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Ein Leben im Internat (MMFF)

von Vico
MitmachgeschichteAllgemein / P12 / Gen
13.11.2015
11.06.2021
58
186.675
6
Alle Kapitel
65 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
11.06.2021 4.228
 
Kapitel 56: Final

Huhu^^

Ich habe wirklich sehr lang überlegt ob ich es tue oder nicht. Nun habe ich mich dazu entschieden, die Story zu beenden... kurz gesagt, es folgt ein Abbruch.
Immer wieder habe ich überlegt, was kann ich noch so in dieser Geschichte mit einbauen... obwohl noch einige Ideen vorhanden sind, war ich doch ziemlich planlos was die Fortsetzung angeht.
Es folgten lange Monate in denen ich einfach nichts schreiben konnte, weil ich nicht wusste wo und wie ich anfangen sollte. Frust, war jedes mal mein Begleiter, weil ich einfach nicht weiter schreiben konnte. Irgendwann sind auch alle anderen Geschichten in Mitleidenschaft gezogen worden, weil der Fust mich begleitet hatte. Diese MMFF war plötzlich der Mittelpunkt und solange ich hier nicht weiterschreiben konnte, solange ruhten auch die anderen Geschichten von mir. Mit hängen und würgen habe ich dann doch noch ein paar Kapitel geschrieben und habe wieder Spaß und Freude empfinden können. Allerdings geriet diese MMFF dann doch zu sehr in meinen Fokus und ich konnte mich einfach nicht mehr auf die anderen Storys einlassen oder konzentrieren. Dabei würde ich wirklich gerne jede einzelne FF fertig schreiben. Ich habe allerdings das Gefühl, solange ich an dieser MMFF arbeite, werde ich mich nie auf etwas anderes konzentrieren können. Lieben tue ich diese Geschichte, die ich zusammen mit euch aufgebaut habe wirklich sehr. Doch es ist unglaublich schwer eine MMFF im Gange zu halten. Unregelmäßige Kapitel, die viel zu viel Zeit in Anspruch genommen haben.
Ich habe immer gesagt: Schreiben ist ein Hobby und keine Arbeit – zumindest bei mir. Leider wurde aus dem Hobby, dann doch so etwas wie Arbeit. Mein Ziel ist es, alle anderen FF´s zu beenden und viele neue Geschichten zu schreiben. So viele Ideen, doch leider keine Zeit. Arbeit, Privat leben, Gesundheit sind bei mir in letzter Zeit ziemlich stressig gewesen und wenn ich mal Zeit hatte, dann habe ich an dieser MMFF gesessen...manchmal konnte ich neue Kapitel schreiben, manchmal viel mir einfach nichts ein.
Ich möchte mich bei jeden einzelnen, der hier mitgewirkt hat oder mich durch Reviews, Empfehlungen oder Privatnachrichten unterstützt hat, bedanken.
Es hat mir mega viel Spaß gemacht, zusammen mit euch, an dieser Geschichte zu arbeiten. Ich mochte jeden einzelnen Charakter und ich hatte unheimlich viel Spaß dabei mir Geschichten mit ihnen auszudenken.
Mein Priorität ist nun bei den anderen Geschichten und deshalb (so wie oben genannt), höre ich mit dieser Story auf.
Mit den jetzigen Charakteren hab ich noch ein Abschlusskapitel geschrieben, damit wir nicht mit leeren Händen (oder Augen) gehen. Da sich ja jeder ein Pairing ausgesucht hat, kommen jetzt die Shipping in den Kapitel vor. Ich hoffe euch gefällt dieses letzte Kapitel und ich hoffe, das es ein guter Abschluss wird.

Macht es gut, meine Lieben <3 Ich wünsche euch alles Gute und wie Billy Boyd sagen würde: The Last Goodbye

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Killua und Tammy hatten die Abschlussprüfungen bestanden. Sie hatten beide ihr Abi in der Tasche. Nun wollten sie studieren und gemeinsam in eine Wohnung ziehen. Illumi, sowie Milluki waren von dieser Idee nicht sonderlich begeistert, aber Tammy und er hatten den Segen ihrer beiden Eltern. Auch wenn Tammys Eltern etwas seltsam waren, so empfand Tammy bestimmt auch seine Eltern als seltsam.
