Between Two Worlds - The Final Fight

GeschichteAbenteuer / P16
OC (Own Character) Rarity
14.11.2015
07.01.2017
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The Final Fight – a Fanfiction Finale by Rainbow Fresh
Das sanfte Zwitschern der Vögel und ein Sonnenstrahl, welcher direkt auf seinen Bauch scheint, wecken Shining Thunder aus seinem Schlaf. Nachdem er sich einmal ausgiebig gestreckt und aus dem offenen Fenster einen Blick auf das noch verschlafene Ponyville geworfen hat marschiert er gut gelaunt aus der Tür seines eigenen Hauses, welches ein paar Häuser nach Süden von Twilights Bibliothek entfernt steht. Fünf Jahre sind nun vergangen. Fünf Jahre seit er die kleinen Ponys wohlwollend bei sich aufgenommen hatte und dabei seine wahre Bestimmung entdeckt hatte. Fünf Jahre seit er sein altes Leben komplett zurückgelassen und geopfert hat um Teil Equestrias zu werden. Fünf Jahre seit er seinen Freund und Firmenchef, welcher ihm ein halbwegs gutes Leben ermöglicht hat, mit aller Härte bekämpfen musste, damit dieser seine neue Heimat nicht vernichtet. Nach seinem anstrengenden Kampf musste er nur circa eine Woche im Krankenhaus verbringen bis er schon wieder herumlaufen durfte. Dabei hat er auch schnell entdeckt, dass auf seiner Flanke ein Cutie Mark erschienen ist: Eine offenstehende Holztür mit der Silhouette eines Ponys davor. Alle Beteiligten konnten sich sofort denken was es bedeutet. Es ist sein Talent und seine Bestimmung Wächter der Welten zu sein. Er ist der einzige, der die Fähigkeiten und natürlich die Aufgabe hat seine Welt zu schützen, der Verbindungen erzeugen, zerstören und natürlich bewachen kann. Bis heute gab es kaum Zwischenfälle, wenn überhaupt mal eine kleinere Anomalie hier und da, aber nichts Gefährliches. Außerdem hat er seine magischen Fähigkeiten weiter ausgebaut, sowohl mit praktischer Erfahrung, als auch dem Rest an Theorie, den Twilight ihm noch nicht beigebracht hat. Inzwischen ist er ihr gegenüber ein würdiger Gegner wenn es ans Zaubern geht. Thunder geht im Morgengrauen, während alle anderen Ponys noch schlafen, zu Twilights Bibliothek rüber, tritt ein und geht die Treppe zielstrebig nach oben.
„*rüttelt Twilight* Hey du Schlafmütze, aufwachen!“
„Hmmmmm… Aaah! Äh, was? Nein nein, ich bin wach!“
Er grinst sie an. Spike meldet sich genervt und verschlafen aus seinem Korb am Ende ihres Bettes.
„Musst du uns eigentlich jeden Morgen so früh wecken…?“
„Ach Spike, du solltest es von Twilight doch eigentlich gewohnt sein.“
„Ja… aber jetzt kann ich es wenigstens auf dich schieben…“
„Außerdem haben wir heute noch Termine und du willst doch sicherlich nicht, dass Twilight deinetwegen zu spät kommt – oder?“
„*Twilight schaut ihn verwundert an* Termine?“
„Das Treffen mit den Anderen fünf?“
„*erschrocken* Ach das war heute?“
Twilight springt schlagartig aus dem Bett.
„Ok ok, dann lass es mich so formulieren – Musst du mich jeden Morgen so früh wecken…?“
„Ist ja schon gut du Faulpelz, wir sind ja schon weg.“
Mit diesen Worten dreht sich Thunder um und nachdem Twilight noch quer durchs Haus gerannt ist um ihre Satteltasche zu holen gehen beide Ponys zur Tür hinaus. Heute ist das monatliche Treffen der Mane 7, auf welchem sie sich austauschen was bei Thunder und Twilight so Spannendes passiert ist und wo sie auch über die gute alte Zeit damals, als sie sich kennen gelernt haben, reden. Während Twilight und Thunder sich unterwegs schon angeregt unterhalten kommt Lyra Heartstrings herbeigelaufen.
„Hey Twiligth, hey Thunder.“
„Hallo Lyra – was treibt dich in aller Frühe hier her?“
„Du. Ich wollte fragen ob ich dich mal kurz sprechen könnte?“
Thunder und Twilight tauschen einen verwirrten Blick.
„Ok, wieso nicht. Geh schon mal vor Twilight, ich komme sofort nach.“
Twilight geht den Weg weiter entlang in Richtung Dorfmitte und Lyra schaut ihr hinterher, bis sie am Horizont um eine Ecke verschwindet.
