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Eisblumen

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Jack Frost Jamie North OC (Own Character)
18.11.2015
16.01.2021
30
37.236
29
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11.06.2016 1.226
 
Lange Zeit sagt keiner von uns ein Wort. Man hört wie vor der verschlossenen Tür die Werkstatt des Weihnachtsmannes langsam zum Leben erwacht. Die Anderen werden sicher bald nach der Zahnfee suchen. In meinem Inneren wütet die Unsicherheit und Angst. Ich weiß nicht was ich tun soll. Jetzt weiß ich mehr, aber viel geholfen hat es mir nicht.
Im Gegenteil, ich bin sogar noch verwirrter, als ich es eh schon weh. Die Luft in dem kleinen Zimmer erscheint mir immer dünner. Ich muss hier raus.
„Ich sollte jetzt zu den Anderen und mich für gestern entschuldigen. Dass ich einfach wegmusste, meine ich.“, sage ich leise, den Blick immer noch von der Zahnfee abgewandt. Ich kann sie nicht ansehen, ich weiß nicht was ich sagen oder machen soll.
„Jack, ich…“, beginnt sie. „Nein… Bitte. Ich brauche etwas Zeit um das Alles zu verdauen!“, unterbreche ich sie und greife nach der Tür. „Warte!“, ruft sie und hält mich zurück. „Du liebst Bell nicht! Deine Seele hat Beth in ihr wiedererkannt und deswegen denkst du, dass du sie liebst!“, ruft sie. Ihre Worte treffen in mein Herz. Völlig überrascht und geschockt drehe ich mich zu ihr um.
Doch ich sehe nicht die Zahnfee.
„Jack… Ich… Ich habe mich in dich verliebt. Jack, ich liebe dich!“, sagt Beth mit leiser Stimme. Wir stehen am Waldrand, wollen uns gerade verabschieden und sie sagt das was mich schon seit Wochen auf dem Herzen liebt. Die Worte, für die ich einfach zu feige war. Ich hatte Angst, sie würde mich zurückweisen. Ihre Augen blicken in meine. Ich bin unfähig irgendwas in diesem Moment zu sagen. Vorsichtig, sanft nehme ich sie in meine Arme. Spüre ihren Herzschlag an meiner Brust.
Sie hebt ihren Kopf und schaut mich an. Ich lasse meinen Blick von ihren Augen zu ihren schönen, vollen Lippen wandern. Ich kann diesem Verlangen nicht mehr standhalten. Langsam neige ich den Kopf und sehe wie sie die Augen schließt und mir entgegenkommt. Als sich unsere Lippen berühren, kann ich an nichts Anderes mehr denken. Ich liebe sie.

