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Reinblut-Adoption – kann das gut gehen?

von Kelly71
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Harry Potter Hermine Granger Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Lucius Malfoy Neville Longbottom Severus Snape
30.11.2015
16.01.2016
36
160.004
195
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
13 Reviews
 
25.12.2015 3.319
 
Man sieht sich immer ein weiteres Mal im Leben




„Gut siehst du aus, richtig elegant“, Romina umarmte Justin und strahlte ihn an. „Einfach nur perfekt, mein Großer. Der Umhang steht dir ausgezeichnet, mein Schatz. Jeder Zoll der perfekte Zauberer.“

„Danke Mom“, Justin strahlte. Diese Worte taten ihm gut. Irgendwie hatte er Bammel vor der Begegnung mit seinem ehemaligen Vater, doch andererseits wusste er, dass er diese Begegnung brauchte, um mit diesem Kapitel seines Lebens abzuschließen. Außerdem war er ja nicht alleine.

„Tja, wie der Vater so der Sohn“, Regulus zwinkerte seine Frau verschmitzt an. „Jemand bestimmtes soll ja sehen, wer der Vater von Justin ist, nämlich nur ich, ganz alleine ich!“

„Das schaffst du locker“, kam es trocken von Justin.

„Sehe ich auch so“, Romina nahm ihre beiden Männer in die Arme. Den Vierlingen hatten sie nicht erzählt, um was es ging. Warum sollten sie die sechsjährigen Mädchen damit belasten. Sie wussten lediglich, dass ihr Vater und ihr großer Bruder etwas im Ministerium zu erledigen hatten. Etienne Finch-Fletchley war für sie ein Fremder, sie konnten sich nicht an ihn erinnern. Im Moment waren die vier eh nicht zu Hause, sie besuchten ihre Tante Bellatrix. „Justin, nimm dir nichts zu Herzen“, bat sie ihren Sohn noch beim Abschied. „Etienne ist es nicht wert.“

„Das weiß ich jetzt Mom“, Justin lächelte seine Mutter beruhigend an. „Ich werde ihm mehr als deutlich machen, wer mein Vater ist.“

„Nämlich ich, ich ganz allein“, kam es sofort von Regulus Black. Dann verschwanden Vater und Sohn im Kamin.




Vom Zaubereiministerium aus, wo Regulus und Justin Black sich mit Sirius Black und seinen fünf Söhnen, Sixtus Bell Black und seiner Tochter Katie, Lucius Malfoy samt seinen fünf Kindern sowie Rabastan Lestrange mit Hannah und Luna, Edward Tonks mit Tochter Nymphadora und Rodolphus Lestrange samt Sohn Neville trafen, ging es weiter. Von Lucius Büro aus reisten sie dann zum Premierminister, der sie wie alte Freunde willkommen hieß. Es würde heute also nur so vor Hexen und Zauberern im Muggelministerium wimmeln. „Dieser Etienne wartet draußen – da ich im Moment noch eine Telefonkonferenz habe“, berichtete dieser grinsend. „Ich schlage vor, ihr wartet einen Moment im Nebenzimmer und kommt dann durch die offizielle Bürotür. Meine Sekretärin Gladys Winter ist im Übrigen eingeweiht und freut sich, euch kennenzulernen. Am liebsten würde sie auch ins Zaubereiministerium wechseln.“

„Ich kann sie also abwerben“, blödelte Lucius.

„Wehe Lucius, dann werbe ich deine Sekretärin ab“, David Cameron lachte und öffnete die Tür zum Nebenzimmer.



Etienne Finch-Fletchley war dem Premierminister auf den ersten Blick unsympathisch, ein Lackaffe, ein eitler Fatzke, wie er im Buche stand. Er überlegte, was Romina Black, die er als nette, schlichte Frau kennengelernt hatte, an diesem Mann gefunden hatte. Liebe machte wohl wirklich ab und an blind. Zum Glück hatte sie es jetzt besser getroffen. Auch der Stiefsohn namens Braxton machte, obwohl er erst vierzehn Jahre alt war, den gleichen Eindruck wie Etienne Finch-Fletchley. Aber vielleicht täuschte er sich ja auch in den Jungen. Doch der Premierminister riss sich zusammen und plauderte einige Minuten mit seinen Besuchern. Diese waren auf Empfehlung eines gemeinsamen Bekannten gekommen. „Ich glaube“, änderte David Cameron irgendwann die Richtung der Unterhaltung, „ich habe da die richtigen Ansprechpartner für Sie. Bekannte von mir, die jeden Moment zu Besuch kommen müssten. Unser gemeinsamer Bekannte verriet mir ja, woran Sie interessiert sind, Mr. Finch-Fletchley, so dass ich meine Freunde bat zu kommen.“

„Das ist sehr entgegenkommend, dass Sie mich an Ihre Freunde empfohlen haben“, schleimte Etienne Finch-Fletchley und warf seinen Stiefsohn einen Blick zu, der frei übersetzt wohl soviel wie heißen sollte wie 'wir haben den Premierminister für uns gewonnen', was dieser sehr wohl bemerkte. Doch er riss sich zusammen. Schließlich hatte alles seinen Zweck. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte er diese Leute gar nicht empfangen, sondern sie an jemanden seiner Mitarbeiter verwiesen.

Im nächsten Moment klopfte es und Gladys kündigte die Besucher an. „Die Familien Black, Tonks, Malfoy und Lestrange.“

„Danke Gladys“, David grinste seine Sekretärin an. „Vielleicht leiten Sie Ihren Telefonapparat auf die Zentrale um und führen Protokoll.“

„Sehr gerne“, Gladys freute sich diebisch, sie war von Anfang an eingeweiht worden, als es darum ging, die neuen Abteilungen zu gründen. Jetzt bekam sie endlich die Gelegenheit, weitere Hexen und Zauberer kennenzulernen. Das sie das mit ihren sechzig Jahren noch erleben durfte, endlich war einmal etwas los im Ministerium.

„Ich übernehme einmal die Vorstellung“, der Premierministers sah Etienne Finch-Flechtley und Braxton lächelnd an. Justin war im Moment noch verdeckt durch seinen Onkel Sirius und dessen Söhne. „Das hier sind einmal Etienne Finch-Flechtley und sein Stiefsohn Braxton LaVilla und das hier sind Lord Rabastan Lestrange und seine Töchter Hannah und Luna, Lord Rodolphus Lestrange und sein Sohn Neville, Edward Tonks und seine Tochter Nymphadora, Lord Sixtus Bell Black und seine Tochter Katie, Lord Sirius Black sowie seine Söhne William, Charles, Percival, Frederic und George, mein Amtskollege Lord Lucius Malfoy und seine Kinder Amy, Jason-Raphael, Draconis, Colin und Dennis und last but not least Lord Regulus Black und sein Sohn Justin Vicomte Black.“

„Ange...“, Etienne Finch-Fletchley blieb der Rest im Hals stecken, als er erkannte, wer sich hinter dem Namen Justin Vicomte Black verbarg. Ihm blieb der Mund offen stehen.

„Was wollten Sie sagen?“ Regulus legte demonstrativ eine Hand auf Justins Schulter. „Haben Sie jemanden erkannt, den Sie vergessen wollten?“

„Ähm, ähm“, mehr brachte Etienne Finch-Fletchley nicht heraus.

„Was ist denn los?“ Braxton verstand nicht was los war mit seinem Stiefvater.