„Also, was gibt’s denn?“
„Nicht hier… folg mir.“
Mit einem misstrauischen Blick folgt er Lyra in eine kleine Seitengasse und am Ende in eine verlassene Hütte. Der brüchigen Tür, den Spinnenweben, der dicken Staubschicht und den Löchern im Dach zu entnehmen steht dieses Haus schon seit Ewigkeiten leer. Interessanter Weise hat er nur in all der Zeit die er hier nun schon lebt dieses Haus noch nie gesehen – weder aus der Ferne noch von so nah.
„Ok, jetzt spuck‘s aus – was ist los?“
Sie schaut sich noch einmal gründlich um.
„Du bist ja der Wächter der Welten und so…“
„*mit einem schon eher genervtem Blick* Ja, und?“
Sie geht einen Schritt nach vorne, auf ihn zu und tritt dabei genau in den Lichtstreifen, welchen die Morgensonne durch einen kleinen Riss im Dach wirft. Dabei erkennt Thunder ihren bittenden Blick.
„Nun, ich war schon immer fasziniert von… Menschen, aber ich hatte ja nie die Chance dir in deiner… alten Form zu begegnen-“
„Lyra, ich weiß worauf du hinaus willst und das kannst du direkt wieder vergessen!“
Sie geht weiter auf ihn zu, bis sie direkt vor ihm steht und ihm mit einem leicht nach oben gerichtetem demütigen Blick in die Augen schaut.
„Ach komm schon! Du bist der Wächter der Welten, du kannst in null Komma Nichts ein Portal öffnen, mich einen kleinen Blick erhaschen lassen und es wieder schließen!“
„Du hast doch sicherlich mitbekommen, was vor fünf Jahren passiert ist!“
„Ich habe es gehört – von anderen. Selber gesehen habe ich nie einen. Außerdem, ich kann einfach nicht glauben, dass alle Menschen schlecht sind – du bist es ja auch nicht!“
„Es gibt halt ein paar wenige Ausnahmen.“
„Dann suchen wir uns diese Ausnahmen und sind wieder weg?“
Thunder stammelt ein paar Wortanfänge vor sich hin, bevor er eine Pause macht um seine Gedanken zu sammeln.
„Das ist das Risiko einfach nicht wert. Da sind sieben Milliarden Menschen dort drüben, das heißt vielleicht… 100 ‚gute‘ in greifbarer Nähe und darauf kommen dann hunderttausend weitere, welche die Chance ergreifen werden um einen erneuten Angriff zu starten!“
Bei der Erwähnung der enormen Zahl weiten sich ihre Augen und fangen an vor Freude zu funkeln. Und ab dem Zeitpunkt hat sie ihm vermutlich auch schon nichtmehr zugehört.
„Du hast sie schon einmal besiegt, warum sollten sie es wieder versuchen?“
„Die kennen keine Niederlage – dass ich sie besiegt habe hat ihre Entschlossenheit diese Welt zu erobern vermutlich noch gestärkt! Und dieses Risiko eingehen, damit du als einzelnes kleines Pony dich selbst davon überzeugen kannst, dass alles, was die Anderen erzählen, wahr ist?“
„Wir könnten ja Wachen zum Schutz mitnehmen?“
„Ein noch größerer unnötiger Aufwand – außerdem wäre Aufmerksamkeit für dieses Vorhaben wohl eher kontraproduktiv.“
„Du bist der Wächter der Welten, es ist deine Entscheidung?“
„Ja, es ist meine Entscheidung. Meine Entscheidung die Sicherheit und Idylle einer ganzen Welt aufs Spiel zu setzen – oder halt nicht. Viele Andere wissen was passiert, wenn meine Prophezeiung sich bewahrheitet. Stell dir die Panik vor, die ausbrechen würde. Ein solches Vorhaben würde ich sowieso zum Schutze aller geheim halten.“
„Also… heißt das auch, dass du es unter Umständen machen würdest…?“
„Nein!“
„Och, Thunder bitte! Das ist mein größter Traum seit ich ein kleines Fohlen bin! Inzwischen bin ich alt genug um mir ernsthafte Gedanken darüber zu machen und vor mir steht mein Ticket um das durchzuziehen! Mit deinen magischen Fähigkeiten – das ist ein Klacks!“
„Lyra, ich verstehe zwar dass es dir viel bedeutet – aber manche Träume sollten lieber Träume bleiben! Es ist nicht nur eine Gefahr für alle anderen, nein, ich kann dir mit absoluter Sicherheit auch sagen, dass du enttäuscht seien wirst. Und dann war der komplette Aufwand wirklich umsonst!“
„*mit Tränen in den Augen* Und ich dachte wirklich du wärst ein netter Hengst…“
Sie dreht sich um und trottet mit hängendem Kopf zur Tür raus.
