Just for Charity

von bigshrek
KurzgeschichteHumor / P6
Clark Kent Lex Luthor
22.11.2015
22.11.2015
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Diese Geschichte ist schon vor weit mehr als 10 Jahren entstanden. Zufällig habe ich sie wieder ausgegraben.

Die Figuren etc. gehören den Machern der Serie, mir gehört nur die Idee :)


Just for Charity

Es war noch relativ früh am Morgen, die Sonne erst knapp über dem Horizont hervorgekommen. Doch trotzdem herrschte im Luthor Manor bereits reges Treiben. Schon sehr zeitig hatte Clark Kent seinen besten Freund Lex Luthor an diesem Tag aus dem Bett geholt, schließlich hatten sie einen dicht gedrängten Zeitplan.

"Komm schon Lex, beeil dich, wir müssen los, wir dürfen doch nicht zu spät kommen!!" rief Clark energisch nach seinem Freund, der im Obergeschoß des Manors noch damit beschäftigt war, sich in seine Kleidung zu zwängen.

Sekunden später stapfte Lex Luthor mit sichtlich skeptischem Gesichtsausdruck die Treppen herunter und schüttelte vehement den Kopf.

"Vergiss es Clark, niemals! Das ist zuviel, SO werde ich da sicher nicht hingehen!" erklärte er bestimmt.

"Hey Lex - was hast du denn? Das sieht doch toll aus." konterte Clark mit einem breiten Grinsen.

"Nein Clark, niemals, das geht zu weit! Dieses grüne Hemd vielleicht, aber schau dir diese komischen grünen Hosen an, und dann diese Schuhe, falls man die überhaupt so bezeichnen kann, das ist scheußlich! Hätten wir uns nicht wie normale Clowns verkleiden können, so sehe ich doch aus wie ein Alien!"

"Ach komm schon Lex, du musst so aussehen, vergiss nicht, es ist für einen guten Zweck, Clowns kommen jedes Mal, es soll doch etwas Ausgefallenes werden, also los, alles just for charity! Pack die Schuhe ein, die kannst du dann auch später anziehen." erwiderte Clark mit einem hämischen Lächeln, das Lex zum Glück nicht bemerkt hatte.

Lex trotzte wie ein kleines Kind, so wollte er das Haus einfach nicht verlassen. "Sag mal Clark, wo ist eigentlich dein Kostüm? Was ziehst du denn an?"

"Ich habe mein Zeug und die anderen Sachen hier in dieser Sporttasche, ich muss doch fahren, da kann ich mich noch nicht umziehen." erklärte Clark und deutete mit seiner rechten Hand zu einer schwarzen Tasche, die neben der Haustüre stand. "Keine Sorge, ich sehe darin mindestens genauso lächerlich aus wie du!"

Zwei Tage zuvor hatte Clark seinen besten Freund über sein Vorhaben informiert. Von der Schule aus mussten sie Montag Früh ein Sozialprojekt starten, bei dem alle Schüler etwas Gutes tun sollten. Chloe wollte lieber die öffentlichen Gärten der Stadt pflegen, Lana und Pete entschieden sich für die Rolle der "Enkelkinder für einen Tag" und planten einen Besuch im örtlichen Altersheim. Da sie die Projekte in Zweiergruppen durchführen mussten und in der Klasse 27 Schüler waren, brauchte Clark noch einen Partner für sein Vorhaben und so hatte er einfach Lex gefragt, der nichts ahnend zustimmte.

Und so standen sie nun im Vorraum des Manor. Clark konnte Lex davon überzeugen, dass sie die Kinder doch nicht enttäuschen durften, nur von der Maske, die für seinen Freund noch bestimmt war und von seinem Vorhaben mit diesem speziellen Lied, erzählte er ihm nichts. Nach einigen Minuten verließen sie schließlich das Haus und fuhren Richtung Smallville.

In der Stadt angekommen, gingen sie zielstrebig auf das Krankenhaus zu, zur Kinderstation, wo sie die Leiterin der Abteilung schon erwartete und ihnen sogleich ein kleines Zimmer zum Umziehen zeigte. Clark öffnete die Tasche und griff zunächst nur nach einem Päckchen Luftballons und zwei witzig aussehenden Handpuppen. Von seinem geplanten Höhepunkt hatte er Lex immer noch nichts gesagt, er ließ ihn weiterhin in dem Glauben, dass sie den Kindern bloß ein wenig Gesellschaft leisten und ihnen Geschenke bringen würden.

Nach einigen Minuten führte die Abteilungsleiterin die beiden Freunde zum Aufenthaltsraum am Ende des Ganges, wo die Kinder schon sehnsüchtig warteten. Die Schwestern hatten die Stühle im Halbkreis aufgestellt und Kuchen und Tee vorbereitet. Als Clark und Lex den Raum betraten wurden sie mit lautem Applaus empfangen.

Nach einer kurzen Begrüßung begannen die beiden, mit Hilfe der Handpuppen für Unterhaltung zu sorgen. Clark gelang es geschickt, aus den Luftballons verschiedene Tiere zu formen, die die Kinder ihm nannten. Manches davon stellte für ihn eine richtige Herausforderung dar, die er wirklich gut meisterte, denn schließlich hatte er am Vortag noch in einem speziellen Buch nachgelesen und ein wenig geübt.

Knapp eine Stunde später hatte jedes Kind einen Tierballon erhalten. Mit Tee und Kuchen versorgt nahmen die Kinder wieder auf den Stühlen platz, während Lex und Clark den Raum kurz verließen. Der Zeitpunkt war gekommen, Clark musste seinen Freund über sein Vorhaben aufklären.

