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Eisblumen

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Het
Jack Frost Jamie North OC (Own Character)
18.11.2015
16.01.2021
30
37.236
29
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27.10.2016 1.629
 
Alle Wächter stehen versammelt vor der riesigen Weltkugel, während der Weihnachtsmann unruhig mit seinem Schwert in der Hand unruhig hin- und herwandert. Ständig verlassen gemurmelte Schimpftiraden seinen Mund, während er abwechselnd die restlichen Wächter und dann zum Mond hinaufschaut.
„Santa… Das ändert die Sache grundlegend. Er will sich sicher rächen!“, sagt Fairy bestimmt zum 10mal, ohne dass dieser reagiert.
Ich steh mit Bell etwas abseits der anderen und beobachte sie, wie sie sich unauffällig umschaut. Ihr Aufenthalt wurde vom Weihnachtsmann und dem Sandmann nur mit einem Nicken aufgenommen, gab es jetzt doch wichtigeres als sich um ein Mädchen zu kümmern.  
„JACK!“, ruft der Weihnachtsmann plötzlich. Ich zucke erschrocken zusammen und wende den Blick Santa zu. „Ja?“, frage ich und trete näher. „Du sagst er war bei deinem Haus…?“, fragt der alte Mann während er seine Arme vor der Brust verschränkt. Ich nicke. „Ja, Bell und ich haben uns unterhalten, als ich plötzlich ein komisches Gefühl bekam. Dunkle Schatten schlichen um das Haus und als ich sie bemerkte, verschwanden sie im Wald.“, erklärte ich erneut und warf Bell einen kurzen Blick zu. Ihre Wangen färbten sich leicht rosa, was mein Herz schneller schlagen ließ. Nur zu gerne würde ich sie in eins der hundert Zimmer dieses Hauses führen nur um mit ihr alleine zu sein.
Der Weihnachtsmann nickte stumm und wandte sich wieder dem Himmel zu.
Er hatte den Mann in Mond schon um Rat gefragt, doch er blieb stumm. Dieses Mal waren die Wächter wirklich auf sich gestellt. „Wir müssen die Sicherheitsmaßnahmen verstärken, er darf Weihnachten nicht zerstören. Wir müssen alles dafür tun, dass Weihnachten nicht ausfällt.“, sagt er Weihnachtsmann stolz und mit dem schweren russischen Akzent.
„Zahnfee? Wie geht es meinen Yetis?“, fragt er sehr geschäftsmäßig, während er einem der gesunden Yetis sein Schwert reicht. Die angesprochene seufzt. „Einige sind auf dem Weg der Besserung. Das Fieber ist zurückgegangen und Sandy sorgt dafür, dass sie nun keine Albträume mehr bekommen können, wir hoffen, dass sie so schneller gesundwerden.“, erklärt sie und wirft Sandy ein kurzes Lächeln zu, der aufgeregt nickt. „Jack?“, fragt der Weihnachtsmann und wendet sich mir zu. Ich hole tief Luft und weiß genau was er will. „Ich werde alles rund um den Nordpol in einen Eissturm legen, so machen wir es diesem Typen wenigstens richtig schwer herzukommen…“, sage ich, doch dann schießt mir noch was durch den Kopf. „Aber ich bestehe darauf, dass Bell hierbleibt und wir sie beschützen.“, füge ich noch hinzu und blicke dem Weihnachtsmann fest in die Augen.
„Hase… Bring die junge Dame bitte in das große Schlafzimmer am Ende des Flures. Sie ist sicher müde.“, sagt der Weihnachtsmann, ohne den Blick von mir abzuwenden. „Aber ich-“, höre ich Bell protestieren, aber der Hase unterbricht sie. „Lass es gleich, Kleine. Lass die beiden das alleine ausfechten.“, sagt er und ich kann spüren wie sie noch mal protestieren will. „Geh Bell, ich komme gleich nach.“, sage ich, doch wende den Blick nicht ab. Ich höre wie sie tief Luft holt und dem Hasen schweigend folgt.
Sobald sie den Raum verlassen hat, ergreift die Fee das Wort. „Nein, Jack!“, sagt sie und ich wende mich ihr zu. „Was?“, frage ich, doch ich habe ihre Worte klar und deutlich verstanden.
Ihr Gesicht ist verschlossen, ihr Blick kalt wie das Eis. „Wir können nicht einer Frau Schutz gewähren, während tausende Kinder den Glauben an uns verlieren könnten, wenn Pitch wieder eingreift. Wir müssen bereit sein, da darf dir kein Mädchen die Sinne vernebeln, Jack!“, sagt sie und ihre Stimme gibt das wieder was ich in ihren Augen sehen kann.
„Was ist eigentlich dein Problem mit ihr? Sie hat kaum einen Schritt hier ins Haus getan, da willst du sie am liebsten wieder hinauswerfen. Du verhältst dich alles andere, als erwachsen, Fairy!“, antworte ich und umgreife meinen Stab fester. Die Temperaturen im Raum sinken bis zum Nullpunkt und es bildet sich Frost an den Fensterscheiben. „Ich will nur nicht, dass dir oder den anderen etwas zustößt weil sie hier ist und du alles tun willst, um sie beschützen!“, ruft sie verzweifelt und fliegt unruhig auf und ab. „Willst du damit etwa sagen, dass ich irgendeinen von euch opfern würde nur um sie zu retten? Bist du verrückt geworden?!“, schreie ich ihr entgegen und spüre wie die brennendheiße Wut in meinem Inneren sich durch meine Glieder frisst.
Der Sandmann zieht erschrocken den Kopf ein und starrt uns an. „Würdest du dein Leben für sie opfern?“, fragt der Weihnachtsmann plötzlich leise. Ohne dass ich darüber nachdenke, was meine Antwort bedeutet sage ich: „Ja!“ Fairy schüttelt den Kopf und wendet sich ab. „Das ist Antwort genug. Jack. Sie muss nach Hause. Dein Platz ist hier bei uns… Du bist ein Wächter und hast Verpflichtungen.“, sagt der alte Mann und sieht mit einem Mann noch älter aus. „Nein! Ich… Ich… Ich liebe sie verdammt nochmal und ich werde sie sicher nicht noch einmal verlieren!“, rufe ich aus und stehe schweratmend vor den anderen.
„Jack… Sie ist kein Kind mehr. Sie unterliegt nicht mehr unserem Schutz. Es tut mir leid… Verabschiede dich lieber von ihr und halte dich an unser Gesetz.“, sagt er und sein Ton duldet keine Widerworte.
„Lieber sterbe ich, als dass ich sie schutzlos Pitch überlasse!“, rufe ich. „Sandy… Würdest du bitte?“, flüstert der Weihnachtsmann leise und ehe ich mich fluchend umdrehen kann, spüre ich eine Welle der Erschöpfung, die mich in die Dunkelheit reißt.

Es ist kalt, so kalt noch nie hat die Kälte so sehr an meinem Körper genagt wie jetzt. Erschrocken reiße ich die Augen auf und sehe nichts als Dunkelheit. Verwirrt versuche ich mich aufzurichten, doch ich kann mich nicht bewegen. Versuche zu schreien, aber kein Ton verlässt meinen Mund. Angst umhüllt mein Herz und plötzlich kann ich etwas sehen. Ein kleines Licht. Schneller versuche ich mich aufzurichten. Ich muss dorthin. Langsam, ganz langsam komme ich hoch und kann einen Schritt nach dem anderen auf das Licht zumachen.
Plötzlich stehe ich mitten in einem kalten Raum. Es ist sehr kahl. Nur ein Bett und ein Schrank stehen hier. Das Fenster ist weitgeöffnet und der Mond scheint hell am sternenlosen Himmel. „Warum? Warum hast du ihn mir genommen!?“, weint eine mit allzu bekannte Stimme. Ein bebender Körper liegt am Fuße des Fensters und starrt zum Himmel. Aus den blauen Augen sickern Tränen, die über die weiche helle Haut rinnen. Leer und ohne Stahlen blicken sie hinauf zum Mond. „Wie konntest du ihn zu dir holen?“, flüstert sie und es fließen mehr Tränen. Ich will zu ihr. Will sie in den Arm nehmen, doch ich kann mich nicht bewegen.
