Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Eisblumen

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Jack Frost Jamie North OC (Own Character)
18.11.2015
16.01.2021
30
37.236
29
Alle Kapitel
49 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
09.08.2016 954
 
Sanft lasse ich sie neben mir auf den reinen weißen Schnee laden, der sich immer von neuem bildet sobald ich in die Nähe meines Hauses komme.
Ein wenig unsicher werfe ich Bell einen kurzen Seitenblick zu, doch diese steht nur da und starrt das winzige Häuschen an.
„Ist das dein Zuhause, Jack?“, fragt sie leise und hält sich die Hände vors Gesicht. Ich sehe wie ihre Finger langsam blau werden und hasse mich selbst in diesem Moment, dass ich absolut nichts machen kann um sie aufzuwärmen. Ich räuspere mich und schaue sie nun richtig an.
Der frischgefallende Schnee hat sich in ihren langen Haaren verfangen, die von unserem Flug etwas durchweht sind. Er glitzert leicht im Mondlicht.
„Zumindest ist es der Ort, den ich wohl am ehesten zu Hause fühlen kann.“, antworte ich ihr nach einer gefühlten Ewigkeit. Mein Blick wandert erneut zu ihren kleinen Händen. „Komm… Lass uns nachsehen, ob wir es schaffen ein Feuer im Kamin zu entzünden.“, murmle ich und will nach ihrer Hand greifen, ehe mir klar wird, dass es ihren Fingern sicher nicht guttun wird. Sie nickt und folgt mir zum Haus.
Das Häuschen ist genauso wie ich es das letzte Mal verlassen habe. In der Mitte des größten Raumes steht noch immer die riesige Weltkugel mit den Millionen Lichter, der Kinder die an uns Wächter glauben.
Einen Moment lang starrt sie sie wie gebannt an, ehe sie einen Schritt näher herangeht.
„Was ist das?“, fragt sie leise und hebt vorsichtig die Hand. Ich beobachte wie ihre Augen über die Lichter fahren und sich das Licht in ihnen schimmert. „Kinder, die an uns glauben…“, antworte ich und trete neben sie. „Es ist wunderschön!“, haucht sie atemlos und zieht die Hand zurück.
„Sind das alle Kinder dieser Welt?“, fragt sie und schaut mich an. In ihren Augen schimmern noch immer die Lichter und lassen sie in einem mit völlig unbekannten Blau leuchten. „Ja, alle Kinder die an uns glauben.“, sage ich leise und werde von ihren Augen magisch angezogen. Sie lächelt mich schüchtern an und ich sehe wie sich ihre Wangen leicht rosa färben. Der Anblick lässt mein Herz rasen.
„Bin ich auch eins dieser Lichter?“, fragt sie und wirft nochmal einen kurzen Blick zur Weltkugel, ehe sie mich anschaut. „Ja… Auch dein Glaube strahlt hell!“, antworte ich und kann nun ihrer Wärme auf meiner Haut spüren. Sie ist nur noch wenige Zentimeter von mir entfernt und ich kann den Duft ihrer Haare riechen. Irgendetwas in meinem Inneren fleht mich an ihr noch näher zu sein. Ihre Lippen auf meinen zu spüren und sie in meinen Armen zu halten. Mein Herz schlägt schneller bei dem Gedanken und ich lasse meinen Blick von ihren Augen zu ihren wunderschönen Lippen gleiten.
„Bell… Ich…“, flüstere ich und neige den Kopf. Mein Gesicht nährt sich ihrem, aber ich halte inne und lasse ihr die Möglichkeit sich zurück zu ziehen. Ihre Augen schauen mich einen kurzen Augenblick lang verwirrt an, ehe sie sich weiten und mich überrascht anschauen. Ich schaue ihr tief in die Augen und verliere mich in dem Blick, der mehr sagt als die Worte, die ich mit meinen Lippen verstummen lasse.
Als meine Lippen ihre berühren, explodiert mein Inneres und ich lasse mich treiben von den überwältigen Gefühl. Ich lege meine Hände an ihre Taille und ziehe noch näher an mich heran. Ihre weichen Lippen schmiegen sich an meinen und ich spüre wie ihre Hände in meinen Hoddie greifen und mich ebenfalls näher zu sich ziehen. Unser Kuss wird inniger. Gefühle, die ich all die Zeit tief in meinem Herzen verschlossen hatte fließen jetzt in einem unaufhaltsamen Storm in diesen Kuss hinein. Die Gefühle für Beth und meine Gefühle für diese Frau, verschmelzen miteinander und wurden eins. Ich liebe beide.
Bell lehnt sich etwas nach hinten und beendet damit unseren Kuss. Eine unerklärliche Leere und Kälte bleibt in mir zurück und ich schaue sie fragend an. Ihre Augen leuchten und ihre Lippen sind gerötet. Noch immer ist sie mir unendlich nah, sodass ihre Wärme meine Haut erwärmt.
Sie schaut mich liebevoll an und gibt mir einen schnellen, kurzen Kuss auf die Lippen.
„Jack… Ich… Ich meine, wir… Wir sollten uns zurückhalten…“, murmelt sie leise und ihre Wangen nehmen einen unwiderstehlichen Rotton an. Sie schaut an mir vorbei und als ich mich umdrehe sehe ich was sie sieht. Ein ziemlich großes, einladendes Bett. Bei dem Gedanken daran, sie in dem Bett zu küssen, wird mir plötzlich unendlich heiß und ich muss schnell einen Schritt zurück machen, damit sie nicht merkt wie sehr mich dieser Gedanke durcheinanderbringt.
„Ich meine, ich… Ich bin nicht bereit für sowas… Und ich kenne dich ja kaum… Aber… Aber… Ich, ehm.“, fängt sie an zu stottern und hält sich dann die Hände vors Gesicht. Ich schaue sie liebevoll an und nähre mich ihr wieder. Sanft ziehe ich ihre Hände von ihrem Gesicht und ziehe es näher an meines.
Vorsichtig hauche ich ihr einen leichten Kuss auf die Lippen und schaue sie grinsend an. „Ich habe nicht einen Gedanken an das Bett dahinten verschwendet. Ich war ein wenig abgelenkt.“, sage ich leise und sehe mit Begeisterung wie sich ihre Wangen noch roter färben.
Plötzlich läuft es mir eiskalt den Rücken runter und drehe mich abrupt um, während ich nach meinem Stab greife den ich gegen die riesige Kugel habe fallen lassen als ich Bell geküsst habe.
„Jack?“, fragt Bell unsicher und schaut an mir vorbei zum Fenster. Irgendwas war da… „Ich hab etwas gespürt…“, murmle ich und sehe plötzlich durchs Fenster, wie sich Schatten weiter in den Wald zurück ziehen.
Doch ehe ich durch Fenster springen kann um sie zu verfolgen, klopft es laut an die Tür. „Jack! Du wirst am Nordpol gebraucht!“, ruft die vertraute Stimme des Osterhasen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast