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Herzbeben

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Het
Astrid Hofferson Hicks der Hüne Ohnezahn Sturmpfeil
21.11.2015
19.03.2021
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25.01.2017 2.578
 
Akt I: Theater
betagelesen von Mleko


Die Nacht zog unlängst funkelnd über den Himmel, brachte plötzliche Kühle und Wildsein mit sich. Wie zuvorkommend, dachte er sich und drehte den Kopf zur Seite.

Hicks lehnte sich auf dem Rücken seines Drachen zurück und ließ den Blick herabstreifen. Der Wind zerzauste sein Haar und der Stoß holperte durch seinen Körper, als Ohnezahn und er in der Verwerfung der meterhohen Gesteinshängen des Talkessels landeten. Der Nachtschatten gurrte leise und wandte ihm fragend den Kopf zu, als er mit der Hand über den langen, schwarzen Hals streichelte, behutsam die trockene Schuppenhaut tätschelte, und tief durchatmete.
Hicks stieg von Ohnezahn und streckte den Arm nach dem verwehten Gestrüpp; verwachsenen Ranken und einzelnen Ästen vor seiner Nase. Langsam ließ er sich auf den Steinboden, unter dem rechten Stiefel knirschenden Kiesel, sinken, indes er sich mit dem anderen Bein und einem von der Beinprothese verursachten Klappern in den Schmutz kniete. Die Blätter kitzelten sein Gesicht und das Moos drang zwischen seine Finger, als er die Schleier der Natur auseinanderzerrte und mit angestrengtem Blick ins Innere des Tals spähte.

Er kniff die Augen zusammen, um in der nächtlichen Dunkelheit zu erkennen, was ihn erwartete, sobald er sich das letzte Stück hinab wagte.
Augenblicklich fing das Herz in seiner Brust schneller zu schlagen an. Er dachte zu viel nach. Die Unruhe trieb ihm durch die Glieder, dass er trotz hitziger Haut schauderte.
„Da unten“

Sein Blick streifte zu seiner linken Hand, als er überrascht ein silberblaues Lichtmuster über sie kriechen sah. Er zog sich in das Gebüsch zurück und starrte ratlos gen Nachthimmel. Der leise schwingende Lichtflügel des Mondes sank aus den Wolken über die geneigten Felsen.
Hicks verband viel mit diesem Ort. In einem Moment erstrahlte der hier lebende Geist auf verborgene Art und Weise. Ein Seelenfragment fing zu wandeln und erzählen an. Ersinnend der Erinnerungen. Es flüsterte aus den sich schwingenden Wipfeln. Aus einer Zeit, die die noch zu knüpfenden Fäden der Wahrheit, den Wert der Freundschaft geboren hatte. Einer Zeit, in der zu Fehler und Verrat verrufene Taten im blutigen Kriegsteppich sich als der Weg entpuppt hatten, den er zu wählen hatte, um den Mut zu fassen, über sich selbst zu wachsen.
Um mit den Wind zu fliegen.

Ein Schrei über der sich sanft wiegenden Wasseroberfläche des Weihers am Grund zerriss den Gedankenschleier schnell. Glitzernde Tropfen hoben sich aus den regen Wellen am Flussufer, denn er hatte Recht behalten.

Hicks seufzte betrübt, hier in Sicherheit. In Sicherheit vor Astrid und ihrer sogar von hier für ihn erkennbaren Gemütslage. Mit ihrer Wut auf ihn, die in dem Moment den abgenutzten Stahl ihrer Axt im Mondschein aufblitzen ließ, während das Licht ihre Silhouette aus der Dunkelheit löste, ihrem Körper Form, Vertrautheit und Bewegung verlieh.
Er bemühte sich, nicht aufzujammern, als er ihr beim Trainieren zusah und ihre, ihm furchteinflößende, Stimme ein Kampfgeschrei nach dem anderen jagte.

Alles klar soweit. Alles klar…


Unbehaglich fasste er sich mit der schmutzigen Hand an den Kopf und schickte seine Finger durch sein unordentliches Haar. Das zu ihm dringende Raunen aus dem Hals seines besten Freundes stimmte ihn noch verzweifelter. Er zog seinen Kopf zurück, wandte sich dem Drachen zu und sah unzufrieden in Bedrängnis zeigende, leuchtende Augen.
„Möchtest du nicht für mich darunter?“, flüsterte er, doch als Antwort erhielt er lediglich den spürbaren Hauch eines abgeneigten Schnaubens. Auch der Blick des Drachen änderte sich, wurde spitzig. Ohnezahn wandte sich mit schmatzendem Mund von Hicks ab, worauf er sich wieder in das Gebüsch lehnte.
„Nein, natürlich nicht“

Abermals ließ er die letzten Stunden und Worte durch seinen Kopf Revue passieren. Er verstand nach wie vor nicht, was überhaupt geschehen war. Hatte er was falsch gemacht? Sie beleidigt? Es war nicht seine Absicht zu verletzen.
Er spürte, wie sein Herzschlag sich um eine deutlich höhere Frequenz beschleunigte, während er die linke Hand an seine Brust drückte. Ihm war, als könnte er die Wärme und Weichheit ihrer Haut noch unter ihr spüren, dieses fordernde Kribbeln nach mehr, das durch seine Finger gezuckt war und den Moment in sich gelähmt hatte. Diese Berührung war nicht mehr nur unschuldsvoll, ein wenig neugierig gewesen.
Was sie getan hatten – hatte ihn vollends überwältigt und die Berauschung ihrer Lippen brechen lassen.
Sie hatte auf seinem Schoß gesessen. Er war kurz eingeschüchtert gewesen. Hatte gezögert… Was war in so kurzer Zeit schon alles angerichtet?

Wenn er sich nicht endlich darunter traute und fragte, würde er das nie erfahren. Aber was sollte er tun? Wie sollte er mit ihr sprechen? Es schaffen, dass diese aufgescheuchte Walküre bereit war ihm zuzuhören?
Hicks nahm einen tiefen Atemzug und ließ eine Hand durch sein Gesicht gleiten.

Ich bin tot. Sowas von tot.


Astrid würde ihn, bevor er nur die Chance bekäme, brutal hinrichten. Ihn querdurch mit ihrer Axt dahinraffen und lachend den letzten Atemzug aus den Lungen schnüren. Ihn mit seinen eigenen Innereien erwürgen; abwegig erschien ihm das gerade nicht.

Urplötzlich war Hicks von Ekel und Panik erfüllt und stolperte auf. Flugs wandte er sich um, dass die Kiesel sich mit verräterischem Knacken in das Klapperbein setzten und er samt Oberkörper auf den unebenen Untergrund fiel.
Kopfschüttelnd richtete er sich auf die Arme und starrte einen verwirrten Moment lang auf modernden Boden. Er verzog sein Gesicht, kaute und rümpfte sich den Geruch der feuchten Erde fort.
„Oh Thor, was…?“
Verdattert blinzelte der Wikingerjunge vom Stamm der Hooligan in das drachige Antlitz, das ihm das Grollen eines gehässigen Lachens entgegen stieß.
Hicks gackste frustriert. Er blickte auf Ohnezahn und hievte sich missmutig auf die Beine. Das verwunderte Gurren des Nachtschattens, als er sich diesem nährte, ließ Hicks jedoch vor seines Versuchs auf ihn zu steigen, auf der Stelle kehrtmachen. Erneut drehte er sich herum, klatschte sich die Hand auf die Stirn und ließ sie unter Stöhnen über sein Gesicht gleiten.
Er wusste nicht mehr, was er hier tat und verhielt sich wie ein umherspringender Blindgänger. Und als ob das nicht genug wäre, hörte er ihre Stimme erbarmungslos herumschreien und schimpfen, dass er nicht anders konnte, als zusammenzucken.