„BETH“, versuche ich sie zu rufen, aber meine Stimme ist stumm.
„Armes Kind…!“, flüstert eine Stimme, die mich zusammenzucken lässt. Aus den Schatten löst sich eine hohe Gestalt mit hellen Augen. Mit Tränen in den erschrockenen Augen dreht sich Beth um. „Wer bist du?“, fragt sie angsterfüllt. Er Schwarze Mann verzieht den Mund zu einem Lächeln. „Ich, mein liebstes Kind, bin der Herr der Nacht und der Träume!“, sagt er und lässt schwarzen Sand aus seiner Hand rieseln. „Warum bist du hier?“, fragt sie und richtet sich auf. Noch immer laufen ihr Tränen über die Wangen. „Ich habe gehört, wie du geweint hast, liebes Kind. Du vermisst deinen Liebsten, nicht wahr? Schreckliche Geschichte…“, sagt er leise und kommt ihr näher. Sie weicht zurück. „Ich bin gekommen um dich von deinem Leid zu erlösen. Du sollst bald heiraten nicht wahr?“, fragt er und wirft einen Blick zu dem Schrank. Dort hängt ein weißes, langes Kleid mit einem blauen Band. „Ich kann dich mit deinem Liebsten zusammenbringen.“, flüstert er und sie reißt die Augen auf. „Ihr wollt meinen Tod?“, fragt sie leise und hebt eine Hand an ihr Herz. „NEIN!“, schreie ich, doch noch immer kann ich keinen Ton von mir geben. „Ohh, mein liebes Kind… Ich will dir helfen diesem Albtraum zu entkommen. Oder willst du diesen Mann heiraten? Und deinen Liebsten vergessen?“, fragt er und ich sehe wie Beths Augen immer leerer werden. „Nein“, flüstere ich leise und merke wie mein Herz sich vor Angst zusammenzieht. „Was willst du von mir?“, fragt sie leise. Ich sehe sein siegreiches Lächeln und sehe wie er ein Fläschchen mit einer schwarzen Flüssigkeit in seiner Hand erscheinen lässt. „Deine Angst.“, flüstert er. „Was?“, fragen Beth und ich aus einem Munde. „Ich will deine Angst vor dem Tod.“, sagt er ungeduldig und ich versuche zu verstehen. Er will ihre Angst, um sich zu stärken. Plötzlich ändert sich die Farbe in dem Zimmer und ich schaue hinauf zum Mond. Er ist rot.
Pitch schaut ebenfalls hoch. „Haben wir eine Abmachung?“, fragt er nochmal. Sie starrt auf die schwarze Flüssigkeit. „Ich werde ihn wiedersehen?“, fragt sie voller Hoffnung, dass sich mein Herz schmerzhaft zusammenzieht. „Ja…Er wartet auf dich!“, flüstert der Schwarze Mann. Beth nimmt das Fläschchen und öffnet es. Vorsichtig hält sie es sich an die Lippen, ehe sie den Kopf in den Nacken legt und schluckt.
Ich will dazwischen gehen, will sie retten. Doch sie krümmt sich zusammen und ein Laut der Angst verlässt ihre Lippen, ehe Pitch sich lachend neben ihr niederkniet. „Süße Albträume, mein Kind!“, flüstert er und verschwindet in der Dunkelheit. Ich höre wie sie winselt, wie sie bettelt. Stunden liegt sie dort, während das Gift durch ihren Körper fließt und Angst und Trauer sie schließlich sterben lassen.
Ein letzter Atemzug und ich höre wie sie meinen Namen haucht, und ihr Herz hört auf zu schlagen. Der Mond scheint rot am Himmel und ich kann die tiefe Trauer in dieser Nacht spüren.
Der Mann in Mond trauert um dieses Mädchen. Ich spüre wie mir etwas über die Wange rinnt und fasse sie mit der Hand an. Tränen verfangen sich in meinen Fingern und ich schließe die Augen.
„Verzeih mir, Beth…“, flüstere ich, ehe die Dunkelheit mich wieder verschlingt.
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