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GeschichteHumor, Freundschaft / P18 Slash
Kelly Bailey Nathan Young Simon Bellamy
09.11.2015
09.11.2015
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Kelly war keine Freundin, das wusste Simon. Und eigentlich könnte man annehmen, dass er genug Selbstbewusstsein hatte, sich nicht mit ihr abzugeben. Eigentlich. Aber wenn man das annahm, dann kannte man Simon nicht so wirklich. Er war süchtig. Er war süchtig nach Nähe, Zuwendung oder einfach einem sozialen Kontakt, der ihm nicht den Nacken brechen würde, aber er bekam es einfach nicht. Er war wie ein trockener Schwamm, bereit Freundlichkeit aufzusaugen, aber das war vielleicht nicht seine Zukunft.

Vielleicht war das einfach nicht das Leben, das für ihn gemacht worden war. Egal, worum es ging, egal, worum es je gegangen war, jede kleine Kleinigkeit, die ihn glücklich hätte machen könnten, hatte ihn nur noch härter und verzweifelter werden lassen. Es war so lächerlich.

Er war lächerlich.

Aber er hatte schon alles versucht, jede Masche, jede Idee, die das Internet bereit gehalten hatte. Er war arrogant gewesen, was ihm keine Freunde eingebracht hatte, er war herzlich gewesen, keine Freunde. Er hatte versucht auf Leute zuzugehen, hatte sie angesprochen, auch wenn es Überwindung gekostet hatte. Er war ekelhaft schüchtern, aber er hatte es hinbekommen. Und jetzt, gerade im Moment, da unternahm er den letzten, verzweifelten Versuch doch irgendwie jemanden, und wenn es nur eine Person war, zu finden, damit er nicht vollkommen alleine sterben würde.

Und genau aus diesem Grund hatte er es nicht besser gewusst. Genau aus diesem Grund war er mit Kelly mitgegangen, hatte auf ihre überraschende Einladung zugesagt mit ihr und ihren Freunden in einen Club zu gehen. Wieso auch immer sie ihn gefragt hatte, dachte Simon, als er leicht hinter der Gruppe am Eingang stand. Sie beide waren in die selbe Schule gegangen, jetzt ein halbes Jahr raus. Damals hatte sie ihm Kaugummi in die Haare geschmiert, ihn mehr als ein Mal zusammen geschlagen... Aber sie hatte gesagt, dass sie jetzt reifer (und so) sei und sich (yo, irgendwie) dafür entschuldigen wollte (oder so). Weil sie ihm damals (richtig krass übel) mitgespielt hatte und er immer wie der (allerletzte Homo) Versager herumgesessen hatte.

Also hatte er zugesagt.

Also hatte er zugesagt und biss sich nervös auf die Unterlippe. Er war kein Club Fan. In Clubs wurde man noch schneller verloren, als in Bars, oder normalen Restaurants. Da war es leichter ein Mitglied zu ignorieren, aber wenigstens war er in einer Gruppe hier. Er, Simon stand in der Tat in einer kleinen Gruppe von Leuten vor dem Eingang, hielt dem Türsteher seinen Ausweis unter die Nase... Wurde wie alle anderen reingelassen. Es fühlte sich so seltsam an. Er war wirklich hier, er war wirklich hier drin und auf seinen schmalen Lippen zeichnete sich der Hauch von einem Lächeln ab.

„Simon? Bezahlst du den Eintritt? Wir geben dann drinnen die Rechnung aus, yo?“ Simons Herz klopfte viel zu schnell. Es war eine recht große Gruppe und der Eintritt war nicht das, was man billig nennen konnte, aber...  Er wollte nur dazu gehören, wollte gemocht werden und wenn der Preis dafür es war den Eintritt zu bezahlen? Es würde sich am Ende nicht rentieren, sie waren so viele, dass er die Differenz niemals aufsaufen konnte, um mit einem Plus aus der Sache zu gehen, aber dennoch... „Klar.“ Er hatte das Geld. Wieso also nicht.

Er bezahlte für die acht Personen und sich und... Fand sich wieder am Ende der Gruppe wieder, stolperte hinter ihnen her  in den großen Raum. Um die Tanzfläche verteilt gab es verschiedene Sitzecken, in die sich die Leute fallen ließ und tatsächlich war für Simon noch ganz außen ein Platz übrig geblieben, den er stolz in Beschlag nahm.

