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Eisblumen

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Het
Jack Frost Jamie North OC (Own Character)
18.11.2015
16.01.2021
30
37.236
29
Alle Kapitel
49 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
29.11.2015 1.056
 
ich wünsche allen einen schönen 1. Advent!! <3
Heute stell ich mal gebrannte Mandeln und heißen Kakao hin :D Ich wünsche viel Spaß mit meinen neuen Kapitel und hoffe es gefällt :D




Während die Familie Bennett frühstückt und sich auf den Tag vorbereitet, beschließe ich die freie Zeit zu nutzen, um Tooth zu besuchen. Der Hase hatte Recht, ich war schon sehr lange nicht mehr bei der Zahnfee gewesen.
„Wind! Flieg mich zum Zahnpalast!“, rufe ich und lasse mich fallen. Der Wind fängt mich auf und ich lasse mich mitziehen.
Schon vom weiten kann ich die Türme des Schlosses sehen. Langsam und sicher lässt der Wind mich auf eine Plattform nieder. Fast sofort werde ich von kleinen Feen umgeben. Ich lache und lasse mich von ihnen mitziehen. Ich höre Tooth, ehe ich sie sehe, sie gibt die üblichen Anweisungen und ist umgeben von einem riesigen Schwarm an Feen, die alle Zähne oder kleine Schatullen in der Hand haben. „Hallo Tooth!“, rufe ich, während ich ihr näher komme. Überrascht dreht sie sich um, doch als sie mich sieht breitet sich ein herzliches Lächeln auf ihrem Gesicht aus. „Jack? Dich haben wir ja schon ewig nicht mehr gesehen!“, ruft sie und fliegt mir entgegen. Bei mir angekommen fällt sie mir um den Hals. Überrumpelt mache ich einen Schritt zurück, doch das scheint ihr nicht wirklich aufzufallen. Lachend lässt sie mich los. „Wie geht’s dir? Erzähl mal, du hast doch jetzt viel zutun, jetzt wo der Winter wieder da ist!“, meint sie und legt kurz den Kopf schief. „Jaa, aber es geht, jetzt da der erste Schnee schon gefallen ist. Ich war heute bei Jamie.“, erzähle ich, während ich eine Schatulle mit Zähnen von dem Tisch nehme.
Gedankenverloren betrachte ich sie, als mir die wenigen Fetzen meiner Erinnerung in den Kopf schießen. Die Gründe dafür warum ich zu einem Hüter geworden bin. Plötzlich fällt mir was ein. „Kennst du vielleicht eine Bell, die mit Jamie verwandt sein soll?“, frage ich möglichst gleichgültig, während ich die Schatulle in meiner Hand drehe.
Tooth kommt näher und nimmt sie mir ab, bevor sie sie einer Fee in die Hände drückt. „Bell Mitchel? Sie ist doch seine Cousine… Das arme Ding…“, murmelt Tooth nachdenklich. „Warum?“, frage ich und kann die Neugier in meiner Stimme nicht verbergen. Überrascht wirft sie mir einen kurzen Blick zu. „Ihre Eltern und ihr jüngerer Bruder sind vor ein paar Monaten bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Sie hatte Glück im Unglück, sie war an dem Tag zu Hause geblieben, weil sie wohl Fieber hatte.“, erzählt sie und schaut mich traurig an, bevor sie sich wieder ihren Feen zuwendet.
„Wieso willst du das wissen?“, fragt sie noch hinterher, während ich meinen Gedanken nach hänge. Sie hat ihre Familie verloren, kein Wunder, dass sie sich in den Schlaf weint und Alpträume hat. Ich ignoriere ihre Frage und schaue über das Geländer. „Warum ist sie jetzt bei Jamie?“, frage ich stattdessen. Tooth wirft mir einen komischen Blick zu, den ich nicht deuten kann. Ist sie sauer? Oder traurig? „Die Schwester ihrer Mutter ist Jamies Mutter. Ihre Tante hat beschlossen Bell zu sich zu nehmen, damit sie nicht alleine ist.“, erklärt sie, doch verschränkt nun die Arme vor der Brust. „Jack…? Warum willst du so viel über dieses Mädchen wissen?“, fragt sie und ich merke auch die fragenden Blicke der Feen. Ich merke wie mir warm wird, ein Gefühl, dass ich schon lange nicht mehr hatte.
„Sie hat geweint… und ich wollte wissen wieso….“, versuche ich zu erklären, doch ich schaue ihr nicht direkt in die Augen. „Es ist seltsam, dass es sich so interessiert an ihr bist, schließlich ist sie kein Kind mehr.“, meint sie. Das ist mir mehr als bewusst, denke ich und ihre Lippen kommen mir in den Sinn. Ich räuspere mich und versuche den Gedanken wegzuschieben, ehe ich mich wieder Tooth zuwende.

