Eisblumen

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Jack Frost Jamie North OC (Own Character)
18.11.2015
28.05.2020
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18.11.2015 1.488
 
Hallo liebe Leute :)
Ich hab den Film "Die Wächter des Lichts" gesehen und muss zugeben ich bin hin und weg und Jack Frost *-*
Seid ich den Film gesehen habe, geht mir die Idee einfach nicht aus dem Kopf und ich musste sie einfach schreiben. Ich hoffe ich treffe die Charas ganz gut und mir unterlaufen nicht zu viele Fehler...
Über Rückmeldungen und Anregungen würde ich mich wie immer sehr freuen!
*Kekse und Milch hinstell*
Viel Spaß und Vohang auf!
Der kleine Vogel


Auch wenn bereits der erste Schnee unter meinen nackten Füßen knirscht, kann ich nicht von mir behaupten, dass mir kalt oder ähnliches wäre.
Ich, Jack Frost einer der Hüter, spüre einfach keine Kälte. Naja… theoretisch bin ich ja der Frost selbst.
Grinsend öffne ich die Tür von meinem neuem Heim. Ein Haus aus Holz, dass die anderen Wächter mir geschenkt haben. Tief im Wald, sodass keiner mich finden kann. Auch wenn ich immer noch Nächtelang herumwandere und die Kinder beim schlafen überwache, kehre ich hin und wieder hierher zurück.
„Hey Keule!“, sagt eine mir viel zu sehr vertraute Stimme hinter mir. Ich muss zwar lächeln, als ich sie höre doch ich nehme meine genervte Stimme um ihr zu antworten: „Was willst du, Hase? Musst du nicht irgendwelche Eier bemalen oder sowas?“ Ich rolle mit den Augen und sehe erfreut dass das dem Osterhase gegen den Strich geht. „Du hast lange nichts mehr von dir hören lassen, kleine Frostbeule!“, entgegnet er mir stattdessen und folgt mir ins Innere des Hauses. Fröstelnd verschränkt der die Arme vor der Brust. „Man hier drinnen friert man sich ja die Löffel ab! Kannst du nicht mal ein Feuer anzünden?“, sagt er und reibt sich die Arme. „Ich steh nicht so auf Wärme oder Hitze, Hase… und ja… ich hab viel zutun. Der Winter ist endlich da und ich muss den Kindern schließlich zeigen, dass sie auch dieses Jahr mit mir rechnen können!“, antworte ich und komme da an, wo ich die ganze Zeit hin wollte. Eine riesige Weltkugel, auf denen alle glaubenden Kinder zu sehen sein, steht mitten in meinem Wohnzimmer. In den letzten 3 Jahren, nachdem wir Pitch oder besser bekannt, den schwarzen Mann zurück schlagen konnte, glauben immer mehr Kinder an mich. „Jaja… sie lieben dich… ich will dich nur bitten, dieses Jahr rechtzeitig aufzuhören, damit meine Eier nicht wieder im Schnee versinken.“, meint er mit zitternder Stimme. Ich werfe ihm einen abschätzenden Blick zu und muss grinsen. „Du bittest mich? Das sind ja ganz neue Töne hier…“, antworte ich, doch er weiß, dass ich versuchen werde mich zurück zu halten. „Wo willst du jetzt hin?“, fragt er, als ich wieder zur Tür gehe. „Ich hab Jamie und Sophie schon lange nicht mehr besucht… sie freuen sich sicher schon auf mich. Willst du mit?“, frage ich mit hochgezogener Augenbraue. „Nein, nein. Ich muss zurück in den Bau. Melde dich mal bei Tooth, die Arme denkt sonst noch du hättest sie vergessen.“, sagt er und stampft mit der rechten Hinterpfote auf. Sofort bildet sich ein Loch. Er wirft mir noch einen letzten Blick zu und verschwindet im Loch. An der selben Stelle erblüht eine kleine Frühlingsblumen, die mich zum Lächeln bringt.
„Wind! Bring mich zu Jamie!“, rufe ich und kann sofort den sanften Wind an meiner Kleidung spüren, wie er mich in die Lüfter hebt und mich über den Wolken gleiten lässt. Gar nicht soweit entfernt, kann ich bereits die Stadt sehen, in der Jamie und die anderen Kinder leben. Laut lachend überwältigt mich die Freude, endlich wieder mit ihnen zu spielen und sie zum lachen zu bringen.  Sanft setzt mich der Wind gegenüber von Jamies Haus ab, vor dem ein gelbes Auto steht. Ein Taxi, schießt es mir durch den Kopf.
