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Eisblumen

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Jack Frost Jamie North OC (Own Character)
18.11.2015
16.01.2021
30
37.236
29
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Dieses Kapitel
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28.05.2020 1.082
 
Der Weihnachtsmann wandert erneut unruhig vor mir auf und ab. Die Szene kommt mir seltsam bekannt vor… Auch die Zahnfee und der Sandmann sehen beunruhigt aus, während sie seinen Bewegungen verfolgen. „Er hat sie mitgenommen?”, fragt der Weihnachtsmann mit seinem schweren Akzent, weswegen ich mich anstrengen muss ihm zuzuhören. Der Osterhase neben mir nickt.
„Wir müssen sie retten…”, murmelt die Zahnfee kaum hörbar, doch man spürt ihre Widerstand. Ich werfe ihr einen schnellen Blick zu, doch Wut bringt mich nicht weiter, entscheide ich und senke erneut den Blick. Ich höre wie der Weihnachtsmann tief Luft holt. „Was hat er mit ihr vor?”, fragt er mich. Ich seufze und gehe einen Schritt vor. In mir brennt es, während ich versuche ruhig zu bleiben. „Er will mich! Ihr habt es selbst gesagt. Er will Rache. Es hat gar nichts gebracht uns zu trennen. Im Gegenteil, es hat ihm noch in die Hände gespielt. Er hat ihr von Beth erzählt.”, sage ich und meine Stimme bricht. Der Weihnachtsmann zieht schuldbewusst den Kopf ein, während die Zahnfee den Blick von mir abwendet.
Der Sandmann seufzt und kommt auf mich zu. Sanft legt er seine Hand auf meine Schulter und lächelt mich aufmunternd an. „Die kleine Frostbeule hat recht. Wir hätten sie nicht aus den Augen lassen dürfen. Aber es bringt uns jetzt nichts darüber nachzudenken, was wir hätten anders machen sollen. Wir müssen sie retten!”, mischt sich der Hase ein und tritt neben mich. Mit einem Mal bin ich ihm unendlich dankbar, dass er mich so unterstützt.
Der Weihnachtsmann wirft Fairy einen kurzen Blick zu, ehe er sich mir wieder zuwendet. „Du hast recht, Jack. Wir hätten anders handeln sollen. Aber der Hase hat noch mehr recht! Wir sollten nicht in der Vergangenheit leben, sondern überlegen was wir jetzt tun. „Wir retten sie.”, sagt die Zahnfee nun fester und kommt auf mich zu. Ich schaue auf und meine Augen treffen ihren Blick. Ich sehe Traurigkeit, doch auch eine Entschuldigung in ihnen. Ich nicke ihr dankbar zu. „Wir müssen Jamie informieren. Wenn Bell zu lange wegbleibt, wird ihre Familie sich Sorgen machen und die Polizei informieren. Er wird seine Mutter beruhigen und wir gewinnen Zeit.”, sage ich und schaue mich um. „Gut, du gehst zu Jamie. Wir suchen währenddessen den Eingang zu Pitchs Höhle.”, sagt der Osterhase und ich will widersprechen, doch der Weihnachtsmann hebt die Hand und bringt mich zum Schweigen.
„Wir übernehmen das, Jack.” Ich schaue ihn an und suche nach einer Ausrede, doch schließlich gebe ich mich geschlagen und seufze. „In Ordnung. Aber ich bekomme sofort Bescheid, wenn ihr was erfahren habt!”, verlange ich und gehe auf das Fenster zu. „Ich sorge dafür, dass du es als allererstes erfährst.”, verspricht mir der Osterhase und ich fühle mich wirklich erleichtert. Das Fenster lässt sich leicht öffnen, ehe ich den Raum verlasse werfe ich nochmal einen Blick zurück auf die anderen Hüter. Sie sehen alle entschlossen aus mir zu helfen.
„Wind… Komm zu mir! Bring mich zu Jamie!”, rufe ich und lasse mich aus dem Fenster fallen.