„*schaut zögerlich umher* Lyra, warte.“
Er geht ihr hinterher, doch sie beschleunigt ihr Tempo und rennt davon.
„Lyra! - …“
Er blickt ihr noch ein paar Sekunden hinterher, dann schüttelt er einmal den Kopf und geht in Richtung des Treffens. Das ist der – verhältnismäßig – unschöne Teil seines Jobs. Die Ponys, die zu ihm aufblicken, mit ihren Wünschen ‚einmal kurz‘ in die andere Welt zu gehen zu ihm kommen und er muss sie enttäuschen. Doch bis jetzt hat noch niemand so gekränkt reagiert wie Lyra. Aber egal wie groß der Wunsch ist, seine Verantwortung ist seine Verantwortung, er kann das Risiko einfach nicht eingehen. Deswegen beschließt er das so schnell wie möglich wieder zu vergessen. Als er endlich auf dem großen Platz vor der Stadthalle ankommt wird er schon von den anderen sechs erwartet.
„Da bist du ja endlich – was war denn los?“
„Ach… nichts Wichtiges, nur wieder ein bisschen ‚Fans abwimmeln‘.“
Dabei setze er sein natürlichstes Lächeln auf, so, als wäre wirklich nichts gewesen.

Der Tag vergeht wie im Flug, wie jedes Mal wenn die sieben zusammenkommen und sich ausgiebig unterhalten. Diese Treffen sind einmal im Monat, für gewöhnlich der erste Freitag im Monat – häufig genug damit die Erinnerung an das was war, sein früheres Leben, nicht verblasst und gleichzeitig selten genug damit es immer etwas zu erzählen gibt. Doch diesmal, als er abends zuhause im Bett liegt, da kommt er nicht drum herum sich die Geschehnisse des Tages noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Er musste zwar schon die eine oder andere Absage erteilen, aber es hat noch niemanden so sehr getroffen wie Lyra. Ein Besuch auf der anderen Seite… seiner eigentlichen Heimat… wo er herkommt, 22 Jahre seines Lebens verbracht hat. Auch wenn er es nicht wahr haben möchte, ein Funken Heimweh ist dort, ganz tief in ihm drin und wird es auch immer sein. Er hatte nicht viele Kontakte, aber die, die er hatte, die fehlen ihm doch irgendwie. Etwas, das selbst bunte sprechende Ponys nicht ersetzen können. Aber nein, es ist wie er es gesagt hat, wie er es gesehen hat, wie alle es gesehen haben. Die Menschen haben es sich in den Kopf gesetzt sich dieses Land unter den Nagel zu reißen. Sie sind schon mal hier einmarschiert und haben gezeigt was er zu erwarten hat. Und das Schlimmste: Sie sind durch sein Portal hergekommen. Und jetzt hat er sich einen Namen als Helden gemacht, weil er nichts dafür konnte, nachdem er so ins kalte Wasser geworfen wurde, weil er einen Kampf gerade so gewonnen hat, der theoretisch hätte verhindert werden können. Er wusste nicht, dass das Portal bestehen bleibt, oder dass man es finden würde. Niemand wusste es. Doch jetzt hat er sich eingelebt, ist der rechtmäßige Wächter der Welten – wenn er jetzt ein Portal öffnet, dann ist es seine Schuld und dann gibt es keine Ausreden mehr. Er rollt sich im Bett auf die andere Seite, schließt die Augen, versucht seinen Kopf wieder frei zu bekommen und zu schlafen. Nach einer gefühlten Ewigkeit des wilden Herumwälzens gelingt es ihm dann auch. Am nächsten Morgen wacht Thunder nach einer eher unruhigen Nacht später als sonst auf: Die Sonne ist schon komplett am Horizont zu sehen und auf den Straßen herrscht bereits morgendlicher Betrieb. Da er heute jedoch nichts Wichtiges vor hat ist ihm dies erstmal egal. Nach seinem üblichen Frühstück im ‚Hay and Clover‘ beschließt er einen kleinen Ausflug zu seinem Lieblingsplatz zu  machen. Dazu begibt er sich zur Stadtmitte und geht von dort aus über die Steinbrücke im Süden, bis er letztendlich bei Fluttershys Hütte ankommt. Er bleibt stehen, dreht sich zur Seite und schaut den Weg, der um das Gebäude herum bis zum dunklen und selbst nach all den Jahren noch bedrohlich wirkenden Eingang zum Everfree Forest führt an. Nachdem er einmal tief durchgeatmet hat geht er los. Fluttershy, welche gerade ihre Tiere füttert, bemerkt ihn.