„Der Junge da“, Etienne zeigte mit dem Zeigefinger auf Justin. „Der ...“

„Man zeigt nicht mit dem Finger auf angezogene Leute“, rutschte es Justin heraus. „Das ist sehr unhöflich. Hat Ihnen das Ihr Vater nicht beigebracht, Mr. Finch-Fletchley. Meiner schon. Mein Vater Lord Black legt sehr viel Wert auf exzellente Manieren. Ebenso wie meine Onkel Sirius, Rodolphus, Rabastan, Edward, Sixtus und Lucius bei ihren Kindern. So etwas lernen wir schon von klein auf. Selbst meine zweijährige Cousine Holly würde das nicht machen.“

„Sehr richtig, mein Sohn“, Regulus grinste Etienne Finch-Fletchley spöttisch an, „deine Onkel und ich legen sehr viel Wert auf gute Manieren. Aber wie sagte deine Großmutter Walburga schon so richtig?“

„Benehmen ist Glückssache, doch nicht jeder Mensch hat Glück“, antwortete Justin sogleich. „Mary-Kate-Alice, Mary-Anne-Frances, Mary-Charlotte-Rose, Mary-Claire-Helen und ich haben uns gestern noch mit ihrem Portrait unterhalten. Sie hat uns so einiges aus eurer Kindheit erzählt, Dad,Onkel Siri.“

„Ach du Schande“, Sirius wurde blass.

„Angst, Onkel Siri“, stichelte Justin gutmütig.

„Ja, um deine Eltern. Ich möchte nicht, dass deine kleinen Schwestern sich ein Beispiel nehmen an den Dingen, die ich früher ausheckte.“

„Da musst du keine Angst haben, Onkel Siri“, beruhigte Justin ihn umgehend. „Granny riet den Vierlingen, so etwas an dir auszuprobieren. Sie meinte, dann wüsste du einmal, wie das wäre. Grandpa pflichtete ihr sofort bei und wünschte deinen Nichten viel Erfolg.“

„Meine eigene Mutter fällt mir in den Rücken, ich glaube es nicht.“ Sirius schüttelte lachend den Kopf. „Ich bin nur froh, dass die Mini-Heuschrecken noch keine Zauberstäbe besitzen.“

„Mini-Elfen“, korrigierte Regulus seinen Bruder sofort.

„Mini-Heuschrecken“, Sirius bleib bei dieser Bezeichnung für seine Nichten. „Ich wette, die Mädels stellen Fred und George bzw. James und mich in Hogwarts bei weitem in den Schatten.“

„Du machst mir Angst, großer Bruder“, maulte Regulus. „Na ja, wenigstens macht mein Großer keine Dummheiten und denk daran, wer einer der Lehrer von meinen Mini-Elfen sein wird.“

„Jetzt machst du mir Angst“, Sirius schüttelte sich.

„Um was für Geschäfte geht es hier eigentlich, David?“ unterbrach Lucius die Kabbeleien der Black-Brüder.

„Das kann Mr. Finch-Fletchley am besten erläutern.“ Der Premierminister wandte sich an diesen. „Mr. Finch-Fletchley, können Sie meinem Amtskollegen aus der magischen Welt einmal erläutern, um welche Geschäfte bzw. Geschäftsbedingungen es Ihnen geht?“

„Magische Welt?“ quetschte Etienne Finch-Fletchley mühsam hervor.

„Ganz genau, magische Welt. Meine Freunde und ihre Kinder sind allesamt Zauberer und Hexen – meine Tochter Joanne im Übrigen auch“, der Premierminister lächelte charmant und Gladys versteckte ihr Gesicht hinter einen Taschentuch. „Mein Kollege, Lord Malfoy, und ich haben vor einigen Tagen neue Abteilungen bzw. eine neue Zusammenarbeit unserer beiden Ministerien ins Leben gerufen. Dabei geht es bei unserem ersten Projekt in erster Linie darum, dass Kinder geschützt werden müssen. Wir wollen verstärkt gegen Kindesmisshandlungen oder Vernachlässigung von Kindern vorgehen und zwar in beiden Welten. Außerdem haben wir auch schon eine gemeinsame Polizeieinheit gegründet.“

