutig von Sayaka geerbt. Kyoko hielt das aber natürlich für totalen Schwachsinn, also verbrachte sie fast jede freie Minute bei Sayuri und ließ sich von ihrem Vater, einem Star-Geiger, Unterricht geben.

„Natürlich. Ich hab gesagt, dass ich heute Nachmittag keinen Bock auf Training hatte. Da kannst du dir ja schon denken, was zuhause wieder los war“ murmelte sie erschöpft. Ich legte ihr mitfühlend einen Hand auf die Schulter. „Nur noch ein Jahr. Dann kannst du Kyoko endlich deinen Mittelfinger ins Gesicht halten und gehen“ scherzte ich. Akira lachte daraufhin.

„Du siehst aber heute auch nicht wirklich gut aus heute“ sagte sie und sah mich ernst an. Ich zuckte mit den Schultern. „Hatte einen total verrückten Traum. Hab gegen irgendwas gekämpft. Irgendein riesiges abnormales Monster“ murmelte ich in Gedanken. Akira zuckte neben mir leicht zusammen. Sie stand auf und packte mich leicht an den Schultern. „Wie war das Monster?!“ fragte, nein, brüllte sie schon fast. Ihre Stimme klang irgendwie alamiert. Was war denn mit ihr jetzt auf einmal los? „Abnormal“ wiederholte ich leicht atemlos und sah sie skeptisch an.

„Hey, ihr Beiden!“ sprach Jemand neben uns. Es handelte sich um Honoka und Sayuri. Akira ließ von mir ab, schnappte sich ihre Schultasche und flüsterte Sayuri etwas ins Ohr. Ihre Augen weiteten sich leicht geschockt und sie zog Akira plötzlich mit sich. „Wir haben noch etwas Wichtiges zu besprechen!“ rief die Grünhaarige uns zu.

Ich sah den Beiden verwundert hinterher. Hatte ich irgendetwas Falsches zu Akira gesagt? Ich hatte ihr doch bloß von meinem Traum erzählt. Leicht überfordert schüttelte ich mit dem Kopf. Heute war irgendwie der Wurm drin. Ich seufzte, zwang mich zum Lächeln und sah Honoka an.

Honoka Akemi war sowas wie der Engel von uns. Sie war nett, unglaublich nah am Wasser gebaut, höflich, sehr gut erzogen und total hilfsbereit. Also das genau Gegenteil von mir. War aber kein Wunder, dass sie so eine Frohnatur war, schließlich war ihre eine Mutter, Madoka Akemi, genauso. Von ihr hatte sie auch ihre rosane Haarfarbe geerbt, wobei Honoka's Haare etwas blasser waren. Leider war sie aber auch genauso naiv und gutgläubig wie Madoka. Akira und ich mussten sie schon öfters aus den Fängen von irgendwelchen Gangs befreien. Sie sah halt einfach in jedem Menschen das Gute, sogar in mir. Trotzdem wünschte ich mir, dass sie manchmal ein paar Charakterzüge von Homura übernommen hätte. Ein bisschen Misstrauen und etwas mehr Stärke wäre wirklich nicht verkehrt bei ihr. Leider hatte sie aber von Homura nur ihre Augenfarbe, die jedoch viel intensiver bei Honoka war, und die unfassbare Intelligenz geerbt.

„Was ist den mit den Beiden los?“ fragte Honoka verwundert. „Ich hab keine Ahnung. Wahrscheinlich ist Akira wieder ein bisschen durcheinander, weil sie sich mit Kyoko gestritten hat“ ich zuckte mit den Schultern und stand auf. „Lass uns gehen, sonst kommen wir noch zu spät“

Der Schultag verlief ruhig. Akira und Sayuri verhielten sich wieder unauffällig und taten so, wie als wäre heute morgen nichts vorgefallen. Sollte mir Recht sein. Nach der Schule verabschiedten sie sich schnell von mir und Honoka, mit der Begründung, dass Akira wieder Unterrichtsstunden bei Kyosuke Kamijou, Sayuri's Vater, hatte. Akira hatte mir mal erzählt, dass Kyosuke die erste große Liebe von Sayaka gewesen wäre und er ihr dann von Hitomi, Sayuri's Mutter, weggeschnappt worden wäre und Akira's Mutter daraufhin einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte und durchgedreht worden war. Völliger Schwachsinn meiner Meinung nach. Akira sollte weniger Seifenopern schauen. Außerdem war Sayaka volltrunken gewesen, als sie das erzählt haben soll und da redete die Blauhaarige eh nur Stuss.

„Rei-Chan?“ riss mich Honoka's Stimme aus meinen Gedanken. Ich wandte ihr mein Gesicht zu und sah sie fragend an. „Ich glaube Sayuri-Chan und Akira-Chan haben uns angelogen. Kyousuke-Kun ist doch gerade in Europa und macht dort eine Konzertournee, oder?“ murmelte sie betrübt. Honoka hatte Recht. Kyosuke war wirklich nicht da. „Ach, sie werden schon ihre Gründe haben. Nimm es Ihnen nicht übel“ sprach ich ihr aufmunternd zu und strich ihr sanft über den Rücken. Honoka nickte. „Du hast Recht. Glaubst du, dass Zwischen den Beiden... naja...“ druckste sie herum. Ich verkniff mir das Lachen. Wie schüchtern sie doch war.

