If you don't fight, you die

von penitence
GeschichteDrama, Romanze / P18
Daryl Dixon Merle Dixon Negan OC (Own Character) Rick Grimes
16.11.2015
11.11.2019
94
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,,Wie viele Walker hast du getötet?‘‘
,,Mehr als ich zählen kann.‘‘
,,Wie viele Menschen hast du getötet?‘‘
,,Einige.‘‘
,,Warum?‘‘ Stille. Rick Grimes nutze die Zeit um die junge Frau, die vor ihm stand, in Ruhe zu betrachten. Ihr langes schwarzes Haar hatte sie in einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Sie war von zarter Gestalt, dennoch flink und geschickt. Er musste es wissen, denn er hatte es mit eigenen Augen gesehen. Sie hatte ihm soeben das Leben gerettet.

Soweit er es sehen konnte, verbarg sich unter all dem Schmutz ein hübsches Gesicht. Doch das Auffälligste an ihr war ihre Augenfarbe. Die Iris ihres linken Auges strahlte in einem hellen blau, die des rechten war von einem satten warmen braun. Hätte er es mit einem Wort beschreiben müssen, wäre seine Wahl auf ‘‘außergewöhnlich‘‘ gefallen.

Nun konzentrierte er sich wieder auf ihre Körpersprache. Sie war angespannt, die letzte Frage, die er gestellt hatte, schien ihr nicht zu gefallen.
,,Muss ich die Frage beantworten?‘‘
,,Ja‘‘, antwortete er, kurz und knapp.
Wieder herrschte Stille, in der er geduldig abwartete.
Rick war ein Mann mit Prinzipien und gerade in dieser, vom Chaos regierten Welt war es überlebenswichtig, gewisse Regeln zu befolgen. Jeder musste die Fragen beantworten. Es gab keine Ausnahmen. Er wartete so lange, bis er vermutete, dass sie es vorziehen würde wieder ihres Weges zu gehen, doch dann sprach sie.
,,Weil sie es allesamt verdient hatten.‘‘
Das genügte ihm. Ihre Beweggründe waren unwichtig, solange es der Wahrheit entsprach und das tat es, dass sagte ihm sein Instinkt, als Polizist hatte er ein Gespür für gewisse Dinge entwickelt. Ein kurzes Nicken zeigte der jungen Frau, dass sie die Aufnahmekriterien erfüllt hatte.

Beide liefen schweigend nebeneinander her. Rick sah mehrere Male in ihre Richtung. ,,Warum bist du ganz allein?‘‘, fragte er schließlich, resultierend aus einer Mischung von purerer Neugierde und alter Gewohnheit.
Ihr Blick schweifte zu ihm, traf auf sein stahlblaues Augenpaar und verweilte dort für wenige Sekunden.
,,Ich bin gerne allein. So ist es einfacher‘‘, entgegnete sie, als beide über einen Baumstamm kletterten.
Er reichte ihr die Hand um ihr hinunter zu helfen, aber die junge Frau beachtete sie nicht einmal. Ein kleines Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als sie schweigend weitergingen.
,,Wie heißt du eigentlich?‘‘, versuchte er noch einmal ein Gespräch aufzubauen. Sie blieb abrupt stehen. ,,Wird das jetzt ein Verhör? Ich dachte ich hätte eure Aufnahmeprüfung bestanden‘‘, sagte sie, ihn misstrauisch anblickend. Der Griff um ihr Messer verstärkte sich kaum merklich, dennoch bemerkte er es. Sie war vorsichtig -Cleveres Ding.
,,Nein, versteh mich nicht falsch, aber wir sind nun mal eine Gemeinschaft. Jeder kennt jeden, jeder hilft dem anderen‘‘, nach eine kurzen Pause fuhr er fort, ,,Ich bin Rick. Rick Grimes.‘‘
Er hoffte dass seine Worte, ihr die Antwort erleichtern würden. Sie stieß einen Seufzer aus, er hatte ihr die Bedingungen bereits erklärt und sie hatte sich dazu entschieden es zumindest zu versuchen.
,,Helen Smith‘‘, entgegnete sie und drückte kurz seine Hand, die er ihr noch einmal gereicht hatte. Rick wandte sich wieder dem holprigen Weg zu, in der Ferne konnte er bereits den Betonbau erkennen. Es war nicht mehr weit und die Gewissheit bald wieder zu Hause zu sein beschleunigte seine Schritte. ‘‘Zu Hause‘‘; gäbe es ein unpassenderes Wort um einen Ort wie diesen zu beschreiben?
Einen Ort, der eigentlich dazu bestimmt war, als Gefängnis und nicht als Zufluchtsort zu dienen. Aber hier lebten die Menschen, die er liebte und die ihm etwas bedeuteten. Obwohl es oft schwierig war, war es alles was er hatte. Was konnte er noch wollen?

Trotz ihrer Größe, hatte sie kaum Probleme mit ihm Schritt zu halten. Der tägliche Überlebenskampf hatte zur Folge, dass sie eine gute Ausdauer besaß. Einzig und allein das permanente Stechen in ihrem Knöchel verlangsamte sie ein wenig. Da sie gut darin war, solche Dinge vor anderen zu verbergen, bemerkte Rick erst jetzt, als sich der Schmerz kurz in ihren Gesichtszügen zeigte, dass sie verletzt war.
Er kam langsam auf sie zu, als er fragte: ,,Alles in Ordnung?‘‘
Er begutachtete sie von Kopf bis Fuß. Es waren keine äußeren Verletzungen erkennbar, das konnte etwas gutes oder sehr schlechtes bedeuten.
,,Ja es geht schon, mein Knöchel macht mir nur ein wenig zu schaffen‘‘, erwiderte sie, als sie sich widerwillig an seiner Schulter festhielt um ihren Fuß für einen Moment zu entlasten. Sie stützend gingen beide langsam weiter.
,,Es ist nicht mehr weit‘‘, sagte Rick und deutete außerhalb der Bäume nach vorn auf das freie Feld. Er hatte Recht, die hohen weißen Gitterzäune waren bereits in Sicht.

Eine Frau mittleren Alters mit kurzen grauen Haaren kam ihnen entgegen und öffnete das Gitter.
,,Wen hast du uns denn da mitgebracht‘‘, fragte sie neugierig und freundlich lächelnd. ,,Drei tote Hasen und meine Lebensretterin‘‘, antwortete Rick, als er Helen dabei half, die letzten Meter beinahe schmerzfrei zu überwinden. Die ältere Frau, blickte sie nun noch neugieriger an, als sie sagte: ,,Ja wenn das so ist, dann Herzlich Willkommen.‘‘

,,Home, sweet home‘‘, sagte Rick, sanft ihre Schulter drückend, als sich die massive Tür des Gefängnisses knarzend öffnete.
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