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The truth about Varia and Eve Part 8 - Die finale Schlacht

GeschichteDrama, Angst / P18 / MaleSlash
13.11.2015
15.08.2017
8
19.001
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28.11.2016 1.845
 
Im Inneren des geleeartigen Gebildes war es angenehm warm. Mit Faszination standen Sahlia und Gabrielle an der Außenhülle und beobachteten die Umgebung. Hunderte Fischschwärme zogen an ihnen vorbei, sie erkannten große Rochen, die im Wasser vorbeizufliegen schienen, riesige Riffe taten sich unter ihnen auf, geschmückt mit bunten Pflanzen, die sich in der Strömung hin und her wiegten. Überall tummelte sich das Leben in unfassbarer Artenvielfalt. Als Calypso tiefer nach unten tauchte wurde das Licht fahler. Sie schwamm durch gigantische Unterwasserhöhlen, in denen es ebenfalls vor Lebewesen, die sie nie zuvor gesehen hatten, wimmelte. Monströse Fische mit langen, scharfen Zacken auf dem Rücken und gewaltigen Mäulern, die nach allem schnappten, das dumm genug war, sich ihnen zu nähern, streiften gelegentlich die Wände ihres maritimen Transportmittels.

Plötzlich drang eine dumpfe Stimme an ihre Ohren...

„Wohin, Sterbliche?“

„Mir müssen zu einer Stadt namens Higuchi. Sie liegt am anderen Ende der Welt, im Land der aufgehenden Sonne.“, antwortete Gabrielle.

„Ich kenne diese Gewässer, wie alle dieser Erde. So sei es...“, danach wurde es still.

Mit Sorge beobachtete Gabrielle Varia. Die Königin war blass und von unendlichem Kummer gezeichnet. Sie hockte in einer Ecke und hatte kein Auge für die Schönheit um sie herum. Für Gabrielle war ihr Schmerz fühlbar, sie hatte nicht vergessen, was damals mit fast Eves Seele geschehen war, als Varia ihr Gedächtnis verlor und sich von ihr abgewandt hatte. Dank Xena, die es schaffe, Varia die Wahrheit zu zeigen, konnte diese Eves Seele vor dem Austritt aus ihrem Körper bewahren. Genau wie sie und Xena waren Varia und Eve seelenverwandt, eine schwere Bürde...

Wenn Eve wirklich gegen Xena ausgetauscht werden sollte, würde Varia es spüren, wenn deren Seele starb... und so wie Varia aussah, hatte der Prozess bereits begonnen...

(xxx)

„Was ist nun?!“, brüllte Ares wütend, doch die Kreaturen lachten weiterhin nur schrill und tanzten um ihn herum. Doch plötzlich fingen sie an zu jaulen und zogen sich in kriechender Position zurück. Kurz darauf nahm Ares eine dunkle Silhouette wahr, die sich ihm langsam näherte. Die Figur trug ein fremdartiges Gewand mit undefinierbaren Schriftzeichen, die Ares so noch nie gesehen hatte. Schwarzer Nebel umgab die Gestalt, die ihn fast erreicht hatte. Trotz seiner Göttlichkeit flößte ihm die Erscheinung Angst ein und er brauchte nicht lange um zu verstehen, wer ihm da jetzt so nahe kam.

„Ihr habt Wort gehalten, Gott des Krieges...“, Yama stellte sich direkt vor ihn und blickte ihn aus zwei rotglühenden Augen an, „...ihre Prüfung ist beendet und sie hat sich als würdig erwiesen, folgt mir...“, einer seiner etlichen Arme wies nach vorne. Ohne eine Antwort abzuwarten wandte Yama sich ab. Überall um ihn herum verbargen sich die widerlichen Rachegeister ängstlich in den Spalten dunkler Höhlen oder verschwanden unter den Toten, von dessen Fleisch sie vorher noch gezerrt hatten. Yama führte ihn in ein riesiges Gewölbe, die Wände glänzten in grün-violettem Licht, dessen Quelle Ares nicht ausmachen konnte. Erst als der Gott der Unterwelt stoppte und zur Seite trat, sah er wovon dieses unnatürliche Leuchten ausging.

Auf einem steinernen Podest stand Eve, umrankt von drei schlangenartigen Gebilden, die sich in ihre Haut gebohrt hatten und sie auszusaugen schienen. Ab und an bewegten sich ihre langen Körper in wellenförmigen Zuckungen.

„Was tut Ihr mit ihr?“, fragte Ares.

„Ihre Seele wird die Anderen, welche mir Izanami und Izanagi auf so hinterlistige Art verweigerten, zu mir bringen.“, fauchte er wütend.

„Ihr redet von den 10.000 Opfern des Brandes, den Xena vor vielen Jahren verursachte?“

„Ja...“

„..........“

„Ihr versteht es nicht, nicht wahr?“

Ares schüttelte nur mit dem Kopf.

