[Projekt ~ Oneshot-Alarm] No.14 - Konsequenzen

KurzgeschichteHumor / P16
Aya Fujimiya Manx
15.11.2015
15.11.2015
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Disclaimer: Mir gehört nichts. Die Idee stammt aus dem Projekt. Lediglich der Text entspringt meinen Tasten und wirren Gedanken ^_~

A/N: Beitrag zum Projekt Oneshot-Alarm. 50 voneinander unabhängige Oneshots mit bestimmten Vorgaben, die der Reihe nach abgearbeitet werden müssen. Updates erfolgen unregelmäßig, je nach Laune...


~*~


OS 14: Der von euch gewählte Charakter hat nur Pech im OS, wird am Ende aber belohnt (in welcher Form, wählt ihr); Mindestens 600 Wörter


A/N: schlechte Laune -___- Tut mir leid, Aya ;)
Und ja... Es sollen keine Zusammenhänge bestehen, aber da ja doch einige Fragen aufgeworfen wurden... und man kann es auch so lesen, denke ich (Ohne vorher die anderen gelesen zu haben)


Konsequenzen




Aya schnaubt frustriert, schließt die Augen und zählt bis zehn. Vorsichtshalber gleich noch einmal bis zwanzig, bevor er die Augen wieder öffnet und erneut zähneknirschend in die Zeitung starrt.
Also irgendwas ist hier doch mehr als faul... normalerweise muss er sich nicht mit solchen Problemen herumschlagen, aber momentan ist er wirklich vom Pech verfolgt. Seit Tagen passiert ihm ein Unglück nach dem anderen, als läge ein schrecklicher Fluch auf ihm. Erst vorgestern hatte Omi seine Lieblingstasse zertrümmert. Dass er ihn nebenbei beinahe kastriert hatte, ließ er mal lieber unter den Tisch fallen, das war nun wirklich zu privat! Der Jüngere hatte Glück, dass er ihm bisher nicht unter die Augen getreten war, aber das hatte definitiv noch ein Nachspiel. Er hatte Ken nicht umsonst das Ballspielen im Laden untersagt und das galt ebenso für Omi.
Und es ist auch gerade mal ein paar Tage her, dass er diese überaus unangenehme Mission hatte, bei der... Aya knirscht noch vehementer mit den Zähnen. Er weigert sich, darüber nachzudenken, was da eigentlich konkret passiert ist. Es ist nämlich nichts passiert. Gar nichts. Und dass er jetzt jede Nacht schweißgebadet aus seinen Träumen... Alpträumen wohlgemerkt!... hochschreckt, hat damit überhaupt nichts zu tun. Nichts! Null! Er findet kaum noch Ruhe und ist so schrecklich unausgeschlafen, dass ihm ständig Fehler unterlaufen. Aber wie soll man denn ruhig schlafen, wenn... Aya wird rot. Jetzt hat er doch darüber nachgedacht! Verdammt! Verdammte Schwarz! Er ist ein nervliches Wrack und die Entscheidung, Mastermind und Berserker für immer aus dem Weg zu gehen oder eine finale Konfrontation zu provozieren, bringt ihn an den Rand der Verzweiflung. Final – im Sinne von letal natürlich. Und jeder, der etwas anderes behauptet, wird ihn und seinen Rachedurst erst mal richtig kennenlernen!
Und gestern... also so wirklich brachte er das nicht mehr zusammen (was das Schlimmste an der ganzen Sache war), aber er erinnerte sich flüchtig, den Laden verlassen zu haben, weil irgend so ein Trottel tatsächlich quer über dem Bürgersteig vor dem Laden  geparkt hatte und den ganzen Kundenverkehr blockierte. Er war hinaus gegangen, um diesem Proll mal ordentlich den Marsch zu blasen und dann... tja, wenn er das nur wüsste. Das Nächste, was er bewusst registrierte, war aufgeregtes Gemurmel, Polizeisirenen und das Bewusstsein, irgendwie zum absoluten Point of Interest geworden zu sein. Sein Kopf hämmerte, er konnte kaum schlucken, so rau fühlte sich seine Kehle an und das Blitzen von Kameras blendete ihn so fies in den Augen, dass er sich kaum orientieren konnte.
Und nun lag die aktuelle Tageszeitung aufgeschlagen vor ihm auf dem Tresen, hunderte Fangirls stürmten den Laden und bombardierten ihn förmlich mit Fragen – sie mussten bereits zweimal den Rettungsdienst rufen, weil eines der Mädchen vor lauter Überschwang zusammen geklappt war -  nachdem er schon gestern der Polizei bis in die Nacht Rede und Antwort stehen musste... allerdings konnte ein Arzt bestätigen, dass er sediert worden war und auch Manx ließ ihre Kontakte spielen, so dass er nicht die Nacht im Gefängnis verbringen musste, weil... Aya wird erneut rot. Aber die Presse schien nicht unter Kritikers Einfluss zu stehen und jetzt waren da tatsächlich Bilder von ihm in der Zeitung... und die Überschrift erst! Aya greift sich stöhnend an die Stirn.
„Zuwachs bei den Schneeleoparden im Uenozoo!“ Mal davon ab, dass es einfach nur verdammtes Glück war, dass noch niemand die Tiere ins Freigehege gelassen hatte... welcher Scherzkeks ihn auch immer dort ausgesetzt hatte, hatte natürlich keine Kosten und Mühen gescheut, ihn tatsächlich in ein Kostüm zu stecken, damit er auch richtig schön bescheuert auf den Bildern aussah.