Was Illumi oder seine anderen Geschwister dazu dachten war ihm egal. Er und Tammy waren nun schon seit fast drei Jahren ein Paar. Sie hatten gestritten, gezankt, sich sogar schon mal geprügelt (Killua hat Tammy mit Absicht gewinnen lassen, aber Tammy sah das wohl etwas anders), aber dennoch waren sie zusammen geblieben. Zugegeben, die Prügelei war nur leichtes rumgeschäker, aber daraus wurde zum Schluss ein Kampf, wer der bessere ist. Wenn er gewollte hätte, dann hätte er Tammy locker fertig gemacht, aber sie war ein Mädchen und sie war seine Freundin. Natürlich hatte er sie gewinnen lassen, aber Tammy meinte das sie ihn immer wieder besiegen konnte.
Das war vor zwei ein halb Jahren und seitdem haben sie unglaublich viel erlebt. Haben rumgealbert mit Gon und Kurapika. Haben Freunde verloren, aber auch wieder neue dazu gewonnen.
Der Abschied von Leorio und Kurapika, die beide an renommierten Universitäten studierten, fiel beiden sehr schwer. Leorio, der immer hinterher hing, aber ein großes Herz hatte. Er tat immer so hart und war stur und ein Schreihals, aber tief in seinem inneren war er ein sehr hilfsbereiter Mensch. Deshalb studierte er auch Medizin und schien auch ziemlich gut damit klar zu kommen. Kurapika studierte Jura und hatte ziemlich viel zu tun,aber er hatte es tatsächlich geschafft sie in den Sommerferien zu besuchen. Tammy und er hatten sich dazu entschieden, die Ferien im Internat zu verbringen. Letztes Jahr hatte er Tammy mit zu sich nach Hause genommen. Ein riesiges Anwesen und Tammy war sehr erstaunt wie Killua so aufgewachsen ist. Eigentlich hatte er alles, vor allem nervige Brüder und strenge Eltern. Tammy hatte sich so sehr gefreut endlich mal zu sehen, wo er wohnte, aber auch wenn sie versuchte es sich nicht anmerken zu lassen, war sie sehr nervös gewesen. Seine Eltern waren zwar in der Erziehung streng, aber als sie erfuhren, das er eine Freundin hatte, schienen sie sich zu freuen. Sie begrüßten Tammy herzlich und nahmen sie in der Familie auf. Anders sah es bei Tammys Eltern aus.
Diese schienen sich nicht im geringsten für Killua zu interessieren, was ihn nicht sonderlich störte. Tammy hatte ihn zwar nie mit zu sich nachhause genommen, aber sie hatten Tammy einmal besucht. Es war Elternabend und wenn es der Familie möglich war, dann konnten sie ihr Kind besuchen kommen. Am Abend wurden wichtige Dinge mit den Eltern besprochen (wie sind die Noten, wie hat sie/er sich entwickelt, wie sehen die Zunkunftspläne aus), aber davor gab es eine Feier, bei der man sportliche Aktivitäten verüben konnte, auch mit Familienangehörige und zum Schluss wurde auf den riesigen Hof gegrillt.
Tammys Eltern waren tatsächlich gekommen, was wohl daran lag das es alkoholische Getränke gab, und das kostenlos und Tammys Mutter eine Alkoholikerin ist. Ihre Mutter hatte sogar einen neuen Mann gefunden, der aber auch ein ziemliches Alkoholproblem hatte. Sie hatten nicht wirklich interesse an Tammy gehabt, aber Tammy hat das nicht sonderlich gestört. Sie beide haben fast kein Wort mit ein ander geredet und als sie ihre Mutter anrief um ihr zu sagen, das sie mit Killua zusammenzieht, war die einzige Antwort: Ok.
Tammy hatte nur angerufen, damit ihre Mutter ihr noch die restlichen Sachen aus ihren Zimmer zuschickt, danach wollte sie das Thema Familie erst einmal abhaken. Killua wusste nicht so recht, ob Tammy seine Eltern als anstrengend empfand. Denn Kikyo und Silva waren sehr erfreut darüber, sie kennen zu lernen und boten sogar an, die Wohnung zu bezahlen. Er glaubte das Tammy wohl ziemlich überfordert mit so viel Aufmerksamkeit war. Aber irgendwie fand er es noch witzig. Auch Illumi war nun etwas netter zu ihr und offener, wenn auch immer noch nicht ganz einverstanden, das sie schon zusammen ziehen.
