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Das Blut meines Bruders - Beta Version!

von Soul Man
GeschichteAngst / P16 / Gen
Elwood Blues Joliet Jake Blues Mysteriöse Frau
15.11.2015
15.11.2015
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Das Blut meines Bruders

Irgendwie kamen mir diese Entschuldigungen leicht. In Panik fällt einem Vieles ein, vor allem wenn man seine mordlustige Ex-Freundin trifft. Ein Erdbeben. Eine Flutwelle. Hoffentlich würde sie auf den Trick, hereinfallen. Ich würde alles dafür geben, dass sie uns verschonen würde.

Sie lächelte mich an. Ein gutes Zeichen. „Oh Jake ...", sagte sie. Ich lächelte zurück. Ich sah aus meinem Augenwinkel wie Elwood sich duckte. „Oh Jake, du gottverdammtes Schwein."

Ich spürte, wie sich mir die Kehle zu schnürte. „W-was meinst du?"

„Denkst du ich würde auf deine verdammten Ausreden reinfallen? Du hast mich verraten, jetzt sollst du es auch büßen!" Sie lud ihre Waffe und zielte auf meinen Kopf. Doch dann hielt sie inne „Nein. Dich zu töten ist nicht genug. Es gibt sicher etwas Schlimmeres.... Meine verrückte Ex-Verlobte grinste. „Da muss dein kleiner Bruder dran glauben."

„NEIN! NEIN! TÖTE IHN NICHT! BITTE!"

„Wenn ich dich töte, lernst du deine Lektion nicht. Dann muss ich das einzige nehmen, auf das du Wert legst."

„DAS KANNST DU NICHT MACHEN!" Ich musste gegen meine Tränen ankämpfen, als ich sie am Arm packte. Sie drehte sich um und schlug mir den Kolben der Waffe mit voller Wucht ins Genick. Ich ging zu Boden.

Elwood lag leise da, als hoffte er unsichtbar zu werden, wenn er kein Geräusch von sich gab. Sie drehte ihn auf den Rücken und ich, immer noch benebelt vom festen Schlag, sah entsetzt zu, als sie ihm die Waffe auf die Brust drückte. "Bitte ... nicht ...", murmelte ich leise.

Sie drückte den Abzug und Elwood zuckte zusammen. Das Knallen der Waffe schien endlos in meinen Gedanken zu kreisen, bevor sie mich endlich bewusstlos schlug.

Die drei gefühlten Minuten, die ich da lag, kamen mir wie drei Stunden vor. Irgendwie hatte ich mir gewünscht, ich hätte nur geträumt. Aber Elwood lag da, mit einer Schusswunde im Brustkorb. Blut trat aus seinem Mund und dem Loch aus. Ich kroch durch den Dreck zu ihm und nahm ihn in den Arm.

„J-Jake?" murmelte er schwach und leicht gurgelnd.
Ich nahm seinen Hut und seine Sonnenbrille ab und strich ihm durch die Haare. „Ich bin da... Keine Sorge, ich bin da ..."

„Jake ... Es tut weh", sagte er. Ich zitterte. Die ganze Welt schien still zu stehen. Nur noch die Wassertropfen und gurgeln der Röhren konnte man hören. Elwood hustete etwas Blut. „W-wir müssen weiter ... Das ... Waisenhaus ..."

„Pssscht... Wir schaffen das mein Baby Bruder." Ich nahm seine Hand. „Bitte bleib ganz ruhig."

„Wir schaffen es." Er lächelte. „Mein großer Bruder." Das Lächeln gefror auf seinen Lippen. Ich presste mein Gesicht gegen seine Brust. Vielleicht würde meine Wärme ihn zurückbringen.

Keine Reaktion. Ich fing an zu zittern. „Baby Bruder? B-Bitte wach auf mein Kleiner...", murmelte ich, mit Tränen in den Augen. Ich wusste es war zwecklos, doch ich versuchte es weiter. „Elwood ... Bitte ... Wach auf." Ich hatte einen Kloß im Hals. „Du... kannst nicht tot sein..."
Ich hielt meine Tränen nicht mehr zurück und weinte. Mein lautes Schluchzen hallte in der Kanalisation wieder. Ich schloss sanft seine Augen und wischte das Blut von seinem Mund. Dann drückte ich seinen leblosen Körper gegen meinen.

Die Stimmen gaben mir die Schuld.

Und an meinen Händen klebte das Blut meines Bruders.
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