Als würde er meine Ungeduld und meine Dringlichkeit spüren, bringt der Wind mich rasch zum Haus. Ich lasse mir nicht die Zeit nachzusehen, ob mich jemand sehen könnte und öffne sofort das Fenster. Jamie sitzt an seinem Schreibtisch und schnappt erschrocken nach Luft, als ich sein Zimmer betrete. „Jack!”, ruft er und springt auf. Als er meinen Gesichtsausdruck sieht, schüttelt er den Kopf. „Bell…?”, flüstert er und kommt näher. „Pitch hat sie. Wir werden sie retten, Jamie. Du musst dafür sorgen, dass deine Mutter sich keine Sorgen macht und die Polizei ruft.”, sage ich schnell und will mich schon wieder nach Draußen begeben, als ich spüre wie er mich festhält.
„Nimm mich mit!”, verlangt er und als ich mich erneut zu ihm umdrehe, sehe ich seinen harten, standhaften Blick. Er hat sich wirklich verändert in den letzten Wochen. „Jamie… Das wird gefährlich und… Ich weiß nicht, ob ich dich beschützen kann.”, antworte ich ihm ehrlich. „Das ist mir egal! Ich hab Bell versprochen, dass ich immer für sie da bin, als du sie verlassen hast. Ich gehe mit! Und wenn ich mich selbst auf den Weg machen muss!”, erwidert er und lässt mich los. Er geht zu seinem Schreibtisch und beginnt eine Nachricht auf einen Zettel zu kritzeln. Ich weiß genau, dass er wahrscheinlich wirklich nach ihr suchen würde und sich dabei auch nachts ausschleichen würde. Ich seufze. Den anderen wird das nicht gefallen… „Ich nehme dich mit. Aber wenn ich sage “Lauf”, dann läufst du, kapiert?”, sage ich, während ich weiter zum Fenster gehe. Er nickt und überfliegt nochmal schnell sein Geschriebenes, ehe er zu dem Schrank läuft und sich eine Jacke, Schal und Mütze herausnimmt. Während er zu mir kommt, zieht er sich an und steht dann bereit vor mir. „Lass uns Bell retten gehen!”, sagt er und seine Zuversicht lässt mich irgendwie lächeln.
Ich schaue aus dem Fenster und sehe unten den Hasen neben einem Loch stehen. „Komm!”, sage ich, ehe ich nach ihm greife und mich mit Jamie unterm Arm fallen lasse.
„Wir haben den Eingang gefunden.”, begrüßt uns der Hase. Er wirft einen fragenden Blick auf Jamie und ehe ich was sagen kann, fängt er schon an zu meckern. „Du willst das Kind mitnehmen? Sag mal! Ist dir bei deinem kleinen Ausraster das Hirn eingefroren? Das ist kein Schulausflug mit einer lustigen Fahrt in einem Bus!”, explodiert der Hase und seine Löffel fliegen wild hin und her. „Ich komme mit!”, wiederholt Jamie und ich seufze. „Du kannst ja versuchen ihn aufzuhalten, aber wenn er nachts durch den Wald irrt und sich verläuft, nur weil wir ihn nicht mitgenommen haben, will ich nicht Schuld sein, wenn ihm was passiert.”, sage ich ruhig und schaue auf das Loch.
Der Hase holt Luft, aber ich hebe die Hand. „Lass es, okay? Wir müssen jetzt wirklich Bell suchen!”, füge ich hinzu und sehe erstaunt, dass er wirklich nichts mehr sagt. Jamie macht einen Schritt auf mich und dem Loch zu. Ich strecke die Hand aus und lege sie ihm flach auf die Brust. „Du kannst noch zurück gehen…”, sage ich leise. Ich hoffe, dass er zurück geht. Ich will nicht, dass Jamie was passiert. „Ich werde für Bell da sein, Jack. Ich habe es ihr versprochen.”, antwortet er und sein Blick begegnet meinem. Er vertraut mir vollkommen. „Ich gehe zuerst, dann folgt mir Jamie und schließlich du, Hase.”, sage ich und trete an das Loch. Warte auf mich, Bell… Ich werde dich holen!, denke ich und springe.
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