Ein Hauch von Menschlichkeit

DrabbleFamilie / P12
Rebekah Mikaelson
11.11.2015
11.11.2015
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Hallo werte Leser und Wettbewerbsteilnehmer und -juroren!
Ich hatte große Pläne, viele Ideen, und letztendlich 'ne Menge Kopfschmerzen und Stress - leider ist dieses Tripledrabble nicht wirklich meinen Erwartungen gerecht geworden. Ich hab drei Mal neu angefangen in unterschiedlichen Fandoms, und bin nun auf The Originals ausgewichen, obwohl ich gar nicht mehr wirklich in dem Fandom bin (meine Liebe für Rebekah wird trotzdem nicht weichen :D). In nur 300 Worten je Drabble sowohl Atmosphäre wie auch eine Aussage zu erzielen ist mir verdammt schwergefallen - allerdings war das auch das erste Mal, dass ich Drabbels verfasst habe, und das erste Mal seit einem halben Jahr, dass ich überhaupt etwas geschrieben habe. Hoffen wir, dass es in der nächsten Runde besser wird!
Die Vorgaben aber waren fantastisch, nämlich folgende:

„Es ist am Morgen vierfüßig, am Mittag zweifüßig, am Abend dreifüßig. Von allen Geschöpfen wechselt es allein mit der Zahl seiner Füße; aber eben wenn es die meisten Füße bewegt, sind Kraft und Schnelligkeit seiner Glieder am geringsten.“


Einzig Ödipus gab die richtige Antwort: Der Mensch, welcher als Baby auf allen vieren krabbelt, als Erwachsener aufrecht auf 2 Beinen und im Alter am Krückstock geht.

Wortvorgabe: 3 Tripledrabbles (3 mal 300 Worte)
Inhaltliche Vorgabe: Setzt die oben beschrieben Phasen des Menschenlebens in den Drabbles um. In jedem Drabble soll es um eine Phase gehen.
Wörter die nicht vorkommen dürfen: aber, weil, oder

Hier noch ein paar Infos für die Juroren, die das Fandom nicht kennen:
- Rebekah Mikaelson ist einer der Urvampire (quasi die ersten Vampire überhaupt), hat eine komplizierte Beziehung zu ihren letzten lebenden Brüdern Klaus und Elijah
- Klaus ist nicht nur Vampir, sondern auch Werwolf, da seine Mutter eine Affäre mit einem solchen hatte. Als er durch das Töten einen Menschen den Fluch aktiviert, erfährt sein Vater, dass er, nun, nicht der Vater von ihm sein kann. Dadurch sieht er Klaus nur noch als Symbol der Untreue seiner Frau und misshandelt das Kind täglich.
- New Orleans ist der Ort, an dem die Serie spielt und wo sie ihre Nichte entgegengenommen hat
- diese trägt den Namen Hope und ist eigentlich das Kind von Klaus und Hayley. Um sie in Sicherheit zu bringen, soll aber nun Rebekah für sie sorgen.


Übrigens denkt der Zeichenzähler, dass der eine Gedankenstrich ein Wort ist, und kommt so beim ersten Drabble auf 301 Worte . Bluedoc zählt es aber richtig.
So, das sollte alles sein. Viel Spaß!

Ein Hauch von Menschlichkeit


Rebekah hasste und liebte es zugleich, sich an ihre Kindheit zu erinnern. Ihr ganzes Leben war gezeichnet von der Tyrannei ihres Vaters Michael und dem tagtäglichen Anblick dessen, wie er seinen Frust an ihrem geliebten Bruder Klaus auslebte. Sie und Elijah hatten nie den Mut gehabt, ihren Vater zurückzuhalten, wenn dieser Klaus schlug und trat und demütigte. Jahrelang war sie zu jung, zu begreifen, was vor sich ging und warum ihr Vater Klaus so verachtete.
„Für immer und ewig“, hatten die Geschwister sich schon versprochen, als sie gerade alt genug waren, das Verlangen nach einem solchen Schwur zu entwickeln. Eins sollte sicher gewesen sein: Sie würden immer zusammenhalten.
Trotz der Düsternis, die über ihrer Kindheit lag, hatte Rebekah in ihr zunächst ihre schönsten Lebensjahre verbracht. Die frühen Jahre ihrer Kindheit zeigten die heiteren Seiten ihres Lebens, als ihr Vater noch nichts vom Betrug seiner Frau wusste und seine Kinder gleichermaßen liebte. Es war hunderte Jahre her, und doch waren viele der Erinnerungen so lebhaft, als wären sie noch ganz frisch:

Der Tanz der Familie um die alte Eiche herum. Der Geruch des Laubs, das Lachen der Kinder und die zärtlichen Blicke ihrer Eltern. Alle Geschwister hielten sich an den Händen, sangen und spielten in dem kleinen Dorfe. Das seichte Gras unter ihren Füßen, mit schlichten Kleidern, die sie zum Ärger ihrer Mutter oft schneller dreckig machte, als ihre Brüder es schafften.

Rebekah hatte ihre Familie geliebt, doch noch mehr das Gefühl lebendig zu sein. Nichts vermisste sie so sehr wie die süße Naivität eines Kindes. Damals, als die Welt noch heiter und friedlich aussah, war sie noch überzeugt gewesen davon, dass ihr und ihrer Familie nie etwas schlimmes passieren konnte. Sie hatte sich nicht ausmalen können, dass die glücklichen, gemeinsamen Momente jemals enden würden – dass sie jemals alleine sein könnte.


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Fragte man Klaus, so bestand Rebekahs aktuelles Leben nur daraus, ihrer Menschlichkeit hinterherzutrauern und jedem Mann in die Arme zu springen, der ihr auch nur einen Funken Aufmerksamkeit schenkte. Und Rebekah hasste nichts mehr, als von ihrem mittlerweile so kaltherzigen Bruder auf ihr Verlangen nach wahrer Liebe reduziert zu werden. Trotzdem, es stimmte: Neben ihrer Suche nach einem Zuhause, vielleicht auch einer Person, die sie als solche bezeichnen könnte, träumte sie nach wie vor von einem Heilmittel.
Sie kämpfte sich durch einen Tag nach dem anderen, wartete auf etwas, das vielleicht niemals passieren würde. War das wirklich die Art, wie sie ihr Leben leben wollte? Keineswegs, doch wollte sie überhaupt leben, wenn es eine niemals endende Einsamkeit bedeutete? Sie war Jahrhunderte alt, und doch fühlte sie sich, als hätte sie nur wenige Jahre davon wirklich gelebt. Die bedeutungsvollsten davon hier in New Orleans, das Zuhause, in das sie und ihre verbliebenen Geschwister nach so vielen Jahren zurückgekehrt waren.
Und schließlich, als die Beziehung zu ihren Brüdern so zerbrochen war, dass ihr damaliges Versprechen scheinbar jede Bedeutung verloren hatte, da kam Hope.

Endlich saß sie auf der Terrasse ihres kleinen Häuschens am See, weit entfernt von New Orleans und allem, was sie an die Vergangenheit erinnerte. Hier, mit der kleinen Hope im Arm, genoss sie den Sonnenuntergang und dachte nach über das, was war und das, was sein würde.
„Ich bin so froh, dass es dich gibt“, lächelte die Ziehmutter das Kind an. Noch verstand Hope nicht, dass Rebekah weder ihre leibhaftige Mutter war, noch immer so gütig und sanft, wie sie sich dem Kind gegenüber verhielt.
„Trotz meiner vielleicht naiven Träumen von der wahren Liebe, hätte ich nie gedacht, dass mich die Tochter meines unausstehlichen Bruders so verändern könnte.“ Sie küsste das Kind und legte es in sein Bettchen. „Danke.“


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Alt und grau, mit ihrem Liebsten gemeinsam in ihrem Eigenheim, so hatte sie sich ihren Lebensabend immer vorgestellt.
„Für immer und ewig“ - die Worte ihrer Geschwister hatten angedeutet, dass sie diejenigen sein würden, die ihren Lebensabend mit Rebekah verbringen. Und doch hatte sich dieser Plan so oft geändert – mal war es Marcel, der die Unsterblichkeit mit ihr ausleben sollte, mal Matt, dessen Menschlichkeit sie bewunderte.
Furchen in ihrem Gesicht, Lachfalten, blasse Haut, dünner werdende Haare und ein gebrechlicher Körper. Was für andere Gründe waren, nicht alt werden zu wollen, war, was sie schon herbeisehnte und nie bekommen würde. Was nützte einem ein ewig schönes, junges Gesicht, wenn es niemanden gab, er es zärtlich in den Händen hielt? Wofür war sie schön, wenn niemand ihre Hand ergriff, niemand in ihrer Umgebung so lange leben würde wie sie – mit Ausnahme anderer Vampire, die ihr nie wahre Liebe zeigen könnten, deren Herzschlag sie nie fühlen konnte.
Nein, lieber wurde sie alt und glücklich.

„Wollen wir am Wochenende jemanden zu uns einladen?“, würde die mittlerweile erwachsene Hope fragen, die Rebekah häufig besuchte.
Rebekah würde frustriert schnauben. „Meinetwegen, für den Moment kommt mir Klaus jedoch nicht ins Haus! So wir er sich letztes Mal aufgeführt hat, nachdem du in seiner Gegenwart mich als deine Mutter bezeichnet hast. Und dabei hat es Hayley nicht einmal etwas ausgemacht! Typisch Klaus, immer eine große Klappe -“.
Ein keuchendes Husten würde Rebekahs Wut unterbrechen. „Verzeih mir, Hope, ich muss mich einen Moment setzen.“
Daraufhin würden sie den Schlüssel in der Tür hören und erfreut Rebekahs Lebenspartner begrüßen, der für einige Tage seinerseits Familie besucht hatte. Wen Rebekah in der Zukunft als ihren Lebenspartner sah? Das wusste sie selbst noch nicht genau - und wichtig war es ihr auch nicht mehr. Was immer geschah, sie würde nicht alleine sein.
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