Das wertvollste Geschenk aller Zeiten

von - Leela -
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
Corky Eddie Futura Jake Jessica Tracy
17.11.2015
17.11.2015
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Kapitel 1
»Das Geisterhaus«

Tasha kam euphorisch in das Wohnzimmer von ihr und Eddy und begrüßte ihren Ehemann mit einem strahlenden, fast schon aufgeregten Lächeln. In der Hand hielt sie einen Flyer. „Eddy, ich habe eine ganz tolle Idee!“ verkündete sie. „Schau mal, am 28. August gibt es hier im Theater eine Aufführung von »Das Geisterhaus«. Die Gruppe gastiert nur einen Tag hier in New York, bevor sie weiterzieht. Wollen wir da hin?“
      Eddys von einem seelenvollen Lächeln untermauerter Blick traf sich mit ihrem erwartungsvollen Blick, und er stockte. „Ach Mist, das ist ein Freitag. Da muß ich arbeiten…“
      Tashas Freude versiegte ein wenig. „Aber, kannst du denn nicht einen Tag frei machen?“
      Eddy schüttelte leicht den Kopf. „Das geht leider nicht.“ versuchte er, so neutral wie möglich zu erklären. Er konnte ihr schlecht sagen, warum es nicht ging. Vielleicht würde er sogar den Abend freibekommen, wenn er danach fragte, doch er hatte Angst, daß er dann sein Ziel nicht erreichen würde, und gerade jetzt, am Anfang, wollte er nichts riskieren. Aber wenn sie die Überraschung präsentiert bekam, dann würde sie es schon verstehen. Er nahm sie sanft in die Arme und sah ihr in die Augen. „Es tut mir so leid, aber ich kriege es wirklich nicht hin.“
      Tasha atmete leicht entzaubert durch. „Na gut, dann frage ich Jake mal.“
      „Das ist doch eine klasse Idee!“ beteuerte Eddy. „Er hat bestimmt Lust, und dann macht ihr euch einen richtig tollen Familienabend.“
      Tasha schaute etwas unschlüssig, lächelte aber dann. „Okay! Du hast Recht, das ist mal die Gelegenheit, daß ich mal wieder etwas mit Jake zusammen unternehme!“
      „Der freut sich sicher! Ihr habt doch schon lange nichts mehr zu zweit unternommen!“ lächelte Eddy und verbarg, wie gerne er selbst mit ihr zu der Vorstellung gegangen wäre. Vielleicht, so überlegte er, war das aber auch eine gute Fügung des Schicksals, denn seit er mit Tasha zusammen war, hatte Jake bei weitem nicht mehr so viel von ihr wie früher, und er wußte, wieviel ihm ihre Freundschaft bedeutete. „Erzählt mir, wie es war, ja?“
      „Das machen wir! Obwohl… Erst mal muß ich ihn fragen.“ Von einem zum nächsten Moment packte sie neuer Elan. „Das mache ich besser sofort. Wir sollten die Karten vorsichtshalber vorreservieren.“ Mit einem aufgeregten Lächeln verabschiedete sie sich mit einem schnellen Kuß, und ging dann Jake suchen.

Und ob Jake Lust hatte! Er konnte nicht ganz verbergen, daß er um Eddys Nebenjob jetzt sogar ein wenig dankbar war, denn so konnte er einmal wieder etwas mit seiner besten Freundin zusammen unternehmen, ganz allein, fast so wie früher, als sie sich in den Schulferien besucht hatten.
      Nun war der Tag da, an dem die Aufführung stattfinden sollte, und die beiden warteten aufgeregt im Foyer. „Das wäre sicher auch nicht so etwas passendes für Eddy gewesen, wie für uns beide!“ frotzelte Jake.
      „Meinst du?“ fragte Tasha, die genau wußte, daß er auf die Geisterthematik anspielte. „Auch, wenn es ein Theaterstück ist?“
      „Na, ich sage ja nicht, daß er keinen Spaß dran gehabt hätte, aber sicher nicht so wie wir beiden!“ beharrte er.
      Tasha stupste ihn mit einem kopfschüttelnden Grinsen gegen den Arm. Dann nahm sie das Programmheft noch einmal zur Hand. „Also, hier steht als Genre »Gruselkomödie«. Was meinst du, ist das eher ein humorvolles Stück, oder sind da auch Elemente drin, bei denen man sich richtig fürchten kann?“
      „Keine Ahnung! Ich hoffe, sie versuchen zweiteres!“ bekannte Jake.
      Tasha schmunzelte. „Siehst du, dann hättest du in jedem Fall mehr Spaß daran als Eddy!“
      „Dann ist es ja gut, daß du mit mir hier bist!“ grinste er herausfordernd.
      „Für ihn ja! Für mich nicht!“ entgegnete sie mit abschätzendem Blick. Auf seinen erstaunten Blick hin erklärte sie: „Mit dir kann ich mich darüber amüsieren, ja! Aber schöner ist es, wenn Eddy neben mir bei jeder gruseligen Szene zusammenzuckt und in meinen Armen Schutz sucht!“
      Der Blonde sah sie entgeistert an und brach dann in schieres Lachen aus. „Du kannst ja gemein sein…“
      Tasha quittierte es lediglich mit einem Lächeln. Dann deutete sie mit einem Nicken zur Tür. „Komm‘, es geht los!“
      Das ganze Stück ging zwei Stunden, und es kamen wirklich neben vielen witzigen Szenen und einer Menge Situationskomik so manche schaurige Elemente, und Momente zum Erschrecken vor. Einmal wäre es fast bei Jake soweit gewesen, daß er Tasha vor Schreck in die Arme gesprungen wäre, doch er hatte sich noch zurückhalten können und beschloß, sie das tunlichst nicht wissen zu lassen. ‚Eddy hätte das sicher noch ausgenutzt!‘ schoß es ihm verlegen durch den Sinn; aber Eddy durfte es immerhin auch. Vielleicht sollte er bei Gelegenheit noch mal mit Futura in dieses Stück gehen…
      Tasha atmete durch, als sie in das Foyer zurückkehrten. „Was für eine geniale Geschichte. Das hat wirklich Spaß gemacht!“
      „Eddy wird sich ärgern, wenn wir ihm davon erzählen.“ prophezeite Jake. „Am besten berichten wir nur von den Schreckmomenten und nicht von der Geschichte selbst, die hätte er nämlich bestimmt auch toll gefunden!“
      Tasha sah automatisch zur Uhr. „Wahrscheinlich ist er noch nicht mal zu Hause, wenn wir zurück sind…“ Mittlerweile wußte sie ja bereits, wie spät es wurde, wenn Eddy in der Pizzeria arbeitete.
      „Dann erzählen wir es ihm morgen beim Frühstück. Dann ist Tracy auch gleich dabei.“ Jake legte freundschaftlich den Arm um sie, und so machten sie sich nach einem heiteren Abend zusammen auf den Rückweg.
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