Tammy wurde an einer guten Universität angenommen und studiertt mit ihm zusammen in etwa einem Monat Chemie. Sie hatte ihm mal erzählt, das ihr Vater Chemiker war und sie eventuell in seine Fussstapfen treten will. Sie hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem bereits verstorbene Vater gehabt. Da Kill nicht wusste was er studieren will, schloss er sich Tammy einfach an. Eigentlich sollte er ja Lehrer werden, aber er weigert sich stur wie er nun mal ist, den gleichen Beruf zu erlernen wie der Rest seiner Familie. Eigentlich hätte er alles studieren können, denn er hatte als bester in seinem Jahrgang abgeschlossen. 1,0. war die bestnote und er als einziger hatte sie. Dabei war er nicht einmal ein Streber, aber für das Abschlussjahr hatte er sich tatsächlich mal angestrengt. Tammy hatte mit einem Notendurchschnitte von 1,2 abgeschnitten. Die zweitbeste. Sie war so happy darüber gewesen und als sie dann eine Zusage von der Uni hatte, da flippte sie fast vor Freude aus. Er hatte sich auch dort beworden und wusste: Wenn sie Tammy nehmen, dann nehmen sie auch ihm. Er hätte auch mit Gon studieren können. Dieser trat in die Fussstapfen seines Vaters und studierte Achiologie. Gon verdankte seinen Studienplatz mit Sicherheit nicht seinen Noten, denn die waren grottenschlecht. Sein Vater hatte damals an dieser einen Uni studiert und ein gutes Wort für seinen Sohn eingelegt. Sie haben sich alle geschworen, das sie sich mindestens einmal pro Semester treffen werden. Killua wusste, das das wohl irgendwann unter gehen wird und sie nicht mehr die Zeit haben werden, sich regelmäßig zu treffen. Ob Tammy das wusste konnte er nicht sagen, aber wahrscheinlich wird sie es sein, die ihn daran erinnern wird, mal wieder ihre gemeinsamen Freunde zu treffen. Auch wenn sie ziemlich selbständig und einbisschen kühl wirkt, so hatte sie immer einen Platz für ihre guten Freunde im Herzen.
"Hoffentlich schickt meine Alte die Sachen heute noch los....Ach, ich glaub noch nicht so recht daran. Die muss erst mal ihren Rausch ausschlafen....Oh man, stell dir nur vor, ich muss da nochmal hin und meine Sachen selber holen, weil die Kackpratze das bestimmt vergessen wird", mecktere Tammy und sprach mehr zu sich selbst. Sie packte ein paar Dinge von sich in einem Karton. Er saß auf ihren Bett und sah ihr dabei zu.
Typisch Frauen. Er hatte noch gar nicht angefangen zu packen. Die Wohnung konnte man zwar schon beziehen, aber er wollte die restliche Zeit die ihm noch blieb mit allen gemeinsam im Internat verbringen. Das waren nur noch wenige Wochen, denn die Sommerferien waren schon fast vorbei. Danach musste er sein Zimmer für die nächste Generation räumen.
Einbisschen würde er das Internat vermissen. Aber nur einbisschen.
"Dann lass uns doch zusammen deine Sachen holen", sagte Kill und wollte Tammy damit etwas beruhigen. Er wusste das sie es am liebsten vermeinden würde, bei ihrer Mutter aufzukreuzen.
"Ich hol dann deine Sachen, du musst deine Mutter ja nicht sehen, wenn du nicht willst", gab er noch dazu. Tammy sah ihn an und dann ging sie auf ihn zu und gab ihm einen Kuss auf den Mund.
"Deshalb liebe ich dich so", sagte sie und Killua musste daraufhin lächeln.
´Ja, ich liebe dich auch´, dachte er sich. Er wollte es nicht laut ausprechen. Nicht weil er daran zweifelte oder sich schämte. Er wollte einfach auf den richtigen Augenblick warten. Dann griff er in seine Hosentasche und umschloss eine kleine Schachtel in der ein Ring drin lag. Ein Verlobungsring, für den er sein ganzes Taschengeld was er all die Jahre zusammengespart hatte, ausgab. Man könnte meinen, sie wären noch zu jung zum heiraten,aber Killua war sich noch nie so sicher gewesen.
Irgendwann gab es diesen perfekten Augenblick und auf den wollte er warten.




Es war ein sonniger Mittag und Chrollo und Ritsuko saßen draußen auf der Terasse ihres gemeinsamen kleinen Hauses.
Sie malte etwas auf einen großen Blatt Papier, während er einen Kaffee trank.
Ihre roten langen Haaren fielen ihr über das Gesicht als sie sich nach vorne beugte um etwas mit dem Pinsel zu zeichnen. Ihre grünen Augen waren fixiert auf das was sie tat.
Zu Schulzeiten hatte er sie kaum so konzentriert gesehen, aber das war ja auch schon 2 Jahre her.
Mittlerweile lebten sie zusammen und er hatte sogar einen Job als Lehrer an einer normalen Schule. Frühmorgens bis Mittag unterrichtete er und dann konnte er nach hause fahren. Nicht wie in dem Internat, bei den er bis nachmittags arbeitete und danach noch die Aufsicht hatte und im Internat selbst wohnte.
Das Leben das er damals hatte, war nichts für Anfänger oder schwache Menschen. Man hatte sehr viel aufgeben müssen,aber dafür war der Job gut bezahlt und er hatte viel Entscheidungsgewalt.
Als er und Ritsuko zusammen gekommen sind, war sie sogar noch Schülerin im Internat. Der Direktor fand das ganze zwar nicht so toll, aber er akzeptierte es. Chrollo dürfte auch weiterhin als Lehrer dort tätig sein. Damals war sie 19 Jahre alt als sie in seine Klasse kam. Sie war sehr kompliziert und er hatte viel Mühe mit ihr. Streiche und Regelbrüche waren nicht das einzige was sie sich leistete.Er konnte sie anfangs nicht richtig einschätzen, aber das legte sich nach einer Weile. Er fand heraus das sie tief in ihrem inneren eine liebe, nette Person war, der es einfach an Selbstvertrauen fehlte.
Als sie zusammengekommen sind, war sie 20 Jahre alt und sie war in der 12 Klasse. Er hatte schon des ein oder anderen eine Beziehung gehabt, aber niemals mit einer Schülerin. Für Ritsuko war das alles noch neuland. Anfangs hatte er auch Angst um seinen Job gehabt und auch um sie. Er wollte ihr nichts verbauen oder sie in Schwierigkeiten bringen. Das ganze mit der Beziehung ist zwar von ihr ausgegangen, aber nach und nach hatte auch er Gefühle für sie entwickelt. Der Direktor, der das ganze dann auch noch mitbekommen hatte, weil er sie dabei erwischt hatte, wie sie sich küssten, machte zwar keine große Sache daraus, aber er erlaubte es auch nicht offiziell. Man könne sich eben nicht aussuchen, wem man liebt, sagte er.
Nach Wochen und Monaten des heimlichen liebens, vertraute Ritsuko ihm immer mehr Dinge an und sie schlossen einen Pakt. Ritsuko wollte unbedingt, das sie beide zusammen ziehen und er willigte ein, wenn sie dafür ihr Abitur macht.
Er hatte sie schlussendlich überedet ihr Abitur zu machen und das schaffte sie sogar mit hängen und würgen. Ein ziemlich schlechtes Abi, aber bestanden war nun mal bestanden. Selbst er als Lehrer sah das nicht ganz so eng mit den Noten. Mit den Noten hätte sie wohl nie eine BWL Studium absolvieren können,aber das wollte sie so oder so nicht.
Ihre Familie, von der sie beide nicht viel hielten, wollten das sie an einer renomierten Universität ihr BWL studium machte. Aber selbst er fand das das gar nicht so recht zu ihr passte.
Er sah sie eigentlich eher im sozialen Bereich, als Erzieherin. In einem Heim mit Jugendlichen würde sie vielleicht gut unter kommen. Allerdings war sie nicht jemand, der auf andere zuging. Vor Fremden fing sie sogar manchmal an zu stottern, was nicht schlimm war, aber ihr war es peinlich. Dadurch das sie selbst so ein störenfried in der Schule war, dachte er, sie könne gut mit Jugendlichen die genauso sind wie sie damals. Aber das traute sie sich nicht zu.
