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Eisblumen

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Het
Jack Frost Jamie North OC (Own Character)
18.11.2015
16.01.2021
30
37.236
29
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28.07.2019 985
 
Sie und ich schauen uns an. In meiner Magengegend macht grad irgendwas einen riesigen freudigen Sprung und ich sehne mich danach sie zu berühren.
Ohne mein Zutun bewegt sich mein Körper näher an ihren heran. Ihr Blick trifft meinen und ich stocke. Irgendwas an in ihren Augen hat sich geändert. Die Art und Weise wie sie mich anschaut ist anders. Ich ahne schlimmes, aber dieses Problem wird warten müssen.
„Pitch… Du bist also wieder da?”, frage ich und wende mich wieder dem Schwarzen Mann zu. Ich hebe meinen Stab kampfbereit und ich spüre, wie der Wind um mein Haar weht. Er steht mir bei.
Pitch schaut mich und die Frau neben mir geradezu gelangweilt an, ehe er seine Lippen zu einem schaurigen Lächeln verzieht . „Jack, mein lieber kleiner frostiger Freund. Wir haben dich erwartet, nicht wahr, Beth?”, antwortet er und macht eine auffordernde Geste in Bells Richtung.
Diese weicht nicht einen Schritt zurück und schaut zwischen mir und dem Schwarzen Mann hin und her. Keiner antwortet und man hört den Wind wehen, während Bell ihren Blick schweifen lässt.
Er bleibt an mir hängen. „Beth… Bin ich das?”, fragt sie in die Stille hinein an mich gewandt. Irgendwas in ihrem Blick lässt mich innehalten und ich weiche aus.
„Hat er dir etwa gar nichts gesagt? Hat er dir nicht erzählt wie aus ihm der Wintergeist geworden ist? Und was aus dir geworden ist?”, fragt der Schwarze Mann mit erschrockener Stimme, während der hämisch grinst und sich die Hand theatralisch gegen die Stirn hält.
Ich zucke zusammen unter der Last des Ungesagten. Fest presse ich die Lippen aufeinander, während ich spüre wie sich Bell neben mir anspannt. „Jack… Antworte mir bitte…”, flüstert sie und ihre Stimme klingt seltsam gepresst. Ich schließe die Auge und spüre wie es kälter wird um mich herum.
Ich spüre, wie selbst der Wind den Atem anhält und auf meine Worte wartet. Die plötzliche Trauer und Einsam umschließt mein Herz und ich muss an Beths Augen denken, die Bells so ähnlich sind.
Fast so als ob ich all die Wörter dieser Welt vergessen hätte, bringe ich nur ein Nicken zustande. Ich höre wie Bell neben mir tief Luft holt und einen Schritt nach hinten macht. Ich öffne die Augen und schaue sie an. In ihren Augen brennt der Verrat und Enttäuschung. „Warum hast du nichts gesagt?”, fragt sie und wendet den Blick ab. „Bell…”, flüstere ich und suche nach den richtigen Worten.
Ich nehme eine Bewegung neben mir wahr und drehe mich um. Der Schwarze Mann macht einen Schritt auf mich zu und ich hebe erneut meinen Stab, während der Wind wieder beginnt an meiner Kleidung zu zerren.
„Pitch. Verschwinde! Ich hab dich letztes Mal besiegt und ich werde es wieder tun!”, drohe ich und wende mich ihm wieder vollständig zu.
Bells Sicherheit hat absolute Priorität, auch wenn ich spüre, dass sie mich jetzt nicht in ihrer Nähe haben möchte. „Ach Jack… Du kleiner Eiszapfen. Von dir will ich gar nichts. Nein… du bist mir tatsächlich herzlich egal.”, antwortet er und sein Blick zieht an mir vorbei. Ich spüre wie meine Nackenhaare sich aufstellen und ich mich anspanne. „Lass sie in Frieden!”, flüstere ich gepresst, während der Wind stärker wird und Schnee anfängt zu fallen.
Pitch hebt auffordert die Hand. „Bell… Ich werde dir alles erzählen, was sich unser lieber Jack hier nicht getraut hat zu sagen. Ich werde dir erklären, wer diese Stimme in deinem Inneren ist… Und warum Jack dich nicht liebt… Sondern sie.”, sagt er, während seine Stimme sanft und schmeichelnd vom Wind zu der Frau mit den blauen Augen getragen wird. Ich hebe den Stab höher und will gerade einen Eisstrahl auf den Schwarzen Mann hetzen, als ich eine Hand auf meiner Schulter spüre.
Brennend heiß frisst sich ihre Wärme durch meinen Hoddie und der Wind weht mir ihren Duft in die Nase. Ich wende mein Gesicht ihr zu und muss mich zusammenreißen unter dem Blick, den sie mir zuwirft nicht zusammen zu zucken. „Es reicht, Jack. Ich entscheide selbst was ich tue.”, flüstert sie, während in ihren Augen Tränen glänzen. Sie nimmt ihre Hand von meiner Schulter und wendet sich dem Schwarzen Mann zu.
Langsam, als ob die Zeit sie dazu bringen möchte es sich noch einmal zu überlegen geht sie direkt auf den Mann mit dem schwarzen Umhang zu. Sein Lächeln vertieft sich und seine Augen strahlen siegessicher. „Bell...Bitte... “, flüstere ich und mein Herz zieht sich schmerzhaft zusammen. Meine Beine gehorchen mir nicht mehr und ich kann mich nicht rühren. Wie festgefroren stehe ich da und verstehe zum ersten Mal wie es ist, wenn einem Kalt wird.
Ich weiß, was sie tun wird. Sie wird mit ihm gehen… Und ich werde sie verlieren. Erneut.
Ich sehe wie sie den Kopf schüttelt und ihre Hand ausstreckt. Kurz bevor ihre Finger seine Hand berühren, rührt sich etwas in meinem Inneren und meine Hand greift nach ihrer anderen.
Erschrocken dreht sie sich zu mir um, in ihren Augen schimmern und Tränen bahnen sich ihren Weg über ihre Wangen. „Lass mich los, Jack!”, flüstert sie und in ihre Stimme ist verzerrt vor Schmerz. „Ich werde dir alles sagen… Aber bitte geh nicht.”, flehe ich und mein armes Herz pocht so laut, dass ich wetten könnte, dass sie es hört. Einen Augenblick lang glaube ich in ihren Augen sowas wie Unentschlossenheit zu sehen. „Er hat dich nur gesucht, weil er sie wiedersehen wollte, Bell… Er wollte nur seine Beth wieder haben.”, sagt Pitch und der kleine Funke in ihren Augen erlischt.
Ihr Blick wird hart und sie reißt ihre Hand aus meiner. Sie packt Pitchs ausgestreckte Hand und ehe ich etwas tun kann, verschwindet sie in einem Sturm aus schwarzem Sand. Meine Knie geben nach und ich falle vorüber in den frischgefallenden Schnee.
Mein Herz krümmt sich zusammen und ein endloser Schmerz breitet sich durch meine Eingeweide aus.
„Bell…”, flüstere ich in der Hoffnung, dass der Wind meine Stimme fortträgt.
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