„Also, wir sind Tisch sieben! Schreibt alles auf die Rechnung, ich gebe aus! Gehalt ist da.“ Die Gruppe kicherte, als wäre es ein Witz, den sie alle kannten, nur Simon nicht. Vielleicht war der Witz, dass ihr Job die Sozialhilfe war? Und sie sie versaufen würde? Das war nicht lustig, das war asozial, aber es war das einzige, was Simon einfiel, weswegen er schwach mitlachte.

„Ich hol uns eine Runde. Shots für alle!“, grölte irgendeine von denen, die sich nicht ein Mal die Mühe gemacht hatten sich bei Simon vorzustellen und sie stolperte in Richtung der Bar. Die Gespräche lebten auf, wenn man das Rumschreien so verstehen konnte, mit dem sie versuchen wollten die Lautstärke der Musik ein wenig zu übertünchen. Hoffnungslos. Genauso hoffnungslos wie Simon, dass er in das Gespräch integriert wurde.

Aber er saß bei Menschen:

Er stand nicht vollkommen alleine in einer Ecke rum, er war wirklich und ehrlich bei Menschen und jeder der ihn hier sitzen sehen würde, würde denken, dass er dazu gehörte. Vielleicht der leise Part war, aber er war in einer Gruppe in einem Club. Wenn er eine Liste hätte, mit Dingen, die er tun wollte, bevor er starb... Das Ding hätte sicherlich auf der Liste gestanden, da hatte er keinen Zweifel dran.

Sie tranken.

Alle. Simon auch. Nur nicht so schnell. Alkohol ekelte ihn meistens etwas an. Und er wurde recht schnell blau, weil er einfach keine Erfahrung hatte. Immer wieder stand wer auf und besorgte mehr zu trinken und jedes Mal dachten sie an Simon mit. Ihm war schlecht und schwindelig, ja. Aber das vor allem vor Freude, weil die Leute tatsächlich an ihn mitdachten.

Vielleicht, sagte die dreckige, gemeine Stimme in Simons Hinterkopf, die leider viel zu oft die Wahrheit sagte, vielleicht wollten sie ihn auch nur abfüllen um sonst eine kranke Scheiße mit ihm anzustellen. Aber... Nein. Nein, das... Nicht heute. Heute war ein Mal alles gut. Der Alkohol, die Leute. Es war alles gut.

Sie saßen sehr lange hier, einige gingen tanzen, andere laberten durch. Als sich dann die kleine Gruppe nach einigen Stunden noch ein Mal versammelt hatte, da stupste Kelly ihn mit dem Ellbogen an. (So hart, dass er da morgen einen blauen Flecken haben würde, so viel war klar. )

„Oi, Simon. Holst du uns noch was?“ Es klang mehr wie 'Holsch u unsch n'wasch?“ Aber der Sinn kam rüber und Simon nickte nur zu begierig, stand auf und taumelte leicht Richtung Bar. Das war der sozialste Abend, den er seit langem gehabt hatte und er war immer noch überrascht, wie gut es tatsächlich lief. Vielleicht war das endlich der Moment, in dem es bergauf gehen würde?

Vielleicht.





Als er zurück kam, war keine Kelly mehr da. Um genau zu sein war die ganze Sitzecke leer. Keiner von ihnen war mehr da, selbst ihre Drinks waren verschwunden. Simon würde wirklich gerne sagen, dass er enttäuscht war, dass es weh tat. Er würde gerne behaupten, dass er es nicht hatte kommen gesehen, aber das war das Schöne daran, wenn man Simon war. Dinge wie diese überraschten einen nicht mehr. Man nahm sie nur noch hin, stand da mit hängenden Schultern und versuchte nicht sich selbst einzureden, dass man es verdient hatte...

Auch wenn er sehr, sehr tief in sich selbst wusste, dass er es verdiente.

Er schluckte die bittere Wahrheit herunter, versiegelte sie wie all seine Emotionen in sich drin und setzte das normale Pokerface auf. Die emotionslose Miene, von der eine Nachbarin unter vorgehaltener Hand immer sagte, dass sie ihr Angst machen würde. Kelly hatte ihn nur ausgenutzt. Das war offensichtlich. Gott, es war sogar offensichtlich gewesen, als sie ihn eingeladen hatte. Sie war auch eine Ausgestoßene aus der Gesellschaft, sie war auch ein Misfit, aber sie waren so anders. Kelly war ekelhaft und ein schlechter Mensch. Sie umgab sich mit anderen ekelhaften und schlechten Menschen, die immer ein Parasit der Gesellschaft bleiben würden. Und Simon?

Simon passte nirgendwo hin. Er war das Puzzlestück, das nirgendwo sich einfügen wollte. Oder eher konnte. Er versuchte es, er versuchte es wirklich, drehte sich in jede Richtung, in jede Ecke, aber nie schienen die anderen Stücke ihn zu wollen. Alles, was er bekam waren Schläge und eine saftige Rechnung, die er jetzt bezahlen musste.

Das Leben war nicht schön.

Schon gar nicht für Simon.





Er war blank. Er hatte all sein Geld da gelassen, hatte sogar noch seine Anschrift hinterlegen müssen, damit der Rest der Rechnung zu ihm geschickt werden konnte. Er hatte das alles nur mit seiner stoischen, stillen Art hingenommen, genickt und jetzt stand er vor dem Club.

Vollkommen alleine. Wie immer. Er musste ein elendiges Bild abgeben, aber wenigstens hatte der Schock ohne seine... Begleitung zu sein den Alkohol wieder moderat aus sich gespült. War doch auch was wert, oder? Er seufzte leise, trat einen kleinen Stein von sich weg. Es war schön gewesen, so lange wie es gedauert hatte, daran musste er sich jetzt halten. Es war vorbei und Ende.

Und er musste nach Hause.

Die Nacht war beschissen gewesen, wie eigentlich immer und er wusste, dass er einfach nur noch sein Bettchen brauchte, oder er würde sich in den nächsten fünf Minuten vor ein Auto werfen. Aber bei seinem Glück würde das Auto ihn falsch erwischen, ihn aber nicht umbringen und ihn querschnittsgelähmt zurück lassen.

Auch eine schöne Zukunft. Bestimmt würde selbst sein Pfleger nicht ein Mal nach ihm sehen kommen und er würde in seiner eigenen Scheiße sterben. Er wankte leicht zu einem der wartenden Taxen, fragte ob es frei wäre... Schlüpfte ungesehen und still auf die Rückbank und gab dem Fahrer seine Adresse durch, starrte dabei fast nur hinab auf seine Schuhe.

Nur kurz sah er auf, um das Namensschild des Fahrers zu betrachten. Nathan Young. In der Tat, er sah jung aus, wenn man dem braunen Lockenwust auf seinem Kopf glauben konnte, aber gut. Er gab ihm seine Adresse. „Geht klar, schnall dich an und wir sind gleich da“, trällerte der Mann und Simon hatte noch nie in seinem Leben eine Stimme so nervtötend gefunden... Aber darum musste er sich eh keine Gedanken machen. Er gab Nathan zwei Minuten und er hätte wahrscheinlich schon wieder vergessen, dass er mit ihm hier drin saß.

Würde rumfahren.

Und irgendwann, wenn seine Schicht vorbei war, würde er Simon hier hinten sehen und von ihm das Geld für die ganze Fahrt verlangen.

Irgendwelche grausame Musik plärrte aus dem Radio und drückte schwer auf Simons Nerven, während er seine Finger leicht gegeneinander drückte, seufzte. Wie war es so weit gekommen? Wie war er so weit gekommen? Müde lehnte er sich gegen die Scheibe, starrte hinaus auf die vorbeifahrende Stadt, auf die Dunkelheit, die nur hier und da von kleinen Episoden von Licht durchbrochen wurde.

Manchmal hielten sie an Ampeln, manchmal fuhren sie für seinen Geschmack viel zu schnell, während draußen ein Nieselregen einsetzte. Vielleicht würde die Stadt auch einfach untergehen? Wie Atlantis?

„He, hörst du mir überhaupt zu?“ Simon zuckte zusammen und sah verwirrt nach vorne, wo Nathan sich zu ihm umgedreht hatte und ihn aus grünen Augen anstarrte. „Ich rede die ganze Zeit und du starrst aus dem Fenster wie in einem 90er Musikvideo!“ Simon wollte lachen, aber er traute sich nicht. Zu oft hatte er es dafür schon über den Deckel bekommen, das brauchte er nicht auch jetzt noch. Darum schluckte er nur schwer, sah kurz neben sich, ob nicht doch jemand dort saß, den Nathan meinen konnte, aber nein. Er war vollkommen alleine mit ihm. Oh.

„Es... was?“, stammelte er darum nur, merkte wie die Wärme und Röte seine Wangen hinauf kroch.

„Ich sagte, dass du wie Scheiße aussiehst.“

Oh. Und dafür hatte er sein müdes Gehirn zum Zuhören gebracht. Wunderbar.

„Dein Glück, dass ich voll auf Scheiße stehe.“

War das noch ein Scherz? Denn Simon konnte und wollte heute wirklich nicht mehr lachen. Heute war genug über ihn gelacht worden es reichte ihm... Die Panik baute sich wie eine heiße Welle in ihm auf und als Nathan ihm auch noch zuzwinkerte, da war es um ihn geschehen. Nicht im romantischen Sinne, es ging einfach was in ihm kaputt, es war ihm scheiß egal. Es war ihm einfach nur noch scheiß egal. Wenn das sein Job in der Gesellschaft war, alles einzustecken, dann bitte. Bei allen Göttern bitte. Es war ja nicht so, als habe er heute all sein Geld in falsche Freunde inves...

Scheiße.

All sein Geld.

Er zuckte zusammen und versuchte die Sorge, die kurz in ihm aufflammte zu unterdrücken. Er hatte wirklich all sein Geld ausgegeben, aber... aber gut. Er ignorierte, was der sehr... aufdringliche, aber hübsche, Fahrer eben gesagt hatte, beugte sich vor und stammelte unsicher: „Können wir noch... bei der Bank anhalten? Ich... hab kein Geld mehr.“ Sollte kein Problem sein. Vor allem, weil er ihn dafür ja bezahlte, also...

„Du kannst mir auch einen blasen.“

Was?

Simon würde in diesem Moment seinen Drink ausspucken, wenn er denn einen im Mund gehabt hätte. Dennoch verschluckte er sich an seiner eigenen Rotze, hustete und sah ihn aus seinen großen, hellen Augen an. Das meinte er doch nicht ernst? Der erste Mensch, der wirklich sexuelles Interesse an ihm hatte, war... Ein Taxifahrer? Ein hübscher, ja? Etwas seltsam, aber nicht hässlich, aber...?

„Nur 'n Angebot.“ Das war ein Scherz. Es musste einer sein, aber als sich ihre Augen im Rückspiegel trafen... Es sah ehrlich aus? „War 'ne lange Schicht und du siehst aus, als hättest du es drauf und seien wir ehrlich du würdest doch sicher gerne meinen langen, harten Schwanz in deiner Kehle haben.“

Er... hatte darüber noch nie nachgedacht. Noch nie... Aber er hatte heute schon so viel Scheiße erlebt, da kam es darauf auch nicht mehr an. Wieso nicht? Wieso fucking nicht? In ihm drin klang es richtig entschlossen, beinahe wie ein Ansturm von Kriegern, die laut schrien, aber er gab keinen Ton von sich. „Ich kann dich auch rauswerfen.“

Moment, erpresste er ihn gerade? War das nicht illegal? Oh Gott, das war... Simon biss sich auf die Unterlippe, bevor er schließlich ein schwaches. „In Ordnung“ von sich gab. Entschlossen klang anders und er wollte es auch nicht wirklich, aber...

Einfach aber.

Nathan hielt kurz an und ließ Simon vorne zu ihm einsteigen, bevor er wieder Fahrt aufnahm. „Warte, wir halten nicht an?“

„Wo bleibt dann der Spaß“, kicherte Nathan. „Ich bin so was wie unsterblich. Noch nie einen Unfall gehabt. Deine Superkraft wäre wohl... unsichtbar sein.“ Noch ein Zwinkern. So langsam glaubte Simon, dass er einen nervösen Tick hatte, während er selbst die schweißnassen Finger an der Jeans abrieb. Er war nervös. Wie auch nicht vor seinem ersten Mal... Fuck.

Das Geräusch eines Reißverschlusses riss ihn aus seinen Gedanken und Nathan schien nicht viele Federn lassen zu wollen. Er griff in die geöffnete Hose und holte seinen halb harten Schwanz raus. „Ich werde es deinem Mund so richtig besorgen“, nuschelte er, während er sich selbst mit geübten Fingern anstachelte. Man konnte förmlich sehen, wie sein Penis in seiner Hand hart und härter werde. Er war... groß! „Klingst sicher schön, wenn du um ihn stöhnst.“

Simon konnte es nicht leugnen, aber der Speichel wurde in seinem Mund dick, alleine von dem Anblick, der sich ihm da bot. Vielleicht doch nicht so asexuell wie angenommen. Oder es lag einfach daran, dass Nathan so aggressiv sexuell war, dass man einfach mitgezogen wurde. Was wusste er schon.

