Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Heart Shaped Box

von maunzi99
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
10.11.2015
26.08.2016
9
10.071
1
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
10.11.2015 648
 
Wer bin ich?

Theresa. Mein Name ist Theresa Harper.

Wie alt bin ich?

23 Jahre.

Wie lange war diese beschissene Zelle mein Zuhause und seit wie vielen Jahren bin ich in ihre Falle gelaufen?

Acht Jahre. Diese Zelle. Macht mich verrückt. Nur dieses kleine, harte Bett, dem gegenüber an die Wand festgemachten Tisch und den Wänden, die aus Glas bestehen.

Durch denen sie mich beobachten. Mich auf Computerbildschirmen anstarren, Notizen machen, während ich einfach nur auf dem Bett sitze und in die Leere starre.

Sie wartet darauf. Jeden Tag, nach dem spärlichen Mittagessen, werde ich aus meiner Zelle geholt. Geführt von zwei D.U.P. – Agenten machte ich auf den Weg in meine persönliche Hölle. Zu meinem persönlichen Teufel. Brooke Augustine. Der Raum, wo sie mich hinbringen, das ‚Arztzimmer‘, muss ich auf den verhassten, kalten Metallstuhl sitzen und mich von tausend Nadelstichen erstechen lassen. Frauen und Männer die einfach mein Blut abzapfen ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Die meine Gene untersuchen. Nur weil ich die Tochter von Cole bin. Cole McGrath.

Augustine denkt ich hätte dadurch auch die Kräfte meines Vaters. Sie denkt ich bin ein Conduit und wenn es wahr ist, wäre ich stärker als sie. Und das… das macht ihr Angst.

Die ersten paar Tage, wo ich noch nicht realisiert oder besser gesagt nicht wahrnehmen wollte, dass ich eingesperrt war, waren schlimm. Meine Schreie mussten durch ganz Curdan Cay gehallt sein. Bis mein Hals so rau war und wehgetan hatte. Dann verfiel ich in den puren Wahnsinn. Ich hatte das hysterische Lachen, was von mir kam, nicht einmal bemerkt. Habe mich nicht mehr gegen die Ärzte, den D.U.P – Soldaten gewehrt, nicht gegen Augustine. Mein wahnsinniges Lachen brach die Stille in den Fluren. Genauso wie die Sätze, die ich jeden Tag wiederholte.

Es wird mich jemand befreien. Wir alle hier werden irgendwann frei sein. Sei es durch den Tod, aber wenn wir lebend hier rauskommen, dann werden wir dich einsperren. Brooke Augustine.

Aber nach zwei Jahren habe ich meine Hoffnung aufgegeben und den Klang meiner Stimme hatte ich schon lange vergessen. Stille. Schweigen. Es war das einzige was man mir gewährte.

Und das andere waren Erinnerungen.

Das Meer.

Der Duft nach einem Regen im Sommer.

Mamas leckeren Käsekuchen.

Die schwarze Katze, die ich damals nachhause brachte, mit meinen 8 Jahren.

Das Funkeln in ihren Augen und das leichte Lachen, wenn Mama von Paps geredet hatte.

War sie überhaupt noch am Leben? Hatte sie einen neuen Ehemann? Eine neue Tochter? Vielleicht hab ich sogar einen Halbbruder. Erinnert sie sich noch an ihre Tessa? Vermisst sie mich? Oder ist meine Mutter gestorben? Autounfall? Vom D.U.P. erschossen? Im Wissen das ihre Tessa nie wieder sehen wird? Und ich sie nie wieder sehen werde…

Nach vielleicht einem Jahr nachdem ich Insassin war, mussten die Gefangenen für kurze Zeit zusammengelegt werden, weil dessen Zellen renoviert wurden und nebenbei Neue dazu gebaut wurden. Ich bekam gleich noch einen frischen Häftling. Einen Conduit. Walker. Abigail Fetch Walker.

In der kurzen Zeit wurden wir Freundinnen. Am Anfang war sie genauso gesprächig, wie ich. Also gar nicht. Den ersten Schritt machte ich und wenn man so will, fand ich in ihr meine verschollene Zwillingsschwester. Dieser Lichtblick wurde mir aber so gleich wieder genommen. Und die Dunkelheit nahm mich wieder gefangen.

Aber wir trafen uns immer wieder in den Fluren. Eines Tages drückte mir Fetch einen abgewetzten Zettel in meine Hände, ich versteckte ihn unter meiner Gefängnisuniform und erst als ich in meine Zelle wieder zurückgeworfen war, las ich die Nachricht.

Abigail wurde versetzt. Mit zwei weiteren Conduits. Sie hoffte zu entkommen und wenn sie es schafft, würde sie mich hier rausholen.

Das hatte sie mir versprochen. Ja, sie hatte es.

Abigail.

Bitte. Hol mich hier raus. Ich schaffe das nicht alleine. Bitte. Damit ich Brooke Augustine persönlich einen Besuch abstatten kann und in ihren Betonarsch treten kann.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast