Vergessene Bande

von Sariya18
GeschichteDrama, Romanze / P18
30.11.2015
11.02.2019
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Wir kamen schnell und gut versteckt im Schutze des Sandes voran bis wir in wenigen Minuten die Dorfgrenze erreichten. Der erste Teil meines Plans war somit erfolgreich.
Jetzt folgte der riskantere Teil, bei dem das Risiko entdeckt zu werden nicht gerade gering war.
„Okay, den ersten Teil hätten wir schon mal hinter uns. Nun zu Teil zwei. Flieg so hoch du kannst und lass uns erstmal alles aus der Luft  auf Wachen absuchen.“ Sagte ich und aktivierte mein Sharingan, um mittels des Chakras potenzielle Gefahren ausmachen zu können.
Sobald wir eine gute Höhe erreicht hatten, ließ ich meinen Blick umherschweifen und suchte möglichst genau alles ab.
Genau das was ich befürchtet hatte. Es war klar, dass sie deutlich mehr Wachen aufgestellt hatten.
„Hmm… also den Dorfeingang können wir vergessen, da würde ich wahrscheinlich nur mithilfe von einem von Sasoris Spionen durchkommen ohne aufzufallen aber das hatte ich schon erwartet. Westlich und Östlich sieht es fast genauso schlecht aus, obwohl es dort sicherlich kleine Lücken gäbe, doch da wäre das Risiko aufzufallen fast genauso groß. Bleibt uns nur der Norden, etwa nordöstlich des Kazekage-Turms. Dort sind wir vor Blicken am meisten geschützt, da der Turm fast alle Seiten gut verdeckt und ich kann auch fast keine Wache dort sehen. Was meinst du, Ryo?“ berichtete ich, während wir unsere Kreise über dem Dorf zogen und ich unsere Möglichkeiten bedachte.
„Hört sich gut an, denn das wäre auch meine Einschätzung gewesen.“ Bestätigte er meinen Vorschlag.
„Wir warten ab bis sich ein günstiger Zeitpunkt ergibt. Sobald es losgeht, fliegst du so schnell wie möglich ein Stück nach unten, damit ich abspringen kann. Dann ziehst du dich schnellstmöglich zurück, um keine Aufmerksamkeit zu erregen und wartest bis ich dich rufe.“ Fuhr ich fort und erläuterte ihm die weiteren Schritte.
„Gut. Und du versuchst keine große Aufmerksamkeit auf dich zu lenken, Sariya.“
„Mhm.“ Ich nickte und behielt weiter alles was unter uns vor sich ging im Auge.
Nachdem wir sicher waren, dass niemand etwas mitbekam, machten wir uns bereit.
„Los geht’s.“ sagte ich und gleich darauf stürzten wir nach unten.
Augenblicke später, in denen die Luft geradezu schneidend an mir vorbeizischte, sprang ich von Ryos Rücken und landete sicher auf dem Boden in einer kleinen Gasse.
Ich sah mich kurz um. Da alles ruhig war, wanderte mein Blick nach oben zu meinem Vogel, dem ich mit einem Nicken symbolisierte, dass er sich nun zurückziehen konnte.
„Zeit sich umzuhören.“ Sagte ich und deaktivierte mein Sharingan, dann setzte ich mich in Bewegung.

Gerade einfach dürfte es nicht werden jemanden mit brauchbaren Informationen zu finden aber ich muss es versuchen…
Ich versuchte so vorsichtig wie möglich vorzugehen und keine Aufmerksamkeit zu erregen, während ich das Dorfinnere erkundete.
Da es noch Morgen war, herrschte noch Ruhe auf den Straßen. Nur vereinzelt liefen ein paar Leute herum. Dies würde sich aber in ein paar Stunden sicher ändern.
All die Straßen kamen mir von hier aus vor wie ein Labyrinth, im Gegensatz zu der Sicht, die man aus der Luft auf das Dorf hatte.
Fürs erste beschloss ich deshalb, die Gegend ein wenig auszukundschaften.
