Broken Heart - Das gebrochene Herz

von Julirot
KurzgeschichteSchmerz/Trost / P16
Henrietta "Hetty" Lange Kensi Blye Marty Deeks
16.11.2015
16.11.2015
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Hallo,
ich musste diese Woche mal was anderes schreiben. Auch wenn es ein wenig düster und traurig ist, es ist Seelentherapie. Ich erwarte auch nicht unbedingt Reviews oder Meinungen zu dieser Geschichte, es musste einfach geschrieben werden. Aber wenn ihr was schreiben möchtet, dann freue ich mich natürlich wie immer sehr.
Ich bin mir auch noch nicht sicher, wann das nächste Kapitel zu "Ohne dich" fertig wird. Ich gebe mir aber Mühe.
LG und eine schöne Woche.
Julirot

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Broken Heart – Das gebrochene Herz


KENSI

Du bist gegangen. Vor genau fünfundzwanzig Tagen bist du einfach gegangen. Du bist verschwunden, lautlos, ohne einen Gruß. Du bist genauso heimlich gegangen wie du gekommen bist. Damals vor vielen, vielen Jahren. Du hast mich einfach alleine gelassen. Alleine in meinem Leben. Ich will dir sagen wie sich das anfühlt. Wie Nadelstiche, wie tausend Ameisen, die mich piesacken, immer und immer wieder und die nicht aufhören wollen. Ich kann sie nicht fangen, denn sie sind in mir drin. Sie laufen durch meinen Körper und lassen mich nicht mehr zur Ruhe kommen. Ich stehe die Tage durch, ohne dich. Ich lebe einfach weiter, aber es ist ein Schmerz, der mich nicht los lässt. Ich kann ihn spüren, ich kann ihn nur nicht greifen. Ich möchte so gerne wieder lachen, ich möchte so gerne wieder fröhlich sein, doch wie soll ich das anstellen, ohne dich? Du bist weg. Und ich muss es alleine machen. Ich muss alleine aufstehen, alleine frühstücken, alleine arbeiten, alleine entscheiden, wohin ich essen gehe. Ich muss diese leere Wohnung ertragen, ich muss jeden Morgen diesen leeren Platz anstarren, an dem dein Zahnputzbecher stand. Es fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht, wie unendliche Trauer und die Wut, die ich zuerst gespürt habe, ist fort. Sie hat sich aufgelöst und nun sitze ich hier, allein und kann dich nicht einmal anschreien, weil du weg bist. Weil ich nicht weiß, wie ich dich erreichen soll. Du bist gegangen, vor fünfundzwanzig Tagen. Ich zähle sie, weil ich nicht glauben kann, dass es wahr ist. Du bist gegangen und hast mein Herz mitgenommen, hast es zerbrochen und ich sage dir, ich weiß nicht, ob ich es in den nächsten, den übernächsten oder überübernächsten fünfundzwanzig Tagen wieder finden werde oder ob es nicht für immer gebrochen bleiben wird.


DEEKS

Der Schmerz brennt in mir und ich kann es nicht aufhalten. Es ist ein Feuer in meinem Herzen, eine Wut, eine Angst wie ich sie noch niemals zuvor gespürt habe. Du bist gegangen und lässt mich nun schon seit fünfundzwanzig Tagen allein. Ich wache jeden Morgen auf und hoffe es ist nicht wahr. Immer wieder schlage ich meine Augen auf und für einen kurzen Augenblick denke ich, du bist noch hier. Du liegst noch neben mir in unserem Bett und ich bräuchte nur die Hand auszustrecken und könnte dich berühren. Doch du bist nicht da, deine Bettseite ist kalt und alles was ich habe, ist die Erinnerung. Die Erinnerung an unsere Zeit, an unser Ding, an das Leben mit dir. Ich will dir sagen wie sich das anfühlt. Es ist wie ein Messer in meinem Körper, das hin und hergedreht wird. Es ist eine klaffende, rohe Wunde, die nicht heilen will. Ich brenne, ich gehe herum und bin nicht mehr ich selbst. Mein Frieden ist weg, es gibt keine Ruhe. Und ich starre immer wieder auf die leere Stelle an meiner Seite, an der sonst du immer warst. Meine Kehle ist wie zugeschnürt, ich spüre Schmerzen in meiner Brust und manchmal frage ich mich, wird es jemals wieder besser werden? Mein Herz fühlt sich zerbrochen an. Es liegt vor mir, auf der Straße und es ist kaputt. Und ich kann dir nicht sagen wie viele fünfundzwanzig Tage ich brauchen werde, um es zu reparieren.



HETTY

Sie beobachtete sie nun schon eine ganze Weile. Genau genommen fünfundzwanzig Tage lang. Sie waren getrennt worden. Diesen Befehl konnte niemand rückgängig machen. Sie hatte sich gewehrt, aber es war nicht aufzuhalten gewesen. Sie konnte nur zusehen. Man hatte ihnen Lügenmärchen erzählt, hatte sie an den Rand der Verzweiflung getrieben und schließlich zwei gebrochene Herzen hinterlassen. Doch konnte man so etwas reparieren? War ein Sprung nicht immer da egal wie gut man ihn kittete? Sie waren Opfer, Opfer des Lebens, Opfer der Pflicht und der Arbeit. Und sie selbst stand nun seit fünfundzwanzig Tagen jeden Morgen auf der Treppe und starrte hinunter in die leeren Räume, wünschte sich, sie könnte etwas tun und wusste doch ziemlich genau, dass das, was gebrochene Herzen brauchten, nicht so einfach zu finden war.  

ENDE
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