Als er Lex den Plan offenbarte, war dieser im ersten Moment entsetzt, musste aber dann doch lachen und willigte ein, denn schließlich würde er nicht jeden Tag eine gute Tat vollbringen. Alles sollte perfekt werden, dieses „Schauspiel“ sollten die Kinder nicht so schnell vergessen. Die beiden Freunde gingen zu dem kleinen Zimmer zurück um sich umzuziehen.

Wenige Minuten vergingen, bis sich die Freunde in ihren Kostümen gegenüber standen, beide konnten sich ihr Lachen nicht verkneifen, denn nicht nur Lex´ grünes Kostüm sah komisch aus. Die Maske, die er sich anfangs nicht über den Kopf ziehen wollte, sah aus wie der Kopf eines Krokodils, die Schuhe über die er sich zuvor beklagt hatte, glichen den Beinen eines solchen Tieres. Aber auch Clark´s Kostüm würde die Kinder zum lachen bringen. Er hatte neben grünen Hosen und einem rosa T-Shirt auch noch eine dunkelblonde Perücke mit zwei Zöpfen angezogen und eine rosa Mütze aufgesetzt, um so einem berühmten kleinen Mädchen möglichst ähnlich zu sehen.

Sie verließen den Raum wieder, Clark marschierte enthusiastisch voraus, Lex ihm nicht ganz so eifrig hinterher. Beim Aufenthaltsraum angekommen überreichte Clark einer Schwester, die kurz vor ihnen das Zimmer betrat, eine Kassette, die diese ihn den Rekorder steckte.  Als die beiden dann schließlich ebenfalls hineinkamen, brach schallendes Gelächter aus.

Lex stapfte in seinem Krokodilskostüm in die Mitte des Raumes, wo die Kinder wieder im Halbkreis saßen und brachte sie mit eigenartigen Krokodilslauten zum Lachen. Die Freude und die wirklich witzigen aussehenden Kostüme ließen die Krankheiten für eine kurze Weile in den Hintergrund treten.

Der große Augenblick war gekommen, die beiden Freunde stellten sich nebeneinander auf und Clark gab der, beim kleinen Tisch wartenden, Schwester ein Zeichen mit der Hand, woraufhin diese die Musikkassette startete.

Die Kinder klatschten, die Musik begann zu spielen und die verkleideten Männer begannen zum Klang des Liedes Hand in Hand im Kreis herum zu springen.


Ich bin Schnappi das kleine Krokodil,
komm aus Ägypten das liegt direkt am Nil;
zuerst lag ich in einem Ei,
dann schni schna schnappte ich mich frei.

Gleich würde der Refrain folgen. Clark nahm Lex´ Hand und sie begannen beide, abwechselnd das linke und rechte Bein nach vorne anzuheben.

schni schna schnappi schnappi schnappi schnapp
schni schna schnappi schnappi schnappi schnapp

Mit ausdrucksstarken Gesten, ähnlich jenen des Originals von Joy im Fernsehen, artikulierte Clark zum Inhalt des Songs und bewegte dazu seine Lippen.

Ich bin Schnappi das kleine Krokodil,
hab scharfe Zähne und davon ganz schön viel
ich schnapp mir was ich schnappen kann
ja schnapp zu weil ich das so gut kann.

Zum erneut folgenden Refrain forderten Lex und Clark die Kinder auf, einfach mit zu tanzen. Voller Begeisterung sprangen sie auf und hoben ebenfalls ihre Beine zum Liedtext an. Zwei der Kinder waren jedoch nicht in der Lage bei dem Spaß mit zu machen, daher beschlossen die beiden Freunde kurzerhand, auch ihnen diesen „Tanz“ zu ermöglichen und hoben sie auf ihre Arme.

schni schna schnappi schnappi schnappi schnapp
schni schna schnappi schnappi schnappi schnapp

Während dieses „Schauspiels“ gelang es der Schwester, einige lustige Fotos zu schießen, die die Kinder als Andenken bekommen sollten. Leider war das Lied viel zu schnell am Ende angelangt, die Kinder bereits zusehens erschöpft. Zusammen mit den Schwestern der Station begleiteten Lex und Clark sie noch zu den Zimmern und verabschiedeten sich von jedem einzelnen mit einem kleinen Stoffkrokodil.

In diesem täglichen Trott des Krankenhausaufenthaltes war es nicht leicht, die Kinder glücklich zu machen und zum Lachen zu bringen, aber beides war Lex und Clark heute vortrefflich gelungen. Nachdem alle Kinder in ihre Zimmer zurückgekehrt waren, begaben sich die beiden Freunde noch auf einen kurzen Kaffee in den Sozialraum und unterhielten sich mit den Ärzten und Schwestern, ehe sie sich auf den Weg machen mussten.

Clark selbst hatte sich in dieser kurzen Zeit zumindest genauso amüsiert wie die Kinder selbst, die leuchtenden Augen der Kinder stimmten ihn nachdenklich und erweckten in ihm die Gedanken, ob er nicht später einmal einen Beruf ergreifen sollte, bei dem er mit Kindern zu tun haben würde.

Zum Bedauern aller Beteiligten war die Zeit wie im Flug vergangen, doch diesen aufregenden Vormittag würden die Kinder bestimmt nicht so schnell vergessen, bis ins kleinste Detail würden sie alles ihren Eltern erzählen.

~~~Ende~~~