„Einige der hier anwesenden Kinder“, ergänzte Lucius Malfoy die Worte seines Amtskollegen, „fielen bis vor kurzem unter diese Gesichtspunkte. Meine Söhne Colin und Dennis wurden von ihrem Onkel nach dem Tode ihrer Eltern misshandelt und geschlagen. Tino Creevy wurde gestern von einem Gericht für schuldig befunden, Schutzbefohlene gequält und misshandelt zu haben. Er sitzt eine fünfjährige Gefängnisstrafe ab. Sie wissen ja, was mit Leuten im Gefängnis passiert, die Kinder quälten, misshandelten. Die stehen dort ganz am Ende der Nahrungskette. Die Eltern von meinem Neffen Neville wurden gefoltert und bedürfen aufgrund geistiger Verwirrung spezieller Pflege – meine Schwägerin Bellatrix und ihr Mann Rodolphus haben ihn adoptiert, dazu noch zwölfjährige Zwillingsmädchen. Der Cousin meiner Frau, Lord Sirius Black, adoptierte fünf junge Männer, die von ihren Eltern aus der Familie geworfen wurden, weil sie andere Ansichten vertreten. Lord Rabastan Lestrange adoptierte ein Geschwisterpärchen - Luna und Byron – ihre leiblichen Eltern sind verstorben. Mr. Edward Tonks, dessen älteste Tochter Nymphadora Mitglied der magischen Polizeieinheit ist, adoptierte gemeinsam mit meiner Schwägerin Andromeda die kleine Destiny. Und Lord Regulus Black, ein weiterer Cousin meiner Gemahlin Narzissa, verliebte sich bei einem Besuch im Zaubereiministerium in seine Frau Romina, die fünf Kinder mit in die Ehe brachte, die Lord Black nur zu gern adoptierte. Der biologische Erzeuger der Kinder ist in meinen Augen ein Schwein, er haute irgendwann ab, als er feststellte, dass seine Kinder anders sind als andere Kinder und verschwand spurlos. Er zahlte noch nicht einmal Unterhalt und überließ es seiner Frau, sich um die fünf Kinder zu kümmern, wovon die vier jüngsten noch kein Jahr alt waren. Solche Männer sind in den Augen meiner Freunde, wozu auch der Premierminister zählt, absolut verabscheuungswürdig.“

„Dem kann ich mich voll und ganz anschließen“, kam es vom Premierminister. „Ich kann so etwas auch nicht verstehen, schon gar nicht, weil ich Justin und seine Vierlingsschwestern kenne. Es sind prachtvolle Kinder und ich verstehe Lord Black völlig, dass er sie ohne zu zögern adoptierte, hätte ich auch an seiner Stelle gemacht.“

„Ja aber, der Junge und seine Schwestern sind Freaks, das muss man doch verstehen, dass ich das Weite gesucht habe“, versuchte Etienne Finch-Flechtley sich zu verteidigen. „Das hätte doch jeder gemacht. Was hätte das für einen Eindruck bei meinen Freunden gemacht!“

„Wenn Justin und die vier Mädels Freaks sind, dann sind die einzigen Nicht-Freaks hier im Raum Mrs. Winter, der Premierminister, Sie und Ihr Stiefsohn Braxton“, spottete Rabastan Lestrange. „Der Rest von uns ist magisch veranlagt – ebenso die Tochter des Premierministers.“ Er spielte deutlich sichtbar mit seinem Zauberstab.

„Du hast etwas vergessen, Rusty“, erinnerte ihn sein Bruder. „Der Rest von uns  sind zudem noch Vampire.“

„Danke für die Erinnerung, das vergaß ich wirklich zu erwähnen.“ Rabastan grinste und ließ kurz seine Eckzähne aufblitzen. Gladys Winter sah dieses Schauspiel mit Vergnügen. Endlich passierte einmal etwas im Ministerium. Angst hatte sie keine, warum auch. Schließlich hatte sie den Zaubereiminister und dessen Ehefrau schon vor Wochen kennengelernt.

„Vampire?“ kreischte Braxton und sprang auf.

„Vampire“, bestätigte Justin grinsend und zeigte ebenfalls seine neuen Eckzähne. „Hast du etwa Angst?“

„Vampire!“ kreischte Braxton erneut und sah sich panikartig um.

„Ja, Vampire“, sangen Amy und Nymphadora. „Cool oder?“

„Ich will hier weg“, Braxton sprintete zur Bürotür und versuchte sie zu öffnen. Doch vergeblich.

„Die Tür ist magisch verriegelt“, spottete Regulus. „Aber keine Angst. Wir sind völlig harmlos – meistens jedenfalls. Selten überkommt uns ein Blutrausch.“

„Freaks, sagte ich doch.“ Auch Etienne Finch-Fletchley geriet in Panik.

„Keine Freaks“, widersprach Regulus sofort. „Sie können auch gleich gehen – allerdings bestehe ich darauf, dass Sie einen Scheck über die Summe ausstellen, die Sie meiner Frau an Unterhalt schulden. Diesen Betrag wird meine Familie vervielfachen, spenden und zwar für den neuen Kinderhilfsfonds der beiden Ministerien. Versuchen Sie es gar nicht erst mit der Ausrede, Mr. Finch-Fletchley, Sie könnten nicht zahlen. Schließlich haben Sie bereits im Vorfeld des Gesprächs mit dem Premierminister damit geprahlt, wie reich Ihre neue Frau doch wäre und was für einen tollen Job Sie doch in ihrer Firma bekommen hätten. Wir können Ihrer neuen Gattin sowie allen andern natürlich auch erzählen, wie Sie wirklich ticken. Kommt bestimmt nicht gut an bei Ihren Geschäftspartnern und Mitarbeitern. Also, wenn ich bitten dürfte.“ Regulus streckte auffordernd die Hand aus.

„Das können Sie doch nicht machen, Herr Premierminister, Sie können doch dabei nicht zusehen!“ empörte sich Etienne Finch-Fletchley.

„Doch, das kann ich. Ich bin damit voll und ganz einverstanden“, widersprach David Cameron sofort. „Lady Black hat einen vollstreckbaren Unterhaltstitel gegen Sie, dieser liegt mir vor und den mache ich hiermit für sie geltend. Sie schulden im Übrigen 12.500 Pfund. Ich gehe einmal davon aus, dass Ihre Schecks gedeckt sind oder möchten Sie es riskieren, die neue Polizeieinheit auf den Fersen haben zu wollen? Ich glaube kaum, diese ist nicht zu unterschätzen! Lord Malfoy und ich sind im Übrigen gerade dabei, unsere ausländischen Amtskollegen für dieses Gemeinschaftsprojekt zu gewinnen. Glauben Sie mir, sollte es uns gelingen, gibt es in ein, zwei Jahren eine weltweite Polizeieinheit, die sowohl aus Auroren als auch aus Polizisten besteht.“

„Meine Kollegen aus Deutschland, Spanien, Türkei, der USA, Frankreich und Holland sind auf jeden Fall schon interessiert“, berichtete Lucius grinsend. „Unser Projekt nimmt also schon Form an, Dave.“

„Hört sich gut an.“ Auch der Premierminister grinste. „Ich habe mit meinen Kollegen aus Kanada, den USA, Deutschland und Belgien sprechen können – auch sie sind gerne mit dabei und freuen sich auf das erste gemeinsame Treffen.“

„Hervorragend“, Lucius rieb sich die Hände. „Den Scheck, Mr. Finch-Fletchley, dann können Sie auch mit Ihrem Stiefsohn gehen. Selbstverständlich werden wir Sie und Braxton mit einem Schweigezauber belegen, das bedeutet, Sie beide können niemanden erzählen, dass es Hexen, Zauberer und Vampire gibt. Sie werden auch niemanden von der gemeinsamen Polizeitruppe erzählen können. Das unterliegt der absoluten Geheimhaltung.“