„Was läuft?“ beendete ich ihren Satz und grinste sie an. Die Pinkhaarige wendete ihren Blick von mir ab und sah, mit einem leichten Rotschimmer auf den Wangen, zu Boden. Ich schüttelte lachend mit dem Kopf. „Ich denke nicht. Akira hätte mir das schon lange erzählt. Aber, ich kann deine Gedanken verstehen. Seit einem halben Jahr sind die Beiden irgendwie unzertrennlich. Sind jeden Abend zusammen unterwegs und so“ murmelte ich.

„Egal“ sagte ich dann aber schließlich und sah mich um. „Wollen wir die Abkürzung nehmen?“ fragte ich. „Ja“ erwiderte Honoka und lächelte mich an. Wir bogen in eine Seitenstraße ab. Diese Abkürzung konnten wir nur nehmen, wenn es hell war, sonst wäre es zu gefährlich gewesen. In letzter Zeit trieben sich auffällig viele unkoschere Gestalten rum. Homura, überfürsorglich wie sie nun eben war, hatte sogar schon überlegt nach Kazamino zu ziehen. Madoka und Honoka hatten sich aber gegen die Idee sehr gesträubt. Das war auch das erste und bisher einzige Mal, dass ich erleben durfte, wie Honoka ihre Stimme gegen sie erhob.

Plötzlich stockte ich. Es war dunkel geworden! Aber es war doch erst halb vier! Außerdem war es September! Verwirrt sah ich mich um. Ich erkannte fast überhaupt gar nichts mehr. Honoka, neben mir, fing an mit zittern. „Rei-Chan, was ist hier los?“ fragte sie leicht verängstigt. „Ich hab keinen blassen Schimmer“ erwiderte ich immer noch fassunglos. Ich atmete tief ein. Dafür gab es bestimmt irgendeine logische Erklärung. Ich durfte jetzt nur nicht den Kopf verlieren. „Halt dich an mir fest“ wies ich Honoka an und sie ergriff sogleich meinen linken Arm. Ich holte mein Smartphone aus der Tasche und schaltete das Licht ein.

Beinnahe hätte ich mein Handy vor Schock wieder fallen gelassen. Die Wände der Gasse hatten sich komplett verändert. Hatten jetzt ein Schachmuster, so ähnlich wie aus meinen Traum heute. Die Fliesen waren jedoch orange und braun. Wahrscheinlich war das hier auch nur wieder ein Traum. Also brauchte ich ja gar keine Angst haben. Ich war bestimmt in Mathe eingeschlafen.

Zielstrebig ging ich weiter den Gang entlang. Ich müsste nur wieder das Ende erreichen, dann würde ich schon aufwachen. Schließlich hatten wir die Tür erreicht, die aus diesem Gang rausführen würde. Honoka hatte die ganze Zeit über nichts gesagt, war mir nur stumm gefolgt. Ich stutze einen kurzen Moment. Wieso kam Honoka jetzt eigentlich in dem Traum vor? Aber, verwunderlich war es nicht. Schließlich war sie ja auch die Person, die in dem anderen Traum geschrien hatte.

Ich öffnete die Tür und wir schlüpften hindurch. Es war plötzlich wieder strahlend hell und wir befanden uns nicht auf einer Klippe, wie bei meinem vorherigen Traum, sondern in einem Zirkuszelt. In der Ecke lag etwas, was aussah wie eine riesige Clownsfigur. Honoka krallte sich plötzlich regelrecht in meinen Arm. Sie hatte panische Angst vor Clowns. Verdammt! Was sollte das?! Konnte ich nicht endlich aufwachen?!

„Man, ihr habt vielleicht Nerven. Wieso lauft ihr bei so einem schönen Wetter die Abkürzung?“ Wie aus dem Nichts erschienen plötzlich Akira und Sayuri vor uns. Akira trug einen langen, roten Mantel, über dem so etwas wie ein leichte Ritterrüstung in stahlblau lag. Dazu einen kurzen schwarzen Rock und schwarze Stiefel. Ihr Bauchnabel lag frei und gab Blick auf ein rotblaues Schneeflockentattoo. Das war mir noch nie an ihr aufgefallen und erwähnt hatte sie es auch noch nie.

Sayuki trug ein kurzes, mit Rüschen verziertes, grünes Kleid und eine weiße Strumphose. Ihr Schuhe hatten dasselbe Grün wie ihr Kleid. Auch sie trug plötzlich ein Tattoo. Am Hals, kurz unter ihrem rechten Ohr, befand sich eine grüne Welle.

Ich sah die Beiden ungläubig an. „Was ist hier los?“ fragte ich schon fast panisch. „Ihr seit in einen Abîme gelaufen. Dieser Clown vor euch dort ist eine sogenannte Abnormalität. Er trägt übrigens den Namen 'Scherzen'. Abnormaltiäten sind böse Wesen, die aus negativen Emotionen von euch Menschen geboren werden. Sayuri und Akira sind Espiors, also Hoffnungsträgerinnen. Sie kämpfen gegen diese Abnormalitäten, weil sie ein Abkommen mit mir geschlossen haben und ich ihnen dafür einen Wunsch erfüllt habe“ Vor mir stand plötzlich dieser bescheuerte Köter, den ich heute morgen schon einmal in einem Traum gesehen hatte. Was für einen Mist erzählte er hier?! Ich wollte etwas erwidern, doch er kam mir zuvor.

„Wollt ihr euren Freundinnen helfen? Das geht ganz einfach! Ihr müsst nur ein Abkommen mit mir eingehen und zu Espiors werden, Rei Asaji und Honoka Akemi!“

Wollte er er mich verarschen?!
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