„Ich werde es Euch erklären, sodass selbst Ihr es verstehen könnt. Gott des Krieges, hier im Land der aufgehenden Sonne ist es anders, als in Griechenland. Auch hier gibt es eine Art elysische Gefilde und die Unterwelt, mein Reich. Ich wäre der Hades Eures Landes und doch bin ich bei Weitem mächtiger. Jede Seele muss hier sich einer Prüfung unterziehen, deren die oberen Götter im Wechsel beiwohnen. Wird sie für rein, mutig und tapfer befunden, bleibt Ihr Yomi erspart und damit ewiges Leid. Nicht wie bei Euch, dort kamen die reinen Seelen zu den elysischen Gefilden, die unreinen in den Tartaros, ohne Prüfung, ohne Verhandlung. Eine sehr einfache Prozedur...“

„Ich verstehe...“

„Jede Seele ist entweder gut oder böse... durch die Auslese entsteht ein Gleichgewicht zwischen mir, Izanami und Izanagi. Je mehr gute Seelen es gibt, desto schlechter ist es für mich und umgekehrt. Doch bei den 10.000 Opfern war es anders. Sie starben ungewollt, Xena löste einen Brand aus, von dem sie nichts wusste. Ihre Seele war damals noch voller Hass, dennoch geschah dieses Ereignis nicht aus Absicht, was es schwierig machte, alle Seelen zu prüfen. In solch einem besonderen Fall galt ein klares Gesetz...“

„Galt?“

„Nun, Ares. Jede Seele hat sich bis zu ihrer Prüfung zu mir, nach Yomi, der Unterwelt zu begeben und hier auszuharren, bis die obersten Götter ihre Entscheidung fällen. Doch ich war nicht bereit all die reinen Seelen wieder frei zu geben und ging mit den Göttern ins Gericht. Da Xena zu diesem Zeitpunkt auf der dunklen Seite stand, hatte ich eine Chance zur Verhandlung. Ich bereitete mich vor, etwas das Jahre dauerte. Endlich trug ich vor allen Göttern mein Anliegen vor und gewann gegen Izanami, was diesen sehr wütend machte, doch die Götter verfügten, dass, wenn Xena jemals die Wahrheit erfahren würde und sich freiwillig opferte, mir die Seelen aberkannt werden würden. Nach meinem Verrat ihm gegenüber, änderte Izanami seine eigenen Gesetze, damit so etwas nie wieder geschehen konnte...“

„Verständlich...“

„Was soll ich sagen, ich denke, ein Mann von solcher Durchtriebenheit wie Ihr, kann mich da sehr wohl verstehen...“

„Ohne jeden Zweifel...“, Ares lachte boshaft.

„Doch ich unterschätzte die Jahre der Ruhe. Irgendwann gelang es einer Seele sich von hier zu lösen. Ich bin mir sicher, das es Izanami selbst war, der sie heimlich befreite, denn nur ein Gott kam Yomi betreten und unbeschadet wieder verlassen. Der Name der Seele war Akemi...“

„Die Frau, die Xena rief?“

„Ja...“, zischte er wütend, „...genau diese eine Seele, die ich so hütete, wurde befreit, jene, die Xena rufen konnte, jene, die dafür sorgen konnte, dass die Kriegerin von dem Brand und dem Schicksal aller erfuhr. Ich schickte Yodoshi, den Seelenfresser, doch es half nichts, Xena starb freiwillig, tötete Yodoshi und hielt ihre Gefährtin davon ab, ihre Asche in die Quelle des Lebens zu streuen. Es ging sehr schnell, nie hätte ich einer Sterblichen solchen Mut zugetraut.“

„Glaubt mir, jeder unterschätzt Xena. Sie ist einzigartig.“

„Der Deal ist sehr riskant. Xena zurückzuholen ist gefährlich und doch war es die letzte Möglichkeit...“

„Könnte sie unser Vorhaben scheitern lassen? Was wäre, wenn sie erneut den Tod sucht und versucht ihre Tochter zu retten, oder gar, Eure geliebten Seelen?“

„Das ist nicht möglich...“, er grinste diabolisch.

„Erklärt mir das...“

„Xena opferte sich damals freiwillig, etwas das hier in meinem Lande einen hohen Stellenwert hat, denn Xena nahm ihr Schicksal an und verließ ihre Seelenverwandte, um die Anderen zu retten. Natürlich nahmen Izanami und Izanagi dieses große Opfer mit Freuden an, allein um mir zu schaden. Kaum war Xena tot, verschwanden alle meine schönen Seelen, um ein unbeschwertes Dasein zu fristen, Izanami gewann erneut und sorgte dafür, dass ich mich in Schande winden musste. Ich kann seine Gesetze nicht brechen, doch dank Euch, Ares, kann ich sie bis zur Unkenntlichkeit verbiegen. Auch ich kann mit unfairen Mitteln spielen. Es wird Zeit den Göttern eine Lektion zu erteilen!!!“, brüllte er, „...da Xena wieder unter den Lebenden weilt, kann sie nur einmal zurückkehren, selbst wenn sie sich umbringt, kann sie nur eine Seite retten, versteht Ihr?“

„Ich denke, ja.“

„Izanamis Gesetz ist hart. Entweder sie opfert ihre Seele erneut für all die Opfer des Brandes oder aber für ihre eigene Tochter, deshalb war Eve so wichtig für mich. Ich habe ein Druckmittel, denn vorher tat Xena es nur für all die reinen Gemüter an dessen Tod sie schuld war, doch da gab es Eve noch nicht...“, er lachte laut, „...es ist unmöglich beide zu retten.“

„Habt ihr nicht etwas vergessen?“

„Ihr meint Varia?“

„Sie ist die Seelenverwandte Eves. Was ist, wenn sie sich für Eve in den Tod begibt?“

„Das ist unmöglich. Izanami und Izanagie werden nicht zulassen, dass eine gleichgestellte Seele sich für eine andere in mein Reich begibt. Varia ist stark, dennoch nicht vom selben Blut. Selbst wenn sie Eves Platz einnehmen würde, könnte sie die Verstorbenen Higuchis nicht vor mir schützen. Eve ist bei Weitem nicht so kraftvoll wie Xena, doch dank ihr wird das Verschwinden meiner Seelen nicht auffallen.“

Ares umrundete ihn und ging dann zu dem Podest.

„Meine Lieblinge...“, er wies auf die Kreaturen, die tief in Eves Körper steckten, „...saugen die Seelen bereits hier nach unten. Wisset Ares, eine Seele besteht aus zwei Teilen, einem Kern, dem wichtigsten Stück und einer Hülle, die diesen schützt. Der Kern ist der Schatz, den brauche und durch Eve bekomme ich ihn. Dort oben...“, Yama zeigte mit einem gespielten Hauch Tragik zur Decke, „...gibt es tausende... so viel potentielle Beute... auch die 10.000 wandeln dort. Eves Seele wird deren Hüllen erhalten und den Kern gleichzeitig hier in die Unterwelt locken, dafür ist sie gedacht. Kommen die Seelen an, um dem Ruf zu folgen, werden sie aufgesaugt...“, er tätschelte den glänzenden, langen Körper, dessen Kopf in Eves Bauch steckte, „...niemandem wird auffallen, dass in ihnen kein Innenleben mehr steckt...“

„Ihr seid ein guter Spieler, Yama. Ihr lasst die da oben glauben, die Seelen wären immer noch da, weil nur ihr Außenskelett dort ist, dabei befinden sie sich längst hier bei euch. Ein gutes Täuschungsmanöver, wohl durchdacht...“

„Nun fangt ihr an zu denken, Ares...“

„Wo ist Xena?“

„Ihr habt nicht gesagt, wo Ihr sie haben wollt. Mir war es wichtig, sie nicht in meinem Lande zu haben. Euch ist doch wohl bewusst, dass sie versuchen wird uns aufzuhalten?“

„Ich rechne fest damit...“, grinste Ares breit.

„Ihr seid auch ein Spieler, Ares. Nur habt Ihr Euch ein verdammt hartnäckigen Gegner gesucht...“

„Macht Euch um Xena keine Sorgen...“

„Diese Prozedur wird exakt 7 Tage und Nächte in Anspruch nehmen und sie darf nicht gestört werden. Xena wird ahnen, dass etwas nicht stimmt, wenn sie ihre Füße zurück auf die gute, alte Erde setzt und sie wird anfangen das zu tun, was sie sehr gut kann...“

„Ärger machen...“

„Genau...“

„Ich habe sie zurück in Euer Land geschickt, für eine Sterbliche ist es unmöglich ohne die Hilfe eines Gottes in 7 Tagen hierher zu gelangen, sorgt dafür, dass dies so bleibt. Ich will kein Risiko eingehen.“

„Nur so aus Neugier, wäre es überhaupt möglich beide Seiten zu retten, sowohl Eve als auch die 10.000?“

„Es gibt leider immer einen Weg. Doch die Forderung kann niemand erfüllen...“

„Forderung?“, Ares hob die Augenbraue.

„Izanami ist kein Narr, er lässt immer eine geringe Möglichkeit. Es ist ein Tausch 1:1. Seele gegen Seele.“, Ares pfiff durch die Zähne, „...nur mehr 10.000 weitere Seelen könnten die anderen 10.000 retten und Eve. Ein hoher Preis. Und nicht nur das. All diese Seelen müssten sich freiwillig opfern, nun ratet, wie oft das schon vorgekommen ist...“
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