Auf den Hauptwegen lagen nicht so viele Läden wie in Konoha, die kleinen Seitengassen waren auch meist menschenleer. Dies nutzte ich, um immer wieder kurz mit meinem Sharingan das Chakra in der Umgebung zu untersuchen. Ich hoffte, noch einen Teil von Sasoris Großmutter Chiyo ausmachen zu können, was aber bis jetzt ohne Erfolg verlief.
Gerade als ich mich umdrehen und aus einer Sackgasse gehen wollte, wurde ich von jemandem angerempelt. Ich konnte gerade so das Gleichgewicht halten, doch die andere Person fiel zu Boden.
„Hey, pass doch…“ schimpfte ich los, brach aber schnell mitten im Satz ab.
Ein kleiner Junge, nicht älter als vier oder fünf Jahre nach meiner Einschätzung und dessen Kleider schon dreckig und etwas zerrissen waren, lag vor mir auf dem Boden. Er hatte seinen Kopf in seinen Armen vergraben und fing an zu zittern und zu schluchzen.
Das rief Erinnerungen bei mir wach und ich beugte mich zu ihm hinunter.
„Hey. Tut mir…“ ich wollte mich eigentlich bei ihm entschuldigen, doch er ließ mich nicht dazu kommen und rannte plötzlich weg.
„Lass mich!“ schrie er.
Ich war ihm nicht böse, dass er in mich hinein gelaufen war, ganz im Gegenteil. Aber sein Aussehen und sein Verhalten bereiteten mir Sorgen.
So verlor ich keine Zeit und rannte ihm nach.
„Warte! Ich will dir nichts tun.“ Schrie ich ihm zu und hoffte, er würde stehen bleiben.
Doch der kleine Junge dachte nicht daran und hetzte immer weiter durch die Gassen, ich hinterher.
„Bitte! Bleib endlich stehen.“ All meine Versuche ihn mit Worten zu stoppen zeigten keinerlei Wirkung. Und auf unliebsame Weise erinnerte mich diese Verfolgung an Sasuke und Itachi damals.
Ich musste mir etwas einfallen lassen, wie ich ihn sonst stoppen konnte.
Gerade als mir etwas einfiel, bogen wir aus einer der Gassen zurück auf eine der Hauptstraßen. Der Kleine war flink unterwegs, das musste ich ihm lassen und für einen Augenblick verlor ich ihn auch aus den Augen. Nur hatte ich dafür eine Geheimwaffe: mein Sharingan. Und es dauerte nur eine Sekunde bis ich ihn auf einem Hausdach ausmachte, von dem er gerade hinunter sprang.
„Jetzt hab ich dich.“ Noch während ich los rannte setzte ich das Jutsu der Schattendoppelgänger ein und bog in die schmale Gasse, in die er verschwunden war.
Ich benutzte nur einen Doppelgänger und berechnete innerlich die Route, die er laufen würde. So konnte sich mein Schattendoppelgänger dort postieren und ihn abfangen, während ich ihn immer noch von hinten verfolgte und ihm somit den Weg abschnitt.
Gut zwei Straßen weiter endete die Verfolgung, als er erschrocken von meinem Doppelgänger halt machte und ich auch gleich von hinten angerannt kam.
Nachdem ich die Gasse betreten hatte, machte ich langsam.
„Ich will dir nichts tun.“ Sagte ich ruhig und wartete ab.
Der kleine Junge schaute hektisch zwischen mir und meinem Doppelgänger hin und her und ich hatte den Eindruck, dass er Angst hatte.
„Das ist nur ein Schattendoppelgänger, sonst wärst du ja nie stehen geblieben.“ Erklärte ich ihm und lächelte ihn an. Dabei löste ich den Doppelgänger auf und hoffte, er würde nicht wieder wegrennen.
Auf einmal fing der Kleine an zu wimmern und sank auf die Knie.
„Niemand hat mich lieb.“ Weinte er los.
Ich wollte zu ihm und ihn trösten, doch ich war mir nicht sicher, ob ich ihn nicht wieder verschrecken würde. Nach kurzem Zögern aber ging ich vorsichtig zu ihm.
„Also ich bin mir ganz sicher, dass dich jemand lieb hat.“ Setzte ich ein Lächeln auf und versuchte ihn zu beruhigen.
„Nein!“ der Junge schüttelte seinen Kopf und noch mehr Tränen liefen über sein Gesicht.
Ich konnte nicht anders und nahm ihn in den Arm.
„Scht, alles ist gut.“ Sprach ich ihm beruhigend zu und fuhr immer wieder mit meiner Hand über seinen Rücken. Tatsächlich beruhigte er sich irgendwann.
Madara hatte es bei mir auch immer so gemacht, wenn ich einen Alptraum gehabt hatte oder so weinte wie der kleine Junge.
„Ist doch gleich schon besser, oder?“ fragte ich und der Junge nickte kurz, sein Gesicht immer noch in meinem Mantel vergraben.
„Möchtest du mir deinen Namen verraten?“ fuhr ich mit sanfter Stimme fort.
„Kagura.“ antwortete er leise.
„Was für ein schöner Name. Ich bin Sariya.“ Stellte ich mich ihm vor, auch wenn es mir etwas unangenehm war, ihm meinen richtigen Namen zu sagen. Ich hatte für einen Moment überlegt, ob ich ihn anlügen sollte aber das konnte ich nicht.
„Du hast auch einen schönen Namen.“ Kam es von ihm, was mich ein wenig staunen ließ.
„Danke.“ Ich streichelte ihm einmal über den Kopf.
„Wo sind denn eigentlich deine Eltern, Kagura?“ wollte ich wissen.
Kaum dass ich die Frage gestellt hatte, begann er wieder zu weinen.
„Hey, du musst nicht weinen. Was ist denn?“ Anscheinend hatte ich einen wunden Punkt getroffen.
„S-sie… sind tot…“ brachte er mit einem lauten Schluchzen heraus und bittere Tränen bahnten sich wie ein reißender Fluss einen Weg über seine Wangen.
„Das… tut mir leid, meiner Kleiner. Aber ich bin sicher, dass sie trotzdem noch bei dir sind.“ versuchte ich ihn wieder aufzumuntern.
„Wie denn?“ Kagura schaute mich mit großen Augen an und wartete gespannt auf eine Antwort.
„Sie sind genau hier.“ ich legte meine Hand auf die Stelle, wo sich sein Herz befand.
„Bist du sicher?“ fragte er etwas verwirrt nach.
„Ja… das bin ich. Weißt du, ich hab auch schon ganz früh meine Familie verloren, ich weiß wie du dich fühlst.“ Setzte ich an und wartete dann einen Moment.
„Aber ich hatte jemanden, der auf mich aufpasste und der für mich da war. Durch ihn habe ich gelernt, dass alle die du liebst, immer bei dir sind.“ Fuhr ich fort und strich ihm über die Wange.
„Passt du auf mich auf?“ platzte es aus ihm heraus und blickte mich erwartungsvoll an.
Zuerst wusste ich nicht, was ich darauf antworten sollte, denn damit hatte ich nicht gerechnet.
Ich konnte nicht einfach nein sagen und ihn allein zurücklassen. Aber ich konnte auch nicht ewig auf ihn aufpassen, immerhin war meine Zeit in Sunagakure begrenzt.
„Solange ich hier bin, kann ich auf dich aufpassen.“ Entgegnete ich nach ein wenig überlegen.
„Jaaaa!!!“ schrie er plötzlich fröhlich los und streckte seine Arme in die Höhe.
„Kagura, nicht so laut. Du machst ja noch das ganze Dorf auf uns aufmerksam.“ Zum Glück hörte er auf das was ich sagte.
„Entschuldigung.“
„Ist schon gut.“ Ich wollte nicht, dass er sich schlecht deswegen fühlte und lächelte ihn an.
„Hihi.“ Dann fing auch er an zu grinsen.
Der Kleine erinnerte mich stark an Sasuke, als er noch klein war. Er war damals vor jener Nacht fast genauso wie Kagura.
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