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Ein ganz besonderer Geburtstag

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Newt Thomas
11.11.2015
11.11.2015
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Das ist ein Geschichte für den lieben Patrick aka AxelVIII, tut mir leid das es gestern nicht geklappt hat, dafür gibt es das heute mit der Doppelten Ladung Konfetti *Konfetti durch die Gegend schmeiß*
Leider konnte ich dir Dylan nicht einfach einpacken, also gibt es für dich eine Runde Newtmas!!
Ich hab dich irre lieb, danke das du immer für mich da bist!! Ich hoffe dass das mit deinem Abi alles gut funktioniert und du hoffentlich bald zu uns zurück kommst!
*zu Tode knuddel*
Viel Spaß mit dem OS und muhahaha Patpat du bist jetzt alt!!!
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Die Stille bei uns zu Hause ist so gewaltig, dass sie in meinen Ohren dröhnt!
Meine Mutter war weg, beim Kirchenchor, so lautete die offizielle Erklärung. Hätte sie mir, als ich klein war, nicht manchmal vorgesungen würde ich das vielleicht auch glauben.
So wusste ich aber, das sie nicht einen Ton traf und sich anhörte wie eine erstickende  Katze.
Ich wusste auch, das sie die Zeit, die sie angeblich im Chor oder im Gottesdienst verbrachte eigentlich nutzte um sich mit Leuten zutreffen.
Meine Nachforschungen waren nie so tiefgründig gewesen, als das ich wüsste wer diese Leute waren. Möglicherweise ihre Freundinnen, möglicherweise eine Affäre.  Wer konnte das schon mit Sicherheit sagen. Mich hatte es nie interessiert.
Dad war ganz anders gestrickt. Die meiste Zeit war er in seiner Lieblingskneipe und kam nur nach Hause um sich betrunken in sein Bett zuschleppen. Wenn die Kneipe geschlossen hatte, oder er pleite war, saß er im Wohnzimmer und schwieg.
So ging das schon seit Jahren, Mum war weg und lebte ihre Leben und Dad trank und tat nichts.
Einen Vorteil hatte das Ganze immer hin. Sie kümmerten sich nicht das geringste darum was meine Brüder und ich so taten.
Langsam tastete ich nach dem Lichtschalter. Gleißendes Licht flutete mein Zimmer und ich musste kurz die Augen schließen. Heftig blinzelnd zog ich die Jeans und das T-Shirt vom Vortag an und versuchte etwas zu erkennen. Ein Blick auf die Uhr, zeigte mir, das ich noch knapp zwanzig Minuten bis Mitternacht hatte. Wenn ich mich beeilte könnte ich es noch pünktlich schaffen.
Schnell zog ich eine Kiste unter meinem Bett hervor. Darin befanden sich ein paar alte Hefte, mein Chemiebuch und einige leere Chipstüten. Das alles waren Vorsichtsmaßnahmen für den unwahrscheinlichen Fall, das jemand unter mein Bett gucken sollte.
Ganz unten befand sich mein größtes Geheimnis. Geborgen in einer antiken Schmuckschatulle, gut gepolstert durch alte Zeitungsartikel, die ich als Kind gesammelt habe.
Und eben diese Schatulle holte ich jetzt vorsichtig hervor und überprüfte ein letztes Mal den Inhalt. Einige Fotos von Thomas und mir, Souvenirs von den Orten die wir gemeinsam bereist hatten und am wichtigsten ein Brief. Unschuldig lag er da in dem schlichten weißen Umschlag und war trotzdem das Angsteinflößenste was ich jemals gesehen hatte.
Thomas und ich waren schon seit Jahren gut befreundet und irgendwann hatte ich bemerkt, das ich ihn vielleicht ein kleines bisschen zu gern hatte. Und das dieses kleine bisschen ungefähr die Ausmaße eines riesigen Labyrinthes hatte, in dem sich mein Verstand hoffnungslos verirrt hatte.
Vor einigen Tagen hatte ich beschlossen, dass das so nicht weiter gehen konnte und hatte mich überwinden können diesen Brief zuschreiben.
Natürlich war mir klar, das dieser kleine Brief meine Beziehung zu Thomas grundlegend ändern würde.
Wenn er ihn gelesen hatte konnten wir nie wieder zu unserer alten Freundschaft zurückkehren. Entweder er würde auf Abstand gehen und mich fallen lassen oder...
Dieses „Oder“ beschäftigte mich schon eine ganze Weile und ich war zu dem Schluss gekommen, das ich mir sehr gut eine Beziehung mit einem meiner besten Freunde vorstellen konnte.
Heute Abend, genauer gesagt in 15 Minuten war sein 18. Geburtstag und ich würde endlich all meinen Mut zusammen nehmen und ihm den Brief abgeben.
Schnell schaltete ich das Licht wieder aus, schulterte den Rucksack mit der Schatulle und huschte dann zum Fenster. Langsam öffnete ich es und begann geschickt heraus zu klettern. Mit der Routine jahrelanger Erfahrung sprang ich erst auf das Dach des Wintergartens und dann weiter auf das des Schuppens. Von dort aus lies ich mich sanft auf den Boden gleiten und schlich mich zum Gartentor, um von dort aus einer schmalen Gasse durch die verlassenen Gärten zufolgen.
Noch wenige Meter und ich erreichte das verlassene Grundstück, das früher mal Thomas‘ Familie gehört hatte. Noch immer stand dort eine majestätische Eiche mit dem Bauhaus, in dem wir als Kinder immer gespielt haben. Seit Thomas umgezogen waren benutzen wir es als geheimen Treffpunkt.
Wie immer wenn ich kam war er schon dar und hatte ein paar Kerzen angezündet, um für etwas Licht zu sorgen. Leise Musik schallte von oben herunter und ich erkannte sofort Thomas‘ Lieblingslied.
Nervös fuhr ich mir durch meine kurzen blonden Haare. Er war so nah und hatte keine Ahnung was ihn erwartete. Der Rucksack fühlte sich 10 mal so schwer an, als noch in meinem Zimmer.
„Da bist du ja, ich hatte mich schon gewundert wo du bleibst“, rief Thomas leise von oben herunter. Ich seufzte jetzt gab es kein Entkommen mehr.
„Tut mir leid, ich musste noch dein Geschenk fertig machen.“
Ich gab mir einen Ruck und kletterte flink wie immer die Strickleiter hoch und blickte wenige Augenblicke später in die warmen braunen Augen meines besten Freundes.
„Naja, jetzt bist du ja da.“
„Stimmt. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Wie fühlt man sich so als Erwachsener?“, ich schenkte ihm ein schiefes Grinsen.
„Nicht viel anders, irgendwie alt.“, er grinste genauso schief zurück.
Wir setzten uns auf den Boden und er schnitt den mitgebrachten Kuchen an.
Eine Weile lang saßen wir nur nebeneinander, aßen Kuchen und hörten auf die Musik.
„Also.“, Thomas brach die Stille als erstes,„Was hast du mir mitgebracht. Theresa hat gesagt, es wäre etwas besonderes.“
Ich stöhnte auf, ich hätte es meiner besten Freundin nicht sagen sollen, war ja klar, dass sie ihm gegenüber Anspielungen machen würde.
Zögerlich holte ich die Schatulle hervor, doch bevor ich sie ihm gab hielt ich kurz inne.
„Thomas.“, begann ich,„versprichst du mir, das du mich trotzdem noch als Freund respektieren wirst, egal was da drin ist.“
„Klar.“, er runzelte die Stirn und betrachtete mich mich mit einem seltsamen Blick.
„Und jetzt gib endlich her, ich will wissen was es ist.“, Schnell, bevor ich es mir anders überlegen konnte gab ich ihm die Schatulle.
Neugierig klappte er sie auf und betrachtete die Fotos darin. Dann wandte er sich dem Brief zu. Mit einem konzentrierten Ausdruck auf seinem hübschen Gesicht las er die Worte. Und dann noch einmal. Ein nicht zu deutender Ausdruck erschien in seinen Augen, dann legte er den Brief beiseite.
Eine Moment, die mir wie eine Ewigkeit vorkam, verstrich bis er endlich den Mund öffnete.
„Newt.!“, er stockte. Blut stieg mir in die Wangen und ich schaute beschämt zu Boden.
„Schon ok, ich geh dann mal. Gute Nacht Tommy.“, ich wollte an ihm vorbei zur Strickleiter, doch er lies mich nicht gehen.
„Warte du verstehst das nicht..“, ich unterbrach ihn.
„Doch ich verstehe sehr gut, und jetzt lass mich los. Mach es nicht noch schlimmer als es eh schon ist.“, Tränen des Zorn traten mir in die Augen.
„Bitte lass mich ausreden.“, seine Stimme war sanft und er lächelte zu mir herunter.
„Ich finde es unheimlich mutig von dir diesen Brief zu schreiben. Danke! Ich weiss wie viel Überwindung es dich gekostet haben muss, heute Abend hierher zukommen. Aber ich habe auch ein Geschenk für dich.“, langsam beugte er sich zu mir runter und drückte mir einen sanften Kuss auf den Mund.
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