Drei

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
28.11.2015
28.11.2015
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Ich bin weder J.K. noch irgendwer anders, dem Harry Potter gehört. Von mir ist nur die Idee für diese Fanfiktion.

Das ganze sind wirklich nur kurze Einblicke, die hoffentlich nicht zu unzusammenhängend sind. An sich ist der Plan, irgendwann auch noch ergänzende, erklärende Szenen zu schreiben. Mal schauen.

Nichts davon ist Beta-gelesen.


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„Ich hab mich verliebt.“
Sofort waren Ron und Hermine ganz Ohr. „Oh, wer ist sie denn?“
„Ähm.. naja, also“, stotterte Harry. „Es ist keine Sie..“
„Keine.. heißt das du bist.. schwul?“ Alles in Harry zog sich zusammen bei der Abscheu, mit der Hermine „schwul“ sagte. Er schaffte es dennoch, sein Gesicht ausdruckslos zu halten.
„Schwul?! Das ist ja widerlich!“ Auch Rons Mimik schrie nach Ekel. „Und wusstest du das bevor oder nachdem du mit meiner Schwester zusammen warst? Arme Ginny, ihr so Hoffnungen machen, obwohl du ne Schwuchtel bist.“
Harry wollte einwenden, dass er nie mit dem jüngsten Weasleyspross zusammen gewesen war und ihr gewiss auch keine Hoffnungen gemacht hatte, doch da meldete sich Hermine schon wieder zu Wort: „Ron! Du musst ihn doch nicht gleich so beleidigen! Er kann vermutlich nicht einmal was dafür.“
Für einen kurzen Moment wollte Harry erleichtert sein, dass Hermine seine Homosexualität doch nicht so schlimm auffasste. Doch diese Hoffnung zerstörte das Mädchen gleich darauf.
„Vermutlich steht er unter der Wirkung eines Fluchs, oder eines Zaubertranks.. ein Confundus vielleicht oder Amortentia. Natürlich wäre auch ein Trauma möglich – was er alles mit Du-weißt-schon-wem erlebt hat, kann gut und gerne psychische Schäden hinterlassen haben. Wir sollten ihn untersuchen lassen – lass uns ihn in den Krankenflügel bringen und wenn Madam Pomphrey nichts findet, können wir immer noch einen Heiler vom Mungos zu Rate ziehen..“


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„Har? Was ist passiert? Mit dir, Weasley und Granger? Warum geht ihr euch so aus dem Weg?“
„Ich hab ihnen erzählt, dass ich mich verliebt habe.. viel weiter als bis zu der Tatsache, dass die betreffende Person keine Sie ist, bin ich nicht gekommen, aber schon darauf haben sie schlecht genug reagiert – Ron hat angefangen mich zu beleidigen und Hermine meinte, ich wäre krank und müsste sofort in den Krankenflügel, wenn nicht gleich ins St. Mungos gebracht werden.“ Niedergeschlagen senkte der Gryffindor den Kopf. „Ich habe noch probiert, mit ihnen zu reden, aber sie wollen einfach nicht akzeptieren, dass ich schwul bin.“
Ein wenig hilflos sah ihn sein Gesprächspartner an – was sollte er dazu sagen, dass die beiden, die seit ihrem ersten Jahr an Hogwarts Harrys engste Freunde waren, wegen dessen Homosexualität nichts mehr mit ihm zu tun haben wollten? Dann viel ihm etwas auf an dem, was der Gryff gesagt hatte: „Zu deinem Verliebtsein gibt es also noch was Schockierenderes zu sagen, als dass es ein Er ist?“
Ertappt blickte Harry auf und lief rot an. „Naja.. genau genommen.. ist es nicht ein Er, sondern zwei... und beide sind gut doppelt so alt wie ich..“ Betreten blickte er wieder zu Boden. Der andere legte ihm beruhigend seine Hand auf die Schulter.
„Hey, du kannst doch nichts dafür, in wen du dich verliebst.“ Dann kam ihm wieder ein Gedanke. „Sind es meine Dads?“
Noch tiefer errötend nickte Harry bestätigend.
„Ach, damit hab ich kein Problem, Har, aber bitte, versuch dir nicht allzu große Hoffnungen zu machen – in ihnen fließt das Blut magischer Kreaturen, sie werden keinen anderen als ihren dritten Mate akzeptieren.“
„Warum sollte ich mir Hoffnungen machen?“, fragte ihn der Schwarzhaarige traurig. „Sie würden mich sowieso nicht wollen – Severus hasst mich, schon vergessen?“
„Ach Har, das wird schon wieder – auf die eine oder andere Weise“, seufzte Draco und schloss den Gryff tröstend in die Arme.


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Frisch geduscht und nur in einem um die Hüfte gewickelten Handtuch trat Lucius Malfoy ins Schlafzimmer des Ferienhauses.
„Sev?“
Suchend sah er sich um, bis sich auf einmal die Arme seines Mates von hinten um ihn schlangen und sich dessen nackter Oberkörper an seinen Rücken presste.
„Hmm Luc, du siehst so heiß aus.. all diese Wassertropfen, auf deiner Haut, die sich funkelnd ihren Weg deinen Körper hinab bahnen, bis sie in diesem kleinen Stückchen Stoff -“ Severus strich den Rand des Handtuchs entlang, „- verschwinden.. und dieser Duft..“ Er liebkoste den Nacken seines Partners. „Hab ich dir schon einmal gesagt, wie gut dir dieser Duft steht? So männlich.. so sinnlich-verführerisch..“
Die Hände des Tränkemeisters, die zuvor über den Oberkörper des Blonde gestrichen sind, wanderten wieder hinab zu seiner Hüfte mit der deutlichen Absicht, das Handtuch zu lösen.
Das brachte Lucius doch wieder aus seiner lustdurchtränkten Trance.
„Sev, nicht!“, brachte er schon schwerer atmend hervor, löste sich aus der Umarmung seines überraschten Partners und wich einige Schritte von ihm zurück.
„Nicht?!“, fauchte dieser aufgebracht. „Nicht?!! Verdammt Luc, schon seit zwei Tagen weist du mich ein ums andere Mal zurück! Was bei Merlin ist los mit dir?!“
„Es.. es fühlt sich einfach zur Zeit nicht richtig an, es ist als.. als würde etwas fehlen.“


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Nervös lief Harry auf und ab.
„Was wenn ihnen etwas passiert ist? Ein Unfall vielleicht oder sie sind krank geworden! Haben sie denn gar nichts geschrieben, warum sie heute schon zurückkommen, Dray?“
Besagter Slytherin hätte die Sorgen seines Freundes fast schon amüsant gefunden, wäre er nicht selbst auch besorgt.
„Nein, es war nur eine kurze Notiz, dass wir sie schon heute zurückerwarten sollen, nichts weiter.
Aber so wie ich die beiden kenne, könnte ihnen einfach das Hotel nicht mehr gefallen – wenn es etwas ernsthaftes wäre, hätten sie es bestimmt geschrieben. Mach dir bitte nicht so viele Sorgen, Mère, es wird sich schon noch alles aufklären.“
Keiner der beiden Jugendlichen hatte mitbekommen, dass die zwei Männer, über die sie redeten, schon angekommen waren und den letzten Satz Dracos mitgehört haben.
Erst das kraftlos geechote „Mère“ von Lucius machte sie darauf aufmerksam. Ihre Köpfe fuhren zu ihm herum und sie beobachteten, wie er geschockt von Harry zu seinem Sohn und zurück blickte – von Severus sahen sie nur noch den flatternden Mantel.
Harry stolperte einige Schritte zurück, Tränen in den Augen, ehe auch er aus dem Zimmer floh.


********************



Mehrere Stunden suchten die beiden Malfoys im Manor nach Harry – die Überwachungszauber hatten gezeigt, dass es nach Severus niemand verlassen hatte – doch er blieb unauffindbar.
Als die Nacht hereinbrach gaben sie die Suche zunächst auf und begaben sich besorgt in ihre Betten.
Bevor Lucius sich jedoch tatsächlich hinlegen konnte, vernahm er auf einmal ein leises Geräusch. Unregelmäßig wiederholte es sich, doch nach einigem Suchen konnte der Malfoy die Geräuschquelle schließlich auf Severus' und sein Ankleidezimmer eingrenzen.
Mit gezücktem Zauberstab öffnete er die Tür und ging vorsichtig durch den Raum, bis er schlussendlich fand, was die Geräusche verursachte.
„Tinky“, rief er leise.
Eine Hauselfe erschien. „Master rufen, Sir?“, piepste sie.
„Ja, Tinky. Könntest du bitte Draco ausrichten, dass ich Harry gefunden habe?“, bat der Malfoy.
„Tinky sofort machen, Sir!“, antwortete sie und verschwand wieder.
Tatsächlich hatte sich Harry hier im Ankleidezimmer versteckt – er saß dort auf dem Boden zwischen Severus' Roben, eine von ihnen an sich gedrückt, immer wieder leise wimmernd.
Behutsam legte Lucius seine Hand auf die Schulter des Jugendlichen. „Harry?“
Mit rotgeweinten Augen sah dieser auf und schluchzte: „Er will mich nicht! Warum will er mich nicht?!“


********************



Lucius Malfoy war offiziell angepisst.
Nicht dass er es zeigen konnte – er musste sich schließlich um Harry kümmern, der stark darunter litt, dass sich Severus nicht wieder gezeigt hatte, seit er vor sechs Tagen verschwunden war, und nur gerade noch funktionierte.
Nur abends, wenn er neben Lucius im Bett lag, zugedeckt mit einer Robe von ihrem zweiten Mate, hatte er manchmal Momente, in denen er bewusst mitbekam, was in seiner Umgebung passiert, in denen er klar mit dem Blonden sprechen konnte.
Der hatte nach diesen sechs Tagen genug von Severus' sturköpfigem Verhalten – er musste etwas unternehmen und da Harry gerade schlief, konnte er auch gleich damit anfangen.
Vorsichtig stand er auf und schlich so leise es ging zu seinem Arbeitszimmer – würde der Gryffindor aufwachen und es bemerken, er dächte wohl, dass auch Lucius ihn verlassen will.
An seinem Schreibtisch angekommen schrieb er eine kurze Notiz und begab sich dann in Richtung Tränkelabor.
Auf halber Strecke wurde er jedoch von einem verschlafenen „Dad?“ aufgehalten.
„Dad, was machst du denn hier? Warum bist du nicht bei Harry?“, fragte sein Sohn, nur langsam wacher werdend.
„Ich will dafür sorgen, dass es ihm hoffentlich bald besser geht. Der werte Herr Tränkemeister hatte lange genug Zeit, sich damit anzufreunden, dass Harry zu uns gehört. Wenn er nicht bald wieder da ist, kann er es gleich vergessen, hier nochmal aufzutauchen.
Ich werde ihm zeigen, was er angerichtet hat und wenn er trotzdem nicht zurückkommt, hat er es nicht verdient, mich weiter an seiner Seite zu haben!“
„Ich mach mit!“, meinte Draco auf einmal ganz energisch. „Mir reicht's auch!“

Keine viertel Stunde später verließ eine Eule Malfoy Manor und verschwand mit ihrem Päckchen in die Nacht.


********************



Noch als Kind hatte Severus Snape geschworen, sich nie zu betrinken – nicht nachdem er gesehen hatte, was der Alkohol aus seinem Vater machte, der ihm verfallen war. Die letzte Woche war das erste Mal, dass er sich nicht an diesen Schwur hielt.
Als Lucius ihn wieder und wieder zurückgewiesen hatte, war er nicht wirklich so frustriert gewesen, wie er getan hatte – vielmehr verunsichert.
Nach seiner Schulzeit mit den Rumtreibern und einem Vater, der ihn auch ständig heruntermachte, hatte er nicht daran geglaubt, einen Mate finden zu können, der ihn auch tatsächlich haben wollte.
Lucius hatte Ewigkeiten damit verbracht, ihn davon zu überzeugen, dass er durchaus attraktiv war und der Malfoy ihn nicht nur zur Triebbefriedigung oder aus Mitleid wollte.
Doch nun war da ein Harry Potter, den Lucius' Sohn Mère nannte, den Lucius wohl als seinen richtigen Mate erkannt hatte, für den Lucius ihn sicher verlassen hätte, wäre er nicht vorher schon selber gegangen.
Erst machte ihm ein Potter seine Schulzeit zur Hölle und nun nahm ihm dessen Sohn die zwei Personen weg, von denen er gedacht hätte, er würde sie immer an seiner Seite haben.
Doch, in seinen Augen war diese Situation ein sehr guter Grund, sich zu betrinken – die erste Flache Feuerwhiskey hatte Severus diesen Abend schon geleert.
Er war gerade dabei, die zweite zu öffnen, als ein lautes Klopfen seine Aufmerksamkeit zum Fenster zog und zu der Eule, die offensichtlich ein Päckchen für ihn hatte.
Darin befanden sich mehrere Phiolen, deren Inhalt der Tränkemeister in seinem betrunken Zustand erst nach langem Anstarren als Erinnerungen identifizieren konnte.