Er war hart. Stand beinahe wie eine Eins in die Luft und Simon schluckte schwer. Die Stadt fuhr weiter so schnell an ihnen vorbei und... vor ihm war ein Schwanz. So sah also ein beschnittener Penis aus. Nicht, dass er sich das jemals in seinem Leben gefragt hatte, aber hier hatte er die Antwort. „Na los? Er wird sich nicht von selbst lutschen.“ Nathan löste eine Hand vom Lenkrad und deutete auf seinen Schwanz hinab.

Recht hatte er.

„Ich... hab das noch nie gemacht.“

„Dann wird es Zeit. Los, Kopf da runter. Mach einfach Kram mit Zunge und Lippen und das wird schon. Wehe du beißt mir in den Schwanz. Ich bin am Steuer, das könnte unschön ausgehen.“ Das... stimmte. Wenn man ihn tot mit dem Schwanz von einem Kerl finden würde... das wäre peinlich. Ja, das wäre peinlich war alles, was Simon zu dem Sachverhalt zu sagen hatte, bevor er sich vorsichtig auf Tauchstation begab. Nicht angeschnallt. Er würde so sterben.

Er blickte dem Penis entgegen, als wäre es ein Wesen aus einer anderen Zeit, Panik kam in ihm auf. Panik, die Nathan wohl nicht passte, weil er seine flache Hand einfach auf seinen Hinterkopf drückte und sein Gesicht nach unten presste. Die feuchte Spitze seines Schwanzes drückte sich gegen Simons Wange, als er mit dem Gesicht zuerst gegen seinen Schritt gedrückt wurde, hinterließ eine lange, feuchte Spur auf seiner glühenden Haut.

„Komm schon, wir haben nicht die ganze Nacht Zeit.“ Eigentlich schon. Simon hatte nichts zu Hause, das auf ihn wartete. Selbst seine Katze kratzte es nicht, ob er da war, oder nicht. Aber Nathan interessierte sich gerade dafür, dass er da war und Simon wollte nicht, dass sein Herz sich nach Jahren noch Mal regte, aber es tat es.

Er richtete sich ein wenig auf, fasste all seinen Mut zusammen und nahm ihn in den Mund. Nur die Eichel, nur so weit, wie er es schaffte, was nicht sonderlich weit war. Wieso war er so groß? Er konnte doch ein ganzes Baguette ohne Probleme essen, wieso bereitete ihm der Penis Probleme?

Er schloss die Augen, strich mit der Zunge über die Spitze und schmeckte... Salziges Zeug. Was auch immer, nicht darüber nachdenken. Er entließ ihn wieder aus seinem Mund, leckte sich über die Lippen, während das Herz in seinen Ohren wummerte. „Komm, das geht tiefer!“ Das war weniger eine Aufforderung, als ein Befehl, aber Simon versuchte es.

Würgte.

Hustete.

Hörte das leise Lachen von Nathan und spürte seine Finger in seinem Nacken. „Noch Mal.“ Ugh... Aber gut, noch ein Mal. Er beugte sich vor, legte mit der Zungenspitze kleine Kreise um die Eichel und das schien ihm zu gefallen. Ha, wenigstens hatte er eine Sache richtig hinbekommen. Er arbeitete sich langsam tiefer, ganz langsam, während er meinte an Nathan zu ersticken. Gott, er stieß ihm entgegen, hob seine Hüfte an und drückte sie gegen die Enge von Simon, ließ ihn husten. Sabber lief über sein Kinn, während Tränen in seine Augen schossen. Irgendwie versuchte er sich an das zu gewöhnen, was gerade passierte. Schaffte es seinen Kiefer zu entkrampfen, um ihn irgendwie tiefer in sich aufzunehmen.

„Genau so!“

Simon würgte um den Schwanz in seinem Mund, während Nathan ihn leicht tiefer drückte. Die schlanken Finger strichen durch sein Haar, brachten die kurzen Strähnen nur noch mehr durcheinander, als sie von dem  Abend eigentlich waren. Oh, sie wanderten sogar bis runter in seinen Nacken und Simon konnte nicht die kleine Gänsehaut verhindern, die von seinem Körper Besitz ergriff... Er war so süchtig nach Nähe, nach Berührungen. Er würde in diesem Moment alles machen, restlos alles.

Nathan fand seinen Rhythmus, oder das, was man als Rhythmus bezeichnen konnte. Wirklich koordiniert schien er nicht zu sein. „Oh fuck ja! Ja, man!“ Nathan hatte seinen Spaß, das hörte man, schmeckte man und... ein wenig färbte das alles auch auf Simon ab. Nicht genug, als das er wie ein Teenager in seine Hose kommen würde, aber er war nah genug daran. Sein Mund tat weh, sein Kopf tat weh, er fühlte sich benutzt, aber heute fehlte all den Dingen dieser seltsame Beigeschmack, der ihn Nachts kaum schlafen ließ.

Es fühlte sich beinahe gut an.

Auch wenn er dazu gezwungen worden war.

Immer wieder musste er ein Würgen unterdrücken, wenn Nathan zu enthusiastisch wurde, wenn er zu tief in seinen Mund eindrang, aber irgendwie schaffte er es sich zu beherrschen. Aber auch nicht mehr lange. Sein Kopf bewegte sich hoch und runter, er spürte ihn in seinem Mund pulsieren, schmeckte ihn. Jeder einzelne Sinn war auf Nathan ausgerichtet, auf seine Stimme, auf das Ding in seinem Mund. Er füllte ihn aus, grausam und tief und er hatte jedes Mal, wenn er weiter in ihn eindrang, das Gefühl, als würde er ihn zerstören.

Er bekam kaum noch Luft, sein Kopf fühlte sich so leicht an, so unglaublich leicht, während Nathan schneller und schneller in seinen Mund stieß, immer absurder wurde. Er sagte irgendwas davon, dass er eine Schwanzhure sei und es einfach nehmen sollte. Was? Seinen Penis? Er sollte daran ersticken, dann folgte eine lange Welle von sehr kreativen Flüchen, die... irgendwie heiß waren. Aus Nathans Mund kamen sie irgendwie heiß.

Wo wir bei Mund und kommen waren? Nathan kam in Simons Mund, ohne eine Vorwarnung, wenn man von dem harten Griff in seinem Haar absah. Er musste ihm einige Haare raus gerissen haben, aber gerade war das beinahe heiß. Auf eine sehr, sehr seltsame Art und Weise. Er spürte ihn in sich kommen, spürte, wie er seinen Mund mit seinem Schwanz und Sperma ausfüllte. Es schmeckte bitter, ein wenig salzig und er musste es schlucken, als Nathan sich viel zu weit in ihn presste. Seine Mundwinkel waren eingerissen, sein Kopf fühlte sich an, als würde er explodieren, aber... Er schluckte das Sperma, hörte ganz leise „Wow“ von seinem Fahrer... Und Gehupe von anderen Autos.

Oh Gott, dass sie nicht starben war ein Wunder!

Er wurde nicht hoch gelassen, drückte leicht die Zunge gegen den empfindlichen Schwanz in seinem Mund, reizte ihn noch ein wenig weiter, so gut er das eben konnte, bevor die Lust schließlich zu unerträglich zu werden schien und er beinahe schon brutal aus dem Schritt des Mannes gerissen wurde.

Simon setzte sich auf und wischte sich über den Mund, sah ein wenig beschämt zuerst auf Nathan, dann wieder auf die Straße. Wenigstens hatte Nathan den Hauch von dezenten Neigungen und packte seinen Schwanz wieder ein. Ok. Das war peinlich. Was machte man, nachdem man einen Blowjob gegeben hatte? Hände schütteln und jeder ging nach Hause? Naja, Simon wollte ja nach Hause.

Gott, was sollte er tun?

Seine Gedanken drehten sich, während er immer noch Nathan auf seinen Lippen schmeckte, während er das Gefühl hatte, als würde jeder Schluck seine Kehle aufreißen. Aber er konnte jetzt sagen, dass er einen Kerl einen geblasen hatte. Wobei. Wem sollte er das erzählen? Seinen Freunden? Ha. Haha. Wenn er Lachen könnte, würde er jetzt lachen und...

Wieder riss Nathan ihn aus seinen Gedanken, als sie beide anhielten. Verwirrt starrte Simon nach draußen, richtete mit fahrigen Fingern sein kurzes Haar. „Das... ist nicht mein zu Hause.“

„Nein, aber eine Bank. Du schuldest mir Geld für die Fahrt.“ Moment, was laberte Nathan da?

„Aber du hast doch gesagt, dass...“

„Ich habe nur gesagt, dass du mir einen blasen kannst und nicht, dass das die Kosten ersetzt. Aber keine Sorge, die Zeit, die du gebraucht hast um mich zum kommen zu bringen, berechne ich nicht.“ Wieder eines von diesen Zwinkern und Simon seufzte nur. Innerlich, äußerlich, ewiglich, bevor er die Türe öffnete und wortlos ausstieg.

Dann eben noch Geld holen. Was nicht einfach war, wenn man so hart in der Hose war wie Simon.





Wenigstens setzte er ihn zu Hause ab... Das wäre ja noch schöner gewesen, wenn nicht. (Simon hatte er erwartet, wenn er ehrlich sein durfte.) Aber dennoch... Simon schlang seine Arme um seinen Oberkörper, während der leichte Regen seine Jacke durchnässte.

Dennoch... Es war doch alles scheiße.





Simon hatte am nächsten Morgen keine Lust zur Uni zu gehen. Er wollte sich einfach weiter in seinem Elend suhlen. Das gestern... Das war... darüber würde er nie wieder reden, nicht so lange er lebte. Dieser dreckige, kleine Taxifahrer hatte ihn tatsächlich dazu gebracht ihm einen zu blasen und hatte am Ende noch verlangt, dass er das Geld abheben ging. Es hatte nicht ein Mal einen Rabatt gegeben?  Das wäre doch wohl drin gewesen, oder?

Simon seufzte, rollte sich auf die Seite und zog das Kissen über seinen hämmernden Kopf. Dabei hatte er doch gar nicht so viel getrunken, oder? Nein, es war wirklich nicht viel gewesen. Kellys Freunde, die waren es gewesen, die wirklich reingehauen hatten, aber er... Naja. Er bekam eben den Kater ohne zu saufen. Ohne so viel zu saufen. Hoffentlich starben sie alle in einer Ecke.

Wie auch sonst.

Nein, nein heute würde er sich die Uni schenken. Er würde eh nur wieder still in der hintersten Reihe sitzen, auf sein Papier starren und die Schlagworte mitschreiben. Ungesehen als erster wieder aus dem Hörsaal huschen und gehen. Das machte er jeden Tag so. Wenigstens lenkte ihn niemand ab, wenigstens war er einer der Besten, weil er sich vollkommen auf den Stoff konzentrieren konnte und er hatte viel Geld. Wie viel Geld man halt einfach sparte, wenn man keine Freunde hatte. Keine Geschenke, keine Feiern, kein...

Ein ohrenbetäubendes Hupen vor dem Fenster ließ ihn aufschrecken, beinahe schon aus dem Bett fallen. Es war fucking sieben Uhr morgens, er war vor gerade ein Mal zwei Stunden nach Hause gekommen und jetzt meinte da draußen jemand einen auf dicke Hose machen zu müssen und wie ein Wahnsinniger zu hupen?

Simon gab, von der Welt ungehört, ein leises Wimmern von sich, zog die Decke etwas fester um seinen Körper, als könnte sie ihn vor dem Lärm beschützen. Er konnte seinen eigenen Herzschlag spüren. Schwer und schnell, beinahe schon schmerzhaft, so wie er jedes einzelne Glied überfallen und befallen hatte. Gott, er fühlte sich, als wäre er gestern durchgenommen worden und nicht, als hätte er einen Blowjob gegeben. Wobei, er musste zugeben, dass er keine Ahnung hatte, wie es war durchgenommen zu werden...

Absolut keine Ahnung. Aber er stellte es sich ungefähr so vor, nur, dass da noch irgendwo Glückshormone sein sollten und nicht die obligatorische Scham mit einer gesunden Portion Schande.

Das Hupen hörte auf und seine Ohren klingelten nur noch leicht nach, während er sich weiter in einen kleinen Simon-Ball zusammen rollte. Dann würde er eben ab jetzt die gesamte Weilt da draußen ignorieren. Ab genau diesem Moment würde es weder die Straße, noch Menschen und schon gar nicht Kell...

Wieder dieses atemberaubend laute Dröhnen der Hupe und Simon schossen die Tränen in die Augen. So laut. Sein Kopf kam damit einfach nicht klar. Wieder Stille, wieder selige Stille, aber es war mehr oder weniger nur ein Luftholen, bevor der Lärm wieder von vorne losging. Dieses Mal eine geschlagene Minute... Simon starrte aus rot geäderten Augen auf seine Uhr.

Stille.

Schnelle Intervalle.

Gut, jetzt reichte es. Simon schlug die Decke von seinen nackten Beinen und tappte – er nannte es mental lieber stampfen – zu seinem Fenster im ersten Stock, riss es auf und... Das war Nathan. Nathan Young. Er stand da, noch in den selben Klamotten wie gestern Abend, die Türe zu seinem Taxi leicht geöffnet und die Hand auf der Hupe.

Was?

Moment, was?

„Ich hab dich bezahlt!“, stammelte Simon, weil das tatsächlich von all den Gründen, die es geben könnte, der Einzige war, der ihm einfiel, wieso Nathan wieder kommen sollte. „Ich schulde dir nichts mehr.“ Wenigstens hatte das Hupen aufgehört, wenngleich er nicht leugnen konnte, dass Nathans Anblick  die Gesamtsituation verbesserte. Langsam, schlendernd kam er über den Bürgersteig zu Simons Fenster, baute sich davor auf. Sie waren tatsächlich ungefähr auf gleicher Höhe, Simon konnte ein wenig in das dunkle Lockennest herunter sehen. Wie viele Dinge da drin wohl schon verschwunden waren? So wie er ihn einschätzte waren es unzählige.

„Ich weiß“, entgegnete Nathan nur salopp, die Hände in den Taschen seiner Hose vergraben, während er leicht von den Fußballen zu den Spitzen wippte. Er wirkte, als würde er irgendeine Scheiße ausbrüten. Zumindest konnte man das an seinem Gesicht ablesen und Simon hatte Angst, was das für ihn bedeuten würde. „Ich bin nicht wegen dem Geld hier.“

„Warum dann?“

Sicherlich nicht wegen ihm.

„Wegen dir.“

Oh.

„Oh“, entgegnete Simon etwas perplex. Er war noch nie sonderlich gut darin gewesen clevere Antworten zu geben, aber gerade steckte ihm tatsächlich das kleine Bisschen Kohärenz im Hals, das ihm gehörte.

„Ja, du warst gestern ziemlich gut und ich bin – ich weiß, dass überrascht mich selbst auch oft – Single. Aber manchmal müssen Diamanten eben alleine sein.“ Wenn Simon irgendwo sein Selbstvertrauen und seine Selbstsicherheit verloren hatte, er war sich sicher, dass Nathan es gefunden hatte und für sich selbst benutzte. Wie einen verdammten Jungbrunnen.

„Was?“

Wollte er ihm gerade sagen, dass er... was? Nein, er meinte unmöglich das, was Simon dachte, dass er meinte. Solche Dinge wurden ihm nicht vorgeschlagen. Schon gar nicht von so polarisierenden Menschen wie Nathan einer war. Für sie war er nur Staub und doch hatte er ihn hysterisch aus dem Bett gehupt. Ihn und seine Nachbarn, aber die waren Kollateralschäden.

„Ich will dich ficken. Oder bist du mehr so der romantische Typ? Ich werde nicht Liebe mit dir machen, das ist irgendein Bullshit, den man Jungfrauen erzählt.“ Das war ein Scherz oder? Kellys Scherz ging weiter, aber Simon war so verdammt verzweifelt und so verdammt einsam, dass er sich nur auf die Unterlippe biss, zu Nathan hinab sah. Gefickt werden wäre zumindest etwas, das an sozialen Kontakt heran kam. Und selbst, wenn es nur eine Falle war... Vielleicht...

„Solltest du mich nicht vorher zum Essen einladen?“ Oh, das war ein Witz gewesen. Simon wollte sich selbst mehrfach auf die Schulter klopfen, weil er einen Witz gemacht hatte und... Nathan lachte. Hoch und schrill und beinahe schon hysterisch, reckte sich und wuschelte Simon kurz durch das so oder so vom Schlaf zerstörte Haar. „Chicken McNuggets. Ich hol dich heute um 20 Uhr an. Zieh hübsche Unterwäsche an.“

Damit trat er vom Fenster zurück und stieg wieder in sein Taxi...

Und Simon?

Nun, Simon... hatte absolut keine Ahnung, was er damit anfangen sollte, aber Chicken McNuggets klangen doch nach einem sehr guten Versprechen.





o(^▽^)o

Ich hab im X-Men Fandom geschrieben und dachte, es wäre tot. Ich habe im Kingsman Fandom geschrieben und dachte es wäre tot. Aber dann hab ich das Elend hier gesehen :'D Aber egal, ich hoffe, du bist happy -Jahreis- und such dir mal Fandoms, die etwas populärer sind :'D Jedenfalls, das hier ist ein WunschOs – vergeben bei  'Die Blowjob Wette' – für -Jahreis-  und ja... Nicht viel zu sagen, hoffe es hat dir – sehr viel mehr werden es nicht lesen – gefallen :D

Hochachtungsvoll,

Wir
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