„Ja aber ...“, fing Etienne Finch-Fletchley an. „Das Geld steht meiner Ex doch gar nicht zu, immerhin ist sie doch wieder verheiratet und die Kinder sind auch adoptiert worden.“

„Sie Depp“, fauchte Sirius ihn an und verwandelte sich im nächsten Moment in einen großen schwarzen Hund, knurrte den Exmann seiner Schwägerin böse und furchterregend an.

„Bei Fuß Onkel Siri“, witzelte Justin und krallte seinen Onkel hinter den Ohren. „Mein Onkel ist im Übrigen bissig“, klärte er dann grinsend seinem biologischen Erzeuger auf.

„Der Unterhalt bezieht sich auf die Zeit, als Sie noch unterhaltsverpflichtet waren.“ Lucius ging drohend auf Etienne Finch-Fletchley zu. „Sie haben sich Ihrer Verpflichtung entzogen und Ihre ehemalige Frau mit vier kleinen Kindern und einem Schulkind im Stich gelassen. Dafür ist der titulierte Unterhalt. Stellen Sie sich also nicht dümmer, als Sie sind. Aber wenn Sie es nicht anders wollen. Justin, lass Siri von der Leine.“

„Geh spielen, Onkel Siri“, Justin löste die Hundeleine, die Sirius trug und der Hund setzte zum Sprung an.

„Halt, halt, ich zahle“, Etienne Finch-Fletchley schnappte sich seinen Stiefsohn und schob ihn wie ein Schutzschild vor sich.

„So ein Feigling“, entrüstete sich Amy Malfoy. „Der schiebt einfach seinen Sohn vor sich. So etwas macht kein Vater!“

„Ganz deiner Meinung, Amy“, David Cameron zwinkerte dem Mädchen zu. „So etwas macht ein Vater nicht. Aber da siehst du einmal, dass Mr. Finch-Fletchley Braxton auch nicht als seinen Sohn ansieht.“

„Das würde ich an deiner Stelle deiner Mommy erzählen“, Amy sah Braxton an. „Das würde ich ihr wirklich erzählen.“

„Ich denke, wir können nichts erzählen“, stammelte Braxton.

„Das mit den Hexen, Zauberern und Vampiren nicht, du Dummie“, belehrte Amy ihn. „Dass dein Stiefvater sich hinter dir versteckte vor einem großen Hund schon. Gut, du kannst nicht sagen, dass der Hund mein Onkel Siri war, aber immerhin, dass du von einem großen Hund gebissen werden konntest und dem Typen das egal war. Das würde ich an deiner Stelle meiner Mommy erzählen.“

„Ich würde ihr auch erzählen“, nahm Neville den Faden auf, „dass dein Stiefvater seine ehemalige Frau samt fünf Kindern im Stich ließ. Vielleicht weiß deine Mutter das gar nicht.“

„Nein, das weiß sie nicht“, bestätigte Braxton und sah Etienne Finch-Fletchley sauer an. „Das macht man wirklich nicht.“

„Aber Braxton“, stammelte sein Stiefvater. „Wir zwei sind doch Kumpels, Buddys.“

„Kumpels habe ich genug, dafür brauche ich dich nicht“, belehrte Braxton ihn. „Ich werde das Mom erzählen und dann muss sie entscheiden was sie macht. Nicht, dass du nur hinter ihrem Geld hinterher bist.“

„Die Möglichkeit besteht“, konnte sich Justin nicht verkneifen zu sagen.

„Das sehe ich auch so“, stimmte ihm Braxton zu. „Jetzt stell den Scheck aus, Etienne, und dann lass uns gehen.“

„Ja aber ...“, Etienne Finch-Fletchley zögerte immer noch.