Sich ordnend ließ er seinen Blick durch die Gegend schweifen. Äste wogen in der Nachtesstille, die nur allein seiner Heidenangst und den Wutattacken der jungen Frau keine Ruhe zu gönnen schien. So haarte er weiterhin in seinem Versteck aus.
Seine Augen hüpften auf und ab, gesellten sich zu dem rasselnden Spiel in den hoch verschlungen Kronen. Knacken und Macken mitten der Blätter und ihrer Schatten, die auf den Felsen vor dem jungen Mann wandelten. Zu des Mondenscheins Gestalten, die auf dem Odem der Erde ihre Träume malten.
Nervös kratzte er über den korallenfarbigen Stoff um seinen rechten Oberarm und probierte die in seinem Halse sitzende und pochende Spannung herunterzuschlucken. Die Finger fuchtelten kurz und erfolglos an dem unter seiner Lederüberkluft festliegenden Kragen herum. Ihm war urplötzlich warm geworden und er hätte schwören können, der Grund wäre ein Riesenhafter Alptraum, der es sich in der Nähe dank spontaner Selbstentzündung gemütlicher machen musste.
Mit diesem wundermulmigen Gefühl in seinem Magen hockte Hicks sich wieder in das Gebüsch. Er streckte seinen Arm und brachte ihn über den Kopf des Nachtschattens, der aufgeregt den blauen Lichtsprengeln in der Luft zunickte. Um den entstehenden Schwindel abzuschütteln, hielt dieser unter der Berührung schnalzend inne.
Mittels tiefer Atemzüge hoffte Hicks, sich selber ruhiger zu stimmen. Er legte seine Hand auf seinen linken Oberarm und seine Gedanken hafteten sich an den fortziehenden Schmerz in diesem. Astrid hatte gleich zweimal seinen Arm geschlagen, bevor sie ihm, sich wie der ahnungslose Trottel in der Situation vorkommend, davongeflogen war. Gewöhnlich war es für ihn nichts Neues. Er hatte gelernt, damit umzugehen, wenn sie mal wieder unvorhergesehen neben ihm in die Luft ging. Solange es ein Großmaul wie der kampferprobte Rotzbakke und nicht er war, der über den rauen Akademieboden gezogen wurde. Es war nicht so, dass Hicks auf die Vorgehensweise der Bartablegung über dem Schleifstein sonderlich abfuhr. Das unten im Tal…? Als erste Brücke sich neuen Näherkommens und Versöhnens? Da steckten ihm zu viele Steine im Sand.

Mit den paar Schlägen, dieser zartlosen Form der Zuwendung kam er klar. Aber heute; das reichte ihm.

Hicks atmete zittrig aus. Na los, komm. Steh endlich auf, du Held! Geh darunter und vergiss nicht deinen Mut, schimpfte er sich.
Er hatte sich wahrlich schon größeren Herausforderungen und Gefahren in seinem Leben gestellt. Und nun saß er immer noch hier? Mit sich hitzig äußernden Panikwallungen und selbst das Espenlaub verrückt machenden, zittrigen Händen? Wie lächerlich. Für einen Moment wie diesen käme ein Gesteinshaufen voller Feuerwürmer unterm Hintern sogar ihm gelegen vor.
Im Augenblick, wie er sich fester Entschlossenheit auf die Beine brachte, ratschte er mit der Hand durch das Gestrüpp vor seinem Gesicht. Garstig schlug der Blätterzweig auf ihn zurück, dass die Wucht Hicks über die Felsen warf. Der Wikinger erschrak und keuchte schmerzhaft, als er rücklings über dicke Wurzelschlingen stieß.
Benommen und mit vor Schmerz zusammengekniffenen Lidern schüttelte er den Kopf und hoffte damit, den Taumel aus seiner Schläfe zu treiben. Er lachte verhalten, als er mit den Fingern auf ein Stück Geäst stieß und es aus seinen Haaren zerrte.
„Ja, ihr Götter. Ich habe unentschuldbares Unrecht getan“, äußerte Hicks knatschig. „Na los, bestraft mich.“
Grimmig rieb er sich die Wange. Wie es aussah, hatte er seine erste Abreibung erhalten, und war nicht mal bei Astrid angekommen.
Auf der Stelle und entsetzten Gesichts schreckte Hicks aus den Gedanken. Sein Herz klopfte und er verschluckte sich im Übereifer. Wie wahrscheinlich war es, dass Astrid von seinem Missgeschick Wind bekommen hatte?
An seinem Ohr spürte er einen kräftigen Atemstoß aus Ohnezahns Nase und er streckte seinen Arm nach ihm.
„Alles gut, mein Freund“, beruhigte er den Drachen.
Hicks lehnte seinen Kopf nach hinten und schloss seine Augenlider, während er sich fasste, um endlich den Abstieg zu wagen. Er sah um sich, sein Blickfeld hatte sich noch ein wenig zu richten. Schließlich begann der junge Mann sich zu rühren, um sich über das Moosgestein zu tasten, und knurrte verstimmt.
Eine Felslänge ragte ihm vor die Sicht, Äste klatschten ihm gegen die Wangen und er kletterte über den Wurzelwuchs. Zischend wehrte er mit den Händen den letzten Blätterzweig ab, Kleidungsreißern. Noch dieses kleine Stück, dann…

