Love is Psycho

von P5ycho
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Maya
10.11.2015
09.05.2020
6
6.180
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10.11.2015 642
 
Übernachtung in The Dust



Es dämmerte bereits, der heiße Wind fegte die Sandkörner über die Dünen. Erschöpft und außer Puste kämpfte Maya sich vorwärts. Sie war den ganzen Tag, der zu viel Blut und Schweiß gebracht hatte, unterwegs gewesen. Endlich hatte sie die nächste Catch-a-Ride Station erreicht, in manchen Gebieten auf Pandora brachte einen selbst ein Auto einfach nicht mehr weiter. Andererseits würde sie es heute sowieso nicht mehr nach Sanctuary schaffen und vorher hatte sie hier noch ihre Aufgaben zu erledigen, daher wäre es günstiger bei Elli zu übernachten. Also machte Maya sich auf den weg.

Der Wind wehte immer stärker, was die Banditen nicht davon abhielt, sich draußen herum zu treiben. Ein Blitz durchzuckte den Himmel und in der Ferne grollte der Donner. Mittlerweile bereute Maya es, sich doch kein Auto gespawnt zu haben; der Weg war weiter als sie ihn in Erinnerung hatte. Nun fielen die ersten Tropfen. „Na super…“ Brummte sie vor sich hin, „Mit Regen ist es wie mit den Stalkern, immer genau im falschen Zeitpunkt tauchen die auf …“

Tapfer kämpfte sie sich weiter voran, doch der Wind und der Regen wurden stärker und auch das Gewitter näherte sich. Durch den Regen war es mittlerweile deutlich kühler. Mit zusammengekniffenen Augen sah Maya sich um. Es war fast dunkel, ihr blaues Haar hing ihr nass in die Stirn und ihre Kleindung war schmutzig und durchnässt. The Dust war schon ein unangenehmer Ort, Tagsüber sowie auch Nachts.

Maya sank auf den Boden, mit dem Rücken an einen Fels. So zäh sie auch sein mochte, nun war sie mit ihren Kräften wirklich am Ende. Außerdem fror sie, war furchtbar müde und wollte einfach nur nach Santuary zurück. Doch die nächste Schnellreisestation war bei Elli und das war einfach zu weit. Schließlich biss Maya noch einmal die Zähne zusammen, sagte sich „Los jetzt, du bist schließlich eine Sirene also reiß dich zusammen“ und machte sich auf den Weg, zumindest einen Unterschlupf zu finden. Nach einigem Suchen entdeckte sie so etwas wie unterirdische Hütten unter den Dünen. Vorsichtig pirschte sie sich heran und entsicherte schon mal ihre Waffe. Hinter einem Stein lauernd nahm sie den Eingang in Augenschein und lauschte. Normalerweise trieben sich auch hier die Banditen rum, aber offensichtlich war niemand dort, sonst hätte sie schon lägst etwas wie „Macht die Zauberschlampe fertig“ gehört. Also holte Maya Luft, stand auf, riss die Tür auf und hob angriffsbereit die Waffe. Stille. Absolute Stille. Vorsichtig lugte sie in den Raum. Es war düster, der Boden bestand auf Holzdielen, die ein wenig voll Sand waren. Auf dem abgenutzten Tisch lag eine Metallbox, ein leerer Pizzakarton und außerdem war dort ein Fleck, der verdächtig nach getrocknetem Blut aussah. In der Ecke konnte Maya eine Lampe an der Wand erkennen, darunter ein abgenutztes Feldbett und – was war das? Lag dort etwa jemand? Maya stockte der Atem. Sie kniff die Augen zusammen und versuchte zu erkennen was genau dort lag. Auf jeden Fall atmete es nicht. Langsam ging sie näher heran, dann atmete sie auf. „Es“ war nur ein Haufen alter, abgenutzter Wolldecken, da ist es wohl auch besser, wenn die nicht atmen.

Nun, da Maya sichergestellt hatte, dass sie alleine war, schloss sie die Tür. Noch mal nahm sie den Tisch in Augenschein. In der Metallbox fand sie etwas Munition - wie praktisch. Auf Licht verzichtete sie, schließlich wollte sie keine ungebetenen Gäste anlocken. Sorgfältig machte sie sich ein Nachlager zurecht und hoffte, dass es eine ruhige Nacht werden würde. Draußen regnete es mittlerweile sehr stark, immer wieder erleuchteten helle Blitze kurz den Raum. Maya lauschte dem Unwetter noch eine Weile, der Regen prasselte gegen die Fensterscheibe, der Wind pfiff und der Donner grollte in der Ferne. Solch ein Unwetter war in The Dust äußerst selten. „Doch wenn es einmal passieren muss“, dachte sie halb verärgert, halb belustigt, „dann bin ich natürlich mitten drin.“