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Eisblumen

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Het
Jack Frost Jamie North OC (Own Character)
18.11.2015
16.01.2021
30
37.236
29
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16.01.2021 1.251
 
Das Holz ist heruntergebrannt und langsam, aber sicher wird es dunkel in dem Raum. Und mit der Dunkelheit kommt eine seltsame Kälte über mich.
Ich habe noch mehrere Male versucht die Tür aufzubekommen, aber nichts von dem was ich getan habe, hat etwas gebracht. Das Zimmer ist praktisch leer. Nichts hier drinnen hilft mir heraus. Ich schaue mich weiter um und überlege ob ich den Sessel ins Feuer werfen soll, als ich überrascht nach Luft schnappe. Beide Sessel sind verschwunden, genauso wie der kleine, niedrige Tisch aus Holz. Ich schaue mich weiter um und mein Herz stockt.
Vor meinen Augen verschwinden immer mehr Dinge aus dem Raum, ehe nur noch die Tür und das fast erloschene Feuer übrig sind. Ich spüre, wie die Kälte sich durch meine Sachen frisst und mein Herz einnimmt. Angst…, denke ich.Ich habe Angst. Meine Hände fangen an zu schwitzen, sodass ich sie mir an meiner Hose abwischen muss und ich spüre wie sich das beklemmende Gefühl in meinem Körper ausbreitet.
Ich komme hier nicht mehr raus…, denke ich und stocke.
Werde ich auch verschwinden? Panik überkommt mich und laufe erneut zur Tür und rüttle dran herum. Verschlossen!Ich habe das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen und versuche langsam und regelmäßig zu atmen. Vorsichtig gehe ich zum Kamin und rolle mich vor der letzten Glut zusammen.
„Spürst du es?”,fragt eine dunkle, tiefe Stimme, die mich aufschrecken lässt. „Spürst du wie es dich einhüllt?, fragt sie und ich nicke. Ich kann es spüren. Jack… bitte… Hilf mir…, schreie ich innerlich und halte mir die Ohren zu. Mein Herz schlägt hart gegen meine Brust und spüre wie ich kaum noch Luft bekomme.
„So schön… so rein… Angst….”, flüstert die Stimme und ich spüre einen heißen Atmen in meinem Nacken. Keuchend springe ich auf und versuche mit den Augen etwas zu fokussieren. Doch die Dunkelheit hat mich verschluckt. Meine Unterlippe zittert und ich reiße die Augen auf. „Gib dich mir hin, Bell… Gib sie mir... “, sagt die Stimme und ich erkenne Pitch. Ich schlucke schwer, ehe ich spreche. „Er wird mich suchen! Jack wird mich suchen!”, antworte ich und klammere mich an diese Hoffnung. „Warum sollte er? Du hast ihn verlassen! Du hast ihm gesagt, du kommst alleine zurecht. Warum sollte er dich jetzt suchen? Dich… Du bist ja nicht einmal die Richtige!”, entgegnet er mir und ich zucke zusammen. Er hat recht, flüstert eine kleine Stimme in meinem Kopf.
„Jack… liebt mich…”, sage ich leise, meine Stimme ist nur noch ein Hauch in der Dunkelheit. „Nein, er liebte Beth. Du bist nur die Trägerin ihrer Seele. Aber was wird er sagen… wenn er erkennt, dass sie ja gar nicht mehr in dir ist. Was soll er dann noch mit dir?”, fragt er mich und ich spüre wie etwas meinen Arm streift. Ich erzittere und spüre wie mir Tränen in den Augen brenne. „Ich kann dich erlösen, kleine Bell… Ich kann dich vergessen lassen... “, wispert er in mein Ohr. NEIN!, ich wollte, dass Jack sich in mich verliebt,denke ich und wirbele herum. Etwas zischt an mir vorbei und ich spüre einen kurzen Schmerz im Oberarm, ehe etwas warmes, flüssiges an mir herab fließt.
Erschrocken greife ich nach der Stelle und hole zischend Luft. Über meine Finger rinnt mein warmes Blut. „Tapfere, kleine Bell… Kämpfe nicht dagegen an…”, raunt die Stimme und mein Herz zieht sich zusammen, als der nächste Schmerz durch meinen Oberschenkel schießt.
Keuchend falle ich auf meine Knie. „Du kannst mich nicht besiegen… Ich erspare dir den Schmerz. Gib dich mir hin!”, haucht er und ich sehe etwas aufblitzen. Ein kleines Licht erfüllt den Raum. In seiner Mitte steht ein Tisch auf dem eine kleine Flasche steht. Mit einer schwarzen Flüssigkeit.
„Deine Eltern warten auf dich, Bell… Hörst du sie nicht?”, flüstert er und meine Augen füllen sich mit Tränen. Ein Schatten erhebt sich, zwei weitere folgen. „Komm, meine Kleine… Komm zu uns…”, flüstert eine Stimme, die mir das Herz zerreißt. „Mama…”, flüstere ich. „Ich…”, meine Stimme bricht und jeder Gedanke ist in meinem Kopf wie weggefegt. Zitternd stehe ich auf, spüre wie meine Hose sich an der Stelle festsaugt und taumle zum Licht. Blut tropft auf den Boden, während ich vor den Schatten stehe. „Komm zu mir mein Kind… wir vermissen dich so.”, sagt der Schatten in Form meiner Mutter. Meine Finger wollen sie berühren, doch der Schatten ist nicht fassbar. „Trink, Kind und ihr werdet zusammen sein…”, wispert der Schwarze Mann hinter mir. Mein Herz quillt über vor Trauer, Angst und Pein, als mein Bruder und mein Vater ebenfalls ihre Hände nach mir ausstrecken, obwohl ich sie nicht berühren kann. Doch etwas anderes regt sich in meinem Herz. „Jack... “, flüstere ich und will mich umdrehen. Doch hinter mir ist nur die Dunkelheit. Er wird mich nie finden… Er wird mich nie suchen… Er liebt mich nicht, denke ich und wende mich wieder der Flasche zu.
Meine Familie schaut mich an. „Ich möchte bei euch sein…”, flüstere ich und greife nach der Flasche. „Trink!”, schreit Pitch hinter mir und ich lege mir die Flasche an die Lippen, ehe ich die Flüssigkeit herunterschlucke.
Ein brennendes, stechendes Gefühl breitet sich in mir aus und falle zur Seite. Das Glas zerbricht und höre ein Lachen. Doch in mir ist nur noch Angst… und Dunkelheit raubt mir den Verstand.

Als ich meine Augen öffne sehe ich Schnee. Leise, leicht fällt er auf mein Gesicht. Ich spüre nichts, nicht einmal seine Kälte. „Du bist zurückgekommen.”, sagt plötzlich eine bekannte Stimme, nach der ich mich umsehe. Ein alter Mann, mit einem langem Umhang in der Farbe des Mondes steht einige Schritte neben mir und betrachtet den Himmel. „Wo bin ich?”, frage ich, während ich mich umsehe. „Am Ort des Anfangs.”, antwortet er, als ich den See erkenne indem Jack ertrunken ist.
„Ich… bin ich tot?”, frage ich leise. „Nein, du lebst. Auch wenn du an der Grenze stehst.”, antwortet er. „Du hast die Flasche zwar getrunken, aber dein Herz hatte noch Hoffnung. Wenn auch klein und zärtlich im Inneren, hattest du die Hoffnung, dass Jack dich finden wird.”, erklärt er.
„Wer bist du…?”, frage ich, während ich ihn betrachte. Seine Augen sind grau, doch schimmern in einem seltsamen Licht. „Ich habe viele Namen. Herr der Nacht, Mondmännchen, Mondgesicht, sind nur einige davon. Aber Jack und die anderen kennen mich unter den Namen “Der Mann im Mond”. Ein ziemlich langer Name… wenn ich's recht bedenke.”, antwortet er mir. „Du hast Beth in mich fließen lassen…”, sage ich plötzlich.
Doch er schüttelt den Kopf. „Nein, ich habe ihr gesagt, dass ihr Herz ihn finden wird. Und das tat es auch. Doch in dieser Welt war kein Platz für sie.”, erwidert er. „Und für mich?”, frage ich leise. „Ja, ich habe eine Aufgabe für dich Bell…”, sagt er und schaut mich mit seinen glitzernden Augen an.  
„Doch es ist noch nicht die Zeit dafür… Aber ich werde dir etwas geben, was dich zu mir leiten wird.”, fügt er hinzu, ehe er einen großen goldenen Stab erscheinen lässt, an dessen Ende ein richtiger Halbmond sanft im Schnee schimmert. Mit einer schnellen Bewegung schwenkt er den Stab durch die Lüfte und vor uns erscheint ein helles Licht. „Was?”, frage ich, doch er unterbricht mich. „Ein Stern wird in dir wachen, bis die Zeit reif ist.”, sagt er, ehe er näher kommt. „Du musst zurück, Bell. Jack sucht dich…”, sagt er, ehe sich plötzlich unter mir das Nichts bildet.
„Bis bald… Bell…”, höre ich ihn flüstern, ehe mich die Nacht verschluckt.
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