Sie zeichnete gern und las viel. Das führte wohl auch dazu, das sie nun in einer Bibliothek arbeitete. Sie sortierte Bücher ein und checkte die Abgabefristen. Kein gut bezahlter Job, aber sie brauchten das Geld auch nicht. Chrollo hatte in der Zeit als Lehrer auf dem Internat unmengen an Geld zusammengespart, das sie sich das Haus leisten konnten. Es war abbezahlt und er als Lehrer verdiente ja auch genug, zwar nicht mehr so viel wie vorher, aber es reichte für alles nötige. Sogar einen Urlaub könnten sie sich leisten, allerdings ist Ritsuko nicht sonderlich gut aufs Fliegen zu sprechen. Ihr Vater sei damals bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen und seitdem war sie kein Fan von Flugzeugen. Er hatte schon überlegt ob sie nicht einfach mit dem Auto irgendwo hin fahren sollten.
Doch dazu kam, das sie sich keinen Urlaub genommen hatte. Das könnte sie kurzfristig zwar noch nachholen, aber sie schien gar keinen zu wollen. Momentan waren Schulferien, weshalb Chrollo die ganze Zeit zuhause war. Allerdings hatte er nicht wirklich frei. Er musste Tests und Arbeiten korrigieren und sich auf den Unterricht nach den Ferien vorbereiten. Das hatte er zwar schon fast erledigt, aber es gab, wenn man Lehrer war, immer etwas zu tun. Er hatte also für einen Urlaub durch aus Zeit, aber Ritsuko schien dies einfach nicht zu wollen.
Vielleicht weil sie kein Ziel hatte, wo sie hin will oder weil sie es gar nicht gewohnt war, Urlaub zu machen.
Dazu kam, das sie Schwanger war. Im fünften Monat.
Vielleicht ist man bei einer Schwangerschaft auch etwas träger, das wusste er nicht. Einen kleinen Bauch hatte sie mittlerweile auch schon und ihr Appetit war ziemlich ungewöhnlich und konstant. Sie wussten sogar, welches Geschlecht ihr erstes Kind hatte.
Ein Junge.
Allerdings hatten sie sich noch nicht für den richtigen Namen entschieden. Ritsuko alberte manchmal herum und gab dem Kind komische Namen. Manchmal wusste er gar nicht, ob es tatsächlich nur ein Scherz war oder ob sie es ernst meinte.
Das Kind war zwar nicht geplant, aber sie hatten sich sehr darüber gefreut, als sie die Nachricht erfuhren. Sie hatten auch gleich ihren Schwiegereltern bescheid gesagt, allerdings waren die Ravens nicht sonderlich begeistert davon. Ritsuko hatte es gleich für eine schlechte Idee gehalten,aber Chrollo hatte darauf bestanden. Auch wenn es sie nicht interessierte oder sie es schlecht fanden, sollte man es den Eltern erzählen. Leider würde das Kind nur Ritsukos Eltern als Großeltern haben. Chrollos Familie war schon lange tot. Sie wurden damals überfallen und bei einer Messerstecherei tötlich verletzt.
Dadurch ist er auch in ein Heim gekommen, gemeinsam mit Machi, Nobunaga und Uvogin. Bis heute sind das seine besten Freunde und auch wenn er nicht mehr auf dem Internat arbeitet, so hielten sie den Kontakt. Einmal im Monat hielt Uvogin eine Saufparty ab, bei dem Chrollo sich mehr zurückhält, da er kein sonderlicher Fan von Alkohol und seinen Folgen ist.
Vor etwa zwei Wochen hatte er Machi bei ihren Umzug geholfen und Nobunaga hatte ihren Garten schön eingerichtet. Ritsuko war gleich wieder auf krawall gebürstet,aber Chrollo konnte sie davon abbringen, dem Gärtner einen bösen Streich zu spielen.
Er war glücklich, so wie sein Leben gerade ablief. Er hatte eine tolle Frau und einen guten Job, alle drei waren gesund und es gab nichts was er sich mehr wünschte. Außer vielleicht einen Urlaub.




