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Riley! Mach Sitz!

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Freundschaft / P12 / Gen
26.11.2015
10.11.2019
14
15.723
3
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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26.11.2015 875
 
Fortsetzung von Riley! Bei Fuß!
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Hesh wachte an diesem besonderen Morgen mit einem ganz schlimmen Kater auf. Er war sich nicht sicher, ob das von den Vodka-Cola-Shots oder dem Sekt, von dem seine neue Flamme scheinbar einen ganzen See exen konnte, kam. Logan hatte ihn von Anfang an gewarnt, genau wie Merrick, nur  Keegan hatte sich im wahrsten Sinne des Wortes einen Scheißdreck drum geschert; er war nämlich direkt nach Feierabend auf die Toiletten verschwunden und  seither nicht mehr aufgetaucht.
Hesh wusste selber, dass er Alkohol nicht sonderlich gut vertrug, aber die Dame war so unglaublich heiß gewesen... Noch bei dem Gedanken an die Art, wie sie ihre langen, schwarzen Locken zwischen den Fingern hin und her gezwirbelt hatte, verursachte ihm ein Ziehen im Magen. Und ihre Stimme war so sanft und lieblich gewesen... so verträumt und zerbrechlich... Er schloss die Augen und lauschte den engelsgleichen Klängen, die seine Erinnerung an ihr Gespräch über die schrecklichen Folgen der Odineroberung hervor zauberte. Es hatte so gut getan, sich ihr anzuvertrauen und die Geschichte (natürlich ein bisschen ausgeschmückt) von der Rettung seines Bruders während der Einschläge zu erzählen.
„Hey, Hesh!“, unterbrachen plötzlich ein lauter Knall von Metall auf Metall und ein gleißendes Licht seine Schwärmereien.
„Um Himmels willen, Logan, was soll den der Krach?“, fragte er gequält, sich mit seinem Kissen gegen den Überfall auf seine Sinne wehrend.
„Hast du Riley gesehen?“, entgegnete sein jüngerer Bruder Logan und riss ihm das Kissen und die Decke weg, gerade so, als könne sich der sechzig Zentimeter und fast vierzig Kilo schwere Rüde dort versteckt haben.
„Nein, und jetzt mach das Licht aus, du Spinner. Hier ist er nicht.“, knurrte Hesh und eroberte mit einem schnellen Griff zumindest seine Decke zurück, in die er sich sofort einrollte und mit dem Rücken zur Tür zurück auf den Sofa verkroch.
Logan, erfolglos, verzog das Gesicht zu einem Merkel-Mund, verschränkte die Arme, streckte seinem Bruder die Zunge heraus und stapfte  von dannen, allerdings nicht ohne ein beleidigtes „Ich muss mich ja nicht drum kümmern, wenn er alles vollpinkelt und voll... du weißt was ich mein! Schließlich ist er dein Hund, nicht meiner.“ Rums. (Das letzte war übrigens die Tür gewesen, nicht Logan, der irgendwo seinen Kopf dagegen gehauen hatte.)
Endlich wieder in Dunkelheit gehüllt, seufzte Hesh und drehte sich zurück auf den Rücken. Die Dame ging ihm nicht aus den Kopf. Aus dem Kopf, der vom Alkohol noch immer ziemlich wehtat. Wie war nochmal ihr Name? Sunny? Sandy? Sarah? Sue? Nein, definitiv nicht. Wie aber dann? Sammy? Samantha? Sharon? Sharon...? Sharaon... Sharon. Sharon! Genau, so hatte sie geheißen! Sharon... - ach verdammt, wie war noch mal ihr Nachname gewesen? Es war ein ihm ganz bekannter gewesen... Oh Gott, diese Kopfschmerzen und dieser Kater! Ob er sich gerade um Riley Sorgen machte? Eigentlich nein, er wusste nur zu gut, dass sein treuer Begleiter auf sich selbst aufpassen konnte. Warum auch nicht? Aber mit dem Gedanken an den Hund kam auch die Erinnerung an den namen der Dame: Sharon Rosewealth hatte sie geheißen. Genüsslich ließ er sich den namen auf der Zunge zergehen. Sharon... Rosewealth... Er musste sie wieder sehen, so viel stand fest. Entschlossen setzte er sich auf  - und sank unter schmerzhaftem Gestöhne zurück. Zuerst würde er allerdings ein Nickerchen machen, sich dann einige Kopfschmerztabletten reinpfeifen und dann erst nach ihr suchen. Weglaufen würde sie ja wohl nicht, dafür hatten sie sich viel zu gut verstanden.

Unterdessen suchte sich Logan dumm und dämlich. Es gab einfach keine Spur von Riley. Keiner hatte ihn gesehen oder gehört, auch an seinen Lieblingsplätzen, die weit über die gesamte Basis verteilt waren, war er partout nicht aufzufinden. An sich wäre das jetzt nicht so ein großes Drama gewesen, aber weder der Fress- noch der Wassernapf waren angerührt worden. Und es kam absolut nie vor, dass sich Riley mal ein Essen entgehen lassen würde. Lieber würde er wahrscheinlich auf seine tägliche Streicheleinheiten verzichten. Was also war los mit dem Köter? Soweit er sich erinnern konnte, hatte sich sich nicht irgendwie seltsam verhalten. Da kam ihm eine Idee, die sich bei genauerem Nachdenken sogar gar nicht mal so absurd anhörte. Was, wenn Riley... eifersüchtig geworden war? Eifersüchtig auf diese 'Dame', an die sich sein Bruder gestern so super verstanden hatte? Nicht, dass das etwas schlechtes wäre, aber sein Bruder hatte den Hund trotz mehrfachem Winseln und Anstupsen ignoriert und letztendlich sogar mit einem genervten Blick zur Ruhe befohlen. Aber in seinem Körbchen war Riley anscheinend niemals angekommen. Und wenn er jetzt in irgendeiner Ecke saß, von allen guten Menschen verlassen und vor sich hin litt? Sollte er – Logan – Ihn jedenfalls finden, würde er seinen Bruder einen ewigen Vortrag halten und den Hund die nächsten Tage verwöhnen wie schon lange nicht mehr. Genau, das würde er tun!

Hesh wachte an diesem besonderen Morgen das zweite Mal mit einem ganz schlimmen Kater auf. Allerdings nicht von alleine, sondern weil ihm ein feucht-klebriger Lappen mehrmals über das Gesicht fuhr. Ein gut-riechender Lappen, gerade so, als hätte ihn gerade erst jemand mit Zahnpasta eingeschmiert... Hesh öffnete zögerlich ein Auge und blickte in das Gesicht eines wildfremden Mannes, der es sich auf seinem Bauch bequem gemacht hatte und sein Gesicht mit unverhohlener Begeisterung abschleckte.
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