„Sie ist endlich da!“, ruft der inzwischen schon 10 Jahre alter Jamie und springt lachend die Treppen von der Veranda hinab. Neugierig musterte ich den Wagen. Die Türen öffnen sich und ein dicker Mann mit einer Zigarette im Mundwinkel steigt aus. Jamie kann unmöglich den Typen da gemeint haben, denke ich, während ich sehe, dass der Junge verblüfft stehen bleibt und den Mann mustert. „Jamie!“, sagt eine helle, aber sanfte und freundliche Stimme plötzlich. Eine junge Frau steigt ebenfalls aus dem Wagen. Ich kann nur ihr langes braunes Haar sehen und den weißen Schal um ihren Schultern. „Bell! Na endlich!“, ruft Jamie, jetzt wieder lachend und schmeißt sich in die Arme der Frau. Zusammen mit ihm drehen sie sich und ich kann zum ersten Mal in ihr lachendes Gesicht sehen. Mir stockt im ersten Moment der Atem. Noch nie… in all den Jahren die ich nun auf dieser Erde verbracht habe, habe ich eine Frau wie sie gesehen. Ihr langes Haar weht im sanften Gegenwind und ihre blauen Augen strahlen, während ihr ganzes Gesicht lacht. Nur schwer kann ich meinen Blick von ihr abwenden. Ich lehne mich gegen den Schornstein und lasse mich hinab gleiten. Was zum Teufel war das?, schießt mir durch den Kopf, während ich hinter mir hören kann wie der Rest der Familie aus dem Haus kommt und die neue Frau begrüßt. „Es ist wirklich schon lange her, dass du und besuchen gekommen bist!“, sagt die Mutter, während Jamie und Sophie aufgeregt durcheinander reden. Nach einer Weile verstummen die Stimmen, sie sind nun sicher im Haus. Wer ist sie?, frage ich mich und presse meinen Stock näher an mich.
Stunden saß ich auf ihrem Dach, nur drauf wartend, dass endlich die Sonne untergeht und der Mond erscheint. Ich kann Stimmen im Haus hören, doch sie sind dumpf. „Nun, ich mache jetzt das Fenster zu!“ Überrascht halte ich inne. Da ist sie wieder, ihre Stimme. Anmutig lasse ich mich kopfüber auf das Brett über dem Fenster gleiten. „Nein! Lass es offen, vielleicht kommt Jack Frost mich endlich wieder besuchen!“, sagt Jamie, worauf ich mir ein selbstgefälliges Grinsen vertreiben muss. „Wer?“, fragt sie und mir vergeht das Grinsen wieder. Sie kennt nicht mal meinen Namen… Sie glaubt also nicht an mich. „Jack Frost! Er lässt die Seen einfrieren und sorgt dafür, dass wir Kältefrei bekommen!“, ruft er so voller Elan, dass mir richtig warm ums Herz wird. „Jack Frost… Also?“, meint sie und als sie meinen Namen sagt überkommt mich ein seltsamer Schauer. „Du musst ihn mir unbedingt mal vorstellen, wenn er wieder kommt!“, sagt sie schließlich und ich sehe wie das Licht im Zimmer erlischt. „Gute Nacht, Jamie…“, flüstert sie gerade so laut, dass ich sie hören kann. „Bell?“  fragt Jamie einen kurzen Augenblick später. „Ja?“, antwortet sie. „Ich freue mich das du hier bist!“, flüstert er leise, ehe ich seine regelmäßigen Atem hören kann. „Ich freue mich auch, hier zu sein!“, sagt sie und schließt die Tür. Ich sehe wie kurz darauf das Licht in einem anderen Zimmer angeht. Neugierig stelle ich mich ans Fenster und kann sie sehen. Sie sitzen mit einem Bilderrahmen auf dem Schoss auf dem Bett. Um sie herum, Koffer und Kisten, teilweise geöffnet, andere noch fest verschlossen. In ihren Augen ist nichts mehr von dem Strahlen zu sehen, tiefe Traurigkeit schimmert im Licht des Mondes. Einen Moment später klopft es an der Tür. „Herein!“, sagt sie und wischt sich schnell mit dem Ärmel über die Augen. Die Mutter der beiden Kinder kommt in mein Blickfeld. „Hast du alles, was du brauchst, Bell?“, fragt sie vorsichtig und tritt näher ans Bett. „Ja, danke Tante Christin…“, erwidert sie lächelnd. „Bell… wenn du darüber reden magst…?“, fährt ihre Tante fort. „Sie sind tot… es gibt nichts worüber man reden muss!“, sagt sie und es bilden sich Tränen in ihren sanften Augen. Ihre Tante nickt und geht aus dem Zimmer. Auch in  ihren Augen konnte ich Tränen sehen. Sobald die Tür sich hinter ihr verschlossen hat, steht sie auf. Vorsichtig legt sie den Bilderrahmen auf den Tisch gegenüber von ihrem Bett ab und tritt ans Fenster. Überrascht halte ich die Luft an, während sie mir immer näher kommt. Nur noch die dünne Scheiben trennt und voneinander und kann die Tränen in ihrem Gesicht sehen. Seltsam betrübt, verspüre ich das tiefe Gefühl sie in den Arm zu nehmen und zu trösten. „Warum…?“, flüstert sie, ehe sie eine Hand an die Scheibe legt und an mir vorbei zum Mond hinauf schaut. Eifersucht, durchzuckt meinen Körper, doch beim Anblick ihrer Augen in dem sich das Licht des Mondes spiegelt, bin ich froh, dass der Mann im Mond heute zu gnädig ist und so hell strahlt. Eine Tränen verfängt sich an ihren Lippen. Ohne nachzudenken, ohne das mir wirklich bewusst ist, was ich da tue, lege ich meine Hand an ihre. Fast augenblicklich bilden sich Eisblumen um meine Hand herum. Erstaunt schaut sie nun zu ihrer Hand. Sie nimmt die Hand weg, doch fährt dann  mit dem Finger das feine Muster der Blume nach. Ganz langsam bildet sich ein kleines Lächeln in ihren Mundwinkeln. „Wunderschön…“, flüstert sie und ich kann mit einem Blick auf sie sagen, dass sie völlig Recht hat.
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