Mittlerweile war das schon sein drittes Glas Bourbon. Obwohl er prinzipiell nicht sonderlich viel trank und Alkohol auch nicht gewohnt war, war er immer noch nüchtern. Aber heute war irgendwie so ein Tag, den er gerne vergessen möchte. Seine Schüler aus der 13. Klasse hatten heute ihr Abitur bekommen und das ganze gefeiert. Leider endete diese Feier, die er ausnahmsweise genehmigt hatte, auf Wunsch des Direktor hin, mit einen Brand, einer Schlägerei und einem Komasaufen. Alles Dinge die normalerweise nicht in seinem Alltag passierten. Ein paar seiner Schüler befanden sich im Krankenhaus und ein paar andere bei der Polizei wegen des Brandes. Er als Aufsichtsperson war leider abgelenkt gewesen von einen bestimmten, ehemaligen Schüler. Fin Kami. Mittlerweile seine dritte Uni. Erst hatte er Jura studieren wollen, dann gefiel ihm das nicht und er wechselte zu einem Medizin studium. Das gefiel ihm aber auch nicht und nun studierte er Mathematik. Was auch immer er damit anfangen wollte, aber Illumi wusste, das er auch dieses studium abbrechen würde.
Dieser junge Mann war mittlerweile kein Schüler mehr, aber er wusste immer noch nicht, was er mit seinem Leben anfangen sollte. Aus vermutlich langerweile hatte er ihn heute besucht und war ihm ziemlich auf die Nerven gegangen. Dadurch konnte er, Illumi Zoldyck, leider nicht wie geplant die Aufsicht über diese dubiose Abschiedsparty machen.
Fin Kami war der Meinung, so zu tun, als wären sie zusammen. Illumi sah das ganze etwas anders. Er war weder Hetero- noch Homosexuell, noch interessierte er sich sonderlich für Beziehungen. Zwar würde er sich nicht als Asexuell betiteln, aber es kam dem schon sehr nahe.
Illumi zahlte und verließ dann die Bar. Es war mittlerweile schon Mitternacht vorbei und er wollte nach so einen frustrierenden Tag einfach ins Bett und ihn schnell vergessen.
Obwohl er Alkohol getrunken hatte, entschied er sich dafür mit dem Auto zurück ins Internat zu fahren. Der Weg war kurz und er traute es sich zu....außerdem ging es mit dem Auto schneller. Auch er war jemand, der sich nicht unbedingt an Gesetze hielt. Er konnte es verantworten.
Die Fahrt war schnell vorbei, denn nicht einmal 1 Kilometer weiter, war auch schon das Internat. Er parkte sein Auto und ging dann in das Gebäude rein. Auch wenn man es ihm nicht ansah, so freute er sich schon auf sein Bett.
Er achtete auch nicht sonderlich darauf, keinen Krach zu machen. Prinzipiell war er jemand, der so oder so nicht viel Lärm verursachte. Ungewolltes Anschleichen beherrschte er ziemlich gut.
In seinem Zimmer angekommen, putze er sich noch die Zähne und zock sich die Schuhe und die Socken aus bevor er sich ins Bett legte. Man, war er müde.
"Da bist du ja", sagte jemand, kaum hatte er sich ins Bett gelegt.
"Hä?", schreckte er auf und blickte in heterochrome Augen. Eines war grün und das andere braun.
"Was machst du denn hier?", wollte Illumi wissen. Fin Kami lag doch tatsächlich in seinem Bett.
"Na ich habe auf dich gewartet", gab der Jüngere zu ohne einen Anflug von Schuld. Als wäre es das normalste der Welt. Illumi wollte gar nicht wissen wie diese junge Bursche in sein Zimmer gekommen war.
"Du solltest nicht hier sein", sagte Illumi. Er war viel zu müde um sich jetzt noch mit jemanden zu streiten, geschweige zu diskutieren. Fin los zu werden, wäre ein Kampf und würde ihn unzählige Minuten seines Lebens kosten.
"Aber ich war so einsam", sagte Fin theadralisch. Illumi wusste das er es nicht ernst meinte, sondern nur rumalberte. Er legte sich wieder in sein weiches Bett und versuchte den Jungen zu ignorieren. Nicht auszumalen, was geschehen würde, würde man Fin hier entdecken. Doch Illumi merkte plötzlich das der Alkohol doch eine Wirkung auf ihn hatte... oder vielleicht war es auch das alter. Er war es nicht mehr gewohnt und war es leid sich mit so etwas rumschlagen zu müssen. Er drehte sich weg von Fin und versuchte tatsächlich einfach zu schlafen, während Fin auch im Bett lag. Vielleicht würde er dann aufstehen und gehen, wenn er merkt das Illumi ihn nicht mehr beachtete.
