Das wertvollste Geschenk aller Zeiten

von - Leela -
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
Corky Eddie Futura Jake Jessica Tracy
17.11.2015
17.11.2015
11
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Prolog
»Tausend Geister und ein Spukschloß«

Eddy packte schnell ein paar Sachen zusammen, während Jake im Büro ein Buch las. „Ich muß gleich los. Ich habe mir jetzt einen Nebenverdienst gesichert.“
      Jake sah erstaunt von seinem Buch auf. „Einen Nebenverdienst? Was machst du denn?“
      „In der Pizzeria bei »Da Silvios« suchten sie noch jemanden, für den Bringdienst.“
      Nun wurde Jake doch neugierig und kam zu seinem Partner herüber. Der New Yorker Stadtplan lag auf der Sofalehne, Notizblock und Stift direkt daneben. Was Eddy sonst schon in die kleine Tasche gepackt hatte, wußte er nicht; aber zumindest was er sah ergab Sinn für den Job. „Hm, ich weiß ja, daß wir im Augenblick nicht allzu viele lukrative Aufträge reinkriegen, aber daß es so schlimm ist, daß du dir gleich einen Nebenjob suchst…“ frotzelte der große Schlanke.
      Eddys Miene nahm etwas ernstes an. „Deswegen ist es nicht, in dem Sinne. Bitte erzähle es Tasha nicht, aber ich mache das nur bis November, bis ich den Betrag zusammenhabe, den ich für ihr Geburtstagsgeschenk brauche.“
      Der Teamführer hielt überrascht inne. „Ach so! Das klingt nach etwas größerem!“
      Sein Freund nickte. „Ich weiß, daß sie sich das Buch »Tausend Geister und ein Spukschloß« schon seit ewigen Zeiten wünscht, und in dem Antiquariat »Lancaster & Sons« gibt es jetzt eines, das von der Autorin signiert ist. Das ist fast unbezahlbar, im wahrsten Sinne des Wortes.“
      „Und das möchtest du für Tasha erwerben!“ lachte Jake.
      Der Brünette nickte erneut, mit einem aufgeregten Lächeln. „Ich habe mir das genau ausgerechnet. Wenn ich bis zu ihrem Geburtstag konsequent jeden Freitag und Samstag arbeite - das sind die Tage, für die noch eine Aushilfe gesucht wurde -, dann müßte ich es schaffen, wenn ich auch noch genug Trinkgeld kriege.“
      Jake sah Eddy entgeistert an, dann rechnete er automatisch im Kopf hoch. „Eddy, wir haben Mitte August! Wie teuer ist denn das Buch, um Himmels Willen?“
      „9500 Dollar.“ erklärte Eddy nebenbei.
      Der Blonde ließ sich einen erstickten Laut vernehmen. Nachdem er seine Sprachlosigkeit überwinden konnte, stammelte er: „Bitte?“
      „Die Autorin ist sehr beliebt und hoch dekoriert. Sie ist ja vor einigen Jahren gestorben, und etwas original-signiertes gibt es von ihr kaum. Deswegen ist es so wertvoll.“
      „Wie teuer wäre denn das Buch ohne Signatur…?“ hörte Jake sich mit schwacher Stimme sagen.
      „39 Dollar 90. Zumindest, wenn man es über unseren Buchhandel bestellt.“
      „Warum nimmst du nicht einfach das?“ entfuhr es Jake, bevor er es aufhalten konnte. „Tasha würde sich darüber genauso freuen!“
      „Das kann ich dir sagen!“ erwiderte Eddy konsequent. „Weil sie es mir wert ist! – So, und jetzt muß ich wirklich los! Ich kann es mir nicht leisten, schon am ersten Tag zu spät zu kommen!“ Damit schnappte er sich seine inzwischen fertiggepackte Tasche und sprintete zur Tür.
      Jake sah ihm nach, bis die Tür zum Ghostkommando in’s Schloß fiel. Noch fragte er sich ernstlich, ob er die Szene, die sich gerade abgespielt hatte, tatsächlich erlebt hatte. ‚Tasha fällt in’s Koma, wenn sie dieses Buch bekommt…‘ schoß es ihm durch den Sinn.
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