„Oh – …hey Thunder.“
„*dreht sich verwundert um* Oh, hi Fluttershy. Du kümmerst dich fleißig um deine Tierchen wie ich sehe?“
„Ja… Und äh… was machst du hier…?“
„Einen kleinen Spaziergang. Hab heute nichts Wichtiges zu tun, da wollte ich mir nach längerer Zeit mal wieder eine kleine Auszeit gönnen und einfach ein wenig die Natur genießen.“
„Aber… hier?“
„Wo gibt es mehr Natur als hier?“
„Stimmt… aber das heißt ja, dass du deine Angst vor dem Wald endlich besiegt hast!“
Die Erwähnung der Angst und der Abneigung, die Thunder eigentlich gegen diesen Ort seines Grauens hegt, bringt selbige wieder zurück und es läuft ihm eiskalt den Rücken hinunter.
„Äh… ja, wurde langsam mal Zeit.“
„Das freut mich für dich.“
Eines der kleineren Tiere, welche die ganze Zeit hungrig wartend im Kreis um Fluttershy herum sitzen zieht ungeduldig an ihrer Mähne um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.
„Huch – oh, Entschuldigung meine Kleinen… Dann wünsche ich dir noch viel Spaß bei deinem Spaziergang, ich habe hier noch zu tun.“
Thunder widmet sich wieder dem Wald zu.
„Danke. *leise zu sich selbst* Den werde ich… bestimmt… haben…“
Er benutzt seine Magie um die nähere Umgebung zu erleuchten und geht zielstrebig – er ist in den Jahren öfters heimlich hier her gekommen – zur Lichtung. Die Lichtung auf welcher er vor fünf Jahren unsanft gelandet ist und auf welcher sein Abenteuer angefangen hat. Auch wenn inzwischen schon alles wieder aufgeräumt und sauber und das Gras an allen Stellen nachgewachsen ist, so erkennt man dennoch genau die Spuren der Verwüstung von damals. Noch hinzu kommt Thunders Erinnerung. Durch seine enorme Vorstellungskraft kann er die komplette Geschichte wiedergeben, quasi in die Gegend projizieren – wie ein 3D Film, in dem man rumlaufen kann. Aber es ist halt alles nur für ihn sichtbar, da es ja alles in seinem Kopf stattfindet. Er macht es ständig, damit seine Erinnerung erhalten bleibt. Denn all die Zeit hat ihn eine Frage nicht losgelassen: Diese Szene am Ende, kurz bevor er das Portal sprengt – diese eine Sekunde, bevor sein Magiestrahl das Portal in Stücke reißt, wo die Stimmung seines ehemaligen Freundes noch kurz zu Entsetzen übergesprungen ist - ist es wirklich möglich, dass er im letzten Moment noch zu Sinnen gekommen ist? Oder war es lediglich die Einsicht, dass er verloren hat? Wenn er ihn doch nur fragen könnte… Die Kraft des Strahles war zwar enorm, jedoch in keiner Weise letal – oder zumindest nicht mit Absicht. Während er so darüber nachdenkt kommt ihm Lyras Bitte erneut in den Sinn. Laut Theorie müssten in der Menschenwelt ja höchstens ein paar Tage vergangen sein, also dürften die Ereignisse noch frisch sein. Folglich würde es leicht sein einen Eindruck davon zu bekommen wie er sich so kurz danach verhält. Und zusätzlich könnte er noch Lyra glücklich machen. Als Thunder bemerkt in welche Richtung seine Gedanken gehen schüttelt er sich einmal und versucht so schnell wie möglich das Thema zu wechseln. Aber es nützt alles nichts, egal wie sehr er sich bemüht, es ist schon zu spät. Dieser Gedanke hat sich bereits tief in seinen Verstand eingebrannt und in Kombination mit seinem Bisschen Heimweh dafür gesorgt, dass er das Thema nicht aus dem Kopf bekommt. Ein kleiner Besuch… nur ganz kurz… würde schon ausreichen. Lyra wäre glücklich, ihr Lebenstraum in Erfüllung gegangen und auch seine eigenen Fragen beantwortet. Es wäre ein Klacks. Portal auf, ein kurzer Besuch und wieder weg bevor sie überhaupt wissen was Sache ist. Thunder seufzt. So in Gedanken versunken hat er nicht bemerkt wie die Zeit vergangen ist. Als er wieder zu Sinnen kommt hebt er seinen Kopf und richtet seinen inzwischen auf den Boden gesunkenen Blick gen Himmel, widmet sich dem Vollmond.
„Celestia steh mir bei…“
Da es jetzt sowieso zu spät ist um irgendetwas zu machen beschließt er nach Hause zu gehen und noch einmal eine Nacht darüber zu schlafen – vielleicht verschwindet der Gedanke dann ja wieder, denn irgendein Gefühl sagt ihm, dass diese Idee weiterhin ein schlimmer Fehler ist.
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