Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Enemies and Friends

GeschichteAbenteuer, Drama / P18 / Het
11.11.2015
05.04.2021
37
89.368
3
Alle Kapitel
38 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
11.11.2015 1.128
 
Vorwort

Willkommen zu meiner Geschichte „Enemies and Friends“ hier auf FanFiktion.de
Ich freue mich, dass ihr hier gelandet seid – lässt mir ruhig Anregungen, Kritik und Kommentare hier – darüber freut sich jeder Schreiber! (:

Was das Hochladen betrifft, habt bitte Geduld, ich gebe mein Bestes, hab im Moment nur viel um die Ohren.

Danke und viel Spaß beim Lesen! =))


******************************************

Kapitel 1 – Flucht

~ Death is something we fear, ‘cause we cannot see him coming closer… ~



Ruan rannte über die gepflasterte Straße der Dorfgemeinde. Ihre Lungen brannten stärker, als die Sonnenstrahlen auf den Boden, über den sie barfuß lief. Gehetzt wagte sie einen Blick zurück – die beiden Männer, die ihre Familie getötet hatten waren ihr immer noch dicht auf den Fersen.
Der eine brüllte etwas in sein Handy, sein Komplize hatte sie fixierte und versuchte aufzuholen. Ruan beschleunigte ihren Lauf. In ihrer Jugendgruppe gehört sie zu den schnellsten Läufern – wäre sie in besserer Verfassung, hätte sie die Männer mit Leichtigkeit abgehängt. Aber so, erschöpft und geschockt – gab es nur etwas, das zählte. Überleben und diesen Typen zu entkommen.
Die Häuser ihrer Nachbarn hatte sie längst hinter sich gelassen. Zu Ruan’s linker Seite tauchte ihre Schule auf, nur um gleich wieder kleiner zu werden. Mit einem fürchterlichen Rauschen in den Ohren konzentrierte sie sich auf ihre Beine. Links, rechts, links, rechts – sie hielt auf den Friedhof zu – der schnellste Weg zur Haltestelle. Und dort müsste jede Minute der Bus in die Stadt ankommen! Und sie brauchte diesen Bus, DRINGEND!
Der Friedhof! Sie maß den Abstand zur Mauer, passte ihre Schritte an, sprang kräftig vom Boden ab, bekam den warmen Stein zu packen, stütze sich mit den Armen und sprang seitlich mit den Beinen drüber. Den Aufprall fing sie mit einer Rolle ab, bevor sie sich hochzog und weiterlief.
Die Männer mussten einen kleinen Umweg machen, um durchs Tor zu gelangen, die Mauer war fast zwei Meter hoch.
Ruan hastete an den Grabsteinen vorbei. Sie nahm einige Namen verschwommen war – nein, ihr Grabstein würde nicht hier stehen! Das allein spornte sie noch einmal an. Mit letzter Kraft nahm sie auch die zweite Mauer, sprang, rollte sich ab und kam torkelnd hoch.
Der Bus!
Hustend und mit wild schlagendem Herzen stürmte sie zum Bus. Dieser schloss eben die Türen, um weiter zu fahren.  
„Nein! Warten Sie!“ brüllte Ruan und schlug gegen den Bus. Dieser stoppte abrupt und der Fahrer öffnete die Türen erneut. „Na na, wie siehst du denn aus, Kind?“
Ruan’s Blick flog zum Friedhof. Die Männer stürmten eben durchs zweite Eingangstor und kamen auf den Bus zu. „Fahren Sie los!“ fauchte Ruan den Busfahrer an, dieser war nur perplex und machte den Mund auf und zu. Als sie die Türen mit dem Schalter an seinem Pult schloss, sah er sie ärgerlich an. „Junge Dame, das ist kein –„
„FAHREN SIE VERDAMMT!“ brüllte Ruan – jetzt sah auch der Mann im Spiegel die Männer kommen. Die hatten Pistolen gezogen und entsicherten diese eben. „Oh mein Gott!“ er trat das Gaspedal mit voller Kraft und der Bus machte einen Satz, der Motor heulte auf und dann brausten sie auf die Straße. Die wenigen Fahrgäste innerhalb schrien erschrocken auf und klammerten sich fest.
Ruan eilte nach hinten. Sie sah zurück, ihre Verfolger waren stehengeblieben, drehten irgendwann um und gingen zurück.
Mit einem erschöpften Seufzen ließ sich Ruan in den Sitz fallen. Ihr Herz pochte wild gegen den Brustkorb – sie japste nach Luft. Das war verdammt knapp gewesen!
Sie sah sich im Bus um, bevor ihr für kurze Zeit die Augen zufielen.
Als sie den Fahrer rufen hörte, war sie schlagartig wach und bemerkte, dass alle Fahrgäste sie ansahen. Etwas benommen schleppte sie sich durch den Bus nach vorne: „Ja?“
Der Busfahrer hielt an einer verlassenen Landstraße. „Du hast zwei Möglichkeiten Mädchen; entweder ich rufe die Polizei und wir regeln das, oder du steigst hier aus. Kriminelle sind eine Gefahr für die Mitfahrer.“
Ruan ließ ihren Blick forschend über die anderen schweifen. Sie sahen sie misstrauisch und etwas unsicher an. Ihr fiel ein Junge aus ihrem Ort auf. Er mied als einziger ihren Blick. _Arschloch._ dachte sie sich und wandte sich an den Fahrer. „Ich möchte aussteigen.“
Er öffnete die Türe und Ruan setzte einen Fuß auf die trockene Wiese neben der Straße. Sie trat einige Meter zurück und sah dem Bus nach. Dann gab sie sich einen Ruck und beeilte sich, weiter zu kommen. Ihre Füße trugen sie zum Wald – sie musste weg. Wohin wusste sie auch schon. Zu dem einzigen Menschen, dem sie wirklich trauen konnte – Onkel Jim.