Frustriert schlägt Aya die Zeitung zu. Wenn er jetzt noch länger die Bilder betrachtet, die sein irgendwie weggetretenes Konterfei mit den ach so putzigen Katzenohren und dem aufgemalten Schnurrbart zeigen, fängt er an zu schreien! Er hat ja eine dumpfe Vermutung, wer dafür verantwortlich ist, aber den Grund dafür kann er sich wirklich nicht erklären. Schwarz wirkt auf ihn eigentlich ziemlich professionell und das... also das ist jetzt mehr als persönlich! Innerlich kocht er vor Wut. Er hasst nichts mehr, als unnötige Aufmerksamkeit auf seiner Person und jetzt hat er nicht nur die Aufmerksamkeit der Fangirls und einer feindlichen Gruppierung, nein, er hat es sogar ins landesweite Fernsehen geschafft mit dieser Nummer. Dafür würde es Rache geben... bittere, blutige Rache. Die Gewitterwolke über Ayas Kopf ist offensichtlich so massiv und bedrohlich, dass auch die Mädels sich langsam zurückziehen und sich den Anderen wieder zuwenden. Natürlich ist er weiterhin Gesprächsthema Nummer Eins und er schwört, wenn Kudoh noch einen dämlichen Witz über Katzen, Katzenohren oder Rolligkeit im speziellen und allgemeinen auf seine Kosten macht, holt er sein Katana und feiert sein persönliches Mayhem in Tokyos derzeit beliebtesten Blumenladen. Manchmal muss man den Wahnsinn einfach zulassen, wenn man nicht völlig durchdrehen will...
Zur Krönung des Tages klackert jetzt auch noch Manx durch die Tür. Er schickt ihr seinen bösesten Blick. Da kann sie sich noch so sehr anstrengen, er sieht genau, dass sie krampfhaft das Lachen zurückhält und wenn sie jetzt ein falsches Wort sagt...
„Kann ich dich sprechen, Aya?“, flötet sie zuckersüß und Aya unterdrückt mit heldenhaftem Gleichmut den Wunsch, sie an den roten Haaren – die ein merkwürdiges Deja-Vu hervorrufen - zu packen und ihren Kopf auf die Ladentheke zu knallen. Mehrmals. Bis es knirscht und spritzt.
„Natürlich.“, fletscht er unter zusammengepressten Zähnen hervor wie ein angeschossenes Kätz... Großwild! Er wühlt sich hinter dem Kassentisch hervor, erntet einige spitze Hacken auf seinen empfindlichen Katzenpfö... Zehen, selbstverständlich, in dem Menschenauflauf und boxt sich erfolgreich zu der Kritikeragentin durch.
Manx delegiert ihn in den Keller und Aya kommt heute zum ersten Mal dazu, kurz Luft zu holen.
Besser. Ruhiger. Halleluja.
„Ich hatte eine Unterhaltung mit Perser...“, eröffnet sie das Gespräch und Ayas Augen weiten sich in Schock. Ist er... jetzt entlassen? Das wäre eine Katastrophe!
„Wir halten es für das Beste, wenn...“, Aya wird bleich. Sie entlassen ihn! Das... das geht nicht! Wo soll er denn hin? Hat er nicht genug durchgemacht in den letzten Tagen?
„... also vielleicht brauchst du mal eine Auszeit, bis etwas Gras über die Sache gewachsen ist.“, Ayas Kinnlade klappt nach unten. Sie servieren ihn ab! Einfach so!
„Wir können dich nicht so auf Mission schicken, wenn...“, Manx' Wangen überzieht ein leichter Rotschimmer, „Also... so nimmt dich ja keiner ernst... Wenn dich jemand erkennt und...“, druckst sie herum und heiße Wut ballt sich in Ayas Magen. Ihn nimmt keiner ernst?! Bitte?!
„Wir meinen das wirklich nicht böse und damit du siehst, wie ernst es uns ist...“, sie schiebt ihm einen Umschlag über den Tisch, „Nimm es einfach an, okay? Mach dir ein paar schöne freie Tage und halte dich bedeckt, bis diese.... diese... Geschichte... ausgestanden ist.“, misstrauisch schielt Aya auf den Umschlag, bevor er ihn ergreift und hineinsieht. Er ist prall gefühlt und als erstes zieht er ein Flugticket hervor. Seine Augenbraue zuckt verräterisch. Dazu ein Packen Geld. Ein ganzer Haufen Geld, um ehrlich zu sein. Damit könnte er sogar sein neues Auto komplett abbezahlen... Kritiker schickt ihn tatsächlich alleine in Urlaub...? Das wäre ja wirklich zu schön um wahr zu sein... diese Ruhe! Ein Traum... Aya zieht ein bisschen die Augen zusammen. Und das alles... weil ihn irgendein Verrückter als Katze verkleidet im Zoo ausgesetzt hat? Sollte es wirklich etwas Gutes an dieser ganzen Geschichte geben? Manx sieht ihn auffordernd an.
„Und? Klingt doch gut, oder?“, Aya schnaubt ein bisschen leise, aber er nickt. Das klingt tatsächlich gut.
„Also dann, worauf wartest du? Geh packen, dein Flieger geht bald. Ich fahr dich zum Flughafen...“, sie wedelt Aya aus dem Keller und wischt sich heimlich den Schweiß von der Stirn. Gott sei Dank ist der Weißleader darauf eingestiegen... Wenn er erstmal auf Tahiti ist, bekommt er wenigstens nicht mit, wie Kritiker diese Geschichte ausschlachten und ihn als neues Maskottchen des Blumenladens vorstellen wird. Die Mädels werden ihnen die Bude einrennen nach Merchandise... Und wenn er wieder da ist, dann ist es schon zu spät, um noch irgendetwas dagegen zu unternehmen...



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