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Eisblumen

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Jack Frost Jamie North OC (Own Character)
18.11.2015
16.01.2021
30
37.236
29
Alle Kapitel
49 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
28.01.2017 1.380
 
Guten Abend ihr lieben Leser und Leserinnen,
ich möchte mich wirklich vom Herzen dafür entschuldigen, dass ich über einen Monat gebraucht habe um ein neues Kapitel hochzuladen... Doch bei mir zu Hause war sehr viel los. Ich hab eine neue Stelle angetreten und wir haben ein neues Familienmitglied. Neujahr ist unsere kleine Mini-Aussie- Dame Nelli bei uns eingezogen und wir haben wenig Ruhe und Zeit für anderes gehabt.
Ich kam erst wieder gestern dazu mich überhaupt mal an den Rechner zu setzten.
Ich hoffe wirklich man verzeiht mir die lange Wartezeit. :)

Viel Spaß mit dem neuen Kapitel!!
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Der Wind trägt mich bis zum Haus des Weihnachtsmannes. Durch ein geöffnetes Fenster, dass wahrscheinlich für mich nicht verschlossen war, gelange ich in das mir vertraute Zimmer. Im Kamin lodert ein Feuer und das Bett ist frisch gemacht.
Ich werfe dem allen nur einen kurzen Blick zu, ehe ich mich gegen die Wand lehne und mich an ihr heruntergleiten lassen. Alles in mir brennt, das blutende Herz raubt mir den Atem und ich schlinge meine Arme um meine Beine, ehe ich sie fest an meine Brust ziehe.
Mein Inneres wehrt sich gegen meine Entscheidung und ich spüre wie meine Wangen nass werden. Vorsichtig hebe ich eine Hand und berühre mein Gesicht. Ich weine. Lautlos rinnen die Tränen über mein Kinn zu Boden. Ich versuche tief Luft zu holen, aber selbst das schmerzt und erscheint mir sinnlos. Ich ertrage das helle Licht des Feuers nicht und schließe meine Augen, ehe ich den Kopf zwischen meinen Armen und Beinen vergrabe.

Ich weiß nicht, wie lange ich dort saß ehe mich eine vertraute Person mit riesigen Ohren hochhob und ins Bett verfrachtete. Immer wieder wurde mir gesagt, dass alles gut wird, dass der Schmerz vergeht. Doch sobald ich die Augen schließe, sehe ich sie und die Pein wird immer größer. Irgendwann schlafe ich ein. Und ich danke dem Mann im Mond, dass ich nicht träume.

Der Tag danach fühlt sich an, als wäre er unecht. Oder wie in dicke Watte gepackt. Der Osterhase und die Zahnfee kommen ins Zimmer und versuchen mich zum Essen zu überreden. Erst als der Weihnachtsmann mir mit Prügeln droht und ich die Angst in den Augen der Fee sehe, zwinge ich mich etwas Brot mit Eierpunsch herunter zu würgen.
Keiner fragt was passiert ist, keiner wundert sich über meinen Zustand. Sie sind einfach für mich da und ich bin ihnen mehr als dankbar.