Der Wikinger gab einen Überraschungslaut von sich, als er einen kraftvollen Stoß unter den Hintern bekam.
„Halt, Ohnezahn!“
Ohnezahns Stupser schickte ihn über den Felsen und seine Handgriffe ins Leere. Er spürte, wie er fortgerissen wurde, in die Tiefe nicht mal eines Atemzugs. Seine Haut riss durch Kanten, die seine Finger nicht augenblicklich fassten. Weidenschlingen bissen um seine Glieder, bis der Berghang ihm brutal in die Körperseite schlug.
Hals über Kopf blieb er an der Felswand hängen. Hauptlinks blickte er unter Stöhnen in die Tiefe. Hicks konnte fühlen, wie Ranken sich um das Klappergestell und sein dazugehöriges Bein gewickelt hatten.

Oh, echt jetzt?


Fluchend schlug er das Geäst aus seinem Gesicht und spuckte die geschluckten Eichenblätter samt Nussstiel aus. Zerknirscht versuchte er die Frucht, die drohte ihm in den Rachen zu fallen, zwischen die Zähne zu bekommen.
War ihn zugegen echt alles und jeder am Ärgern?

„Danke, Kumpel“, kaute Hicks an den Blättern. Entnervt schickte er endlich die Eichel aus seinem Mund. Ein hartnäckiges Ding.
Im nächsten Moment rutschte er tiefer, schlug sich den Hinterkopf am Felssturz. Hektisch griff er um sich.

Sinnlos.


Die Zweige waren zu dünn, um einen Halt an ihnen zu erhaschen, und brachen zwischen seinen Fingern entzwei.
„Ohnezahn?“
Unsicher sah er auf. Er wusste, der Drache würde alles in seiner Macht Stehende tun, um ihn raufzuholen oder sicher unten abzusetzen. Aber bei seinem Glück sprach nichts dagegen, dass ein Schrecklicher Schrecken aus seinem Loch gekrochen käme und die Chance sähe, dem ruchlosen Spross von Blitzschlag und Gevatter Tod und seinem Reiter eins auszuwischen, und an den Ranken Feuer zündete.
Da meldete sich in der Tat der gemeine und kurze Stillstand der Zeit; das Reißen um sein Bein durchdrang seine Sinne und der junge Mann schrie, wie die Schwerkraft von ihm Besitz ergriff und willenlos mit sich riss.
„Ohnezahn!“
Aus dem Geäst plumpste er über den Felssprung und rutschte den Erdhang hinab. Hicks kniff seine Augen zusammen, als er den Ausgang des Sturzes ahnte. Mit einem von Knacken und Knirschen übergangenen Laut aus seinem Mund prallte er gegen den Strunk eines toten Baumes. Stumpfer Schmerz stahl ihm den Atem aus den Lungen und Gehölz splitterte unter dem Aufprall, zerkratzte seine Haut.
Der Augenblick verstrich. Inmitten von zerborstenen Holzresten und in der Luft umherirrendem Schmutz fing er zu husten an und erinnerte Hicks sich wieder zu atmen. Nach seinem linken Arm greifend spürte er die kleinen, schmerzleitenden Impulse mehr erwachen, und vor allem durch seine linke Flanke jagen.
Stöhnend rollte er sich von der Seite rücklings gegen den beschädigten Stamm.
Im nächsten Moment gab er einen Überraschungsschrei, als seine zittrigen Knie nachgaben, das Fehlen einer halben Beinlänge unter einem dieser ihn niederzwang. Angeschlagen glitt er hinab, lehnte sich an das Holz und grub mit den Fingern in den Morast, vorbei, wo bis gerade noch seine Beinprothese gesessen hatte.
Dass er sein Bein verlor… gehörte für ihn zum Alltäglichen.

Hicks keuchte auf. Der Schmerz zuckte durch seinen Oberarm, als wollte er ihn unbedingt daran binden. Mühsam öffnete er seine Augen und probierte sich zu bewegen. Doch sein Arm fühlte sich nicht gut an, heiß, die Haut zerrissen und nass.
Sein mit Schleiern verhangener Blick streifte nach oben, den gesamten Steilhang hinauf. Zwischen Felsen mit Efeu entdeckte er Ohnezahn, aus dem blauen Mondschein in die Dunkelheit hüpfend. Der Drache raschelte durch das Unterholz auf ihn zu.
Hicks seufzte geschlagen.
Hoffentlich brachte er ihm die Prothese mit. So fehlte nur noch… Thor sei davor, dachte Hicks.

Nachdem die Verblüffung über Astrids Auffuhr in ihm abgeklungen war, hatte er selber einen Moment für sich gebraucht, sonst wäre er wohl nicht weniger durchgedreht. Er war ihr nicht sofort gefolgt, sondern in Grobians Schmiede gestürmt, wo die Luft den Duft der abendlich einkehrenden Gemächlichkeit bereits um sich gelegt hatte. Für ihn gerade noch heiß genug und auch die Esse war noch ein letztes Mal zu gebrauchen gewesen, um sich an der Reparatur stumpfer Werkzeuge zu verausgaben.
Zu seinem Glück ergab es sich auch nach Jahren keineswegs, dass er für seine tölpelfreie Fingerfertigkeit in aller Munde war. So kam es, dass ihn kein Einziger, der in Anbetracht der sprühenden Funken dazu verleitet wäre, nur den leisesten Verdacht oder seine Zerstreutheit zu wittern, angesprochen hatte.
Grobian hielt er seit einiger Zeit, seiner stetig steigenden Verantwortung, Worte und Taten für das Dorf und durch geübte, finstere Blicke, gekonnt auf Abstand. Wenn es drauf ankam, wusste er, dass der alteingesessene Sattler mit loyalem Herzen bis an sein Lebensende an seiner Seite stehen würde. Er war kein unbedarftes Kind mehr. Schon gar nicht der von Jedermann belachte Junge des Stammesoberhauptes, auf den selbst dieser nicht sonderlich viele Hoffnungen gehalten hatte. Und das war Hicks jetzt nur mehr als recht.
Er würde sich beweisen, weiterwachsen.

Da hörte er sie: Schritte und wie sie sich ihm schnell näherten.

Feinden und Ketten der Gefangenschaft hatte er ihre Tode genommen; vom Blutvergießen befreit. Kriegsläufe, welche sich inniglich winden, zumindest schon ein paar Schlingen entbunden. Im sogar als gefährlichsten geglaubten Hain einen Freund gefunden.

Nichts erschien es ihm jetzt…

„Ich habe es ja gesagt. Ich bin tot. Sowas von tot“, verschluckte sich der junge Mann. Am Strunk, der in seinem hohlen Inneren knackste und auseinander bröselte, versuchte er, auf sein temporär einzig vorhandenes Bein zu gelangen, als ein Gurren ihn auch schon verwundert blinzeln und seinen Kopf drehen ließ.

Beinah zu spät…
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