Doch zuerst musste sie diesen Typen davon kommen! Mit einem Schaudern fiel ihr plötzlich auf, dass die Männer nicht versucht hatten, sie zu erschießen. Sie hätten alles sofort beenden können. Ruan ballte die Fäuste. Irgendjemand schien es darauf anzulegen, sie lebend zu bekommen! Diesen Gefallen würde sie ihm nicht erfüllen, ganz sicher nicht!

Ihr fiel nur ein Mann ein, mit dem ihr Vater Probleme gehabt hatte. Miguel Harras, dem Drogenboss – der das innere Viertel kontrollierte. Harras und ihr Vater hatten oft Geschäfte gemacht, bis einer von Vater’s besten Freunden bei einem Deal sein Leben ließ – seit dem hatte sich ihr Vater aus der Szene rausgehalten, sehr zum Ärger von Harras, der durch seinen Rückzug einen verlässlichen Mann verloren hatte.
Sie hatten dann immer öfters Streit gehabt und Harras hatte ihm gedroht – aber ihr Vater war nicht darauf eingegangen – jetzt war er tot.

Bald wurde es dunkel und Ruan beschloss, noch ein wenig weiter zu gehen. Solang ihre Beine sie trugen, wollte sie gehen.
Irgendwann stolperte sie kraftlos dahin und suchte sich einen Baum, auf den sie leicht raufklettern konnte. Nach einigen Minuten saß sie in einer Astgabel und versuchte ruhig zu werden.
Jetzt hatte sie Zeit – Zeit zum Nachdenken, und mit dem Denken, kamen die Bilder zurück.

Sie sah wieder die offenstehende Haustüre und die blutige Schleifspur ihrer Mutter, ins Zimmer des kleinen Bruders. Ihr Vater war in der Küche, nach einem Kampf gestorben. Das ganze Haus war durchwühlt gewesen, viele der schönen Möbel kaputt.
Aus dem Keller hatte sie Stimmen gehört und dann die Männer kommen sehen. Ruan hatte die Türe in sekundenschnell zugeschlagen und den Riegel vorgeschoben, dann war sie gerannt – um ihr Leben!  

Sie lauschte lange den Klängen des aufwachenden Waldes. Die nachtaktiven Tiere kamen aus ihren Höhlen und Lagern – immer wieder raschelte es unter ihr, aber es waren nur die Tiere. Irgendwann musste sie dann doch eingeschlafen sein, sich am Ast neben ihr festhaltend. Warme Sonnenstrahlen weckten sie – Ruan zuckte zusammen, und ihre Arme umklammerten blitzschnell den Ast. Adrenalin rauschte durch ihren Körper – das war knapp gewesen.

Knapp, das wurde es in den folgenden Tagen öfters. Sie entkam den Fahrzeugen, den Spürhunden und den neugierigen Wanderern.  Sie konnte niemandem trauen. Jeder könnte ein Spitzel des Kartells sein!
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast