If you don't fight, you die

von penitence
GeschichteDrama, Romanze / P18
Daryl Dixon Merle Dixon Negan OC (Own Character) Rick Grimes
16.11.2015
11.11.2019
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,,It never ends, does it?‘‘


- Ezekiel -






Der Nachthimmel war fast sternenklar.
Kaum eine Wolke war zu sehen, während Melanie nun allein weiter durch Alexandria schritt. Sie hatte sich vor einer guten Viertelstunde von Jana verabschiedet, die nun selbst beschlossen hatte das Grübeln für heute sein zulassen und endlich ins Bett zu gehen.
Melanie war noch weit davon entfernt es Jana gleich zu tun.
Sie hatte ein anderes Ziel im Sinn.
Beladen mit einer Thermoskanne machte sie sich zu einem der Wachposten nahe des Tores auf. Ihr Weg war schnell vorüber, die wenigen Treppen erklommen und dann sah sie sich dem Älteren der beiden Dixon Brüder gegenüber.
Merle hatte wie so häufig den nächtlichen Wachdienst übernommen.
Und wie es bereits so häufig geschehen war, leistete Melanie ihm auch heute Nacht Gesellschaft.
Eine Liaison, so würde man das, was sie beide miteinander hatten, wohl nennen.
Das Teilen von Körperwärme; von Intimitäten. Oder: genau das zu tun, was man tun wollte.
Denn genau das tat Melanie: Sie tat es, weil sie es wollte.
Nicht, weil sie es vorher analytisch zerpflückt hatte.
Sie wollte Merle.
Und er wollte sie.
Musste man da dem Ganzen mit aller Gewalt ein Label aufzwingen?
Melanie war nicht dieser Meinung und Merle schien das ganz genauso zu sehen.

,,Hi’’, grüßte Melanie den älteren Mann, nachdem sie ihr Ziel erreicht hatte.
Sie stellte die Thermoskanne auf einem kleinen Tisch ab, füllte zwei Tassen mit dem warmen Getränk, während sie Merle fragte, wie der Stand der bisherigen Dinge war.
,,Nichts’’, gab Merle zurück und nahm die dampfende Tasse entgegen. ,,Alles ruhig soweit. Sind nur ’n paar Beißer unterwegs, aber die ziehen wieder weiter.’’
Und selbst wenn sie es nicht tun würden, wären und blieben Alexandrias Mauern für sie kein allzu leicht überwindbares Hindernis.
Melanie nickte und nahm einen großen Schluck aus ihrer Tasse.
Es war eine ruhige Nacht, gar malerisch friedlich und eine dieser Nächte, die einen schnell vergessen lassen konnten, wie tückisch eine solche Ruhe manchmal sein konnte.
,,Und wie läuft’s bei dir?’’
Seit geraumer Zeit hatte Helens Schwester innerhalb der Gemeinde von Alexandria verantwortungsvollere Aufgaben übernommen, als Merle ihr, zugegebenermaßen, zu anfangs zugetraut hatte. Aber sie schien sich gut zu schlagen, was Merle durchaus anerkennen konnte.
,,Gut soweit’’, lächelte Melanie ihn an. ,,Ich komme ziemlich gut klar. Hättest du bestimmt niemals gedacht, nicht wahr, Merle?’’
Nein, hätte er nicht.
Die Melanie, zu der sie geworden war, konnte er kaum noch mit der früheren vergleichen. In ihren Grundzügen war sie noch immer dieselbe Träumerin, die sie vor all der Zeit gewesen war, aber nach Außen hin hatte sie sich verändert.
Sie war stärker geworden.
Mutiger und verantwortungsbewusster.
,,Ne, hätt’ ich nicht’’, knallte Merle ihr, wie immer schonungslos die Wahrheit an den Kopf. ,,Aber du hast dich gemacht…hast du wohl mir zu verdanken.’’
Eigentlich wollte Melanie eine solche Aussage nicht auf sich sitzen lassen, aber als sie zu Merle hinüber sah, bemerkte sie, anhand des breiten, wenn auch ein wenig arrogantem Grinsen in seinem Gesicht, dass er sie nur hatte aufziehen wollen.
Aber es stimmte schon: Merle hatte einen Großteil dazu beigetragen, dass sie im Kampf nun sehr viel selbstsicherer war; denn er hatte sie nicht so sehr geschont, wie es so manch anderer tat. Er hatte nie um den heißen Brei herum geredet oder unbequeme Tatsachen beschönigt. Und auch wenn es nicht immer sonderlich angenehm gewesen war, sich anhören zu müssen, was man noch alles besser machen könnte, war Melanie Merle im Nachhinein dankbar für seine Ehrlichkeit.
,,Ja, vielleicht ein bisschen’’, gab Melanie klein bei und führte ihre Tasse an ihre lächelnden Lippen.


                                                                      ~~~*~~~


Kurz vor Mitternacht — Melanie war vielleicht vor einer halben Stunde eingeschlafen —, bemerkte sie, dass der ältere Dixon äußerst unruhig wurde. Sie rieb sich über ihre noch halb geschlossenen Augen, ehe sie Daryls Bruder, noch ziemlich schlaftrunken fragte, was denn los wäre.
,,Keine Ahnung’’, antwortete dieser. Er klang deutlich wacher als Melanie und war auch bereits dabei sich wieder anzuziehen. ,,Irgendwas stimmt nicht. Ich hab’ gerade Michonne und Carol zur Krankenstation laufen sehen…’’
Nun hatte sich auch Melanie kerzengerade aufgesetzt und griff nach ihrer Kleidung.
Das klang nicht nur nicht gut, das konnte alles mögliche bedeuten: Ein nächtlicher Überfall auf eine der anderen Gemeinden. Eine plötzlich ausgebrochene Infektion – es konnte alles und nichts sein.
Aber Merles Worte reichten aus, um auch Melanie in Alarmbereitschaft zu versetzen. Sie warf sich ihr Shirt über, schlüpfte in ihre Jeans und hastete dann vor Merle die Treppen des Wachpostens hinunter. Sie war schnell, aber nicht unbedingt schneller als Merle, so dass sie beide fast zeitgleich dort ankamen, wo sie Antworten bekommen würden.
Wie vermutet, waren Rick und Helen auch bereits auf den Beinen.
Ebenso wie Daryl, Michonne und ein paar andere, der am Rat von Alexandria beteiligten Personen.
Sie sprachen in gedämpften Stimmen miteinander, tauschten Worte aus, die man auf eine weite Distanz noch nicht wahrnehmen konnte.
Als Melanie ihre Schwester entdeckte, lief sie sofort zu ihr, um endlich zu erfahren, was heute Nacht geschehen war.
,,Keith und Mark’’, begann Helen damit Melanie über das Geschehene aufzuklären. Auch Merle hörte ihr zu, auch wenn er mehr Abstand gehalten hatte. ,,Sie wurden angegriffen. So wie es aussieht, hat Keith es nicht geschafft, aber wir werden uns gleich morgen früh auf die Suche nach ihm machen.’’
,,Was ist denn passiert? Hat Mark schon irgendetwas gesagt?’’
,,Nein’’, seufzte Helen matt. ,,Ich glaube, er ist noch nicht wirklich ansprechbar. Denise ist bei ihm und kümmert sich erst einmal um das Nötigste.’’
Just in diesem Moment steckte die offizielle Ärztin Alexandrias den Kopf durch die Tür. So hatten Helen und Denise es einst vereinbart. Auch wenn Helen ebenso qualifiziert dafür war, die Krankenstation zu leiten, waren sie zu der Übereinkunft gekommen, dass Denise ruhig das Zepter in die Hand nehmen solle, damit sich Helen wiederum um andere Dinge kümmern könne. Außerdem bekam sie stets genügend Unterstützung durch andere hilfsbereite und an der Medizin interessierte Mitglieder ihrer Gemeinschaft.
,,Mark ist jetzt versorgt…und…nun, er ist ziemlich durch den Wind…ich…’’
Sie sah Rick an, der den Wink sofort verstand.
Helen folgte ihm, ohne dass er ihr etwas sagte, da außer Frage stand, dass ihr Beisein mehr als erwünscht war.

Dass Mark ziemlich durch den Wind wäre, erschien Helen eine minder schwere Untertreibung zu sein. Er schien nicht nur durch den Wind zu sein, er wirkte beinahe völlig paranoid. Seine Augen huschten gehetzt durch den Raum. Er zitterte am ganzen Leib und wisperte undefinierbare Worte vor sich hin.
,,Mark’’, sprach Rick sein Gegenüber mit ruhiger Stimme an. Der Angesprochene sah den Anführer Alexandrias an, aber die Anspannung hatte seinen Körper noch immer nicht verlassen. ,,Mark, kannst du mir sagen, was da draußen passiert ist?’’
,,Ich habe ihn sterben lassen’’, verfiel der Mann wieder in seinen leisen Sing-Sang. ,,Sie haben uns angegriffen und ich habe ihn im Stich gelassen…sie haben ihn getötet.’’
,,Wer Mark? Wer hat euch angegriffen?’’
,,Die Toten…’’
,,Die Toten?’’
,,Ja, die Toten…sie haben ihn geholt…sie haben ihn getötet…und sie haben dabei geflüstert…’’




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Guten Abend :)

Eigentlich wollte ich mich schon beim letzten Kapitel mal wieder ein wenig zu Wort melden, aber da ich das erst so spät hochgeladen hatte und mein Gehirn sich auf Sparflamme geschaltet hatte, und ich nicht nachträglich einen Text einfügen wollte, hole ich es heute nach :)

Es ist mal wieder einige Zeit vergangen, aber selbst wenn diese Geschichte auf pausiert oder abgebrochen gestellt wird, was ja nach einer gewissen Zeit ganz automatisch passiert, versuche ich immer so gut es geht daran zu arbeiten. Und es freut mich echt riesig zu sehen, dass nach all der Zeit und den manchmal leider etwas länger andauernden Pausen noch immer so viele Leser dabei sind und sogar noch immer welche hinzukommen :3
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