„Ich habe sie geliebt…“, sage ich leise. Natürlich… Ich wollte sie heiraten.
„Jack…?!“, fragt die Zahnfee. Ich hebe die freie Hand, die ohne den Stab und balle sie zur Faust. Ich halte sie mir an mein wild schlagendes Herz. Ich habe sie geküsst.
Mein Herz klopft noch schneller, als mir das Bild und das Gefühl wieder in den Sinn kommt. Bedeutet das, dass die Zahnfee Recht hat. Bedeutet, dass das Bell mir nicht wirklich wichtig ist. Sondern nur, weil in ihr Beth irgendwo drinnen lebt.
Ich denke an Bell. An ihre Augen, wenn sie lächelt. An ihre Wangen, die erröten, wenn ich sie zu lange ansehe. An die Tränen, die sie vergossen hat und die mir fast das Herz gebrochen haben. An mein rasendes Herz, wenn ich sie berühre und ihren Duft wahrnehme. An die Sehnsucht, wenn ich sie nicht sehen kann. Ist das Liebe? Oder kommt das nur von der Seele in ihr?
„Verstehst du was ich meine?“, fragt die Frau vor mir. Ich hebe den Blick und schaue sie an. „Ich weiß nicht… Ich…“, beginne ich, doch ich höre die Rufe der Anderen vor der Tür.
„Fairy, bist du wach?“, fragt der Osterhase, während er leise an die Tür klopft. Die Zahnfee und ich zucken kurz zusammen und schauen uns an. Ehe sie etwas sagen kann, gehe ich zur Tür und öffne sie. „Guten Morgen, Hase.“, sage ich leise und drücke mich an ihm vorbei.
Verwirrt starrt er erst ins Zimmer und mir dann hinterher.
Kurze Zeit später sitzen wir gemeinsam an einem großen Tisch und essen etwas. Einige Jetis sehen schon wieder besser aus, auch wenn sie noch immer sehr blass und kränklich aussehen. Viele von ihnen lassen sich trotz dessen nicht davon abbringen uns bei den Vorbereitungen der Geschenke zu helfen. Da bringt es auch nichts, wenn der Weihnachtsmann versucht ein Machtwort zu sprechen. Sich völlig auf die Elfen verlassen, kann er auch nicht, weswegen er es schnell wieder aufgibt die Jetis ins Bett zu schicken.
Ich merke wie der Osterhase und die Zahnfee mir immer wieder Blicke zu werfen. Der eine besorgte, der andere verwirrte und neugierige. Ich versuche sie beide zu ignorieren und mich stattdessen voll und ganz den Leckereien vor mir zu widmen.
Nach einer kurzen Ansprache von Santa, was wir heute alles schaffen sollten, macht sich jeder von uns wieder an die Arbeit. Doch ehe ich den Raum verlassen kann, werde ich an der Tür von Jemanden abgefangen.
„Hey kleine Frostbeule… Ich glaube, wir sollten uns einmal unterhalten.“, sagt der Osterhase leise und bedeutet mir ihm zu folgen.
Ehe ich etwas sagen kann, ist er schon an der nächsten Ecke verschwunden, also beschließe ich ihm doch zu folgen. Er führt mich in eins der riesigen Lagerräume, in dem sich nur wenige Jetis rumtreiben und ihre Listen abhacken. Einen Moment lang schaue ich mich verwirrt um und warte.
Der riesige Hase bleibt wenige Schritte vor mir stehen und dreht sich zu mir um. „Ich glaube, wir sollten uns mal über Fairy unterhalten, Jack.“, sagt er und verschränkt die Arme vor der Brust. Überrascht starre ich ihn an. „Ehm… Was?“, bringe ich schließlich hervor.
Ich hatte mit einer Strafpredigt gerechnet, weil ich am Tag zuvor zusammengebrochen bin, aber dass er sich mit mir über die Zahnfee unterhalten möchte, damit hatte ich nicht gerechnet.
„Ich weiß, was die Gute für dich empfindet. Und ich finde, du solltest aufhören ihr schöne Augen zu machen und ihr damit auch noch Hoffnung zu machen.“, brummt er und schaut mir fest in die Augen. „Was?“, frage ich nochmal, noch verwirrter als zuvor. „Ich mache ihr keine Hoffnungen!“, sage ich schließlich und mache einen Schritt nach vorne. „Achja? Und warum schwirrst du ständig um sie herum und bist ständig mit ihr alleine? Du solltest ihr endlich sagen, dass du kein Interesse hast!“, entgegnen mir der Hase und fängt an mit den Hinterpfoten unruhig auf den Boden zu klopfen.
Ich merke, wie ich langsam wütend werde. „Ich mache gar nichts! Sie ist doch die, die mich völlig verwirrt mit diesem Gerede von Bell und Beth. Als ob ich nicht schon genug, damit zu kämpfen hätte mir endlich klar zu machen, was ich da fühle, wenn ich in ihre blauen Augen schaue, machst du mir auch noch Vorwürfe bei etwas was ich schon lange mit Fairy geklärt habe. Ich habe ihr ganz klar gesagt, dass ich nichts in diese Richtung empfinde!“, werfe ich dem Hasen entgegen, froh darüber, dass wir alleine sind und mich sonst keiner hört. Überrascht schaut mich der Osterhase an. „Bell und Beth?“, fragt er leise. Mist, verdammter!
„Wer sind die beiden…?“, fragt er und schaut mich mit einem seltsamen Blick an. „Ich…“, beginne ich, aber breche ab. „Okay Kleiner, hör zu! Vielleicht war das gerade nicht die feine Art, aber ich habe mir Sorgen um meine Freundin gemacht! Genauso wie ich mir jetzt Sorgen um dich mache, ja um dich, du kleine Nervensäge.“, sagt er nochmal mit Nachdruck, als ich ihn mit hochgezogener Augenbraue anschaue. „Also, wenn du mit Jemanden reden magst, kannst du mir alles sagen!“, sagt er sanfter und lächelt mich an.

Lange schaue ich ihn an und erwäge, ob es eine gute Idee ist ihm alles zu erzählen.
Schließlich fange ich an zu erzählen und desto mehr ich erzähle, desto klarer wird mir, dass ich bald eine Entscheidung treffen muss.
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