Kiss first, First kiss

GeschichteDrama, Romanze / P16
Jamie Campbell Bower OC (Own Character)
25.11.2015
17.04.2016
20
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25.11.2015 739
 
Kapitel 1

Langsam schlenderte ich durch die Straßen Londons, meine Heimatstadt. Es gab wirklich keinen Ort, an dem ich lieber leben würde. Ursprünglich stammte ich aus Irland. Die grüne Insel, welche wunderschön ist, aber nie das war, was ich wollte. Ich brauchte den Rummel um mich. Ruhe konnte ich nicht allzu lange ertragen. Ich brauchte Musik, Partys und Menschenmengen. Deshalb zog ich nach meinem Abitur nach London, um dort zu studieren. Ich studierte Kunst, moderne Kunst, und dazu noch Sozialpädagogik, seit genau sechs Jahren. Ich stand kurz davor meinen Master zu machen. Ich hatte noch genau eine Woche Semesterferien. Gerade machte ich einen kleinen Einkaufsbummel, alleine, worüber meine Freundinnen stets den Kopf schüttelten. Normalerweise ging man ja zusammen mit den besten Freundinnen, probierte tausende Outfits an, tauschte den neusten Klatsch und Tratsch aus und gab haufenweise Geld aus. Aber ich war nicht normal und ich würde mich auch niemals so bezeichnen. Ich war viel lieber allein unterwegs, dann konnte ich getrost meinen Gedanken nachhängen, ohne dass die Mädels voreilige Schlüsse über mögliche Männer, die mir angeblich den Kopf verdreht hätten, schließen. Ich war Single seit genau 4 Monaten 5 Stunden und 34 Minuten. Ich wusste das noch so genau, weil er punktgenau um 0 Uhr vor meinem Geburtstag eine SMS geschickt hat, in der er mit mir Schluss gemacht hat. Dafür hasste ich ihn, weil er mir meinen Geburtstag versaut hat. Die Party fiel aus, da ich mich heulend in meinem Bett verkrochen hatte.

Die Straßen waren überfüllt, Menschenmengen schoben sich an mir vorbei. Unbeirrt ging ich weiter. Fasziniert betrachtete ich die Leute um mich herum. Es war ein riesiges Kunstwerk. So viele verschiedene Hautfarben, Große, Kleine, dunkel gekleidet oder doch eher bunt und grell wie Paradiesvögel. Diese Gegensätze brachten mich zum Lächeln. Kein Pinselstrich oder Foto könnte es festhalten, denn jeden Augenblick änderte es sich erneut und brachte neue Schattierungen. Ich liebte den Trubel in der Weltmetropole London, wo jeder neue Tag, neue Überraschungen brachte.

Ich kam an einen kleinen Platz, mit einem Springbrunnen in der Mitte, an. Augenblicklich trippelte eine wasserstoffblonde Frau auf mörderisch hohen Schuhen auf mich zu. In ihrer Hand hielt sie ein Mikrofon und hinter ihr hastete ein Kameramann. Es war nicht das erste Mal, dass mir ein Kamerateam begegnet ist. Schon immer beteiligte ich mich gerne an Umfragen. Also warum nicht auch heute? Die Blondine lächelte mich mit ihrem Zahnpastalächeln an. „Halli hallöchen, ich bin die Rebecca von „Foxy TV“. Wir suchen eine Freiwillige für unser heutiges Experiment. Hättest du vielleicht Lust?“ Ich betrachte sie von oben bis unten. Irgendwie war es mir peinlich noch nie von dieser TV-Show gehört zu haben.

„Okay, ich bin dabei.“, rein aus Neugierde und ,um die arme Frau nicht im Stich zu lassen, willigte ich ein. Erleichtert atmete Rebecca aus. „Super, also wie ist denn dein Name?“ „Mein Name ist May Stevens.“ „Also May, was hältst du davon …“, daraufhin hielt sie mir ein Tablet vor die Nase. Ein Video mit verschiedenen sich küssenden Paaren erschien auf dem Display. „Angeblich sind sie sich alle fremd und haben sich noch nie zuvor gesehen. Aber es stellte sich heraus, dass es Schauspieler waren, die für den Künstler gearbeitet haben.“ „Naja, als Schauspieler ist es dann natürlich nicht sonderlich schwer.“, meinte ich nach kurzem Überlegen. „Und wir von Foxy TV wollen beweisen, dass wir keine Schauspieler dafür brauchen. Sag würdest du jemand völlig Fremdes küssen?“ Ich sah sie verblüfft an. Ich sollte also vor laufender Kamera jemand Fremdes küssen. Mein Puls beschleunigte sie kaum merklich, dann sagte ich so locker und cool wie es ging: „Klar, warum nicht? Er müsste natürlich mein Typ sein.“ Rebecca lachte auf: „Aber natürlich!“, sie zwinkerte mir zu. „Also, du suchst dir hier auf dem Platz einen jungen, hübschen Mann aus und ich frage ihn dann mal, ob er uns bei diesem Experiment behilflich sein könnte.“

Ich nickte und sah mich eine Weile um. In was hatte ich mich da nur reingeritten, doch jetzt konnte ich keinen Rückzieher mehr machen. Ich war wirklich nicht schüchtern, aber das gab mir dann doch ein mulmiges Gefühl. Auf einmal blieb mein Blick an einem großen Mann hängen. Er hatte längeres, blondes Haar und sah, wenn ich das über die Distanz sagen konnte, verdammt gut aus. „Dort hinten am Brunnen, der Blonde.“, sagte ich knapp und beobachtete wie Rebecca auf ihn zu stöckelte. Er lehnte lässig an einer Laterne und tippte in sein Handy. „Ob er wohl mitmacht?“
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