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The truth about Varia and Eve Part 8 - Die finale Schlacht

GeschichteDrama, Angst / P18 / MaleSlash
13.11.2015
15.08.2017
8
19.001
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Als Tadashi seine Hand von Varia nahm, sah Gabrielle die Tränen in deren Augen.

„Eine wirklich erstaunliche Geschichte, ich sah selten zwei solch stark miteinander verbundene Seelen.“, sprach der Alte und setzte sich zurück an seinen Platz.

„Tadashi, was meinte der Krieger damit, dass es begonnen hat?“, Varia wischte sich die salzigen Tropfen fort.

„Es gibt ein starkes Ungleichgewicht, verursacht durch die Seelen der Verdammten selbst. Nur wenigen ist es möglich dies zu spüren. Die Seele, die Eure so schmerzlich vermisst wird für ein Massensterben sorgen. Ein grausames Ereignis steht bevor, das die gesamte Welt für immer verändern wird, es wird sie prägen und die Ordnung in Chaos verwandeln.“

„Wir müssen mit den Göttern dieses Landes reden, wir vermuten, sie wissen nicht um das bevorstehende Ereignis.“

„Mit Sicherheit nicht. Doch mit den Göttern unseres Landes in Kontakt zu treten ist nicht einfach, man muss sich als würdig erweisen, um sie zu sehen.“, Tadashi bewegte das Kästchen in seinen Händen hin und her.

„Was muss man tun, um sie zu sehen?“

„Nur die Mutigsten wagen diese Prüfung, Ihr müsst nicht nur mit irgendeinem Gott reden. Nein. Ihr müsst Izanagi und Izanami selbst treffen. Eine schwere Aufgabe. Hier ist es nicht so, wie in Eurer Heimat. Wir besuchen auch unsere heiligen Stätten, doch nur um Opfer darzubringen und Gebete, von denen wir hoffen, dass jemand sie erhört. Unsere Götter zeigen sich nie, sie überbringen Nachrichten durch ihre Gesandten, während Eure Götter sich oft denen zeigten, deren Flehen sie erhörten. Wir brechen morgen früh auf.“

„Warum nicht heute Nacht? Wir haben keine Zeit mehr!“, Varia war aufgesprungen, doch Tadashi schien unbeeindruckt von ihrem Verhalten.

„Ihr versteht nicht, niemand reist in der Nacht durch die Wälder, die Tore Yomis stehen weit offen. Ihr habt keine Ahnung welche Wesen sie beinhaltet, wenn Ihr denkt, das die Kreaturen, die in Eurem Land wüten, tödlich sind, wartet bis Ihr seht, was durch die Dunkelheit der Wälder schleicht.“

„Woher wisst Ihr...“

„Als ich Euch eben berührte, sah ich das Leid, welches diese Dämonen angerichtet haben.“

„Die Unterirdischen haben fast mein ganzes Volk ausgelöscht.“, zischte Varia und ballte die Hand zur Faust.

„Ihr hattet noch Glück, immerhin gibt es noch Amazonen. Andere Völker verschwanden über Nacht, ausgelöscht für immer durch diese bestialische Brut. Niemand erinnert sich an sie, denn die Unterirdischen, wie Ihr sie nennt, vergraben alles in der Erde und töten somit nicht nur das Volk, sondern auch seinen Namen.“

„Wie nennt Ihr diese Wesen?“, Gabrielle rutschte neugierig näher, während Varia sich seufzend wieder setzte.

„Ich weiß um Eure Unruhe, Varia. Ich kann sie spüren. Eure Angst lähmt Euch, weil Eure Seelen miteinander reden. Das ist nur natürlich, doch es nützt uns nichts, wenn Ihr heute Nacht sterbt, dann ist alles verloren. Heute leben, morgen kämpfen.“, geschlagen und müde hob die Königin die Arme, „... Ihr müsst bei Kräften bleiben, esst...versucht es wenigstens. Für das was Euch bevorsteht, braucht Ihr alle Kraft und Mut, den es gibt.“

„Iss etwas.“, Sahlia schob ihrer Schwester ein Schüsselchen vor die Füße, die es widerwillig annahm. Zufrieden beobachtete Tadashi die Amazone, deren Hunger mit jedem Bissen zu wachsen schien.

„Gabrielle, Ihr seht aus, als könntet Ihr ihr eine gute Geschichte zu schätzen wissen.“, er schaute sie wartend an.

„Das ist lange her...“, flüsterte sie, als sie kurz an die ersten gemeinsamen Jahre an Xenas Seite zurückdachte.

„Ich erzähle Euch eine Geschichte und Ihr zeigt mir, was Ihr verbergt, seit dem Ihr mein Haus betreten habt.“, er wies auf seine Hand und dann auf ihren Kopf, was bedeutete, dass er einen Blick in ihre Seele werfen wollte.

„Ihr seid sehr aufmerksam. Ich willige ein.“, sie senkte den Kopf und Tadashi tat es ihr gleich.

„Die Sage des wandernden Volkes ist über Jahrhunderte überliefert, doch nur wenige, denen diese dämonische Macht zuteil wurde, kannten die Wahrheit. Und jene, die davon wussten, waren zu berauscht sie als Waffe gegen die eigenen Feind zu benutzen, anstatt derem Treiben für alle Ewigkeit ein Ende zu machen.“, Sahlia rückte etwas näher zu Varia, die ihren Arm um das junge Mädchen legte, „... ich kann die Furcht in Euren Augen sehen, Sahlia. Es war immer Furcht, die diese unaufhaltsame Armee der Finsternis auslöste, als sie auf Befehl desjenigen mordeten, der die schwarze Statue besaß.“, sofort wurden Varia und Gabrielle hellhörig, „...ja. Ihr kennt die Statuen nur zu gut, denn Ihr hütet die Weiße, nicht wahr? Königin der Amazonen.“

Als Varia nur nickte...

„Einst lebte ein rücksichtsloser König, er regierte sein Volk kriegerisch und war getrieben von Machthunger. Als er seine Liebe einem einfachen Mädchen schenkte, begann er damit sein Reich dem Untergang zu weihen. Er warb um das schöne Kind, doch es wies all seine Bemühungen von sich. Er versuchte es mit Geschenken, mit Drohungen, doch es half nichts. Die Magd blieb standhaft, in Liebe zu jenem Mann, der ihr reines Herz hielt. Verzweifelt wandte er sich an seine engste Vertraute, die Hohepriesterin der Stadt, die ihm offenbarte, dass die junge Frau einen Anderen begehrte. Seine Wut wuchs ins Unermessliche, von Eifersucht getrieben, beschloss er sich des Widersachers zu entledigen, doch die Priesterin warnte ihn davor. Sie sagte, dass dieses Mädchen in Wahrheit eine mächtige Zauberin sei, sie erklärte ihm dass er, sollte er den Mann töten, alles verlieren würde, was er liebte. Doch er ging beinahe an seiner Lust zu Grunde. Um dies zu verhindern und aus Sorge, um all die Menschen seines riesigen Reiches, entsann sie eine List. Sie braute einen Trank und schärfte dem liebeshungrigen König ein, dem Mädchen diesen heimlich unterzumischen. Das Gebräu, so warnte sie erneut, würde nur dann seine langsame Wirkung entfalten. Sie mahnte ihn, in dieser Zeit niemanden dem Tode zu weihen oder einen anderen Menschen zu töten, sollte er dies tun verliere der Trank die Wirkung, übe er sich jedoch in Geduld würde er bekommen, nach was er sich so schmerzlich sehnte.“

„Unfassbar!“,entwich es Sahlias, die vollkommen gefesselt Tadashis Worten lauschte.

„Doch das Warten wurde für ihn zur Qual. Es verging viel Zeit, nachdem der er dem schönen Kind ungesehen die Flüssigkeit angeboten hatte. Eines Tages kehrte er von der Jagd zurück und erblickte sie in den Armen ihres Mannes. Außer sich vor Wut schrie er die Priesterin an und beschuldigte sie, dass ihr Gebräu unwirksam sei. Sie bat ihn um weitere Tage des Ausharrens, doch sein Drang wurde zu groß. Am nächsten Tag sah er beide auf dem Marktplatz stehen, sich küssend und in den Armen haltend, geblendet von Wut und Eifersucht tötete er ihren Geliebten mit einem Stich ins Herz. Schreiend und weinend beklagte die Frau dessen Tod. Doch er riss sie brutal an sich, verschleppte sie und sperrte sie in einen der großen Türme seiner Burg. Blind vor Liebe raubte er ihr des Nachts brutal ihre Unschuld. Als er am nächsten Morgen endlich von ihr abließ, belegte sie ihn mit einem schrecklichen Fluch, sie sagte, so ist es überliefert:

Eure Haut soll blass wie die eines Toten sein und Eure Augen sollen nie mehr die Schönheit der Welt erblicken. Nur Eure Ohren werden Euch den Klang der Irdischen mitteilen, zu welchen Ihr niemals mehr zählen werdet! Euer Herz wird für immer schmerzlich schlagen und Euch an diese grausame Tat erinnern. Dein mein König sei die Erde auf ewig, dir und deinem Volk gehört die Dunkelheit. Die Lust nach Fleisch soll dein einzig Begehren sein, denn der Tod wandelt von nun an, an deiner Seite. Nie mehr sollst du lieben und du wirst anderen dienen, wann immer sie es wollen…

Sicherlich ist Euch im Kampf die Ähnlichkeit der Körper der Kreaturen zu dem eines Menschen aufgefallen?“, Tadashi sah fragend in die erschrockenen Gesichter der drei Frauen.

„Ja, doch sie sind etwas größer und bei Weitem kräftiger.“, flüsterte Gabrielle, die noch immer verarbeiten musste, was sie da hörte.

„Wie geht es weiter?“, fragte Sahlia ungeduldig. Etwas, das Tadashi lächelnd zur Kenntnis nahm.

„Der König belächelte sie jedoch nur, ein schwerer Fehler, denn am Abend danach fand er sie tot auf dem Boden liegend. Sie hatte sich mit ihrer Haarnadel die Lebensader am Arm aufgetrennt und verblutete qualvoll. Neben ihr fand er die schwarze Statue. Man sagt sich, dass ihr Geist bis in alle Ewigkeit in ihr wohnt, das Volk und den König durch die Nacht treibt, von Rache erfüllt und sie zwingt zu töten, bis heute. Nur die Hohepriesterin wurde dank ihrer eigenen Magie von dem Fluch verschont, sie war es, die jene Worte, jene Sage die ich jetzt erzähle, niederschrieb und dafür sorgte, dass sie den Menschen helfen würde den König zu töten, doch die Gier der Menschen war zu groß und ihre Hoffnung vergebens. Doch sie hatte Mitleid mit jenen, die in Zukunft auf die Armee des Königs treffen würde und erschuf als letzten Akt der Liebe zu ihrem Volk die weiße Statue, damit die wilde Horde in tiefen Schlaf gelegt werden konnte. Und somit schuf sie auch das Mittel zu deren Vernichtung.“

„Aber die Unterirdischen sind sterblich. Wie konnten sie so lange überleben?“

„Das sind sie. Das Urvolk existiert lange nicht mehr. Sie vermehren sich untereinander, denn wie Ihr wisst, gibt es Tausende von ihnen.“

„Und der König?“

„Ah! Jetzt wird interessant. Nun er allein ist unsterblich, dazu verdammt für immer zu leiden, das ist der eigentliche Fluch der Zauberin. Sein Volk war nur zum Tode verurteilt, jenes Volk, welches lange ausgestorben ist, eben jenes Urvolk, Ihr versteht? Ihr habt ihn bestimmt schon einmal gesehen.“, jetzt war es Tadashi, der beinahe lauernd in die Runde blickte.

Sekunden der Stille vergingen, bis...

„Oh bei Artemis!“, rief Varia entsetzt, was dafür sorgte, das Gabrielle und Sahlia sie mit offenem Mund anblickten, „...die riesige Kreatur auf der Thaires saß, als die Unterirdischen uns zu der Klippe drängten.“

„Das ist der König?!“ quietschte Sahlia laut, halb fragend, halb gelähmt der Erkenntnis wegen, die sie mit voller Härte traf.

„Es gibt einen Weg sich der Wanderer für immer zu entledigen. Nur wenn beide Statuen zerstört und mit warmem Blut übergossen werden, wird er sterblich und sein Volk erlöst.“

„Warum erzählt Ihr uns das?“, fragte Gabrielle, die sich als Erste wieder gefasst hatte.

„Vor vielen Jahren, lange bevor es Euch gab, verlor ich die Menschen, die ich liebte durch den König und sein Gefolge. Ich schwor mir, sollte ich jemals wieder auf jemanden treffen, der die Unterirdischen, die Wanderer überlebt, ihn an meinem Wissen teilhaben zu lassen. Wisst, die Macht der Erkenntnis und des Mutes befähigte uns Sterbliche schon immer dem Schicksal entgegen zu treten und ihm ein Schnippchen zu schlagen. Jetzt seid Ihr dran.“, damit schien das Gespräch für ihn zu Ende zu sein, wartend hob er die Hand und Gabrielle kam seiner stummen Bitte nach...


(xxx)

Unterdessen in Griechenland...


„Aphrodite, denk nach!“

„Das tue ich ja!“, verteidigte sich die Göttin halbherzig.

„Es muss einen Weg geben.“

„Ich würde dir ja gerne helfen, doch ich kann hier nicht weg.“, sie hielt Xena die Hand mit dem Ring vors Gesicht.

„Hast du noch irgendetwas hier, was mir helfen könnte?“

„Nein, ich hatte nur den Krug.“

„Weißt du von anderen Artefakten?“

„Also ich...ich...“

„Aphrodite!!!“

„Es gibt etliche. Nur dauert die Reise dahin länger als wir Zeit haben, du würdest es, selbst zu Pferd, wenn du die Nächte durchreitest, nicht schaffen, zudem sind diese göttlichen Dinge immer mit Ungeheuern oder schweren Prüfungen verknüpft.“

„Verflucht!!“

„Xena, es tut mir leid...“, Aphrodite senkte geschlagen den Kopf.

„Wir haben keine Zeit mehr! Meine Tochter wird sterben! Es muss einen Weg geben!“, wütend lief die Kriegerin auf und ab.

„Xena...“

„Warte!“

„Hm?“

„Du hast gesagt, nur ein Gott könnte den Ring von deinem Finger lösen?“

„Ja...“, flüsterte sie traurig.

„Und, dass der Ring dich hier hält, du deine Kraft aber nicht gebrauchen kannst?“, hakte Xena nach.

„Das sagte ich doch!“

„Das bedeutet, ist der Ring ab, hast du alle deine Kräfte wieder und könntest dich von dem Tempel lösen, um mich nach Higuchi zu bringen?“

„Ganz genau.“

„Aphrodite...“, Xena ging langsam auf die blonde Frau zu.

„Ja?“, man könnte die Angst in deren Stimme hören...

„Du bist eine Göttin...“
 
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