Braxton sah seinen Stiefvater sauer an und zog sein Handy aus der Tasche, drückte eine Taste. „Hallo Mom, ich wollte nur sagen, ich würde gleich gerne mit dir sprechen. Ja, es ist wirklich dringend“, sprach er hinein. „Ich habe übrigens gerade Justin kennengelernt. Justin, Etiennes ehemaligen Sohn, über den er immer herzieht. Du, der ist sehr nett, seine Mutter hat wieder geheiratet und sein neuer Vater hat ihn und seine vier Schwestern adoptiert. Justin ist froh, dass er Etienne los ist. Der ist doch damals abgehauen und hat seine damalige Frau mit den fünf Kindern im Stich gelassen und jetzt weigert er sich den Unterhalt nachzuzahlen. Ich weiß, uns hat er erzählt, sie wäre mit den Kindern und einem neuen Mann abgehauen und dass die vier Mädchen gar nicht seine Töchter werden, weil seine Ex ihn schon vor der Geburt nach Strich und Faden betrogen hat. Das stimmt aber nicht, Mom. Der Premierminister, bei dem wir gerade sind, hat ihn dazu aufgefordert, den rückständigen Unterhalt zu begleichen. Ja, er sagt, es gibt einen Titel darüber. 12.500 Pfund schuldet Etienne. Okay. Bis dann Mom.“ Braxton hielt Etienne Finch-Fletchley das Handy hin. „Für dich.“

„Hallo Francesca-Schätzchen“, flötete Etienne los. Schweiß stand auf seiner Stirn. „Das ist alles nur ein Missverständnis, mein Schnuckelchen. Wirklich. Ich würde doch nie eine Frau in Stich lassen. Romina hatte damals schon was laufen und ich bin mir absolut nicht sicher, dass die Kinder überhaupt von mir sind. Sie ließ nie etwas anbrennen. Sie sehen mehr aus wie …..“

Weiter kam Etienne Finch-Fletchley nicht, denn Regulus schlug ihn nieder. Dann nahm er das Handy an sich. „Guten Tag, mein Name ist Regulus Lord Black, ich bin der Ehemann von Romina, die ehemals mit Ihrem Mann verheiratet war. Ihr Ehemann Etienne kann das Gespräch leider nicht fortführen, da ich ihn niederschlug. Niemand beleidigt meine geliebte Frau und bezeichnet sie als Flittchen oder sonst was.“ Regulus lauschte einen Moment, dann grinste er. „Das werde ich ihm selbstverständlich gerne ausrichten, Mrs. Finch-Fletchley. Nein, ich glaube auch, dass er kein gutes Vorbild für Braxton ist. Meine Kinder will ich auf jeden Fall nicht in der Nähe dieses Mannes sehen. Auch Ihnen einen schönen Tag und alles erdenklich Gute für Ihre Zukunft.“ Regulus klappte das Handy zu und reichte es Braxton. „Du möchtest bitte gleich draußen warten, deine Mutter schickt euren Chauffeur. Der wird deinem baldigen Ex-Stiefvater die Autoschlüssel und Hausschlüssel abnehmen und dich dann nach Hause bringen. Sie selbst wird umgehend ihren Anwalt kontaktieren und alles in die Wege leiten. Der geschuldete Unterhalt wird sie vom Konto deines Stiefvaters überweisen.“

„Gefällt mir“, Braxton grinste, dann verabschiedete er sich höflich bei allen.

„Aus dem kann noch etwas werden“, brummte Rodolphus.

„Sehe ich auch so“, stimmte ihm der Premierminister zu. Dann rief er seinen Sicherheitsdienst und ließ Etienne Finch-Fletchley vor die Tür setzen. „Jetzt einen Kaffee und Kakao“, bestimmte er dann. Gladys nickte, verschwand und kehrte nach zehn Minuten mit dem gewünschten zurück. Das hatten sie sich jetzt aber auch verdient.
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