"Hey, nicht schlafen....wach bleiben....hey....", kam es immer wieder von dem Jüngeren und ab und zu stupste er Illumi in die Seite. Wahrscheinlich um ihn zu ärgern oder ihn zumindest wach zu halten. Dann wurde es still. Illumi merkte das er bald einschlafen würde. Kurz bevor er tatsächlich einschlief, legte Fin einen Arm um ihn und kuschelte sich an ihm heran. Er hätte ihn am liebsten aus den Fenster geworfen oder ihn zumindest erschlagen. Niemals hätte Illumi so etwas zugelassen. Doch er war zu müde und angetrunken. Man könnte meinen, das Fin die Situation ausnutzte. Es war auch nicht so, das Illumi sich nicht hätte wehren können. Aber er hatte einfach keine Lust. Deshalb ließ er Fin gewehren, sofern dieser nicht noch weiter geht.
Von Fin kam nichts mehr. Nach kurzer Zeit schlief auch er und Illumi hatte sich die ganze Zeit noch wach gehalten.
Warum war der Junge so vernarrt in ihm? Illumi hatte nicht viel für andere Menschen übrig, außer seiner Familie. Er würde von sich behaupten das er nicht mal wirklich Freunde hatte. Hisoka und einige anderen waren zwar enge Bekannte, mehr aber auch nicht. Es war nicht so das er keine wollte. Er bemühte sich einfach nicht um so etwas und er hatte auch kein Interesse. So wie an Beziehungen.
Es gab schon des ein oder andere mal, da hatte er eine Beziehung. Sie hielt nicht lang und war nicht von Verliebtheit geprägt. Zumindest von seiner Seite aus.
Er war wohl schwierig als Person, denn er ließ kaum jemanden an sich ran.Es war kein Schutz oder etwa eine Mauer die er um sich baute. Er hatte keine Angst von anderen verletzt zu werden oder ähnliches.
Sein Bruder, Killua, fragte ihn mal was er so mochte. Illumi antwortet das er seine Familie mochte. Killua fragte ihn dann, ob er seine Familie über alles liebte und Illumi bejahte dies. Kill schien davon nicht wirklich überzeugt, denn er sagte, das Illumi gar keine Liebe empfinden kann.
War dem wirklich so?
Konnte er wirklich nicht lieben....
Es war nichts worüber er sich Sorgen machte, aber manchmal fragte er sich wirklich, warum er nicht lieben konnte. Es gab Situationen bei denen er gar nichts fühlte. Und Fin wollte bestimmt jemanden... oder besser gesagt, er brauchte jemanden, der etwas fühlen konnte. Der offen seine Gefühle mit ihm teilte. So jemand war er aber nun mal nicht.
In dem Augenblick als er sich zu Fin umdrehte und ihn ansah, wachte dieser plötzlich wieder auf.
Kurz stöhnte er leise auf und blinzelte ein paar mal, bis sein Blick den von Illumi traf.
"Was guckst´n so?!", sagte er verschlafen. Es schien als hätte Fin vergessen, das er gerade unerlaubt bei Illumi im Bett schlief...oder geschlafen hatte.
Doch Illumi wusste es besser. Fin hatte es nicht vergessen, sondern er war von natur aus so frech. Das nervte ihn am allermeisten. Es zeigte ihn, wie unreif Fin eigentlich noch war.
Ohne etwas darauf zu antworten drehte Illumi sich wieder um.
"Hey, nicht schlafen. Wach bleiben", sagte Fin und stubste ihn immer wieder in die Seite.
´Das hatten wir doch schon´, dachte sich Illumi und er wusste, das er Fin nur ein paar Minuten ignorieren musste, und dann würde er wieder einschlafen.
Dies geschah auch in wenigen Minuten und auch Illumi war kurz davor, seine Augen zu schließen. Diese Nacht würde er Fin hier übernachten lassen, aber morgen früh war der Junge besser weg.
Das Illumi sich das viel zu einfach vorstellte, war ihm in diesem Augenblick nicht klar. Fin würde noch länger bei ihm bleiben, als es ihm lieb war.
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