Plötzlich fällt mir wieder was ein, etwas was mich eher beunruhigt. „Tooth… was passiert mit unseren Zähnen oder besser unseren Erinnerungen, wenn wir sterben?“, frage ich, doch bereue es sofort, als ich in ihre Augen sehe. „Nun… nicht alle Menschen werden zu Hütern erkoren, so wie du… diese Erinnerungen behalte ich. Auch, wenn es wirklich ungewöhnlich war, dass du dich an nichts mehr erinnern konntest. Der Rest… kommt in den Raum der Vergangenheit.“, erklärt sie mit traurigen Augen. „Kinder, die sterben, dort wird ihre Erinnerung niemals verloren gehen. Und auch, wenn sie irgendwann nicht mehr an mich oder an uns glauben, werden sie nie ihre Erinnerung verlieren, denn sie wird nie weggeworfen oder ähnliches.“, erklärt sie weiter, bevor sie sich wieder einer Fee zuwendet und ihr irgendwelche Kommandos gibt. Verwirrt schaue ich sie an. „Du meinst in diesem Raum gibt es hunderte von Schatullen mit Erinnerungen?“, frage ich erstaunt. Sie nickt, doch antwortet nicht. „Gibt es da noch mehr Erinnerungen, die ich haben müsste?“, frage ich leise, meine Stimme ist nun so traurig wie ihre Augen.
Meine Schatulle hatte mir gezeigt, warum ich zu einem Hüter geworden war, doch mehr konnte ich nicht sehen. „Jack… Deine Erinnerung sind hier…“, sagt sie und legt eine Hand auf meine Brust. „Tief in dir sind sie immer noch verborgen!“, erklärt sie weiter, während sie mich anlächelt. Ich versuche es zu erwidern, aber ich glaube mein Versuch scheitert kläglich. „Weißt du… Ich freue mich wirklich sehr, dass du da bist… Ich hab dich vermisst!“, flüstert sie und ich meine zu sehen wie ihre Wangen sich rot färben. Irgendwas in mir ruft, dass das hier gaaaaanz falsch läuft. „Ehm… Ja… Man muss seine Freunde halt auch hin und wieder besuchen, oder?“, entgegne ich, während ich etwas zurück weiche. Falsch, schießt mir durch den Kopf, als ich sehe wie sich erneut Trauer in ihren Augen bildet, aber diesmal bin ich direkt schuld. „Ja… seine Freunde.“, sagt sie leise. „Du solltest jetzt besser gehen, Jack. Es wird bald dunkel und ich muss noch viel erledigen, weißt du…?“, sie schüttelt mit den Kopf und kehrt mir den Rücken zu. Ich schaue mich um, auch die Feen sehen mich traurig und teilweise verständnislos an.
Mit einem wirklich schrecklichen Gefühl drehe ich mich ebenfalls weg und rufe den Wind, damit er mich wieder zu dem Haus der Bennetts liegt.
Doch ich kann nicht weg, ohne einen letzten Blick zurück zuwerfen. Ich sehe Tränen in den Augen der Zahnfee. Doch der Wind wendet nicht.
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