Die Tage rauschen an mir vorbei, in weniger als 2 Wochen findet Weihnachten statt. Ich bekomme am Rande mit wie die meisten der Yetis wieder gesund sind und dass die Arbeit an den Geschenken besser vorangeht, als Anfangs gedacht. Irgendwann stehe ich auf und gehe meiner Arbeit nach.
Die Welt verlangt nach Schnee zu Weihnachten und ich will sie nicht enttäuschen. Der Sandmann begleitet mich in den Nächten und so arbeiten wir beide stumm nebeneinander her. Er verteilt seinen Sand und ich meinen Schnee, er lässt die Kinder träumen und ich den See zufrieren.
Doch immer, wenn ich eine Frau mit braunen Haaren sehe, denke ich sofort an sie und mein Herz zieht sich krampfhaft zusammen.
Bis zu dem Tag, an dem ich auch in ihrer Stadt den Winter zurückbringen muss.
„Ich weiß, dass ich das nicht tun muss“, sage ich bestimmt schon zum dritten Mal, als ich das besorgte Gesicht vom Sandmann sehe. Er und ich sitzen auf einem hohen Baum am Rande der Stadt.
Es liegt kein bisschen Schnee mehr in den Straßen und nur die Bäume verraten den Winter.
Der Sandmann wirft mir einen langen Blick zu und lässt ein Fragezeichen erscheinen.
„Ich weiß nicht genau was ich denke.“, beantworte ich seine stumme Frage. Luftholend stelle ich mich auf den Ast und lasse den Stab von einer Hand in die andere wandern. Ich versuche mich zu beruhigen und das schlagende Herz zu besänftigen.
Nur schwer gelingt es mir, ehe ich mich wieder meinem Freund zu wende. „Ich gehe schon mal vor… Wir treffen uns nachher!“, sage ich und springe vom Baum.
Der Wind trägt mich durch die Straßen der mir altbekannten Stadt. Ich halte an der Statur im kleinen Park und lasse sie gefrieren.
Der Wind zieht mich weiter, ich lasse es schneien und gefrieren.
Dann ist es soweit und ich stehe auf dem Dach. Auf ihrem Dach. Tage sind vergangen, doch es fühlt sich wie Jahre an. Mein Körper reagiert sofort mit dem gewohnten Schmerz. Vorsichtig lasse ich mich kopfüber an ihrem Fenster herunter.
Sie liegt in ihrem Bett und schläft.
Die meisten Kisten sind nun ausgepackt und die Regale sind gefüllt mit Büchern in allen Farben und Größen. Ich schaue an ihre Pinnwand und sehe unser Bild. Es scheint so, als würde es unter all den anderen verschwinden und trotzdem steht es im Fokus von allem.
Ein Geräusch lässt mich aufsehen, die Tür wird sehr behutsam geöffnet und ich sehe wie Jamie seinen Kopf vorsichtig ins Zimmer steckt. Er scheint zufrieden mit der Situation zu sein, denn er lächelt leicht. Er lässt den Blick wandern und sieht mich am Fenster. Sein Lächeln verschwindet und er zieht böse die Augenbrauen zusammen. Er nickt mir zu und ich verstehe, dass ich in sein Zimmer soll.
Wir werfen Bell beide noch einen letzten Blick zu, ehe wir uns abwenden.
In Jamies Zimmer brennt Licht, als ich am Fenster stehe und warte, dass er es mir öffnet. Einen Augenblick später öffnet sich seine Tür und er kommt mit einem verbissenen Gesichtsausdruck an Fenster.
„Jack! Was machst du hier!?“, fragt er zwischen den zusammengebissenen Zähnen, als er das Fenster öffnet. „Was, wenn Bell dich gesehen hätte!“, fügt er vorwurfsvoll hinzu.
Vorsichtig lande ich neben ihm im Zimmer und starre ihn an. Er scheint irgendwie größer, seine Augen wirken müde und er ist blass. „Jamie… was ist passiert?“, frage ich besorgt und trete einen Schritt näher an ihn heran.
Er weicht zurück und hebt die Hand. „Ernsthaft? Du fragst mich, was passiert ist? Du hast sie zurückgelassen… Sie weint jede Nacht und wenn sie endlich schläft, schreit sie und hat Alpträume. Meine Mutter weiß nicht was sie tun soll, sie redet mit niemanden. Doch! Mit mir. Weil ich dich auch sehen kann.“, schreit er mich an. Ich zucke zusammen und wende den Blick ab.
„Jamie… Ich musste das tun. Pitch-“, will ich erklären, aber er unterbricht mich „Mir ist egal, was der schwarze Mann damit zu tun hat, du hättest ihr nicht erst solche Hoffnungen machen sollen um sie dann alleine zurückzulassen. Ist dir klar, dass sie vor ein paar Wochen erst ihre gesamte Familie verloren hat, in eine neue Stadt gezogen ist, sich verliebt hat und dann auch noch verlassen wurde?“, zischt er mir entgegen.
Mein Herz macht einen Satz. „Sie… Sie war in mich verliebt?“, frage ich leise. „Ich wünschte es wäre „war“, aber so wie sie weint, kann es unmöglich vorbei sein…“, murmelt der kleine Jamie. „Jamie… Ich hatte Angst, dass ihr etwas passiert…“, antworte ich und setze mich auf die kleine Stufe am Fenster. Der Junge setzt sich neben mich und starrt auf seine Hände.
„Ein Typ aus der Schule hat ein Auge auf sie geworfen… Er bringt sie immer nach Hause und holt sie inzwischen auch hier ab. Bell sagt zwar, dass da nichts ist, aber ich sehe den Blick den er immer zuwirft. Ich sags nicht gerne, aber im Moment hat er eindeutig bessere Karten als du. Sie lächelt sogar, wenn er einen seiner dämlichen Witze reißt. Aber du bist trotzdem noch in ihren Gedanken. Wenn sie den Schnee gesehen hat oder das Bild ist sie immer ganz still und ihre Augen tränen.“, erzählt er und ich merke wie eine glühende Hitze sich in mir ansammelt.
Ich balle die Hände zu Fäusten und hole tief Luft. Jamie wirft mir einen fragenden Blick zu und seufzt.
„Vielleicht bist du älter, aber ich sehe doch, dass es dich genauso verletzt sie nicht zu sehen wie es sie verletzt. Vielleicht solltest du dir nochmal überlegen was genau du willst… Ich muss jetzt schlafen…“, sagt er und ich höre an seiner Stimme wie erschöpft er sein muss. Ich nicke stumm und gehe zum Fenster.
„Jack… Bitte tue meiner Bell nicht mehr weh… Versprechs es mir, bitte!“, höre ich ihn noch flüstern.
„Ich verspreche es!“, antworte ich, ehe ich das Fenster leise hinter mir anlehne.
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