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Severus sah Potter, wie er im Kaminzimmer von Malfoy Manor hin und her lief und sich Sorgen um Lucius und ihn machte, während Draco versuchte, ihn zu beruhigen; er sah, wie erst er selbst und dann Potter aus dem Kaminzimmer flüchteten; sah, wie Lucius und Draco erschöpft und besorgt beschlossen, die Suche nach Potter für die Nacht zu unterbrechen; sah, wie Lucius ihn schließlich doch fand; sah, wie Potter sich ständig an einer seiner Roben klammerte, wie Lucius nicht von seiner Seite weichen konnte, ohne Zusammenbrüche und Heulkrämpfe auszulösen; sah, wie Potter, immer wenn er aufwachte, nach Severus fragte und anfing zu schluchzen, weil er nicht da war.
Und Severus sah, wie Potter Draco gestand, dass er sich in Lucius und ihn verliebt hatte, noch im Herbst, lange vor den Weihnachtsferien, in denen Lucius – vermutlich wirklich wegen Potter – keinen Sex mehr mit ihm haben wollte.
Erst als Snape wieder aus den Erinnerungen auftauchte, bemerkte er den Zettel, der sich noch zusätzlich in dem Päckchen befand. Er erkannte Lucius Handschrift.
«Harrys Magie verlässt ihn. Er stirbt langsam. Komm nicht wieder, wenn du ihn nicht retten willst.»
Wie betäubt starrte Severus auf die Notiz. Potter starb?
Ja, er wollte zu Lucius zurück, doch der wollte auch Potter und war wohl nicht mehr bereit, sich nur mit Severus zufrieden zu geben. Aber gut, immerhin wollte der Gryffindor ihm Lucius wohl nicht wegnehmen, er würde sich schon irgendwie an ihn gewöhnen.


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Mitternacht war schon lange verstrichen, als Severus nach fast einer Woche Abwesenheit wieder die Gänge von Malfoy Manor durchquerte.
Vorsichtig öffnete er die Tür zu Lucius' und seinem Schlafzimmer und schloss sie ebenso vorsichtig hinter sich, doch sein Partner, der in den letzten Tagen nie sonderlich tief geschlafen hatte, wachte trotzdem auf. Flüsternd fragte er: „Legst du dich zu uns?“
Erst da bemerkte Severus bewusst das zierlich Bündel Mensch, das sich da an den Blonden klammerte und unruhig zu schlafen schien. Er war schier überwältigt von der Macht der Emotionen, die ihn daraufhin überrollten: Schuld – denn ohne Frage war es sein Verhalten, seine Flucht gewesen, die den Potter in diesen Zustand getrieben hatte – und außerdem ein unbändiges Verlangen – das Verlangen, ihn zu halten, zu beschützen und zu lieben, dafür zu sorgen, dass er immer glücklich ist und sich geliebt fühlt. Es war dieser Moment, in dem der Tränkemeister realisierte, dass Harry zu ihnen gehörte, als ihr dritte Mate, nicht jemand, der sie auseinander bringen wollte, sondern jemand, der ihre Beziehung nur noch weiter festigen würde – Harry könnte als ihr rein submissiver Mate die Spannungen lösen, die sich immer wieder durch ihrer beider Drang, zu dominieren, aufbauten.
Schließlich schaffte Severus es, sich doch wieder in Bewegung zu setzen und in seine Schlafsachen zu wechseln.
Er legt sich auf Harrys freie Seite, der wohl selbst im Schlaf merkte, wer sich da gerade zu ihm gelegt hatte, denn sogleich hatte er sich umgedreht und klammerte sich nun an Severus, wie um zu verhindern, dass er ihn erneut verließ.
Snape war überrascht, wie gut es sich anfühlte, Harry so an sich geschmiegt zu haben, und als Lucius noch näher heranrückte und seinen Arm über sie beide legte, war alles perfekt und genau so, wie es sein sollte.
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